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 THE LIBRARY 
 
 OF 
 
 THE UNIVERSITY 
 
 OF CALIFORNIA 
 
 LOS ANGELES 
 
 OTTO HRRASSOH!TZ 
 
 BUCHHANDLUNG 
 
 LEIPZIG^
 
 SOUTHERN BRANCH, 
 
 UNIVERSITY OK CALIFORNIA, 
 
 LIBRARY, 
 
 LOS ANGELES, CALIF.
 
 DIE 
 
 THEORIE DER EBENEN KURVEN 
 
 DRITTER ORDNUM. 
 
 AUF SYNTHETISCH-GEOMETBISCHEM WEGE 
 ABGELEITET 
 
 VON 
 
 DR. HEINRICH SCHROETER, 
 
 PROFESSOR DER MATHEMATIK AX* DKR UNIVERSITAT ZU BRESLAU. 
 
 LEIPZIG, 
 
 VERLAG VON B. G. TEUBNER. 
 
 1888. 
 
 48750
 
 Druck von B. G. Teubner in Drenden.
 
 Engineering & 
 
 Mathematical 
 
 Sciences 
 
 Library 
 
 Vorrede, 
 
 Die zahlreichen und vielseitigen seit langer Zeit an- 
 . gestellten Untersuchungen iiber die ebenen Kurven dritter 
 % Ordnung von Newton, Maclaurin, Cramer, Pliicker, 
 ^Salmon, Cayley, Sylvester, Hesse, Aronhold, Clebsch, 
 Poncelet, Chasles, Jonquieres, Moebius, GraBmann, 
 Steiner, Cremona, Battaglini u. v. a., denen sich neuere 
 ^' Untersuchungen nach verschiedenen Richtungen hin an- 
 schlieBen von Hart, Em. Weyr, P. Serret, Milinowski, 
 Kiipper, Durege, Schoute, Reye, Sturm, Zeuthen, 
 x Harnack u. a., finden sich zumeist als Monographien in den 
 . v^verschiedensten wissenschaftlichen Zeitschriften zerstreut und 
 5 sind bisher nur in wenigen groBeren Werken zusammen- 
 j gefaBt, welchen die analytisch-geometrische Methode der Be- 
 lf handlung zu Grunde gelegt wird. Dies ist der Fall sowohl 
 <> in dem Werke von G. Salmon: A treatise on the higher 
 3 plane curves (Dublin 1852), deutsch bearbeitet von W. Fiedler: 
 ** Analytische Geometric der hoheren ebenen Kurven (Leipzig 
 1873), als auch in dem von H. Durege herausgegebenen 
 Werke: Die ebenen Kurven dritter Ordnung (Leipzig 1871), 
 obwohl in letzteres mehrfach auch synthetische Betrachtungen 
 eingeflochten sind, wahrend das auf synthetischer Grundlage 
 entwickelte Werk von L. Cremona: Introduzione ad una 
 teoria geometrica delle curve piane (Bologna 1862) die 
 Kurve dritter Ordnung nur als ein Beispiel fur die voraus- 
 gehende allgemeine Theorie behandelt. 
 
 Es erschien wiinschenswert fur diejenigen, welche zu- 
 erst an das Studium der Kurven dritter Ordnung heran- 
 treten ohne andere Hilfsmittel, als die Bekanntschaft mit 
 den Elementen der synthetischen Geometrie und den Haupt- 
 eigenschaften der Kegelschnitte, eine naturgemaB sich an- 
 schlieBende und einheitliche rein synthetische Darstellung 
 jener hoheren geometrischen Gebilde mit ihren hauptsach-
 
 IV Vorrede. 
 
 lichsten und charakteristischen Eigenschaften aus den ver- 
 schiedenen Erzeugungsweisen derselben abzuleiten, wozu hin- 
 reichend Vorarbeiten vorhanden waren. 
 
 Der Versuch einer solchen Darstellung wurde von dem 
 Verfasser zuerst in einer Vorlesung an der hiesigen Uni- 
 versitat geniacht und fiihrte dann zu der vollstandigeren 
 Ausarbeitung des vorliegenden Buches. Die darin gewon- 
 nenen Resultate, welche verschiedenen Zetten und verschie- 
 denen Urhebern angehoren, sind zum groBen Teil schon 
 Gemeingut der Wissenschaft geworden; die weniger bekann- 
 ten Quellen, aus welchen die Darstellung schopfte, sind an 
 betreffender Stelle angegeben. Riicksichtlicli der etwa feh- 
 lenden Litteraturangaben mag auf die oben genannten Werke 
 von Salmon, Cremona und Durege verwiesen werden, 
 sowie auf die kiirzlich erscbienene historische Monographic 
 von Gino Loria: II passato e il presente delle principal! 
 teorie geometriche (Torino 1887). 
 
 Die Eigenschaften der Kegelschnitte, von welchen 
 durchgehends der umfassendste Gebrauch gemacht wird, 
 nnden sich auseinandergesetzt in dem von dem Verfasser 
 herausgegebenen Buche: Jacob Steiners Vorlesungen iiber 
 synthetische Geometric, IT. Teil, ,,die Theorie der Kegel- 
 schnitte, gestiitzt auf projektivische Eigenschaften" (Zweite 
 Auflage, Leipzig 1876); wo auf dasselbe Bezug genommen 
 ist, wird es kurz mit ,,Th. d. K." angefiihrt. Der Gang der 
 Untersuchung geht aus der folgenden kurzen Inhaltsangabe 
 hervor: 
 
 Der Verfasser beginnt mit der Konstruktion der C {3 '> 
 aus drei Paaren konjugierter Punkte derselben, von welcher 
 Clebsch (Math. Ann. Bd. V, S. 422) erklarte, daB ,,sie an 
 Einfachheit das AuBerste leiste", und deren Ursprung bei 
 einer ausgearteten C< 3) in den Polareigenschaften des Kegel- 
 schnitts sich findet. Aus ihr entspringt die Erzeugung der 
 (7 (3) vermittelst zweier Strableninvolutionen in projektiver 
 Beziehung und halb-perspektiver Lage 7 wodurch eine ge- 
 legentliche Bemerkung Steiners bestatigt wird, , ; da6 das 
 eigentliche Wesen vieler Eigenschaften der Kurve dritten 
 Grades vornehmlich auf der sogenannten Involution beruhe" 
 (Crelles Journal fur r. u. a. Math. Bd. 47, S. 6: Allgemeine 
 Eigenschaften der algebraischen Kurven). * Man gelangt
 
 Vorrede. V 
 
 hiernach ungezwungen sowohl zu der G >(3) als Tripelkurve 
 eines Kegelschnittnetzes, als auch zu den Chaslesschen 
 Erzeugungsweisen verrnittelst Kegelschnittbiiscliel und Strahl- 
 biischel pder zweier Kegelschnittbiischel in projektiver Ab- 
 hangigkeit und besonderer Lage, da eine Strakleninvolution 
 auch nur ein Biischel ausgearteter Kegelschnitte 1st. Hieran 
 reilien sich verschiedene Konstruktionen der C (3) aus neun 
 willkurlich und unabhangig voneinander gegebenen Punkten, 
 sowie der Hauptsatz (Schnittpunktsatz), welcher die Be- 
 dingung zwischen den neun Durchschnittspunkten zweier 
 Kurven 3. 0. enthiilt und die Konstruktion des neunten not- 
 weudigen Punktes einer Gruppe von neun associierten Punkten, 
 von denen acht willkiirlich gegeben sind. 
 
 Die Tangentenquadrupel aus drei in gerader Linie 
 liegenden Punkten der CW liefern eine eigentiimliche Kon- 
 figuration ihrer Beriinrungspunkte, sowie ihrer Durch- 
 schnittspunkte und zeigen den Salmonschen Satz von dem 
 konstanten Werte des Doppelverhiiltnisses eines Tangeuten- 
 quadrupels. 
 
 Die ursprungliche Erzeugung der C'< 3) vermittelst zweier 
 projektiver Strahleninvolutionen in halbperspektiver Lage 
 fiihrt nun zu der Einteilung der C^ in ihre zwei Haupt- 
 gattungen (die einziigige und die zweizugige), sowie zu den 
 acht verschiedenen Gestalten derselben, von denen drei der 
 ersten und fiinf der zweiten Gattung angehoren unter 
 Beriicksichtigung der unendlich-entfernten Kurvenpunkte 
 (Durege: , ; tJber die Formen der Kurven dritter Ordnung", 
 Borchardts Journal f. Math. Bd. 75, S. 153). Die Be- 
 dingungeii fur die Erzeugung der verschiedenen Gestalten 
 der CW werden aufgesucht. Die Betrachtung des Tangenten- 
 quadrupels aus einem Kurvenpunkte hatte schon zur ko- 
 nischen Polare desselben gefiihrt; die Erweiterung derselben 
 zeigt uns das ganze Kegelschnittnetz der konischen Polaren 
 fur samtliche Punkte der Ebene und eroffnet den Einblick 
 in die vielfach verschlungenen Polareigenschaften einer C (i) 
 und den Zusammenhang unter den konischen und geraden 
 Polaren mit den Polokoniken und deui begleitenden Kegel- 
 schnitt. Hier treten auch die metrischen Beziehungen auf, 
 welche bei Cremona den Ausgangspunkt bilden, von dem 
 er zu den Polareigenschaften der C< 3) gelangt. Die aus-
 
 VI Vorrede. 
 
 gearteten Kegelschnitte des Netzes der konischen Polaren 
 zeigen uns die Hessesche und Cayleysche Kurve, deren 
 Zusammenhang schon bei der Einfuhrung des Kegelschnitt- 
 netzes hervortrat. 
 
 Die Hessesche Kurve bietet den unmittelbaren AnlaB 
 zur Untersuchung der Wendepunkte einer (7 (S) , ihrer Kon- 
 figuration und Realitat, sowie der Lagenbeziehung ihrer 
 harmonischen Polaren. Den SchluB der Untersuchungen 
 bilden einerseits die Steinerschen SchlieBungsprobleme fiir 
 die CW, welche nach dem Vorgange von Kupper und 
 Schoute eine synthetische Losung finden, und andererseits 
 die von St einer ohne Beweis angegebenen Eigenschaften 
 von mehrpunktig die (3) beriihrenden Kegelschnitten. Aus- 
 geschlossen von der Betrachtung blieb vorlaufig die Kurve 
 dritter Ordnung mit einem Doppelpunkt, sowie die Biischel 
 von Kurven dritter Ordnung. 
 
 Moge die Absicht des Verfassers, den Studierenden die 
 vielen schonen Eigenschaften der Kurven dritter Ordnung 
 ebenso leicht zuganglich zu machen, wie die der Kegel- 
 schnitte, die Zustimmung der Fachgenossen finden, und 
 moge zugleich den Freunden synthetisch-geometrischer For- 
 schung auf einem noch keineswegs erschopften Arbeitsfelde 
 Anregung und Stoff zu eigener Untersuchung, zur Vervoll- 
 standigung und Erweiterung der angestellten Betrachtungen 
 dargeboten sein. 
 
 SchlieBlich bleibt mir noch iibrig, meinen Freunden, 
 Herrn Professor Dr. H. Vogt und Herrn Dr. E. Toeplitz 
 fiir die bei der Korrektur mir geleistete Hilfe meinen ver- 
 bindlichsten Dank auszusprechen. 
 
 Breslau, im April 1888. 
 
 H. Schroeter.
 
 InLaltsverzeichnis. 
 
 Seite 
 
 1. Einleitende Betrachtung 1 
 
 2. Erzeugung der (7( 3 ) durch Punktepaare 4 
 
 3. Erzeugung der (7(3) durch zwei Strahleninvolutionen in pro- 
 
 jektiver Beziehung und halbperspektiver Lage .... 11 
 4. Nachweis dafur, daB eine beliebige Gerade der (7(3) im all- 
 
 gemeinen in drei Punkten begegnet 19 
 
 5. Das Kegelschnittgewebe 27 
 
 6. Die $(3), umhullt von den Verbindungslinien konjugierter 
 
 Punkte der (7(3) 35 
 
 7. Das Kegelschnittnetz 41 
 
 8. Die (7() und () als Tripelkurven 49 
 
 9. Erzeugung der (7(3) vermittelst eines Kegelschnittbu'schels und 
 
 eines mit ihm projektiven Strahlbuschels 58 
 
 10. Konstruktion der (7(3) durch neun willkiirlich und unabhangig 
 
 voneinander gegebene Punkte 72 
 
 11. Eine andere Losung der vorhergehenden Aufgabe .... 81 
 12. Andere Erzeugungsweisen und daraus hervorgehende Kon- 
 
 struktionen der (7(3) 89 
 
 13. Beziehungen zwischen den Beruhrungspunkten der Tangenten- 
 
 quadrupel, welche aua Punkten der (7(3) an dieselbe gehen 95 
 14. Weitere Beziehungen und Folgerungen aus denselben . . . 107 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren konjugierter Punkte 
 
 auf der (7(3) 115 
 
 16. Allgemeine Untersuchung der verschiedenen Gestalten, welche 
 
 eine (7( 3 ) annehmen kann 130 
 
 17. Drei Gestalten der einziigigen und funf der zweizugigen (7( 3i 137 
 18. Bedingungen fur die Erzeugung einer einziigigen (7( 3 ) (Ser- 
 pentine) durch zwei projektive Strahleninvolutionen in 
 
 halbperspektiver Lage 148 
 
 19. Bedingungen fur die Erzeugung einer zweizugigen (7(3) durch 
 zwei projektive Strahleninvolutionen in halbperspektiver 
 
 Lage 152 
 
 20. Untersuchung aller mo'glichen Falle bei der Erzeugung einer 
 (7(3) durch zwei projektive Strahleninvolutionen in halb- 
 perspektiver Lage 158
 
 VIII Inhaltsverzeichnis. 
 
 Seite 
 
 21 Zusammenhang zwischen den konischen Polaren von Punkten 
 
 der (7<.3) 169 
 
 22. Die konischen Polaren fur alle Punkte der Ebene rucksicht- 
 
 lich der CO) 181 
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren rucksichtlich der 
 
 (7(3) von den Punkten der Ebene 187 
 
 24. Die Polokoniken von den Geraden in der Ebene rucksichtlich 
 
 der (7(3) 198 
 
 25. Der die konische Polare begleitende Kegelschnitt .... 204 
 
 2>. Metrische Beziehungen 210 
 
 27. Zusammenhang der Hesseschen Kurve .ff(3) und der Cayley- 
 
 schen K(^ mit der gegebenen (7(3) 224 
 
 28. Die Wendepunkte der Ctf) 229 
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten , den Wendetan- 
 
 genten und den harmonischen Polaren der Wendepunkte 240 
 30. tiber den Zusammenhang der Punkte einer (7( 3 ) mit ihren 
 
 zugehorigen Tangentialpunkten 260 
 
 31. Das Steinersche SchlieBungsproblem fur die (7(3) .... 266 
 32. Kegelschnitte,welchedie(7(3)mehrpunktigberuhren(oskulieren) 271
 
 Tkeorie der ebenen Kurven dritter Ordnimg. 
 
 1. Einleitende Betrachtung. 
 
 1. Man gelangt bekanntlich zur Erzeugung des Kegel- 
 schnitts durch zwei projektive Strahlbiischel, indem man 
 von einein ausgearteten Kegelschnitt, namlich einem Linien- 
 paar, ausgeht in folgender Weise: Seien I und g die beiden 
 das Linienpaar bildenden Geraden and nimmt man auf I 
 zwei beliebige Punkte S3 und S3 X an, welche man durch 
 Strahlen init einem auf g veranderlichen Punkte verbindet, 
 so erhalt man in 95 und ^8 l zwei projektive Strahlbuschel 
 
 in perspektiver Lage. 1st die Beziehung derselben durch 
 die perspektive Lage festgestellt und wird die letztere als- 
 dann aufgehoben, so gelangt man zur Erzeugung des Kegel- 
 schnitts. 
 
 2. In ahnlicher Weise kann man von einer ausgearteten 
 Kurve dritter Ordnung, welche aus einem Kegelschnitt und 
 einer Geraden zusammengesetzt wird, zur Erzeugung der 
 allgemeinen Kurve dritter Ordnung gelangen. 
 
 Sei ein Kegelschnitt $ (2) und cine Gerade g gegeben, 
 und sei ^ der Pol der Geraden g in Bezug auf den Kegel- 
 schnitt (2) , dann wird aus dem Punkte t) der Geraden ein 
 Tangentenpaar an den Kegelschnitt gehen, welches in und 
 j t beriihren moge; der Strahl : jj x , welcher bestandig durch 
 ^5 geht, wird die Gerade g in einem Punkte t) t treffen, 
 und bei der Veranderung von t) wird sich sowohl das 
 Punktepaar t als auch das Punktepaar tjt^ verandern, 
 ersteres auf dem Kegelschnitt, letzteres auf der Geraden. 
 Das Punktepaar t) i) l beschreibt bekanntlich eine gerade 
 
 SchrOter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordu.
 
 2 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Punktinvolution. Das Punktepaar jr^ liefert verbundeu 
 immer einen durch 9$ laufenden Strahl; auch umgekehrt 
 bestimmt jeder durch ty gehende Strahl auf (2) ein Punkte- 
 paar jr.,, welches entweder reell oder koiijugiert-imaginar 
 sein kann. 
 
 3. Bekamitlich heiBen je zwei solche Punkte \)\) l ein 
 Paar konjugierter Punkte fur den Kegelschnitt und be- 
 sitzen auBer der involutorischen Eigenschaft auch die, daB 
 wenn irgend ein Punkt D des Kegelschnitts mit l)^ ver- 
 bunden wird, die Strahlen 
 
 i Dt) | und Ci)i 
 
 den Kegelschnitt & (2) in zwei neuen Punkten i schneiden, 
 deren Verbindungslinie durch ^ gehen mu6. Wir wollen 
 auch ein solches Punktepaar jr^ ein Paar koujugierter 
 Punkte nennen. 
 
 4. Werden sie mit irgend einem Punkte C des Kegel- 
 schnitts yerbunden, so bildet das Strahlenpaar 
 
 eine Strahlenin volution, welche entweder hyperbolisch oder 
 elliptisch ist, je nachdem der Punkt 9$ auGerhalb oder 
 innerhalb des Kegelschnitts $ (2) liegt. Jedes Strahlenpaar 
 einer solchen Strahleninvolution trifft aber auch die Gerade g 
 in einem Punktepaar tjtjj der vorigen Punktinvolutiou. 
 
 Hieraus folgt umgekehrt, wenn wir irgend ein Punkte- 
 paar tyth auf g und irgend ein Punktepaar jr^ auf ( - } 
 nehmen, daB der Schnittpunkt 
 
 (*), IM = 1 
 auf dem Kegelschnitt (2) liegen muB; folglich muB auch 
 
 der Schnittpunkt 
 
 (9i, SiW-i 
 
 auf dem Kegelschnitt (2) liegen; und es niiissen 5 und ^ 
 wiederum konjugierte Punkte sein, weil j r.ty , und | jt)J in 
 3 und ^ den ^ 2) schneiden. 
 
 5. Ferner wissen wir aus den Polareigenschaften des 
 Kegelschnitts, daB wenn wir auf (2) zwei Punktepaare
 
 1. Einleitende Betrachtung. 
 
 nehmen, wo (r. 1; E'^'I) = $ ist, die beiden iibrigen Diagonal- 
 punkte des vollstandigen Vierecks Ei f 'i 
 
 auf </, der Polare von ^S, liegen miissen und ein Paar kon- 
 jugierter Punkte sind. 
 
 Ferner wissen wir, daB wenn irgend ein Punkt @ der 
 Geraden g mit dem veranderlichen Paar konjugierter Punkte r^ 
 verbunden wird, das Strahlenpaar 
 
 eine Strableninvolution beschreibt, und zwar immer eine 
 hyperbolisclie, weil die beiden Strahlen 
 g und |$| 
 barmonisch getrennt werden durch da,s Strablenpaar 
 
 | @g | und | E! |. 
 
 Ein solches Strahlenpaar scbneidet den (2) allemal in einem 
 neuen Paar konjugierter Punkte. 
 
 6. Diese bekannten Polareigenscbaften aus der Theorie 
 der Kegelschnitte zeigen uus fur die besondere Kurve dritten 
 Grades , welche in einen Kegelscbiiitt und eine Gerade aus- 
 geartet ist, wie dieselbe aufgelost wird in eine unendliche 
 Menge von Paaren konjugierter Punkte, welche verteilt 
 liegen teils auf dem Kegelscbiiitt , teils auf der Geraden; 
 aus irgend zwei Punktepaaren, mogen sie der einen oder 
 der andern Gruppe angehoren, EEi un( i 99i> folgt allemal 
 durcb kreuzweises Verbinden ein drittes Punktepaar 
 
 zwei konjugierte Punkte auf dem Kegelschnitt haben alle- 
 mal die Eigenschaft, daB ihre Tangenten sich in einem 
 Punkte der Geraden schneiden. 
 
 Jeder Punkt sowohl des Kegelschnitts wie der Geraden 
 sendet nach samtlichen Paaren konjugierter Punkte Strahlen- 
 paare, welche einer und derselben ihm zugehorigen Strahlen- 
 involution angehoren. 
 
 1*
 
 4 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Da durch zwei Strahlenpaare eine Strahleninvolution 
 vollstandig bestimmt ist, so erscheint unsere Kurve dritter 
 Ordnimg C (3 > = [ ( %] als der Ort solcher Punkte 36 in 
 der Ebene, welche nach drei Punktepaaren, die unabhangig 
 voneinander gegeben sind, Strahlenpaare einer Involution 
 senden. (Wir nennen drei Punktepaare unabhangig von- 
 einander, die nicht die drei Paar Gegenecken eines voll- 
 standigen Vierseits sind.) 
 
 7. Nehmen wir die zu zwei konjugierten Punkten DD t 
 zugehorigen Strahleninvolutionen, so lassen sich dieselben 
 in Abhangigkeit voneinander setzen dadurch, daB wir immer 
 zwei solche Strahlenpaare der beiden Involutionen einander 
 entsprechen lassen, welche nach demselben Paar konjugierter 
 Punkte jj x hingehen. Das Gesetz dieser Abhangigkeit tritt 
 schon hier hervor und wird spater naher untersucht werden; 
 die Kurve C f|3) erscheint dann als das Erzeugnis der beiden 
 Strahleninvolutionen. 
 
 2. Erzeugung der (7 (3) durch Punktepaare. 
 
 1. Nach der vorigen Betrachtung bietet sich jetzt die all- 
 gem einere Aufgabe dar: 
 
 Es sind drei Punktepaare 
 
 2393,, <<, 
 
 in der Ebene beliebig gegeben (welche nicht die drei 
 Paar Gegenecken eines und desselben vollstandigen 
 Vierseits sind); es soil ein Punkt 3 von der Beschaf- 
 fenheit gesucht werden, daB die drei Strahlenpaare 
 
 einer und derselben Strahleninvolution angehoren. 
 Punkte von der verlangten Beschaffenheit lassen sich zu- 
 nachst in groBer Menge erniitteln. 
 Nimmt man den Schnittpunkt 
 
 so besitzt er offenbar die geforderte Eigenschaft, derm von 
 ihm aus gehen zwei Strahlenpaare, die identisch in eines zu-
 
 2. Erzeugung der CW durch Punktepaare. 5 
 
 sammenf alien, nach 21 und 21,, nach 93 und 93,; das Strahlen- 
 paar nach ( und S x ist also ein zweites, welches zur Bestim- 
 mung der Strahleninvolution notwendig und hinreichend ist. 
 2. In gleicher Weise geniigt der Schnittpunkt 
 
 (2193,, 2t,93) 
 
 der geforderten Bedingung, und hierzu treten noch die vier 
 Punkte : 
 
 Nennen wir die beiden neuen Punkte 
 
 (2T93, 21,33,) = S>, (2193,, 21,93) = 2> 1; 
 
 so sind 2l2t 1? 9393^ 2)2), die drei Paar Gegenecken eines 
 vollstandigen Vierseits ; sie erscheinen also von j e d e m 
 Punkte der Ebene aus gesehen unter drei Strahlenpaaren 
 einer Involution, daher wird der Schnittpunkt 
 
 auch der geforderten Bedingung geniigen, nach St^, 9393 1; 
 SSj Strahlenpaare einer Involution zu senden. Aus dem- 
 selben Grunde genugt auch der Schnittpunkt 
 
 (fc^, $!<)- fc, 
 
 der geforderten Bedingung. 
 
 Da aber SS S)^, @@i die drei Paar Gegenecken 
 eines vollstandigen Vierseits sind, nach welchen jeder Punkt 
 der Ebene Strahlenpaare einer Involution sendet, da ferner 
 auch 2l2l n 9393,, S)^ die drei Paar Gegenecken eines andern 
 vollstandigen Vierseits sind, so muB ein solcher besonderer 
 Punkt, welcher nach 31 2^, 9333,, SS, Strahlenpaare einer 
 Involution sendet, auch nach SDS), und (($:, Strahlenpaare 
 derselben Involution senden. Wir konnen also als Bedingung 
 fiir die gesuchten Punkte der Ebene die urspriingliche For- 
 derung dahin umandern, da6 wir verlangen Punkte zu er- 
 mitteln, welche nach St^, 9393,, ^ oder nach 151,, (C t 
 oder nach 51^, 6(5,, 2), oder nach 93S 1; GCS, 
 , u. s. f. Strahlenpaare einer Involution senden, indem 
 wir immer nur solche drei Punktepaare wahlen, welche
 
 g Theorie der ebeuen Kurven dritter Ordnung. 
 
 nicht die drei Paar Gegenecken eines vollstandigen Vierseits 
 sind, weil f'iir diese die Bedingung von selbst erfiillt wird. 
 3. Wir konnen hiernach auch die Punktepaare 
 
 und 
 
 bestimmen und erkennen, daB solche Punkte in der Ebene, 
 welche nach 5(51 1; 35S3 1; ((&! Strahlenpaare einer Involution 
 senden, auch nach $)S) n $$ u i Strahlenpaare derselben 
 Involution senden miissen. 
 
 Wir konnen also an Stelle der urspriinglichen drei 
 Punktepaare M 1; 95 SB,, S^ drei neue Punktepaare 2)2),, 
 {$$!, ($($! setzen; ein Punkt 3, welcher der geforderten 
 Bedingung geniigt, muB auch der neuen Forderung der 
 Aufgabe geniigen. 
 
 4. DaB die urspriinglich gegebenen Punkte 2t2l 1; 5335^ 
 (&! selbst der Forderung fur den Punkt X geniigen , ist 
 eo ipso klar; denn nehmen wir fur 3 z. B. 51, so bestimmen 
 die beiden Strahlenpaare 
 
 H23 | und | ! |; | 2te | und | 21^ 
 
 eine Strahleninvolution, in welcher dem fiinften Strahl < $i^( l \ 
 ein bestimmter sechster, durch SI gehender Strahl konjugiert 
 ist; also geniigt S( der geforderten Bedingung und ebenso 
 alle iibrigen gefundenen Punkte. 
 
 5. Durch diese sich endlos fortsetzende netzartige Ope- 
 ration* gelangen wir zu immer neuen Punkten und Punkte- 
 paaren, welche der geforderten Bedingung geniigen und deren 
 Anzahl sich unbegrenzt vermehren lalit. Wir konnen dem- 
 gemaB durch bloBes fortgesetztes Ziehen von geraden 
 Linien in unendlicher Menge diskret gelegene Punkte 3 
 des gesuchten Ortes ermitteln und uns schon dadurch ein 
 Bild niachen von dem Verlaufe der Punkte 3t*. Da hierbei 
 die Punkte iinrner paarweise aultreten, X und 2t' n so wollen 
 wir jedes solches Paar , ? konjugierte Punkte" des Ortes 
 
 * Vergl. A. Clebsch: n Ober zwei Erzeugungsarten der ebenen 
 Kurven dritter Ordnung", Math. Annalen, Bd. V, S. 422.
 
 2. Erzeugung der CH 3 ' durch Punktepaare. 
 
 nennen, wie 5) 3^, @i, $3u @i u. s. w. (wir werden so- 
 gleich die charakteristische Eigenschaft eines Paares kon- 
 jugierter Punkte kennen lernen). Wir sind zu dieser Be- 
 nennung berechtigt, weil die beiden konjugierten Punkte 
 eines Paares untereinander vertauschbar sind wegen der 
 Vertausclibarkeit konjugierter Strahlen einer Strahlen- 
 involution. 
 
 Wir sehen ferner aus dem obigen ProzeB, daB jeder 
 Punkt 3 des gesuchten Ortes die Eigenschaft besitzen niuB, 
 nicht bloB nach 915^ , $833 17 S( 1; sondern nach samtlichen 
 Paaren konjugierter Punkte, welche durch die obige Konstruk- 
 tion gefunden werden, Strahlenpaare einer und derselben 
 Strahleninvolution zu senden. Wir nennen diese Strahlen- 
 involution die dein Punkte X zugehorige Strahlen- 
 involution, welche schon durch zwei Strahlenpaare be- 
 stimmt wird, von der wir aber weitere in beliebiger Menge 
 herstellen konnen. 
 
 6. Haben wir in der angegebenen Weise irgend ein 
 Paar konjugierter Punkte des Ortes 
 
 X und X x 
 
 ermittelt, so wird die zu zugehorige Strahleninvolution 
 z. B. durch die Strahlenpaare 
 
 und & $ und 3 
 
 bestiuinit; ziehen wir nun den funften Strahl 
 
 I 
 a< ^i I; 
 
 so muB sein konjugierter Strahl in der Strahleninvolution 
 von X aus durch den zu X t konjugierten Punkt gehen; 
 dieser ist aber selbst, also wird dieser sechste Involutions- 
 strahl | XX | die Tangente des gesuchten Ortes in dem 
 Punkte X. 
 
 7. Wir sind hiernach ini staiide in jedem Punkte des 
 gesuchten Ortes die Tangente zu konstruieren, indem wir 
 zu fiinf bekannten Strahleii eiuer Strahleninvolution den 
 sechsten Involutionsstrahl ermitteln, was bekanntlidi in 
 linearer Weise geschehen kanu.
 
 g Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Bezeiehnen wir die Schnittpunkte 
 
 (ab, 8) = 3, (b, Sfl)-.^, 
 (ob, t 80-Si, (^a, 8 t b) = X, 
 
 so ist | X | = t die Tangente in X und | X^ j = ^ die 
 Tangente in X 17 denn die drei Paar Gegenecken des voll- 
 standigen Yierseits 
 
 2lb , | H93 |, [ dS5 |, | ob | 
 
 werden von 3 aus unter einer Strahleninvolution gesehen, 
 und ebenso werden die drei Paar Gegenecken des voll- 
 standigen Yierseits 
 
 von Xi aus unter einer Strahleninvolution gesehen. 
 
 Nennen wir den Schnittpunkt der beiden Tangenten t 
 und t t in den konjugierten Punkten X und X! 
 
 so erkennen wir sofort die charakteristische Eigenschaft 
 eines Paares konjugierter Punkte. Denn zwischen irgend 
 fiinf Punkten: ^ < ^ ^ 
 
 gilt immer die identische Beziehung unter den Doppel- 
 verhaltnissen*: 
 
 i) 3e &!%&%] . x, [a^xaq . x [^^s aej = i. 
 
 Ebenso zwischen den fiinf Punkten: 
 
 X *\ X 51 8 
 die identische Beziehung 
 
 2) [2(23 3^] . X, [93X3] . X[8X3J = 1. 
 
 * Der Nachweis fur die Mobiussche Beziehung (Barycentr. 
 Kalkiil S. 257) kann so gefuhrt werden: 
 
 Sind a, b, c, b, e irgend fiinf Punkte in der Ebene, und bezeichnet 
 man die Schnittpunkte 
 
 (be, be) = o ll (co, be) = b 1 , (ob, be) = q, 
 
 so gilt fiir die fiinf Punkte der Geraden j be | die bekannte Identitiit 
 zwischen den Doppelverhaltnissen 
 
 (beb 1 c 1 ).(bec 1 o 1 ).(beo 1 b 1 )=i.
 
 2. Erzeugung der C(s) durch Punktepaare. 9 
 
 Wegen der beiden den Punkten 3 uud Xj zugehorigen 
 Strahleninvolutionen haben wir aber: 
 
 daher ergiebt sich aus den Beziehungen 1) und 2) die dritte: 
 
 woraus folgt, daB die drei Strahlenpaare 
 
 251 undlSSlJ, 295 I und X33 1} I X3U und 
 einer Strahleninvolution angehoren, also der Punkt X dem 
 gesucbten Orte angehoren muB. Wir scblieBen hieraus: 
 
 Die Tangenten in zwei konjugierten Punkten des 
 Ortes haben ihren Schnittpunkt selbst auf dem Orte. 
 
 Dies ist die charakteristische Eigenschaft fiir zwei kon- 
 jugierte Punkte des Ortes. 
 
 8. DaB der gesainte Ort aller Punkte 3k* von der verlangten 
 Beschaffenheit eine Kurve dritter Ordnung C" 31 sein wird, 
 geht sckon daraus hervor, daB wir unzahlig viele gerade 
 Linien finden konnen, deren jede drei Punkte des Ortes 
 enthalt. Der Nachweis, daB auf jeder beliebigen Geraden 
 in der Ebene im allgemeinen drei Punkte des Ortes ent- 
 halten sind ; wird spater geliefert. 
 
 Zunachst konnen wir noch auf jeder Verbindungslinie 
 zweier konjugierter Punkte, z. B. auf 5l5t x : noch einen 
 dritten Punkt des Ortes ermitteln; denn ware ein solcher 
 irgendwo auf | 51$^ | vorhanden, so miiBte fiir die ihm zu- 
 gehorige Strahleninvolution der Strahl | 51^ | ein Doppel- 
 strahl sein; die Involution selbst miiBte also eine hyperbolische 
 sein und die beiden Doppelstrahlen miiBten jedes Paar kon- 
 jugierter Strahlen harmonisch trennen. Ziehen wir also 
 
 Projizieren wir nun diese drei Doppelverhaltnisse, das erste von a, 
 das zweite von b, das dritte von c aus, so erhalten wir die Doppel- 
 verhiiltnisse der drei StrahlMschel 
 
 a[bebc]. b [beca] . c [beab] = l, 
 
 wo a[bebcj das Doppelverhaltnis der vier Strahlen nb I, ae , ab|, 
 ac ' bedeutet u. s. w.
 
 J0 Theorie der ebenen Kurven clritter Ordnung. 
 
 und suchen zu dem Schnittpunkt (519( I; 33 SBJ den 
 zugeordiieten vierten harmonischen Punkt riicksichtlich des 
 andern Paares S3S3 1; so miifite durch diesen vierten har- 
 monisclien Punkt der zweite Doppelstrahl hindurchgehen. 
 Machen wir dasselbe mit dem Punktepaar ,, suchen also 
 zum Schnittpunkt (^IS^, SS X ) den zugeordneten vierten 
 harmonisclien Punkt riicksichtlich des Paares (( J7 so miiSte 
 auch durch diesen der zweite Doppelstrahl der gesuchteu 
 hyperbolischen Strahleninvolution hindurchgehen. Die Ver- 
 bindungslinie der beiden gefundenen vierten harmonischen 
 Punkte trifft also | 3l5l x | in einem Punkte $,,, welcher offen- 
 bar dem Orte angehort und der gesuchte dritte Schnittpunkt 
 der Geraden | 3IS1 1 | mit der Ortskurve ist. 
 
 Wir haben zugleich die dem Punkte X x zugehorige hyper- 
 bolische Strahleninvolution gefunden, deren einer Doppelstrahl 
 | Sl^ | ist. Auf dem andern Doppelstrahl miissen daher samt- 
 liche vierte harmonische Punkte liegen, die in gleicher Weise 
 fur jedes Paar konjugierter Punkte XXj konstruiert werden, 
 wie vorhin fiir 93 S3 X und S S lt Wir erhalten dadurch den Satz : 
 
 Die festgehaltene Verbindungslinie zweier kon- 
 jugierten Punkte | 313^ | wircl von samtlichen Ver- 
 bindungslinien | X 3^ | eines veriinderlichen Paares 
 konjugierter Punkte in Punkten getroffen, zu 
 welchen die zugeordneten vierten harmonischen 
 Punkte rucksichtlich des Paares 36.^ ermittelt 
 werden; diese vierten harmonischen Punkte liegen 
 samtlich auf einer geradenLinie I, die ; 51^ | in dem 
 dritten Schnittpunkt der Verbindungslinie | 9( 2^ | 
 mit der Ortskurve trifft. 
 
 9. Ist auf diese Weise der Punkt X x gefunden, so er- 
 halten wir seinen konjugierten Punkt X dadurch ; daB wir 
 in der Strahleninvolution, welche durch die Strahlenpaare 
 
 und StJB 910: und 
 
 bestimmt wird, den konjugierten Strahl zu j 51 ^ | = 
 ermitteln, d. h. die Tangente in St oder | 3IX |; zweitens 
 wird in der durch die beiden Strahlenpaare
 
 3. Erzeugung der (7( 3 ) clurcli zwei Strahleninvolutionen etc. 1 1 
 
 | 8^8 | mid | VA |, | 21,6 | und | 31, t I 
 
 bestimmten Strahleninvolution der konjugierte Strabl zu 
 | Slj^ I j 2^91 | ermittelt, d. li. die Tangente in ^ oder 
 91, X |; der Scbnittpunkt X der beiden Strablen \WZ\ und 
 | 3ljX | ist der gesucbte konjugierte Punkt zu SE^. 
 
 Wir finden also das vorige Resultat (7.) wieder und 
 erg'anzen es: 
 
 Der Scbnittpunkt der beiden Tangenten in zwei 
 konjugierten Punkten des Ortes liegt selbst auf 
 dem Orte und ist der konjugierte Punkt zu dem 
 dritten Scbnittpunkt, in welcbem die Verbindungs- 
 liuie der beiden konjugierten Punkte der Ortskurve 
 noch begegnet. 
 
 Diesem dritten Scbnittpunkte gebort allemal eine byper- 
 boliscbe Strableninvolution zu ; deren einer Doppelstrabl [21 5^ | 
 ist, wabrend der andere Doppelstrabl I alle jene oben kon- 
 struierten vierten barmoniscben Punkte entbalt (8). 
 
 3. Erzeugung der C (i) durch zwei Strahleninvolutionen 
 in projektiver Beziehung und halbperspektiver Lage. 
 
 1. Wir baben bis jetzt Punkte und Punktepaare der 
 Kurve (7 (31 in beliebig groBer Menge ermittelt, aber jedes 
 neugefundene Punktepaar liegt infolge des angewendeten 
 Prozesses getrennt von den fruberen Paaren; wir erbalten 
 daber imnier uur diskret liegende Punkte der Ortskurve, 
 in denen wir aucb die Tangenten konstruieren konnen; es 
 feblt uns aber nocb eine Konstruktion, welcbe den kontinuier- 
 licben Verlauf der Punkte der Ortskurve C (;i) zu veranscbau- 
 licben vermag. Hierzu fiibrt uns folgende Betracbtung: 
 
 Scbneiden sicb die Verbindungslmien der beiden Paare 
 konjugierter Punkte ^UHj und .V.V,^ in dein Punkte 
 
 und sei , der zu JL; zugeordnete vierte barnioniscbe Punkt 
 riicksicbtlicb des Paares ,\'.\'j, also der Wert des Doppel- 
 verbaltnisses
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 so lauft, wie wir wissen ( 2, s), bei Veranderung des 
 Paares 3 3^ der Punkt , auf einer Geraden I und bescbreibt 
 eine gerade Punktreihe; die beiden Strablen 
 
 | 21 t I und | 21^ | 
 
 bescbreiben also zwei perspektiv liegende Strablbiischel, 
 wahrend die Strahlenpaare 
 
 die beiden den Punkten 21 und 2^ zugehorigen Strahlen- 
 involutionen bescbreiben. 
 
 Die von dem Strahlenpaare | 2136 |> | 2(9^ | .bescbriebene 
 Strableninvolution steht aber in engem Zusammenbange mit 
 dem von dem einfacben Strabl | 2lj 1 | bescbriebenen Strahl- 
 biischel, namlicb | 21^ | ist allemal der zu | 21^ J | zugeordnete 
 vierte barmoniscbe Strabl riicksicbtlicb des Strablenpaares 
 | 2136 [, | 21 ^ |. Zu jedem Strablenpaar der Strableninvolution 
 gebort ein einziger bestimmter Strabl des Strablbiiscbels ; 
 aber auch umgekebrt zu jedem Strabl des Strablbiiscbels 
 ein einziges bestimmtes Strablenpaar der Strableninvolution 5 
 um dies zu finden, bediirfen wir nur der bekannten Aufgabe: 
 ,,Fur zwei konzentriscb liegende Strableninvolutionen (deren 
 eine byperboliscb ist) das gerneinscbaftlicbe Strablenpaar zu 
 finden" (Th. d. K. S. 58). 
 
 Diese Abbangigkeit der beiden Gebilde (der Strablen- 
 involution und des Strablbuscbels) tritt nocb deutlicber ber- 
 vor durcb folgende Hilfskonstruktion: 
 
 Denken wir uns durcb 21 einen Kegelscbnitt gelegt, 
 welcher die Tangente | 21 ST | in 21 berubrt, so durcbbobrt jedes 
 Strablenpaar | 21 X |, | 21 X t | der Strableninvolution den Kegel- 
 schnitt in dem Punktepaar tyi^, und die Durcbbobrungssebne 
 jt)9il lauft durcb einen festen Punkt 9$, durcb welchen 
 aucb der Strabl | a^ | hindurcbgebt, weil | 21 X | und | 2l2t t 
 ein Strablenpaar der Involution bilden. Ist p die Polare 
 von ^$ in Bezug auf den Hilfskegelscbnitt und schneidet 
 | ^t)J dieselbe in , so sind tjt^^ vier barmoniscbe Punkte 7 
 folglicb | 21 1) |, | 21 9 X |, | 21$ j, | 2( | vier barmoniscbe Strahlen,
 
 3. Erzeugung der COO dutch zwei Sttcihleninvolutionen etc. J3 
 
 also aueh | SIX I, 513^ |, | 515^ |, | 51 5 | solche, mithiu geht 
 | Stj | durch r^. Das von j l)i) 1 \ beschriebene Strahlbuschel (^) 
 liegt mit dem von | 21 j x | beschriebenen Strahlbuschel per- 
 spektiv (der perspektive Durchschnitt 1st p), und nun liefert 
 jeder Punkt 5 der Geraden p entsprechende Elemente der 
 beiden Gebilde, namlich den Strahl | Hj | S | 8C& | des Strahl- 
 biischels und das Strahlenpaar 51 1) |, 5lt) t | oder was das- 
 selbe ist | 313E |, | 5(3^ | der Strahleninvolution. 
 
 Wir reduzieren durch diese Hilfskonstruktion die Strahlen- 
 involution [51] auf ein einfaches Strahlbtischel (*$), welches 
 immer mit dem von | 51 t | beschriebenen Strahlbtischel pro- 
 jektiv ist, wie wir auch den Hilfskegelschnitt wahlen mogen. 
 Wir nennen demgemafi auch zwei Strahleninvolutionen pro- 
 jektiv, wenn die Strahlbtischel , auf welche sie reduziert 
 werden konnen, projektiv sind. 
 
 Nehmen wir daher die beiden den Punkten 51 und 2( 1 
 zugehorigen Strahleninvolutionen, so sind die Reduktions- 
 biischel derselben mit den von [ 51 r. t J und j Slj j t | beschriebenen 
 Strahlbiischeln projektiv, und da diese perspektiv liegen, weil 
 t auf der Geraden I sich bewegt, so sind die beiden Strahlen- 
 involutionen [51] und [5IJ selbst projektiv. 
 
 Durch diese projektive Beziehung der beiden Strahlen- 
 involutionen wird jedem Strahlenpaar der ein en ein einziges 
 bestimmtes Strahlenpaar der andern zugeordnet, und solche 
 entsprechende Strahlenpaare schneideii sich nicht bio 6 in 
 dem einen Punktepaar 33 1; sondern gleichzeitig noch in 
 einem zweiten Punktepaar ^) ), , welche beide als konjugierte 
 Punkte dem Orte angehoren. DaB das zweite Punktepaar ^)|) 1 
 auch ein Paar konjugierter Punkte der Ortskurve ist, folgt 
 aus der Vierseitskonstruktion ( 2). 
 
 2. Die beiden projektiven Strahleninvolutionen [51] und 
 [51J befinden sich in der eigentiimlichen Lage, da6 dem 
 Strahlenpaar 
 
 d Strahlenpaar 
 
 entspricht, weil die beiden perspektiven Strahlbiischel j 51 r^ | 
 und 51 X j, | in der Verbindungslinie ihrer Mittelpunkte zwei
 
 14 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 entsprechende Strahlen vereinigt haben. Es fallen also in die 
 Verbindungslinie der Mittelpunkte beider projektiven Strahlen- 
 involutionen von zwei entsprechenden Strahlenpaaren je ein 
 Strahl zusammen; wir bezeichnen demgemaB diese Lage als 
 halbperspektive Lage der beiden projektiven 
 Strahleninvolutionen und konnen nunmehr die Orts- 
 kurve C (3) auffassen als Erzeugnis zweier projektiven Strahlen- 
 involutionen in halbperspektiver Lage, indem irnmer die 
 Durchschnittspunkte entsprechender Strahlenpaare zwei 
 Punktepaare der Ortskurve C (3) liefern.* 
 
 Die (7 (3) wird hiernach in kontinuierlicher Weise erzeugt, 
 indem wir ein Strahlenpaar kontinuierlich die eine Strahlen- 
 involution durchlaufen lassen, wodurch auch das entsprechende 
 Strahlenpaar kontinuierlich die andere durchlauft. Die oben 
 ausgefiihrte Hilfskonstruktion vermittelst eines Kegelschnitts, 
 der in 21 und 3l t die beiden Geraden | SIX | und | 21, | be- 
 ruhrt, giebt uns ein bequemes Mittel an die Hand, indeni 
 wir den veranderlichen Punkt t die Gerade I kontinuierlich 
 durchlaufen lassen, entsprechende Strahlenpaare in beliebiger 
 Menge herzustellen und dadurch die ganze Kurve C (3 ' in 
 ihrem Verlaufe zu konstruieren. 
 
 3. Zu dieser Erzeugung der C >3) durch zwei projektive 
 Strahleninvolutionen in halbperspektiver Lage gelangen wir 
 auch auf folgende Weise: 
 
 Gehen wir von den drei Paaven konjugierter Punkte 
 
 aus, so konnen wir ein vollstandiges Vierseit bilden aus 
 den vier Geraden 
 
 und die ganze Schar von Kegelschnitten, welche diese vier 
 Geraden zu gemeinschaftlichen Tangenten haben. Alle Tan- 
 gentenpaare aus einem festen Punkte an die Kegelschnitte 
 einer Schar bilden bekanntlich eine Strahleninvolution, der 
 
 * Vergl. des Verfassers Abhandlung: n Uber eine besondere Kurve 
 dritter Ordnung und eine einfache Erzeugungsart der allgemeinen Kurve 
 dritter Ordnung". Math. Annalen, Bd. V, S. SOflg.
 
 3. Erzeugung der CW durch zwei Strahleninvolutionen etc. 15 
 
 insbesondere auch die drei Strahlenpaare angehoren, welche 
 yon dem festen Punkte nach den drei Paar Gegenecken des 
 vollstandigen Vierseits hingehen. (von denen SBS^ and (( x 
 zwei Paare sind). 1st nun $t (2) ein beliebiger Kegelschnitt 
 der Schar, so wird das Tangentenpaar aus 21 an denselben 
 der Strahleninvolution angehoren, welche durch die Strahlen- 
 paare 
 
 und sp^ [ ? | $i( | und 
 
 bestimint wird, und das Gleiche gilt von dern Tangenten- 
 paar, welches aus 2^ an den Kegelschnitt $ (2) geht. Durch 
 Veranderung desselben in der Kegelschnittschar erhalten 
 wir also in 21 und 2l : zwei Strahleuinvolutionen, die in der 
 Abhangigkeit voneinander stehen, da6 immer entsprechende 
 Strahlenpaare Tangentenpaare aus 21 und 2( : an denselben 
 Kegelschnitt $ <2) der Schar sind. 
 
 4. Unter den Kegelschnitten der Schar giebt es einen 
 und nur einen einzigen, welcher die fiinfte Gerade I2121J 
 beriihrt; von den beiden Tangentenpaaren, welche aus 21 und 
 2tj an diesen besonderen Kegelschnitt der Schar gehen, fallen 
 zwei Strahlen in | 21 2^! | zusammen. Die Strahleninvolutionen 
 [21] und [2(J befinden sich also in halbperspektiver Lage. 
 Die beiden Strahleninvolutionen [2(] und [2lJ befinden sich 
 aber auch in projektiver Beziehung; denn bezeichnen wir 
 
 die Gerade 
 
 mi, 
 
 = a, 
 
 so liegen bekanntlich die Pole der Geraden a in Bezug auf 
 samtliche Kegelschnitte der Schar auf einer Geraden a t und 
 bilden eine gerade Punktreihe % i} welche zu den Kegelschnitten 
 der Schar in projektiver Abhangigkeit steht. 1st also r. t der 
 Pol von a in Bezug auf ^-\ so liegt t auf a t und das Tan- 
 gentenpaar aus 21 an $ (2) wird harmonisch getrennt durch 
 das Stahlenpaar 2l2l x | = a und | St j t ]. Durchlauft 8 die 
 Kegelschnittschar, so durchlauft r^ die gerade Punktreihe 
 auf a 1} und | 2(j, | beschreibt ein einfaches Strahlbiischel, 
 welches projektiv ist mit der Strahleninvolution, die von 
 den Tangentenpaaren aus 2{ an die Kegelschnitte der Schar 
 gebildet wird (3.). Das Gleiche gilt von der Strahlen- 
 involution fur 2l t , und da die beiden von
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Orclnung. 
 
 beschriebenen Strahlbiischel perspektiv liegen, so stehen 
 auch die beiden Involutionen [21] und [2lJ in projektiver 
 Beziehung. , 
 
 Das Erzeugnis dieser beiden Strahleninvolutionen [21] 
 und [2lJ in projektiver Beziehung und halbperspektiver 
 Lage ist nun in der That unsere Kurve C (3) ; denn sei 
 das Tangentenpaar aus 21 an.$ <2 >: t und t\ 
 21, $<: ^ und t\ 
 und bezeichnen wir die Schnittpunkte 
 
 *, (,')- D, 
 
 so gehen aus X zwei Strahlen t und ^ nach 2( und 2( 1? 
 die der Strahleninvolution angehoren, welche durch die 
 -Strahlenpaare 
 
 | 3695 | und | 93, |, | X& | und | Xt, L 
 
 bestimmt wird; es geniigt also 9 den Forderungen der Auf- 
 gabe ( 2, 1.) und ebenso 3 u $ und ^^ diese Punkte gehoren 
 also dem gesuchten Orte (7 (3) an. 
 
 Die Gerade x ist nichts anderes als die von uns friiher 
 niit I bezeichnete Gerade ( 2, 8.), welche die projektive 
 Beziehung der beiden Strahleninvolutionen [21] und [2IJ 
 vermittelt. 
 
 Wir konnen also folgenden Satz aussprechen: 
 
 Wenn man eine Kegelschnittschar von vier ge- 
 meinschaftlichen Tangenten | 83<H | S3, |, | & l> ! ^A I 
 hat, und man legt von zwei festen Punkten (2( und 
 2lj) jedesmal die Tangentenpaare an einen und den- 
 selben Kegelschnitt der Schar, so durchschneiden 
 sich dieselben in zwei Punktepaaren, deren gesamter 
 Ort fiir alle Kegelschnitte der Schar eine C (3) ist. 
 
 Was hier fiir die beiden Mittelpunkte 212^ der er- 
 zeugenden Strahleninvolutionen nachgewiesen ist ? gilt in 
 gleicher Weise fiir irgend ein Paar konjugierter Punkte. 
 Es kann also dieselbe Kurve (7 (3) in der mannigfachsten 
 Weise erzeugt werden, indem man immer nur ein Paar
 
 3. Erzeugung der C& dutch zwei Strahleninvolutionen etc. 17 
 
 konjugierter Punkte als Mittelpunkte erzeugender Strahlen- 
 involutionen wahlt und dieselben lierstellt. Dies entspricht 
 der Erzeugung des Kegelschnitts durch zwei projektive Strahl- 
 biischel, deren Mittelpunkte man beliebig auf dem Kegelschnitt 
 wahlen kann. Hier ist die Wahl der Mittelpunkte dadurch 
 beschrankt, daB ihre beiden Tangenten sich in einem Punkte 
 der Kurve selbst schneiden rutissen. 
 
 5. Was wir bisher fiir einzelne Punkte und Punktepaare 
 unsers Ortes erkannt haben, gilt jetzt fiir jeden beliebigenPunkt. 
 Demi sei 3 ein beliebigerPunkt des Ortes, welcher also dieEigen- 
 schaft besitzt, nach s 2l3l,, 3393,, ((, drei Strahlenpaare einer 
 Involution zu senden ; dann giebt es nur einen einzigen be- 
 stimmten Kegelscbnitt (2) , der die fiinf Tangenten hat 
 
 und dieser Kegelschnitt ffi' 2) muB auch die Gerade | H, | 
 beruhren, wegen der involutorischen Eigenschaft von . 
 Aus 5t und 91, gehen aber an (2) noch zwei andere Tan- 
 genten auBer | 913 | und | 2(, j; jene beiden schneiden sich 
 in ,, einem neuen Punkte der Ortskurve, und das Punktepaar 
 
 3 und , 
 
 ist ein Paar konjugierter Punkte der C (3) in dem friiheren 
 Sinne und mit der charakteristischen Eigenschaft ; daB nun- 
 mehr ein beliebiger Punkt ty der (7 (3) nach 36 und 3 x ein 
 Paar konjugierter Strahlen derjenigen Strahleninvolution 
 senden wird, unter welcher die drei gegebenen Punktepaare 
 91^, 9333,, (Si erscheinen. 
 
 In der That, der Kegelschnitt ffi-^, welcher durch die 
 fiinf Tangenten | 93 |, | i > I $i 6 |, | 93^, [, | St3 be- 
 stimmt wird, beriihrt auch | 5t,X |, 213, |, | t,X, , hat also 
 acht Tangenten. Wenn ty ein beliebiger Punkt der C (B) ist, 
 so sendet er nach 5131,, 3333,, ((, drei Strahlenpaare einer 
 Involution, welche schon durch zwei Strahlenpaare bestimmt 
 wird. Dieser Involution muB das Tangentenpaar aus ^5 an 
 ffl 2 * angehoren, also wird die Strahleninvolution [ty] durch 
 dies Tangentenpaar und das Strahlenpaar | ^531 |, 
 bestimmt; folglich muB ihr auch das Strahlenpaar 
 
 SohrOter, Theorio der ebenen Kurven 3. Ordn. 2
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 spat; | 
 
 angehoren, denn dasselbe gehort einer Involution an, die 
 von alien Tangentenpaaren an die Kegelschnitte einer Sena* 
 gebildet wird, welche die vier gemeinschaftlichen Tan- 
 genten hat 
 
 I 91 I I 2f I I 21 HM I 21 I- 
 | -a* |, i -a*! |, | .* |, I *H**i. |j 
 
 zu diesen Kegelschnitten gehort aber C2 >. Ebenso ist auch 
 
 (ax, a, a-o-g) und tas a^-gh 
 
 ein Paar konjugierter Punkte der (7^. 
 
 Wir haben hierdurch eine Bediugung zwischen vier 
 (beliebigen) Paaren konjugierter Punkte gefunden, die sich 
 folgendernaaGen aussprechen laBt: 
 
 Hat man irgend vier Paare konjugierter Punkte 
 einer C (3) ermittelt 
 
 und zieht die Verbindungslinien 
 
 so beruhren diese acht Geraden einen und denselben 
 Kegelschnitt ^>. 
 
 6. Wir haben gesehen, daB es auf C (3) zu jedeni Punkte 3: 
 einen einzigen bestiinmten konjugierten Punkt 3k; giebt, wie 
 derselbe gefunden wird, und daB irgend ein Punkt 9$ der 
 (7 (3) mit 3 vmd X x verbunden zwei Strahlen liefert, welche 
 der C 1(3) in einem neuen Paare konjugierter Punkte ?) und 
 tyt begegnen. 
 
 Man kann also durch Festhalten eines Paares kon- 
 jugierter Punkte 93 1 und durch Veranderung des Punktes ty 
 auf (7 (3) samtliche Paare konjugierter Punkte in kontinuier- 
 licher Weise erhalten. Schneidet | ^53 | die C (3) zum dritten 
 Mai in 2) und | ^3k\ | in 3),, so ist 
 
 der konjugierte Punkt zu
 
 4. Nachw. dafur, daB eine belieb. Gerade d. C^ 3 ' im allgem. etc. 19 
 
 Wenn wir von dem vollstandigen Vierseit, dessen drei 
 Paar Gegenecken 363^ , D^, ^P^ sind, das Paar XS^ fest- 
 halten, den willktirlichen Punkt 9$ der (3) aber so ver- 
 andern, daB er in den dritten Schnittpunkt der Verbindungs- 
 linie | 33t\ | mit der (7 (3) hineinruckt, dann wird ^) nach 3^ 
 und ?) 1 nach X gelangen, also werden | 3)3^ \ und | 2)^ j 
 die Tangenten der C (3) in den beiden konjugierten Punkten 3t* 
 und 36 j werdeu, folglich wird der Punkt ^? 1 der Schnittpunkt 
 dieser beiden Tangenten und wir finden jetzt allgemein be- 
 stlitigt den friiheren Satz ( 2, 9): 
 
 Die beiden Tangenten in zwei konjugierten 
 Punkten der (7 (;!) schneiden sich allemal in einem 
 neuen Punkte derselben und der konjugierte Punkt 
 zu letzterem ist der dritte Schnittpunkt der C (3) mit 
 der Verbindungslinie der beiden ersten konjugierten 
 Punkte. 
 
 Die Strahlenin volution, welche diesem dritten Schnitt- 
 punkte angehort, ist allemal eine hyperbolische, weil ein 
 Doppelstrahl derselben die Verbindungslinie der beiden an- 
 fanglichen konjugierten Punkte ist. 
 
 4. Nachweis dafur, dafs eine beliebige Gerade der (7 (3) 
 im allgemeinen in drei Punkten begegnet. 
 
 1. Die Erzeugung der C (3) durch zwei Strahleninvolutionen 
 in projektiver Beziehung und halbperspektiver Lage liefert 
 uns nun auch den allgemeinen Nachweis dafiir, daB eine 
 beliebige Gerade g der C (3) im allgemeinen in drei Punkten 
 begegnet. 
 
 Ist g eine beliebige Gerade in der Ebene, und treffen 
 die beiden erzeugenden Strahleninvolutionen [5t] und [StJ 
 die Gerade g in den Punktinvolutionen, deren Punktepaare 
 
 und u t) und ty t 
 
 seien, so haben wir auf g zwei incidente Punktinvolutionen 
 in projektiver Abhaiigigkeit; die Punktepaare t und tjtjj 
 entsprechen einander eindeutig, ebenso wie die Strahlenpaare
 
 20 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 der erzeugenden Strahleninvolutionen, mit denen sie perspek- 
 tiv liegen, und es wird auf die Frage ankommen: 
 
 Wie oft ereignet es sich, daB ein Punkt des 
 einen Paares JJ X mit einemPunkte des entsprechenden 
 Paares t)ty t zusammenfallt? 
 
 So oft dies eintritt, wird offenbar ein Schnittpunkt ent- 
 sprechender Strahlen auf g liegen, d. h. ein Punkt der Orts- 
 kurve sein. 
 
 Von vornherein ist ersichtlich, daB dies eimnal eintritt; 
 da namlich dem Strahlenpaar 
 
 | SIX |, | Mi | das Strahlenpaar | StjX |, | 8^ SI | 
 
 entspricht ( 3, 2), so trifft der Strahl | SIS^ | die Gerade g in 
 einem Punkte 0, welcher zwei entsprechende Punkte aus den 
 beiden Punktinvolutionen vereinigt. Dieser Punkt o fallt also 
 als nicht dem Orte C (3) angehorig selbstverstandlich heraus. Die 
 iibrigen zusammenfallenden Punkte lassen sich aber so ermitteln: 
 
 2. Jede der beiden auf g befmdlichen Punktinvolutionen 
 laBt sich auf eine einfache gerade Punktreihe reduzieren 
 durch ein Verfahren, welches dual gegenubersteht dem in 
 3, l angewendeten zur Reduktion einer Strahleninvolution 
 auf ein einf aches Strahlbuschel. 
 
 Nehmen wir namlich einen beliebigen die Gerade g im 
 Punkte D beriihrenden Kegelschnitt (2) und legen aus jedem 
 Punktepaar Jj t an denselben die beiden noch iibrigen Tan- 
 genten, welche sich in p schneiden, so wird bei der Ver- 
 anderung von ^^ der Ort von p eine gerade Linie 7, auf 
 welcher p eine gerade Punktreihe durchlauft (Th. d. K. 
 S. 152). Diese gerade Punktreihe ist projektiv mit dem 
 von den Polaren ihrer Punkte gebildeten Strahlbuschel, 
 also auch mit der von dem vierten harmonischen Punkte 
 zu und jjj beschriebenen Punktreihe, welche perspek- 
 tiv liegt mit dem von dem vierten harmonischen Strahl 
 zu | St^ | und | SI X|, |StXJ beschriebenen Strahlbuschel. 
 Das Strahlenpaar | 51 X | und | SISlj | liefert auf g das Punkte- 
 paar D! und 0; die iibrigen Tangenten aus und o x miissen 
 sich auf I schneiden, folglich muB
 
 4. Nachw. dafur, dafl eine belieb. Gerade d. (7 (S) im allgem. etc. 21 
 
 sein, der Schnittpunkt von I und g. 
 
 Wir haben dadurch die erste Punktinvolution [jj auf 
 die gerade Punktreihe p (auf 1} reduziert; in gleicher Weise 
 reduzieren wir mittels desselben Hilfskegelschnitts (2) die 
 zweite Punktinvolution [t)t)J auf eine gerade Punktreihe [pj, 
 deren Trager eine bestimmte Gerade l t ist. Trifft das Strahlen- 
 paar | 21^ | und | 5^51 | die g in o\ und o, so wird 
 
 'i-(*i0) 
 
 sein. Die beiden von p und PJ auf den Tragern I und Z t 
 durchlaufenen geraden Punktreihen sind aber projektiv, weil 
 die Punktinvolutionen [jjj und [tj^J projektiv sind ( 3 7 l), 
 und ein besonderes Paar entsprechender Punkte dieser beiden 
 projektiven geraden Punktreihen werden die Punkte c^o^ sein. 
 Die Verbindungslinie je zwei entsprechender Punkte [ppj 
 muB daher einen Kegelschnitt jBT (2) umhiillen, und da auch 
 I i 'i I ~ 9 e i ne Tangente desselben ist , so haben die beiden 
 Kegelschnitte 
 
 bereits eine gemeinschaftliche Tangente, mithin im all- 
 gemeinen noch drei andere, von denen mindestens eine reell 
 sein muG ; die beiden iibrigen auch konjugiert - imaginar sein 
 konnen. 
 
 Diese drei iibrigen gemeinschaftlichen Tangenten der 
 Kegelschnitte ^ t2) und K (2) liefern nun die Losungen der 
 Aufgabe, denn sobald von dem Tangentenpaar aus p an (2) 
 und von dem Tangentenpaar aus )j) i an (2) zwei Tangenten 
 zusammenfallen in | ppj |, muB diese Gerade der g in einem 
 Punkte begegnen, in welchem ein Punkt des Paares J^ 
 mit einem Punkte des entsprechenden Paares t)t)i zusammen- 
 fiillt. Wir schlieBen also das Resultat: 
 
 Eine beliebige Gerade g enthalt im allgemeiuen 
 drei Punkte des Ortes C (3) , von denen notwendig 
 einer reell sein muB, die beiden andern auch kon- 
 jugiert-imaginar sein konnen. 
 
 3. Wir haben hiermit zugleich eine allgemeinere funda- 
 mentale Aufgabe gelost, deren Hervorhebung niitzlich er-
 
 22 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 scheint. Die Kegelschnitte (2) und K& ] liaben namlich im 
 allgemeinen vier gemeinschaftliche Tangenten, und nur in- 
 folge der besonderen halbperspektiven Lage der erzeugenden 
 Strahleninvolutionen tritt der Umstand ein, da6 eine der- 
 selben als illusorisch fiir die vorliegende Frage herausfallt. 
 Wenn wir also die Bediugung der halb-perspektiveu Lage 
 fortlassen, werden wir sagen miissen: 
 
 Bei zwei Punktinvolutionen [jjj und [t)t)J auf 
 demselben Trager g, in projektiver Abhangigkeit 
 komrat es im allgemeinen viermal vor, daB ein Punkt 
 des einen Paares r_r. t mit einem Punkte des ent* 
 sprechenden Paares t)^ zusammenfallt. 
 
 Lassen wir also fiir die beiden erzeugenden projektiven 
 Strahleninvolutionen [51] und [SIJ die Bedingung der halb- 
 perspektiven Lage fallen, so wird das Erzeugnis eine Kurve 
 vierten Grades, weil jede Gerade g im allgemeinen vier 
 Punkte des Ortes enthalt (es ist leicht zu sehen, da6 t 
 und SIj zwei Doppelpunkte derselben sein miissen) , und nur 
 fiir die halb-perspektive Lage fallt die Gerade | H5I 1 1 als 
 ein Teil dieser Kurve C w heraus, sodaB nur eine C (3) iibrig 
 bleibt. Nehmen wir auf demselben Trager g eine Punkt- 
 involution und eine einfache Punktreihe in projektiver Be- 
 ziehung und reduzieren, wie oben, die Punktinvolution [jr.,] 
 mittels des Hilfskegelschnitts $ (2) auf eine einfache gerade 
 Punktreihe [p] auf dem Trager /, welche mit der auf g ge- 
 gebenen Punktreihe [t)J projektiv sein wird, so erzeugen auch 
 die projektiven Punktreihen I [p] und g [t)] einen Kegel- 
 schnitt K ( -\ der mit $ (2) die gemeinschaftliche Tangente // 
 hat; die iibrigen drei gemeinschaftlichen Tangenten beider 
 Kegelschnitte liefern die incidenten entsprechenden Elemente 
 der beiden auf g gegebenen Gebilde, also: 
 
 Sind auf demselben Trager g eine Punkt- 
 involution [jjcj und eine einfache Punktreihe [9] in 
 projektiver Abhangigkeit gegeben, so konimt es im 
 allgemeinen dreimal vor, daB ein Punkt des Paares r.^ 
 mit dem entsprechenden Punkte t) zusammenfallt; 
 von diesen drei incidenten Punkten ist immer einer
 
 4. Nachw. dafiir, daB eine belieb. Gerade d. (7 ft) im allgem. etc. 23 
 
 reell, die beiden andern konnen auch konjugiert- 
 iraaginar sein. 
 
 Die dual - gegenuberstehenden Satze fiir Strableninvolu- 
 tionen besonders auszusprechen ist uberflussig. 
 
 4. Wir konnen nunmehr aucb vollstandig und allgemein 
 die Frage beantworten, welcbe uns in 2, 1 als Ausgangs- 
 punkt diente, namlich die Frage nach dem Ort eines Punktes BE, 
 welcber nacb drei voneinander unabbangig gegebenen Punkte- 
 paaren 
 
 Stralilenpaare einer Involution sendet. Die involutorische 
 Eigenscbaft laBt sicb namlicb aussprecben als Gleichbeit 
 der Doppelverbaltnisse zweier Strahlbiiscbel 
 
 Nun ist der Ort eines Punktes X, welcber nacb vier 
 gegebenen Punkten vier Strablen sendet, deren Doppelverbalt- 
 nis einen gegebenen Wert baben soil, bekanntlicb ein Kegel- 
 scbnitt, welcber durch die vier gegebenen Punkte selbst bin- 
 durcbgeht und vermittelst der Tangente in einem dieser 
 Punkte konstruiert werden kann. Soil das Doppelverhaltnis 
 
 sein, so konstruiere man durcb 3^ eine Gerade t, sodafi- 
 die vier Strahlen 
 
 t 121911 l2t$H I2ISI 
 *"> I . f H ;W -l> I.*4*P b r w i'* I 
 
 den Wert des Doppelverbaltnisses x liefern; dann ist ein 
 Kegelscbnitt vollstandig bestimmt, welcber durcb S^SlSiBS 
 geht und in S( 1 die Tangente t hat. Dieser Kegelscbnitt 
 ist der Ort fiir den gesuchten Punkt . Soil nun 
 
 sein, und legen wir diesen Doppelverbaltnissen irgend einen 
 Wert x bei, so wird 36 ein gemeinscbaftlicber Punkt zweier 
 Kegelscbnitte sein miissen, welcbe bereits 31 und ^ gemein 
 baben. Die iibrigen beideu Schnittpunkte erfiillen also die 
 Forderung der Aufgabe. Mit der Veranderung von x ver- 
 andern sich aucb die beiden Kegelscbnitte und beschreiben 
 zwei Kegelscbnittbiiscbel mit je vier festen Grundpunkten.
 
 24 Tbeorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Diese beiden Kegelschuittbusebel steben infolge der obigen 
 Gleicbbeit in projektiver Abhangigkeit, die so bergestellt 
 werden kann: 
 
 Seien die Scbnittpunkte 
 
 und 
 
 [Be )-*, 
 
 und lassen wir auf I einen veranderlichen Punkt r. 1 auf en, 
 der eine gerade Punktreibe beschreibt, so findet offenbar 
 die Gleicbbeit der Doppel verbal tnisse statt 
 
 legen wir nun durcb 
 
 SjeSlSl, einen Kegelscbnitt K, der | 5(j | beruhrt, 
 und durcb 
 
 S,!^ einen Kegelscbnitt K&\ der ^j | berubrt, 
 so ist fur jeden Punkt 3E des ersten Kegelscbnitts 
 
 und flir jeden Punkt X t des zweiten Kegelscbnitts 
 
 folglicb fiir einen gemeinscbaftlicben Punkt beider Kegel- 
 scbnitte X = 3^ ist die geforderte Bediugung 
 
 X [!] -3B [8, (^OTi] 
 
 erfullt, und da die beiden Kegelscbnitte ^T (2) und JiT/ 2 ' auGer 
 31 und ^ ini allgemeinen nocb zwei gemeinscbaftlicbe Punkte 
 baben, so erbalten wir zwei Punkte, welcbe der Pordenmg 
 geniigen. Verandern wir aber den Punkt j auf der Ge- 
 raden /, so bescbreiben die beiden Kegelscbnitte K^ und 
 K^ zwei Kegelscbnittbiiscbel niit den je vier Grundpunkten 
 
 31586^ und 31,93^^, 
 
 und da die beiden Strablbiiscbel Stj | und | ty^i perspektiv 
 liegen, also projektiv sind, so steben aucb die beiden Kegel- 
 scbnittbiiscbel in projektiver Abhangigkeit voneinander wegen 
 der projektiven Beziebung ibrer Tangentenbtiscbel in je 
 einem festen Grundpunkte. Die beiden projektiven Kegel- 
 scbnittbiischel [^ (2) ] und [^ <2) ] erzeugen im allgemeinen
 
 4. Nachw. dafiir, daB eine belieb. Gerade d. C< 8 ) im allgem. etc. 25 
 
 eine Kurve vierter Ordnung C (4) , well auf einer beliebigen 
 Geraden g die beiden von den Biischelu ausgeschnittenen 
 projektiven Punktinvolutionen viermal entsprechende Punkte 
 znsammenfallend liaben (3.). Aus der C w fallt aber die 
 Gerade | ^ISlj | als illusorisck heraus, denn fur die besondere 
 Lage des Punktes 
 
 S -(* **) 
 
 besteht der eine Kegelschnitt aus dem Linienpaar | 51 9^ |, 
 | 93S | und der entsprechende Kegelschnitt aus dem Linien- 
 paar j 5( x 3( , | ;$! Sj | , also haben beide die ganze Gerade 
 l^^ii gemeinschaftlich, von der nicht saintliche Punkte 
 der Forderung fur X geniigen. Es bleibt mithin nur eine 
 Kurve dritter Ordnung C t3) iibrig als Ort fiir die gesuchten 
 Punkte X. 
 
 (Wir haben hierdurch zugleich eine neue Konstruktion 
 fiir die Punkte X erhalten, auf die wir aber nicht weiter 
 eiugehen wollen.) 
 
 5. Dagegen wollen wir hier nachtraglich die Reduktion 
 eines Kegelschnittbiischels auf ein einfaches Strahl- 
 biischel oder auf eine gerade Puuktreihe geben, um 
 dadurch in den Stand gesetzt zu werden, zwei Kegelschnitt- 
 biischel aufeinander projektiv zu beziehen oder auch ein 
 Kegelschnittbiischel auf ein einfaches Strahlbiischel. 
 
 Die Polaren eines festen Punktes ^5 in Bezug auf siinit- 
 liche Kegelschnitte eines Biischels mit vier festen Grund- 
 punkten laufen bekanntlich durch einen und denselben Punkt ^ 
 und bilden eiu einfaches Strahlbiischel; nimmt man von einem 
 zweiten Punkte O die Polaren in Bezug auf sarntliche Kegel- 
 schnitte des Biischels , Avelche durch den festen Punkt O 1 
 laufen, so miissen die beiden um ^ und D a beschriebenen 
 Strahlbiischel projektiv sein ; weil bekanntlich der Pol von 
 | $pQ I in Bezug auf samtliche Kegelschnitte des Biischels 
 einen Kegelschnitt beschreibt. Es sind also fiir samtliche 
 Punkte ^3 in der Ebene die zugehorigen Polarenbiischel 
 unter sich projektive Strahlbiischel; ist insbesondere ^ einer 
 der Grundpunkte des Kegelschnittbiischels, so geht das 
 Polareubiischel in das Tangentenbiischel in deniselben iiber.
 
 26 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Auch unigekehrt entspricht jeder durch ^ gezogenen Ge- 
 raden p als Polare von 1J3 em einziger bestimmter Kegel- 
 schnitt des Biischels. Die Kegelschnitte des Biischels sind 
 also eindeutig auf die Strahlen des Strahlbiischels der Polaren 
 bezogen, also das Kegelschnittbuschel auf das Strahlbiiscbel 
 reduziert. 
 
 Ziebt man durch einen der Grundpunkte D des Kegel- 
 schnittbiiscbels eine beliebige Gerade g, welcbe den Kegel- 
 schnitten des Biischels in dein veranderlichen zweiten Punkte r, 
 begegnet, nimmt auf g einen festen Punkt ^ und den zu- 
 geordneteu vierten harmonischen Punkt I) riicksichtlicb des 
 Paares Oj, also (Dj $,)__,, 
 
 woraus foist 
 
 so beschreibt bei der Veranderung des Kegelscbiiitts ini 
 Biischel der Punkt t) eine mit dem Polarenbiiscbel [^J per- 
 spektive Punktreihe, folglicb auch j eine gerade Punktreihe 
 auf <7,-die wegen der obigen Bedingung niit der Punktreibe [tj] 
 projektiv ist ; also aucb bestandig mit jeder andern in gleicher 
 Weise konstruierten Punktreibe [j] projektiv bleibt. Das Kegel- 
 schnittbuscbel wird dadurcb auf eine gerade Punktreibe reduziert. 
 Scbneidet eine beliebige Gerade g die Kegelschnitte eines 
 Biischels in dem veranderlichen Punktepaar 
 
 und nimmt man von einein beliebigen festen Punkt ^ der Ge- 
 raden g den zugeordneten vierten harmonischen Punkt I) riick- 
 sichtlich des Paares also 
 
 so beschreibt 1) eine gerade Punktreihe auf g, die immer niit 
 jeder andern gleichartig konstruierten projektiv ist, weil sie 
 mit dem Polarenbiischel [^SJ perspektiv liegt. Das Kegelschnitt- 
 buschel wird dadurch auf eine gerade Punktreihe reduziert. 
 
 Schneiden zwei beliebige Gerade g und g' die Kegel- 
 schnitte des Biischels in den Punktepaaren j^ und r/r/j, so 
 sind auch die von denselben beschriebenen Punktinvolutionen 
 aufeinander projektiv bezogen, weil die einfachen geraden
 
 5. Das Kegelschnittgewebe. 27 
 
 Punktreihen, auf welche sie reduziert werden konnen, zu- 
 eiuander projektiv sind. Samtliche Punktinvolutionen, die 
 auf beliebigen Geraden durch ein Kegelschnittbiischel aus- 
 geschnitten werden, sind also unter sich projektiv. Legt 
 man durch zwei Grundpunkte 0' eines Kegelschnittbiischels 
 einen beliebigen festen Kegelschnitt (2) , so schneidet der- 
 selbe jeden Kegelschnitt des Biischels noch in zwei ver- 
 aiiderlichen Punkten t), deren Verbindungslinie durch einen 
 festen Punkt ty lauft und ein einfaches Strahlbiischel [^5J 
 beschreibt (Th. d. K. S. 239). 
 
 Der Mittelpunkt ^ liegt auf der Verbindungslinie der 
 beiden iibrigen Grundpunkte des Buschels. Konstruiert man 
 den zugeordneten vierten harnionischen Punkt zu ^5 riick- 
 sichtlich des Paares Jt), also 
 
 so beschreibt j wegen des Kegelschnitts $ (2) eine gerade 
 Punktreihe, welche perspektiv liegt mit deni Strahlbiischel 
 T^iL gebildet von den Polaren des Punktes ty riicksichtlich 
 der Kegelschnitte des Buschels; folglich ist auch das Kegel- 
 schnittbiischel projektiv bezogen oder reduziert auf das 
 Strahlbiischel [^J. 
 
 Alle diese Reduktioneii (denen im dualen Gebiete ana- 
 loge gegeniiberstehen)' des Kegelschnittbiischels, eines Ge- 
 bildes zweiter Ordnung und einfach - unendlicher Machtigkeit, 
 auf ein Gebilde erster Ordnung und gleicher Machtigkeit 
 gestatten die projektive Beziehung dieser Gebilde unter- 
 einander, wovon vielfach Gebrauch gemacht wird. Wir 
 kehren nach dieser der Theorie der Kegelschnitte ent- 
 nommenen AbschAveifung zu der Betrachtung der (7 (3) zuriick. 
 
 5. Das Kegelschnittgewebe. 
 
 1. Sind ^^ und DOj irgend zwei Paare konjugierter 
 Punkte der (7 (3) , so bestininien die vier Verbindungslinien 
 
 als gemeiuschaftliche Tangenten eine Kegelschnittschar, 
 welcher die beiden in Punktepaare ausgearteten Kegelschnitte
 
 28 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schnitte [^S^J und [CDJ angehoren. Da die aus jedem 
 Punkte an die Kegelschnitte einer Schar gesendeten Tan- 
 gentenpaare einer Strahleninvolution angehoren, so wird auchf 
 wenn wir aus dieser Kegelschnittschar einen beliebigen Kegel- 
 schnitt 
 
 herausnehmen, das aus einem Punkte X der (3) an 
 gesendete Tangentenpaar der Strahleninvolution angehoren, 
 welche dem Punkte 3 riicksichtlich der C (3) zugehort. 
 
 Nehmen wir in gleicher Weise zwei andere Paare kon- 
 jugierter Punkte 9^9^ und @@j der C l - 3 \ ziehen die Ver- 
 bindungslinien 
 
 I *R@ I I SR(S ! I *ft <S I I yt (3 I 
 I ^^ I? I """'i I? I wH 1 \) \ Jh^i I 
 
 und nehmen aus der Kegelschnittschar mit diesen vier ge- 
 meinschaftlichen Tangenten einen beliebigen Kegelschnitt 
 
 heraus, so sendet auch an diesen der Punkt ein Tangenten- 
 paar der zugehorigen Strahleninvolution. 
 
 Nehmen wir endlich noch zwei beliebige Paare kon- 
 jugierter Punkte SS^ und SBSSi der C&\ ziehen die Ver- 
 bindungslinien 
 
 I 2S2B I I !K2B I $R 2B I 3? 2B I 
 
 I SJ <1J \) I <O '>~| |j OI^M \f SJj / >-*-'l I 
 
 und entnehmen der Kegelschnittschar, welche diese vier Geraden 
 zu gemeinschaftlichen Tangenten hat, einen beliebigen Kegel- 
 schnitt Q(t) 
 
 so sendet auch an diesen der Punkt X ein Tangentenpaar 
 der zugehorigen Strahleninvolution. 
 
 Es laBt sich daher die urspriingliche Bedingung fur 
 den Punkt X auch so umgestalten: 
 
 Der Ort eines Punktes X, welcher an drei Kegel- 
 schnitte U (2 \ B< 2 >, S< 2 >, die nicht derselben Kegel- 
 schnittschar angehoren, drei Tangentenpaare sendet, 
 die einer Strahleninvolution angehoren, ist eine 
 Kurve dritter Ordnung C (3 \ 
 
 (Die drei urspriinglichen Punktepaare $l$ 17 9333^ SCS 1 
 sind nichts anderes, als drei besondere in Punktepaare aus- 
 geartete Kegelschnitte
 
 5. Das Kegelschnittgewebe. 29 
 
 Wegen der Willkiirlicbkeit der Wahl von Paaren kon- 
 jugierter Punkte ^^ 1} OOj^ u. s. w. lassen sich solche 
 Kegelschnitte wie 2l (2) , 93 (2) , @X 2 ' in groBer Menge ausfindig 
 machen, die zur Erzeugung der Kurve C w verwendet werden 
 konnen. Nun gehort nach 3, 5 der Kegelschnitt 5l (2) auch 
 einer Schar an, welche die vier gemeinschaftlichen Tangenten 
 
 I m |, 1 93(5, |, i^ei, i^l 
 
 hat, weil die acht Geraden 
 
 einen mid denselben Kegelschnitt beriihren; ebenso gehort 
 der Kegelschnitt S3 (2) einer Schar mit den vier gemeinschaft- 
 lichen Tangenten 
 
 und der Kegelschnitt S (2) einer Schar mit den vier gemein- 
 schaftlichen Tangenten 
 
 I 2193 I 2193 I I 21 93 I I 91 93 I 
 
 I <v -<_> ; i -a -Oj | , | -aj <j | ; | -aj ^ i 
 
 an. Bezeichnen wir zur Abkiirzung diese drei Kegelschnitt- 
 scharen durch 
 
 (wo [93 S] bestimmt wird durch die beiden Kegelschnitte, 
 welche aus den Punktepaaren 935^ und S! bestehen als 
 ausgeartete Kegelschnitte u. s. w.), dann ist 
 
 der Schar [93S], 
 
 [5(93] 
 entnommen. 
 
 Da eine Kegelschnittschar durch zwei Kegelschnitte 
 bestimmt wird, und die Tangentenpaare aus einem Punkte 
 an die Kegelschnitte einer Schar immer einer und derselben 
 Strahleninvolution angehoren, so werden wir vermittelst der 
 aus den drei Scharen 
 
 [(], [(], [5T93J 
 entnommenen Kegelschnitte 
 
 51 <*>, 93 < 2) , 
 drei neue Scharen bilden konnen
 
 30 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 [ 21 < 2) S3 (2V J 
 
 und aus jeder derselben einen beliebigen neuen Kegelschnitt 
 
 entnehmen 
 
 2V 2 >, V, e/ 2 '; 
 
 jeder Punkt 36 des Ortes C (3) muG dann fur diese drei neuen 
 Kegelschnitte dieselbe Eigenschaft besitzen wie fiir die drei 
 friiheren, und indem wir in dieser Weise fortfahren, erkalten 
 wir eine grosse Menge von Kegelschnitten, die in einem 
 gewissen Zusammenhange miteinander stehen, indem zwei 
 dieser Kegelschnitte immer zu einer Schar von Kegelschnitten 
 fiihren und jeder Kegelschnitt derselben mit einem andern 
 ihr nicht angehorigen Kegelschnitt zur Bildung einer neuen 
 Schar fiihrt u. s. f. 
 
 Wir nennen die Gesamtheit aller dieser Kegelschnitte 
 ein Kegelschnittgewebe und konnen daher sagen, da6 
 fur jeden Punkt 3 der C (3) die Tangentenpaare an samtliche 
 Kegelschnitte des Gewebes einer und derselben Strahlen- 
 involution angehoren. 
 
 2. Um die Kegelschnitte eines Gewebes besser zu iiber- 
 sehen und die Machtigkeit desselben zu beurteilen, gehen 
 wir wieder von den drei Punktepaaren 
 
 aus und bestimmen zuerst die Kegelschnittschar [S3S], welche 
 die vier gemeinschaftlichen Tangenten hat 
 
 Nehmen wir aus dieser Kegelschnittschar einen ver- 
 anderlichen Kegelschnitt 
 
 (2) 
 
 heraus, legen aus 2( und ^ die Tangentenpaare an 3t (2) und 
 fassen dieselben als die gemeinschaftlichen Tangenten einer 
 neuen Kegelschnittschar auf (auch wenn das eine oder beide 
 Tangentenpaare konjugiert - imaginar sind, ist bekanntlich 
 durch die sie vertretenden Strahleninvolutionen die neue 
 Kegelschnittschar vollstandig bestimmt und reell konstruier- 
 bar, Th. d. K. S. 326), so wird jeder Kegelschnitt
 
 5. Das Kegelschnittgewebe. 31 
 
 dieser Schar dem Gewebe angehoren, und unigekelirt muB 
 jeder Kegelsclmitt des Gewebes aus einer Schar [9l (2) (2) ] 
 entnommen sein 7 wo S( (2) = [51SIJ der in ein Punktepaar 
 ausgeartete Kegelscbnitt ist, und 3 (2) aus der Schar [93(] 
 genommen wird. Es giebt keine andern Kegelschnitte des 
 Gewebes als solcbe (2) . 
 
 In der That, ist $ (2) ein beliebiger Kegelschnitt des 
 Gewebes, so muB er die Eigenschaft besitzen, da6 die beiden 
 Tangentenpaare aus 21 und 2^ an (2) den Strahleninvolutionen 
 angehoren, welche 91 und ^ nach den Punktepaaren 93 s $ t 
 und ((j senden. Die Tangentenpaare aus 31 und 3^ an 
 (1>) bestininien aber eine Kegelschnittschar, in weleher es 
 einen und nur einen bestimmten Kegelschnitt (2) giebt, 
 weleher I 93 I beriihrt. Da nun die drei Kegelschnitte: 
 1. das Punktepaar [SISlJ, 2. der Kegelschnitt < 2 > des Ge- 
 webes und 3. der Kegelschnitt X (z) derselben Schar an- 
 gehoren, so mtissen die drei Tangentenpaare aus $ an die- 
 selben einer Strahleninvolution angehoren, welche schon durch 
 die beiden ersten Tangentenpaare bestimmt wird und welche deni 
 Punkte S zugehort riicksichtlich der 6 1(3 '. Das Tangentenpaar 
 aus s -8 an { -\ von dem | 93S | ein Teil ist, muB daher auch 
 dieser Strahleninvolution angehoren, also muB | ^8^ | der 
 andere Teil sein, d. h. | 93^ | muB 3 (2) beriihren; in gleicher 
 Weise erkennen wir, daB auch | S93 t | und | S^i) den X (2) 
 beriihren miissen, woraus folgt, daB X (:!) die vier Tangenten 
 
 hat, also der Schar [ s -8(j angehort. 
 
 Wir schlieBen hieraus, daB der willkiirlich dem Gewebe 
 entnommene Kegelschnitt $ (2) in der That durch diejenige 
 Konstruktion hervorgeht, welche wir oben angegeben haben, 
 narnlich der veranderlichen Schar [?[36 ( ^] angehort, wo 
 X (2) aus der Schar [93 (2) S' 2) ] entnommen ist. 
 
 Hieraus konnen wir die Machtigkeit der Kegelschuitte 
 eines Gewebes beurteilen; die Kegelschnitte 3E (2) in der Schar 
 
 (<*)] sind von einfach-unendlicher Miichtigkeit, und jeder
 
 32 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 derselben wird init 5l ( ' 2) zur Bildung einer neueii Schar von 
 eiufach-unendlicher Machtigkeit zusaniniengestellt, aus der 
 alle Kegelschnitte des Gewebes hervorgehen; folglich bilden 
 die samtlichen Kegelschnitte des Gewebes eine 
 doppelt-unendliclie Mannigfaltigkeit (co 2 ), liber welche 
 die vorige Konstruktion eine anschauliche Ubersicht gewahrt. 
 3. Wir baben die Gesamtbeit der Kegelscbnitte des 
 Gewebes bervorgeben lassen aus den drei urspriinglicben 
 voneinander unabhangigen Punktepaaren 
 17 3333,, (,, 
 
 welche als drei ausgeartete Kegelscbnitte des Gewebes auf- 
 zufassen sind. Wir nabmen aus der Schar [S3S] einen be- 
 liebigen Kegelscbnitt 3 ( ' 2) , verwendeten ibn rnit [SISCJ zur 
 Bildung einer veranderlichen Kegelschnittschar, aus der siiuit- 
 licbe Kegelscbnitte des Gewebes zu entnebmen sind. Wir 
 konnen aber die erste Scbar [33 (], aus der 9 (2) bervorgebt, 
 aucb als gegeben annebmen durcb zwei beliebige Kegelschnitte 
 derselben ^ und ^ 
 
 und wir konnen das Punktepaar ^t 1 ^ ersetzen durcb einen 
 beliebigen Kegelschnitt 
 
 der mit 36 (2i verbunden die veranderliche Kegelschnittscbar 
 bestimnit. 
 
 Dann erbalten wir zur Bildung der samtlicben Kegel- 
 scbnitte (2 > des Gewebes drei beliebige voneinander im- 
 abhangige Kegelschnitte 
 
 von denen ausgebend wir durch Scbarenbildung vermittelst 
 je zweier zu samtlicben Kegelscbnitten des Gewebes gelangeu. 
 Durch drei unabbangig voneinander gegebene 
 Kegelschnitte ist das Gewebe bestimmt; zwischen vier 
 Kegelschnitten desselben muB also eine Bedingung obwalten. 
 Diese bestebt, wenn wir fur die vier Kegelschnitte 
 
 nehmen gemiiB der Entstebung des Gewebes, darin, daB 
 die beiden Scbaren
 
 5. Das Kegelschnittgewebe. 33 
 
 und 
 
 einen gemeinschaftlichen Kegelschnitt (2) haben miissen. 
 (In dem besonderen Fall von vier Punktepaaren 1st diese 
 Bedingung in dem Satze 3, 5 enthalten.) Allgemein laBt 
 sich diese Bedingung so aussprechen: 
 
 Werden irgend vier Kegelschnitte aus einem 
 Gewebe genommen, von denen keine drei derselben 
 Scliar angehoren, und man verbindet beliebig zwei 
 derselben und die beiden iibrigen zur Bildung zweier 
 Kegelschnittscharen, so haben dieselben allemal 
 einen Kegelschnitt gemeinschaftlich. 
 
 Die Richtigkeit dieser Behauptung folgt daraus, daB, 
 
 3e ( ' 2 ' aus der Schar 
 
 entnommen sind, die drei veranderlichen Scharen 
 
 irnmer dieselben Kegelschnitte $ (2J des Gewebes liefern 
 niussen. Dies 1'aGt sich auch als besonderer Satz so aus- 
 sprechen: 
 
 Gehoren die drei Kegelschnitte Sl (2) , 93 (2) , fe^ einer 
 Kegelschnittschar und die drei Kegelschnitte I (2) > 
 S (2) ; S3/ 2 ) einer zweiten Kegelschnittschar an, welche 
 mit der ersten den Kegelschnitt 2t {2) gemein hat, so 
 haben auch die beiden Kegelschnittscharen 
 
 [$<*> ((S)] und [SjW/- 2 ^ 
 
 einen Kegelschnitt gemeinschaftlich, sowie auch 
 [33(2)^(2)] un d [(2)^(8)] 
 
 einen gemeinschaftlichen Kegelschnitt. 
 
 Aus diesem allgemeinen Satze ergiebt sich, daB das 
 ganze Kegelschnittgewebe ebenso aus drei beliebigen seiner 
 
 Kegelschnitte 
 
 n-! , Ji 2 , <5V 3 , 
 
 die nicht derselben Schar angehoren, hergeleitet werden kann, 
 wie es aus den drei Kegelschnitten 9X (2) , 33 (2) , S (2) hervorging. 
 
 Schruter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordu.
 
 34 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Denn nehmen wir irgend einen vierten Kegelschnitt des 
 Gewebes $ 4 (2) , so miissen die beiden Kegelschnittscharen 
 [$!<> $ 8 < 21 ] und [ 3 < 2 > 4 < 2 >] einen gemeinschaftlichen Kegel- 
 schnitt 3 (2) haben; wir konnen daher von den drei Kegel- 
 schnitten ^< 2) , &j (2) , t s (2) , welche nicht derselben Schar an- 
 gehoren, zur Bestimmung des Gewebes ausgehen, aus der 
 Schar [^ (2) ^ 2 ( 2) ] einen veranderlichen Kegelschnitt <-> 
 nehmen und ihn mit & 3 (2) zur Bildung einer neuen Schar 
 [ 3 (2) 3 (2) ] verbinden, aus welch er wir saintliche Kegel- 
 schnitte $ 4 (2) des Gewebes entnehmen. 
 
 4. Zieht man an irgend zwei Kegelschnitte des Ge- 
 webes ein Paar gemeinschaftlicher Tangenten, so besitzt der 
 Schnittpunkt derselben oflenbar die Eigenschaft, an samtliche 
 Kegelschnitte des Gewebes Tangentenpaare zu senden, welche 
 einer und derselben Strahleninvolution angehoren, also mu6 
 dieser Punkt ty auf der C (3) liegen; denn die Tangentenpaare 
 an die ersten beiden Kegelschnitte 5l (2) und 93 (:J) fallen in 
 eines zusammen, an einen dritten Kegelschnitt (' 2) des Ge- 
 webes geht also ein zweites Tangentenpaar, und diese beiden 
 bestimmen schon die Strahleninvolution fur s ^ 7 der samtliche 
 iibrigen Tangentenpaare angehoren miissen, weil 5( (2) , 23 (2) ; (E'- 1 
 das ganze Gewebe bestimmen. Wenn aber ein Paar gemein- 
 schaftlicher Tangenten von 2( (2) und 33 (2) sich in ^ schneidet, 
 so giebt es noch ein zweites Paar gemeinschaftlicher Tan- 
 genten, welche, wenn auch konjugiert-imaginar, sich in dein 
 immer reellen Punkte ^ schneiden, und das Punktepaar ^^ 
 ist als ein ausgearteter Kegelschnitt der Schar [$l (2) 33 (2) ] 
 aufzufassen; es miissen also ^3 und ^ t ein Paar konjugierter 
 Punkte der C (:5) sein, weil sie als Mittelpunkte zweier er- 
 zeugenden Strahleninvolutiouen in projektiver Beziehung und 
 halbperspektiver Lage auftreten ( 3). 
 
 Wir schlieBen also: 
 
 Ein Punktepaar, in welches ein Kegelschnitt 
 des Gewebes ausartet, ist allemal ein Paar kon- 
 jugierter Punkte der 6 1(3) . Oder: 
 
 Die C (3) ist der Ort samtlicher Punktepaare, in 
 welche Kegelschnitte des Gewebes ausarten.
 
 6. Die v\ umhiillt v. d. Verbindungsl. konjug. Punkte d. C. 35 
 
 Eine Kegelschnittscbar bat im allgemeinen drei inPunk|e- 
 paare ausgeartete Kegelscbnitte, die drei Paar Gegenecken 
 des von den vier gemeinscbaftlicben Tangenten gebildeten 
 vollstandigen Vierseits. Ein Kegelscknittgewebe bat deren 
 uuendlich viele (von einfacb - unendlicber Macbtigkeit) ; je 
 zwei Kegelscbnitte des Gewebes verbinden sicb zu einer 
 Scbar mit drei solcben Punktepaaren, die allemal ein voll- 
 stiindiges Vierseit mit seinen sechs Ecken bilden, welcbes 
 der C (3) einbescbrieben ist. 
 
 Da durcb drei willkiirlicb anzunebniende Kegelscbnitte 
 5l< 2 ) ; 93^, (-) das Kegelscbnittgewebe bestimmt wird, so 
 konnen wir folgenden besonderen Satz aussprecben: 
 
 Sind irgend drei Kegelscbnitte unabbangig von- 
 einander gegeben, so baben je zwei derselben vier 
 (reelle oder paarweise konjugiert-imaginare) gemeinscbaft- 
 liche Tangenten, die ein vollstandiges Vierseit 
 nait secbs Ecken bilden; die dadurch erhaltenen 
 3 . 6 = 18 Punkte liegen auf einer (7 (3) und bilden 
 neun Paare konjugierter Punkte derselben. 
 
 6. Die (3) , umhiillt von den Verbindungslinien 
 konjugierter Punkte der <3) . 
 
 1. Die Pole einer Geraden x in Bezug auf samtlicbe 
 Kegelscbnitte einer Scbar Hegen bekanntlicb auf einer Ge- 
 raden x l} welcbe die Eigenschaft bat 7 da6 ihre Pole wieder 
 auf x liegen, sodaB diese beiden Geraden konjugierte 
 Strablen riicksicbtlicb der Kegelscbnittschar beiGen. Nennen 
 wir nun die Verbindungslinie zweier konjugierten Punkte der C f(3) 
 
 ^v ^1 *" ~~ w 
 
 und wablen die Kegelscbnittscbar [93 @] mit den vier gemein- 
 scbaftlicben Tangenten 
 
 welcbe als ausgeartete Kegelscbnitte die beiden Punktepaare 
 9399 1 und (S&j entbalt, so sind die Pole von x riicksichtlicb 
 dieser beiden Punktepaare die vierten barmoniscben Punkte 
 zu den Scbnittpunkten (363^, 93S3j) und(X3k' 1 , SSj) zugeordnet 
 
 8*
 
 36 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 ru^ksichtlich der Punktepaare 33 95 j und (E& r Diese vierten 
 harinonischen Punkte liegen aber, wie wir wissen ( 2, s), 
 in einer Geraden mit dem dritten Schnittpunkte von | 33t\ { 
 und C (S} , welche wir friiher I genannt haben und jetzt mit 
 x l bezeichnen wollen. Diese Gerade x l enthalt nun aber 
 nicht nur die Pole der x riicksichtlich saintlicher Kegel- 
 schnitte der Schar [93 S], sondern iiberhaupt die Pole von x 
 riicksichtlich sarntlicher Kegelschnitte des Gewebes. Denn 
 da an Stelle der Kegelschnittschar [93(5] irgend eine andere 
 dem Gewebe angehorige Schar von Kegelschnitten [^ x (2) 2 (2 ^] 
 gesetzt werden kann, riicksichtlich weleher die Pole von x 
 ebenfalls auf einer Geraden liegen miissen, welche durch den 
 dritten Schnittpunkt der Geraden | S^ j mit C (3 > hindurch- 
 gehen mu6, da ferner die beiden Kegelschnittscharen [95 S] 
 und [i (2) $2 (2) ] einen gemeinschaftlichen Kegelschnitt haben, 
 riicksichtlich dessen der Pol von x derselbe bleibt, so wird 
 auch die durch diese beiden Punkte bestirnnite Gerade x t 
 die Pole von x enthalten riicksichtlich beider Kegelschnitt- 
 scharen [95 S] und [/ 2) ^ 2 <2) ]j a ^ so au ch riicksichtlich samt- 
 licher Kegelschnitte des Gewebes. 
 
 Nennen wir X 1; wie friiher , den dritten Schnittpunkt 
 der Geraden | 3^ | mit der (3) , so werden x und x t kon- 
 jugierte Strahlen sein riicksichtlich siimtlicher Kegelschnitte 
 des Gewebes, namlich die Doppelstrahlen derjenigen Strahlen- 
 involution, welche dem Punkte X x zugehort fiir die (7 (3) , 
 und welche immer eine hyperbolische ist, weil fiir sie 
 | X^ | = x ein Doppelstrahl , x i der andere Doppelstrahl ist. 
 
 Wir schlieBen hieraus: 
 
 Wenn eine Gerade x in Bezug auf drei von ein- 
 ander unabhiingige Kegelschnitte $T 2) , 93 (2) , (2) des 
 Gewebes ihre drei Pole auf einer Geraden x i gelegen 
 hat, so hat sie auch fiir alle andern Kegelschnitte 
 des Gewebes ihre Pole auf derselben Geraden x l ] 
 der Schnittpunkt (xx^) liegt auf der C (3) und xx t sind 
 die Doppelstrahlen derjenigen Strahleninvolution, 
 welche dem Punkte (xx^ riicksichtlich der C (8) zu- 
 gehort.
 
 6. Die ( 3) , umMllt v. d. Verbindungsl. konjug. Puntte d. CW. 37 
 
 2. Soldier Geraden x, deren drei Pole in Bezug auf 
 SI (2) , $8 (2 >, ( (2) wieder auf einer Geraden x 1 liegen, giebt es 
 aber im allgemeinen durch einen beliebigen Punkt der 
 Ebene nur drei; denn dreht sich x um D, so beschreiben 
 ihre Pole riicksichtlich 3{ (2) , S3 (2) ? ( (2) drei projektive Punkt- 
 reihen [a], [b], [c] auf den Geraden a, b, c, und es beschreiben die 
 Verbindungslinien | ab | und ac daher zwei Kegelschnitte, 
 welche auBer a noch drei gemeinschaftliche Tangenten haben ; 
 diese besitzen die verlangte Eigenschaft. Der Ort der Ge- 
 raden x ist also eine Kurve dritter Klasse (3) . Da nun 
 eine solche Gerade x immer die Verbindungslinie zweier 
 konjugierten Punkte der C (S> ist oder, was dasselbe sagt, ein 
 Doppelstrahl der einem Punkte der (7 (3) zugehorigen Strahlen- 
 involution, so konnen wir den Satz aussprechen: 
 
 Die samtlichen Verbindungslinien aller Paare 
 konjugierter Punkte 33, der G' (3) umhtillen eine 
 Kurve dritter Klasse < s >. Oder: 
 
 Die Doppelstrahlen samtlicher den Punkten 
 einer (7 (8) zugehorigen Strahleninvolutionen um- 
 hiillen dieselbe Kurve dritter Klasse (3) . 
 
 Wir wollen ein Paar solcher konjugierten Strahlen xx v 
 riicksichtlich samtlicher Kegelschnitte des Gewebes ein Paar 
 konjugierter Tangenten der Kurve (3) nennen. 
 
 3. Wir wollen jetzt den Beriihrungspunkt jedes solchen 
 Strahles x mit der von ihm umhullten Kurve (3) ermitteln. 
 
 Aus zwei beliebigen Paaren konjugierter Punkte 
 
 XX, und g)^ 
 der (1) folgt bekanntlich immer ein drittes Paar 
 
 Gm ae^j und (xg,, ^^ 
 
 lassen wir nun den Punkt 5) dem Punkte 36 sich unendlich 
 niihern, so wird auch 3) x dem 3k\ unendlich nahe riicken, 
 wie aus der Natur involutorischer Gebilde hervorgeht. Da- 
 bei wird nun | 3E|) | die Tangente der C (3) im Punkte X, 
 und | 3t\ ^)j | die Tangente der C (3) iui Punkte 3k\ ; der Schnitt- 
 punkt beider Tangenten heiGe < ^. i und hat zu seinem kon- 
 jugierten Punkte den dritten Schnittpunkt X des Strahles 
 | XXJ mit der C< 3 >; folglich wird 
 
 48750
 
 38 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 und der dritte Diagonalpunkt dieses ausgearteten vollstandigen 
 Vierecks % 1 < JD < JD i namlich der Schnittpunkt 
 
 wird der Beriihrungspunkt d. h. der Schnittpunkt unendlich be- 
 nachbarter Tangenten der von | X^ | und D^ x | umhiillten 
 Kurve (3) . Dies ist aber nach bekannter Eigenschaft des voll- 
 standigen Vierecks der vierte harmonische zu X zugeordnete 
 Punkt % l riicksichtlich des Paares 33t\; also ist das Doppel- 
 verhaltnis 
 
 = -- 1, 
 und wir konnen den Satz aussprechen: 
 
 Die Verbindungslinie zweier k onj u giert en Punkt e 
 | 3Ej | beruhrt den von ihr umhullten Ort in dem 
 vierten harmonischenPunkt, der deni drittenSchnitt- 
 punkt X von | 36 3^ | init der (7 (3) zugeordnet ist. 
 
 Die Tangenten der $ (S) gruppiereii sich zu Paaren, 
 denn die dem Punkte X der C (3) zugehorige Strahleninvolution 
 ist eine hyperbolische und hat zu einem Doppelstrahtl | 33 x | =x, 
 folglich noch einen zweiten Doppelstrahl x l} der auch zwei 
 konjugierte Punkte H'H\ der C (b) verbinden muB (die aller- 
 dings auch konjugiert-imaginar sein konnen). 
 
 Da aus diesen beiden Paaren konjugierter Punkte das 
 dritte folgt p^ ^pj imd gp^ SiX ,) 
 
 und die beiden Bertihrungspunkte 
 
 %! und %{ 
 
 auf den Strahlen | X^ | 7 | X'X^ die vierten harmonischeu 
 zu X zugeordneten sind, so folgt aus der bekannten Eigen- 
 schaft des vollstandigen Vierecks XXiX'X'u daB X x und X( 
 auf derselben Geraden liegen mit dem obigen dritten Paare 
 konjugierter Punkte, also ist auch | SEjX^ | eine Taugente der 
 ^ (3) , und wir schlieBen: 
 
 Die Verbindungslinie der Bertihrungspunkte 
 zweier konjugierten Tangenten xx l der (3) (s. o. 2.) 
 ist selbst eine dritte Tangente der (3) . 
 
 4. Da der Schnittpunkt @ zweier konjugierten Tangenten 
 xxj_ der W auf der C H e gt und der Mittelpuukt einer
 
 6. Die $(), umhiillt v. d. Verbindungsl. konjug. Punkte d. CW. 39 
 
 Strahleninvolutioii ist, deren Doppelstrahlen xx l sind, und 
 deren Strahlenpaare immer nach einem Paare konjugierter 
 Punkte der (7 1 - 31 hingehen, so konnen wir auch sageu: 
 
 Jedes Paar konjugierter Punkte der C (3) wird 
 durch jedes Paar konjugierter Taiigenten der il (!) 
 (oder durch jedes Paar konjugierter Strahlen xx v 
 des Gewebes) harmonisch getrennt. 
 
 Nehmen wir nun irgend drei solcher Paare xx^ kon- 
 jugierter Tangenten der $ (3) oder, was dasselbe sagt, von 
 drei Strahleninvolutionen beliebiger Punkte der (7' 3) die 
 
 Doppelstrahlen 
 
 a 1; Uu 1} cCj, 
 
 die nicht gerade die drei Seitenpaare eines vollstandigen 
 Vierecks sein mogen, so wird jede weitere Tangente der $ (3) 
 
 die Eigenschaft haben miissen, da6 jedes der drei Strahlen- 
 paare aa 1} bb i} cc x die Punkte SS^ harmonisch trennt, also 
 wird die Gerade x von den Strahlenpaaren aa 1} bb 1} cc in 
 drei Punktepaaren einer Punktinvolution getroffen, deren 
 Doppelpunkte XXj sind. Hierdurch wird der Ort der Geraden 
 x definiert als beschrieben von einer Geraden , auf welcher 
 drei Strahlenpaare aa lf bb i} cc Punktepaare einer Involution 
 ausschneiden; dies ist aber die dual gegeniiberstehende (rezi- 
 proke) Aufgabe von derjenigen, welche in 2, 1 den Aus- 
 gangspunkt unserer Untersuchung bildete; wenn dort also 
 eine Kurve dritter Ordnung C (3) resultierte, so mufi hier eine 
 Kurve dritter Klasse (3 > hervorgehen, wie wir sie bereits 
 (2.) in der That gefunden haben; und alle Eigenschaften 
 welche wir fur jene gefunden haben, mussen ins duale 
 Gebiet iibertragen auch fiir diese gelten. Die beiden 
 dual gegeniiberstehenden Gebilde C (3) und ^' (:i) treten 
 hier zusainmen auf, ohne aber wie beim Kegelschnitt (als 
 Punktgebilde und Tangentengebilde aufgefaBt) identisch zu sein. 
 Die hieraus hervorgehenden Eigenschaften und Er- 
 zeugungsweisen der il (3) zu wiederholen erscheint iiberfliissig, 
 da die Ubertragung ins duale Gebiet ohne Schwierigkeit ist.
 
 40 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Auf den innigen Zusammenhang der Kurven (3) und 
 
 einzugehen, werden wir noch mehrfach Gelegenheit haben. 
 
 5. Wir beschranken uns bier zunachst darauf, drei solcbe 
 
 Strahlenpaare 
 
 aa i} oo 1} cc l} 
 
 wie sie zur Bestimmung der (3) notwendig und binreichend 
 sind, herzustellen, indem wir von drei urspriinglich gegebenen 
 von einander unabhangigen Punktepaaren 
 
 !, !, <&( 
 
 welch e zur Bestimmung der ,C^ dienen, ausgeben. 
 Seien die Scbnittpunkte 
 
 (5(5,) -a, 
 
 und werden die vierten barmoniscben Punkte durcb die 
 Werte der Doppelverbaltnisse bestimmt: 
 
 ! CCj-- 1, 
 
 aa'J- -I, 
 
 die durcb folgende Konstruktion gefunden werden konnen: 
 ;, SS^) = 3), (33^, S5 X ) = 3> n 
 
 l*i|.-fl, 
 
 (ea) = 6 1; (/?>) = c x , 
 
 dann werden 
 
 I ^^1 = ^, j ^cM- 
 und 
 
 aa 1} bb 17 cc l 
 
 sind die drei Strahlenpaare, welcbe zur Bestimmung der (3) 
 notwendig und binreichend sind und die zum Ausgangspunkt
 
 7. Das Kegelschnittnetz. 41 
 
 der dual gegeniiberstehenden Untersuchung dienen konnen, 
 wie die drei ursprimglichen Punktepaare 
 
 zu der Untersuchimg der Kurve (7 (3) und ihrer Eigenschaften 
 gefiihrt haben. 
 
 Umgekehrt kann man auch von den drei Strahlenpaaren 
 
 aa i> bb 1} cc i 
 ausgehend zu den Punktepaaren 
 
 gelangen, was wir nicht weiter ausfiihren wollen. Die Uber- 
 tragung der gewonnenen Resultate fuhrt aber auf ein dem 
 Kegelschnittgewebe dual gegeniiberstehendes Gebilde, welches 
 nodi besonders hervorgekoben werden soil. 
 
 7. Das Kegelschnittnetz. 
 1. Ebenso wie die drei Punktepaare 
 
 als drei ausgeartete Kegelschnitte aufgefaGt werden konnten 
 zur Bestimmung fiir ein ganzes Gewebe von doppelt-unend- 
 lich vielen Kegelschnitten, konnen die drei Linienpaare 
 
 aa 1} bb l} cc l 
 
 zu einem Gebilde von Kegelschnitten fiihren, welches man 
 ein Kegelschnittnetz nennt und welches in analoger Weise 
 mit der Kurve $ (3) zusammenhangt, wie das Kegelschnitt- 
 gewebe mit der (7 (3) . Beide Gebilde stehen aber auch unter- 
 einander in enger Verbindung, wie die C (3) und & i3 \ 
 Die beiden Linienpaare 
 
 bb i und cc l 
 
 bestimnien namlich ein Kegelschnittbiischel, welches die vier 
 Grundpunkte hat 
 
 (fee), (fecj, (& x c), (fe^J; 
 einen beliebigen Kegelschnitt aus diesem Biischel wollen wir 
 
 nennen. Ebenso bestimmen die beiden Linienpaare 
 
 cq und acti 
 ein Kegelschnittbiischel niit den vier Grundpunkten
 
 42 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 (ca), (cflj, foa), (qaj, 
 und ein beliebiger demselben entnommener Kegelschnitt heiBe 
 
 endlich bestimmen die beiden Linienpaare 
 
 aa t und bb t 
 ein Kegelschnittbiischel mit den vier Grundpunkten 
 
 (06), (a&,), (V), fo&J, 
 
 und ein beliebiger aus deniselben entnommener Kegelschuitt 
 heiBe (7 (2) ; dann bestimmen die drei Kegelschnitte 
 
 ein ganzes Kegelschnittnetz von doppelt-unendlicher Mannig- 
 faltigkeit (oo 2 ) oder eine einfach-unendliche Mannigfaltigkeit 
 von Kegelschnittbiischeln, deren Gesamtheit so zusammen- 
 gefaBt werden kann: 
 
 Ein veranderlicher Kegelschnitt X (2) werde aus dem 
 durch. die beiden Keelschnitte jB (2) und (7 (2) bestimmten 
 
 entnommen und zur Bildung eines neuen Kegelschnittbiischels 
 
 verwendet, dann erfiillen samtliche Kegelschnitte K (2i dieses 
 variablen Biischels das Kegelschnittnetz, und es giebt kerne 
 andern Kegelschnitte des Netzes weiter, als die auf diese 
 Weise konstruierten. 
 
 2. Drei voneinander unabhangige Kegelschnitte 
 
 (die nicht demselben Biischel angehoren) bestimmen voll- 
 standig das Kegelschnittnetz, welches durch fortgesetzte 
 Bildung von Biischeln aus je zweien hergestellt wird. 
 
 Irgend vier Kegelschnitte des Netzes sind der Bedinguug 
 unterworfen, da6 sie in irgend einer Weise zu zwei Paaren 
 vereinigt, zwei Kegelschnittbuschel bestimmen, welche alle- 
 uial einen gemeinschaftlichen Kegelschnitt haben (d. h. deren 
 acht Grundpunkte auf einem und demselben Kegelschnitt 
 liegen).
 
 7. Das Kegelschnittnetz. 43 
 
 Die Gesamtheit der in Linienpaure zerfallenden Kegel- 
 schriitte des Netzes urnhullt die Kurve dritter Klasse & (:;) , 
 und ein solches Linienpaar ist allemal ein Paar konjugierter 
 Tangenten der $l (3) . 
 
 Die Kurve dritter Klasse (3) ist der Ort einer Geraden, 
 welche durch drei voneinander unabhangige Kegelschnitte 
 des Netzes (und daher von samtlichen Kegelschnitten des 
 Netzes) in Punktepaaren geschnitten wird, die einer In- 
 volution angehoren. Die Doppelpunkte aller solchen Punkt- 
 involutionen liegen auf der Kurve dritter Ordnung C (3) und 
 sind allemal ein Paar konjugierter Punkte derselben. 
 
 Ist ein Kegelschnittbiischel und zwei Gerade a, a^ ge- 
 gebeu, auf welchen durch das Biischel zwei Punktinvolutionen 
 jjj und l)l) t in projektiver Beziehung und halbperspektiver 
 Lage ausgeschnitten werden, so umhiillen die Verbindungs- 
 linien entsprechender Punktepaare 
 
 I W I, I Mi I, I iV) I, i E9i i 
 die Kurve dritter Klasse il (:5) (vergl. 3). 
 
 Der Ort einer Geraden x, Der Ort eines Punktes X, 
 
 deren Pole in Bezug auf drei von- dessen Polaren in Bezug auf 
 
 einander unabhangige Kegel- drei voneinander unabhiingige 
 
 sclinitte W-\ # ( ' 2 \ S (2) (folg- Kegelschnitte A, B#\ V 
 
 lich in Bezug auf samtliche (folglich in Bezug auf samt- 
 
 durch dieselbeii bestimmten liche durch dieselben be- 
 
 Kegelschnitte eines Gewebes) stimmteii Kegelschnitte eines 
 
 wieder auf einer Geraden x^ Netzes) sich wieder in einem 
 
 liegen, ist eine Kurve dritter Punkte X x schneiden, ist eiue 
 
 Klasse R (3) , und die Strahl en xx^ Kurve dritter Ordnung (7 (3) , 
 
 sind ein Paar konjugierter Tan- und die Punkte 363 x sind ein 
 
 genten derselben. Der 8chnitt- Paar konjugierter Punkte der- 
 
 punkt (xXi) beschreibt die selben. Die Verbindungslinie 
 
 Kurve dritter Ordnung C (9 \ | ^^i | umhullt die Kurve 
 
 dritter Klasse 
 
 Da aus zwei Paaren konjugierter Punkte der (7 (8) , nliua- 
 lich # und iniuier em drittes Paar
 
 44 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 folgt ( 2, 2), so konnen die drei Verbindungslinien 
 
 \xXi\~xj IDDil-y, I83J-* 
 
 auch aufgefaBt werden als die Diagonalen eines vollstandigen 
 Vierseits, dessen drei Paar Gegenecken 363 17 2)^, 33t sind. 
 Dieses Diagonaldreiseit xyz ist aber bekanntlich ein gemein- 
 schaftliches Polardreiseit (selbstkonjugiertes Dreiseit) fur samt- 
 liche Kegelschnitte der Schar, welche dem vollstandigen Vier- 
 seit einbeschrieben werden konnen, und diese Kegelschnitt- 
 schar gehort dem Gewebe an. Wir konnen daher auch sagen: 
 
 Die Kurve $ (3) wird umhiillt Die Kurve C (3) wird erfullt 
 
 vonsamtlichenStralilentripeln, von samtlichen Punkttripeln ; 
 
 welche die je drei Seiten jedes welche die Ecken jedes Polar- 
 
 Polardreiseitsbilden ? dasirgend dreiecks bilden, das irgend 
 
 zwei Kegelschnitten des Ge- zweiKegelschnittendesNetzes 
 
 webes gemeinsam ist. gemeinsam ist. 
 
 Alle diese Resultate folgen durch duales Ubertragen 
 aus den bereits friiher abgeleiteten. Den vermittelnden Zu- 
 sammenhang der dual gegenuberstehenden Gebilde, einerseits 
 des Kegelschnittgewebes und des Kegelschnittnetzes , anderer- 
 seits der Kurven C (Z) und & l(3) , bildet der Satz: 
 
 Jedes Punktepaar, welches als ausgearteter 
 Kegelschnitt des Gewebes auftritt, ist ein Paar 
 konjugierter Punkte fur samtliche Kegelschnitte 
 des Netzes, und jedes Linienpaar, welches als aus- 
 gearteter Kegelschnitt des Netzes auftritt, ist ein 
 Paar konjugierter Strahlen fiir samtliche Kegel- 
 schnitte des Gewebes. 
 
 Je zwei konjugierte Punkte der C (3) (ausgearteter 
 Kegelschnitt des Gewebes) werden durch je zwei 
 konjugierte Tangenten der $ (3) (ausgearteter Kegel- 
 schnitt des Netzes) harmonisch getrennt. 
 
 3. Der Zusammenhang der Kegelschnitte (2) des Ge- 
 webes mit den Kegelschnitten JT (2) des Netzes tritt noch 
 vollstandiger hervor durch folgende Betrachtung:
 
 7. Das Kegelschnittnetz. 45 
 
 Nehmen wir irgend drei Kegelschnitte 
 
 des Gewebes, welche dasselbe bestimmen, also nicht einer 
 Schar angehoren, so bestimmen die beiden Kegelschnitte 
 
 und <<> 
 
 eine Schar, die ein gemeinsames Polardreieck hat; wir be- 
 zeichnen die Ecken desselben mit 
 
 Si 9, 8 
 und die Seiten mit 
 
 ! *) 1 = ^ Us = #> I 9 1 = *, 
 
 dann sind x,y,z Tangenten der (3) , wie wir wissen (denn 
 die drei Pole von x in Bezug auf St (2) , S5 ( ' 2) , (S I2) liegen auf 
 einer Geraden u. s. w.). 
 Sei also der Pol von x in Bezug auf 2l (:i) der Punkt J t 
 
 ., 
 
 * 91(3) j 
 
 T) n 11 * 11 11 11 11 01 1 
 
 dann werden 
 
 i Ei l = ^i, I ^i l = 2/i, I Ui l = i 
 die konjugierten Tangenten zu a?, i/, sein fur die Kurve 
 
 sodass also 
 
 xx lt yy lt 2Z l 
 
 drei Paare konjugierter Tangenten der (3) sind. Da nun 
 aber fur den Kegelschnitt 2l (2) das Dreieck r. x t), j t die 
 Polarfigur des Dreiseits ic/ ist, dessen Ecken (y#) = j, 
 (^a;) = t), (a;/) = z sind, so miissen sich nach einem be- 
 kannten Satze (Th. d. K. S. 155) die drei Verbindungslinien 
 I Hi I, Mil, l*Sil, d.h. 
 
 ^1 ) ?/U ^1 
 
 in eineni Punkte t schneiden, weil ein Dreieck und seine 
 Polarfigur riicksichtlich eines Kegelschnitts allemal per- 
 spektiv liegen. 
 
 Wir haben daher folgende vier Punkte 
 
 = j,
 
 4(3 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 (zxy^ = t), 
 
 Oi2Mi) = t, d.h. 
 die drei Linienpaare 
 
 gehoren als drei Seitenpaare einem vollstlindigen Viereck 
 (Etyjt) an, und da diese drei Linienpaare drei ausgeartete 
 Kegelschnitte des Netzes sind, so sind , 1), , t die vier 
 Grundpunkte eines Kegelschnittbuschels, welches dem Netze 
 angehort. Dies giebt folgenden Satz: 
 
 Wenn man von zwei Kegelschnitten des Gewebes 
 das gemeinsame Polardreieck errnittelt, dessen drei 
 Seiten Tangenten der $ >(3) sind, so schneiden sich 
 die zu denselben drei konjugierten Tangenten der 
 (3) in einem Punkte, und derselbe bildet mit den 
 drei Ecken des Polardreiecks ein vollstandiges Vier- 
 eck, die vier Grundpunkte eines Kegelschnitt - 
 biischels, welches dem Netze angehort. 
 
 Und dual gegenuber: 
 
 Wenn man von zwei Kegelschnitten des Netzes 
 das gemeinsame Polardreieck ermittelt, dessen drei 
 Ecken Punkte der C {3} sind, so schneiden die drei 
 Seiten desselben die (3) in drei neuen Punkten, 
 welche auf einer Geraden liegen (diese sind niimlich 
 die drei konjugierten Punkte der C l(3) zu den Ecken des 
 Polardreiecks). Diese neue Gerade bildet zusarnrnen 
 mit den drei Seiten des Polardreiecks die vier Seiten 
 eines vollstandigen Vierseits, dem eine Kegelschnitt- 
 schar einbeschrieben werden kann, welche dem Ge- 
 webe angehort. 
 
 4. Ebenso, wie wir in 3. nur die beiden Kegelschnitte 
 33 (2> und (E |2) des Gewebes in Betracht zogen, konnen wir 
 jetzt die beiden Kegelschnitte 
 
 (W und 2(< 2 > 
 
 nehmen und von ihnen ausgehend dieselbe Betrachtung an- 
 stellen; dann erhalten wir ein zweites Kegelschnittbuschel 
 des Netzes mit den vier Grundpunkten j', 1)', J r , t', und da 
 zwei Kegelschnitte des Netzes irnmer einen gemeinsamen
 
 7. Das Kegelschnittuetz. 47 
 
 Kegelschnitt liaben miissen, cl. h. auch ihre Grundpuukte 
 selbst auf einem Kegelschnitt liegen (2.) so sehen wir, daB 
 
 die acht Punkte 
 
 i*> 9, I, t, r/, t) f , a', t' 
 
 auf einem Kegelschnitt des Netzes liegen miissen; dieser 
 ist schon durch die sechs Punkte 
 
 , 9, 5, ?', 0', i', 
 
 die Ecken zweier Polardreiecke rucksichtlich des Kegel- 
 schnitts ( (2) ; mehr als bestimmt; bekanntlich liegen solche 
 sechs Punkte immer auf einem Kegelschnitt. DaS dieser 
 nun dem Netze angehort, ist das gewonnene Resultat, durch 
 welches die Kegelschnitte des Gewebes zu denen des Netzes 
 in eine enge Verbindung treten, was sich folgendermafien 
 aussprechen liiBt: 
 
 Irgend zwei Kegelschnitte des Gewebes haben 
 ein gemeinsarnes Polardreieck; nimmt man zwei 
 solche Polardreiecke, so liegen die sechs Ecken 
 derselben auf einem Kegelschnitt des Netzes. 
 
 Und andererseits: 
 
 Irgend zwei Kegelschnitte des Netzes haben 
 ein gemeinsames Polardreieck; niinrnt man irgend 
 zwei solche Polardreiecke, so beriihren ihre sechs 
 Seiten allemal einen Kegelschnitt des Gewebes. 
 
 Hiernach lassen sich aus drei zur Bestimmung des Ge- 
 webes notwendigen und hinreichenden Kegelschnitten sofort 
 drei Kegelschnitte errnitteln, welche das zugehorige Netz 
 bestimmen oder umgekehrt, was keiner weiteren Ausfuhrung 
 bedarf. 
 
 5. Wir wollen noch auf einen unmittelbaren Zusammen- 
 hang der Kurven (7 (;i) und (3 > hinweisen. 
 
 Aus jedem Punkte ^ der (7 (3) gehen im allgemeinen 
 drei Tangenten an die $ (3) , niimlich die Verbindungslime 
 j ^^ t , welche ty mit seinem konjugierten Punkte ^ ver- 
 bindet und auBerdem die beiden Doppelstrahlen derjenigen 
 Strahlenin volution, welche dem Punkte ^ riicksichtlich 
 siimtlicher Paare konjugierter Punkte auf C (3) zugehort.
 
 48 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnuiig. 
 
 Wir wollen jetzt nach solchen besonderen Punkten X 
 der (7 (3) fragen, fur welche der erste Strahl mit einem der 
 beiden letzteren zusarumenfallt. Ware dies der Fall und X x 
 der konjugierte Punkt zu X, so miiBte XX X | ein Doppel- 
 strahl der zu X zugehorigen Strahleninvolution sein; die 
 beiden iibrigen Punkte, in welchen dieser von X ausgehende 
 Doppelstrahl die 6 1(3) trifft, miiBten also konjugierte Punkte 
 sein; einer derselben ist nun X x , der andere miiSte seiu 
 konjugierter Punkt, d. h. X selbst sein 5 also naiiBte die Ge- 
 rade | XX X in X die <7 (3) beriihren; wenn also ein Punkt X 
 von der verlangten Art auf der C (y} existiert, so muB seine 
 Tangente als dritten Schnittpunkt mit der (7 (3) den kon- 
 jugierten Punkt X x haben. 
 
 Eine solche Gerade | XX X | ist aber zugleich Tangente 
 der (3) und hat ihren Beriihrungspunkt mit derselben in 
 dem vierten harmonischen zu X x zugeordneten Punkt ( 6, 3) 
 rucksichtlich des Paares XX^ Da nun von den vier har- 
 monischen Punkten in X zwei zusamrnenfallen, so muB auch 
 der dritte in denselben hineinfallen, wahrend der vierte X t 
 getrennt liegt. Hieraus erkennen wir, daB die Gerade | XX t | 
 in X auch die Kurve $ (3) beruhrt, also: 
 
 Die Kurven C (3) und (3) beriihren sich in den- 
 jenigen Punkten, in welchen sie sich begeguen 
 (d. h. sie haben in jedem solchen Punkte dieselbe 
 Tangente); die Anzahl ihrer gemeinschaftlichen 
 Punkte reduziert sich also, da sie paarweise zu- 
 
 sammenfallen, auf die Halfte ( = 9). 
 
 \ t f 
 
 Der zu einem solchen Punkte X konjugierte Punkt X x 
 der C (3> und die zu einer solchen Tangente t konjugierte 
 Tangente ^ der < 3) besitzen eine merkwiirdige Eigenschaft. 
 Die Tangenten in zwei konjugierten Punkten der (7 (8) miissen 
 sich bekanntlich wieder in einem Punkte auf der G' (3) 
 schneiden, also auch die beiden Tangenten in X und X t ; 
 die Tangente in X schneidet aber die 6' (3) nur noch in X x , 
 also muB die Tangente in X x ihren dritten Schnittpuukt 
 mit der C (8) wieder in X haben, d. h. X t muB ein Wende-
 
 8. Die (7( 3 ) und $cs) a ls Tripelkurven. 49 
 
 punkt der (7( 3) sein, oder die Tangente in demselben hat 
 mit der Kurve drei zusammenfallende Punkte gemein. Wir 
 schlieBen also: 
 
 Die zu den gemeinschaftlichen Punkten der C" S) 
 und $ (3) konjugierteii Punkte der (7 (3; sind die Wende- 
 punkte derselben, und ebenso: 
 
 Die zu den gemeinschaftlichen Tangenten der 
 $ (3) und C ( 'V konjugierten Tangenten der $ (3) sind die 
 Riickkehrtangenten derselben. 
 
 (Riickkehrtangente einer Kurve ist eine solche, fiir deren 
 Beriihrungspunkt drei uneadlich-benachbarte Tangenten in 
 eine zusammenfallen.) Tiber die Anzahl, Realitat und Kon- 
 figuration der Wendepunkte der (7 (3) (oder der Riickkehr- 
 tangenten der $( 3) ) wird uns eine spatere Untersuchung auf- 
 klaren. ( 28.) 
 
 8. Die CM uud &<> als Tripelkurven. 
 
 1. Wenn wir ein gemeinsames Polardreieck fiir irgend 
 zwei Kegelschnitte des Netzes, also auch fiir das ganze durch 
 dieselben bestimmte Biischel des Netzes ein Tripel von 
 Punkten nennen ; und wenn wir ein gemeinsames Polar- 
 dreiseit fiir irgend zwei Kegelschnitte des Gewebes, also. 
 auch fiir die ganze durch dieselben bestimmte Schar des 
 Gewebes ein Tripel von Strahlen nennen, so ordnen sich 
 sowohl die Punkte der C (3J als auch die Tangenten der $ (3) 
 zu Tripeln, in ahnlicher Weise wie sie friiher durch die 
 Paare konjugierter Punkte und konjugierter Tangenten sich 
 zu Paaren ordneten. Solche Punkttripel der (7 (3) und Strahlen- 
 tripel der - 3) besitzen ahnliche Eigenschaften, wie die 
 vorigen Punkt- und Tangentenpaare. Die durch weg parallel 
 laufende Betrachtung der dual gegeniiberstehenden Gebilde 
 doppelt durchzufiihren erscheint iiberfliissig; wir werden uns 
 daher vorzugsweise ,auf die Untersuchung der C (3) als Tripel- 
 kurve beschranken. 
 
 2. Wenn wir von eineni beliebigen Punkte ^ der C (3) 
 die Polaren in Bezug auf samtliche Kegelschnitte eines 
 Biischels 
 
 Schroter, Thcorie der ebeno.i Kur/en 3. Ordn. 4
 
 50 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 welches dem Netze angehort, konstruieren, so laufen diese 
 bekanntlich durch einen festen Punkt ^ der (7 l3) und bilden ein 
 einfaches Strahlbiischel [$PJ, welches mit dem Kegelschnitt- 
 biischel projektiv 1st ( 4, 5), sodaB zu jedem Kegelschnitt des 
 Biischels ein bestimmter Strahl des Strahlbiischels [^SJ zu- 
 gehort; aber auch umgekehrt wird zu jedem beliebigen durch 
 $! gezogenen Strahl g ein einziger bestimmter Kegelschnitt 
 aus dem Buschel [2? (2 >C (iJ) J zugehoren, welcher durch die ge- 
 forderte Bedingung vollstandig und eindeutig bestimmt ist. 
 Sei nun dieser Kegelschnitt des Biischels 
 
 A (2) 
 -*i ? 
 
 fiir den ^ und g Pol und Polare sind; in gleicher Weise 
 konnen wir aus dem Buschel 
 
 [(700 j(2)] 
 
 des Netzes den bestimmten einzigen Kegelschnitt 
 
 BI& 
 
 ermitteln, fiir welch en Sj$ und g Pol und Polare sind; dann 
 haben die beiden Kegelschnitte 
 
 A^ und #/*> 
 
 gleichzeitig ^8 und g zu Pol und Polare, folglich auch das ganze 
 durch sie bestimmte Buschel 
 
 Mithin ist der willkiirliche Punkt ty der C e in Tripel- 
 punkt (Eckpunkt eines gemeinschaftlichen Polardreiecks) fiir 
 ein gewisses dem Neize angehoriges Kegelschnittbiischel, 
 und die beiden andern Tripelpunkte (die beiden iibrigen Ecken 
 des gemeinsameu Polardreiecks) miissen natiirlich auf g und 
 gleichzeitig auf C< 3) liegen; folglich sind sie die beiden iibrigen 
 Schnittpunkte der durch ^ t gezogenen Geraden g mit der C (3) . 
 
 Da die Gerade g iibrigens willkiirlich durch den Punkt 
 ^5j angenommen wurde, so wird auch noch ein zweiter 
 Tripelpunkt auf der C (S) willkiirlich anzunehmen sein; der 
 dritte Tripelpunkt ist aber dann vollstandig und eindeutig be- 
 stimmt. Wir diirfen deinnach folgendes Resultat aussprechen: 
 
 Zwei Punkte ^S und D der (7 (3) diirfen beliebig 
 als Ecken eines Tripels derselben (gemeinsames
 
 8. Die (7W und (s) als Tripelkurven. 51 
 
 Polardreieck fiir gewisse zwei Kegelschnitte des 
 Netzes) angenommen werden; der dritte Tripelpunkt 
 SR wird dann eindeutig dadurch bestimrnt, da6 man 
 D mit dem zu ty konjugierten Punkt ^ der C (3) ver- 
 bindet und den dritten Schnittpunkt SR ermittelt. 
 
 Hieraus folgt, da es nur einen dritten Tripelpunkt S <R 
 giebt, daB derselbe auch hervorgehen muB, wenn man ^ mit 
 dem zu konjugierten Punkte Q x verbindet und den dritten 
 Schnittpunkt dieser Verbindungslinie auf der C (3) aufsucht; 
 also muB 
 
 sein, was denn auch bekanntlich ein Punkt der C (3) ist, 
 weil yfityi und CD-! zwei Paare konjugierter Punkte der 
 (3) sind; der zu 91 konjugierte Punkt ist nun 
 
 und da sornit ty 1 O t 9^! in gerader Linie liegen, so konnen 
 wir den Satz aussprechen: 
 
 Schneidet eine beliebige Gerade die (7 (3) in den 
 drei Punkten ^ Q x fR so bilden die drei konjugierten 
 Punkte ^3, D, SR zu denselben allemal ein Tripel von 
 Punkten der C< 8) . 
 
 Hieraus schlieBen wir auf die Machtigkeit der Punkt- 
 tripel einer C' 3 "; sie ist namlich gleichgroB mit der Machtig- 
 keit der Geraden, welche sich in der Ebene ziehen lassen 
 (GO 2 ), eine doppelt-unendliche Mannigfaltigkeit. 
 
 Auch gilt der umgekehrte Satz: 
 
 Die zu drei Tripelpunkten einer (7 (3) konjugierten 
 Punkte liegen allemal auf einer Geraden und sind 
 nichts anderes, als die dritten Schnittpunkte der 
 drei Seiten des Tripeldreiecks mit der C (3) . 
 
 Da wir zwischen den sechs Punkten ^5^P 1; DD^, 319^ vier 
 Gerade 
 
 haben, so haben wir gleichzeitig vier Tripel 
 
 3. Hieraus folgt zugleich eine charakteristische Eigen- 
 schaft jedes Punkttripels einer (7 (S ). 
 
 4*
 
 52 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Zuvorderst 1st nainlich klar, daB irgend zwei Tripel 
 der C (3) allemal sechs Punkte eines Kegelsclinitts 
 sein muss en, well zwei Biischel des Netzes irnrner einen 
 Kegelschnitt gemein haben und zwei Polardreiecke fur einen 
 Kegelschnitt selbst ihre sechs Ecken auf eineni andern 
 Kegelschnitt haben. 
 
 Gehen wir also von einem Tripel ^09^ der C (8) aus und 
 bestimmen ein zweites ^P'O'3t' dadurch, daB wir ty' un- 
 endlich nahe an ^8 und }' unendlich nahe an O heraii- 
 riicl<en lassen, dann muB auch 9t' unendlich nahe an 9ft heran- 
 riicken, denn es giebt nur einen dritten Tripelpunkt zu ty 
 und Q, der in $1 hineinfallen muB; der Kegelschnitt, welcher 
 in ty und D die C (S) beriihrt, wird sie daher auch in 9? be- 
 riihren miissen, und wir erhalten den Satz: 
 
 Ein Tripel von Punkten der (8) besitzt allemal 
 die Eigenschaft, daB ein Kegelschnitt die C (3) in 
 solchen drei Punkten beriihrt. 
 
 Nehmen wir insbesondere fur zwei von den willkiirlich 
 zu wahlenden Punkten eines Tripels der (7 (3) zwei konjugierte 
 Punkte $P und < ^ i , so wird der zugehorige dritte Tripelpunkt 
 nach dem Vorigen der zu dem dritten Schnittpunkt @ der 
 Kurve mit der Verbindungslinie | ^3^, | konjugierte Punkt S t 
 sein, d. h. derjenige, in welcheui sich die beiden Tangenten 
 an ty und ^ schneiden; und in der That bilden auch die 
 beiden Strahlen ' j 9$ \ und | @ x ^ | einen ausgearteten Kegel- 
 schnitt, von dem man sagen darf, daB er die (7 (3) in den 
 drei Punkten des Tripels ^S, ^, @ t beriihrt, weil @ t ein 
 Doppelpunkt dieses Kegelschnitts ist. Hiernach treteu also 
 die Tripel in gewissem Sinne als Erweiterung des Begriffes 
 der konjugierten Punktepaare auf. 
 
 Da zwei Punkte eines Tripels immer willkiirlich auf 
 der (7 (3) angenonimen werden konnen, so laBt sich der obige 
 Satz, wonach zwei Tripel sechs Punkte eines Kegelschnitts 
 sind, auch so umkehren: 
 
 Legt man durch drei Tripelpunkte der (3) einen 
 beliebigen Kegelschnitt, so schneidet derselbe die 
 C (3) allemal in drei neuen Punkten eines Tripels.
 
 8. Die C i 3 > und f W als Tripelkurven. 53 
 
 Hieraus geht gleichfalls die doppelt-unenclliche Mannig- 
 faltigkeit (co 2 ) der Tripel hervor, und es lafit sich der Zu- 
 sammenhang derselben iibersehen. 
 
 Wir bemerken noch den aus dem Vorigen sich er- 
 gebenden Satz: 
 
 Halt man einen Punkt ^ der C (3) als Eckpunkt 
 eines Tripels fest, so giebt es zu ihm unendlich 
 viele Paare von Punkten O und SR 7 welche die 
 beiden ubrigen Ecken des Tripels sind; diese liegen 
 immer so auf der C y(3) , daB ihre Verbindungslinie |QSR| 
 durch einen und denselben festen Punkt der C (3) geht, 
 namlich den Punkt ^ , welcher zu 9$ konjugiert ist. 
 
 4. Geben wir von zwei Paaren konjugierter Punkte 
 und 5393 t aus, welche das dritte Paar 
 
 (, !,)- (5 und (! 8)-^ 
 liefern, so bestimmen die vier Geraden 
 
 eine Kegelschnittschar des Gewebes und bilden ein voll- 
 standiges Vierseit, dessen drei Diagonalen 
 
 !,!, 3333, i, leej 
 
 sind; die Durchschnittspunkte derselben 
 
 (,, SSO = a, (<< a^) - b, (!, 3393,) = c 
 
 bilden ein gemeinsames Polardreieck fiir samtliche Kegel- 
 schnitte der Schar. 
 
 Xennen wir die dritten Schnittpunkte der (7 (3) mit 
 den Geraden 
 
 und nehmen aus der vorigen Kegelschnittschar, fiir welche 
 abc ein Polardreieck ist, denjenigen besonderen Kegel- 
 schnitt ^ (2) heraus, welcher die Verbindungslinie 
 
 beruhrt, dann geht aus p an ihn die eine Tangente | pq | 
 und das Paar konjugierter Strahlen pb | und 'pal rucksicht-
 
 54 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 lich des Kegelschnitts $<>, well a der Pol von pb 
 1st; folglich 1st die andere Taugente t aus p an R^ der 
 vierte harinonische Strahl zu pq | zugeordnet riicksichtlich 
 des Paares | pb | und | pa |. 
 
 Ebenso geht aus q auBer der Tangente | qp noeh eine 
 zweite Tangente t' an $ 12 ), welche von jener harmonisch 
 getrennt wird durch das Strahlenpaar | qo | und | qb |. 
 
 Die beiden Tangenten t und t' schneiden sick in dem 
 vierten harmonischen Punkt auf | ab | = | ((, |, welcher 
 von dem Schnittpunkt (pq, ab) harmonisch getrennt wird 
 durch das Punktepaar ab. 
 
 Nennen wir diesen Schnittpunkt vorlaufig 
 
 (tt')-r'; 
 dann inussen, weil die Seiten der beiden Dreiecke 
 
 StSe, und pqr' 
 
 denselben Kegelschnitt &W beriihren, ihre sechs Ecken auf 
 einem Kegelschnitt liegen. Die drei Punkte 51, $8, C^ bilden 
 aber ein Punktetripel der (7 (3) , weil ihre konjugierten Puukte 
 SljSS^ auf -einer Geraden liegen (2.), also muB dieser Kegel- 
 schnitt der (7 (3) in drei weiteren Punkten begegnen, die eben- 
 falls ein Tripel bilden; vou diesen sind p und q zwei Ecken; 
 zu ihnen giebt es nur einen einzigen bestimrnten dritten 
 Tripelpunkt und derselbe muB offenbar r' sein, also auf 
 j ab | = | SSj | liegen; es giebt aber auf J j | nur noch 
 einen dritten Punkt der C (3 \ namlich r, folglich muB identisch 
 
 r' = r 
 sein, und wir erhalten den Satz: 
 
 Schneidet eine beliebige Gerade die (7 (3) in drei 
 Punkten 51, S3, (, deren konjugierte Puukte ^ , 93^ G t 
 seien, so bilden die drei Punktepaare ?15( 17 9323^ ((, 
 die drei Paar Gegenecken eines vollstandigen Vier- 
 seits; die drei Diagonalen desselben | 5JC5l x |, IS393J, 
 [ SSj | begegnen der (7 (3) in drei neuen Punkten p, q, r, 
 welche ein Tripel der C (3} bilden. 
 
 Da p, q, r Tripelpunkte der C t(3) sind, so rniissen ihre 
 drei konjugierten Punkte p^q,,^ auf einer Geraden liegen.
 
 8. Die C^ und $ '-) als Tripelkurven. 55 
 
 Dies sind aber bekanntlich diejenigen drei Punkte, in welche n 
 die Tangenten in 3193 (oder in $t 1 93 1 $i) zuin dritten Mai 
 der C (3) begegnen; wir erhalten daher den doppelten Satz: 
 
 Schneidet eine Gerade die (7 (3) in drei Punkten 
 21, 33, , so treffen die Tangenten in denselben die 
 O 3) zum dritten Mai in drei neuen Punkten, welche 
 wieder auf einer Geraden liegen, und: 
 
 Zieht man in drei Tripelpunkten 2lj, 93 n x einer 
 6 <(3) die drei Tangenten, so treffen dieselben die C (3) in 
 drei neuen Punkten, welche auf einer Geraden liegen. 
 
 (Sind insbesondere die drei Punkte 21, 93, auf der 
 unendlich entfernten Geraden g^ gelegen, werden also die 
 drei Tangenten in den unendlich entfernten Punkten der C (3) 
 die Asymptoten derselben, so miissen diese ebenfalls der G T(3) 
 in drei neuen Punkten begegnen, welche auf einer Geraden 
 liegen.) 
 
 5. Die letzten beiden Satze sind nur spezielle Falle 
 von etwas allgemeineren, zu denen wir auf folgende Weise 
 gelangen: 
 
 Schneide eine beliebige Gerade die C (3) in drei Punkten 
 21,93,, deren konjugierte 21 1 ,93,, 1 seien, und eine be- 
 liebige zweite Gerade die C (3) in den Punkten 2C, 93', ', 
 deren konjugierte 2l{, 33 j, ' seien, dann liegen bekauntlich 
 (2.) diese zwolf Punkte zu je dreieu auf folgenden acht Ge- 
 raden 
 
 | 2(93 | = rf, | 2C33'' |=rf', 
 
 :j = , 2C93;; [ = ', 
 
 U-6, 1 95';2t; \-v, 
 U = c , ic';ii-^ 
 
 und diese acht Geraden beriihren eiuen und denselben Kegel- 
 schnitt des Gewebes, wie wir wissen ( 3, 5). 
 
 Aus sechs Tangenten des Kegelschnitts konneu wir 
 ein Brianchonsches Sechsseit bilden und fur dasselbe den 
 Brianchonschen Punkt (Durchschnittspunkt der drei Ver- 
 bindungslinien der Gegenecken) aufsuchen. 
 
 Wenn wir inimer das Brianchonsche Sechsseit voran 
 und den zugehorigeu Brianchonscheu Punkt als Durch-
 
 56 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schnittspunkt dreier Geraden darunter schreiben, so erhalten 
 wir folgendes Schema: 
 
 f adba'd'b' 
 
 2) I \ 9393 1 
 
 3 ) I | ' I, j 3131' |, i ca', ac' 
 
 { j 3^31; !, i 93 t 93; |, | al', ba 
 f cabc'a'b' 
 
 \"im. 
 
 ^ U 
 
 !> I i!i M 
 abca'b'c' 
 
 { 
 
 ab'ca'bc' 
 
 Hieraus wird nun ersichtlich, daB die beiden Dreiseite 
 | 3131' ', i 9393' |, | .6' | und 
 
 1 31^; i, 93^1, i Si; i 
 
 perspektive Lage haben, weil die drei Verbindungslinien 
 ihrer entsprechenden Ecken durch einen Punkt laufen [nach 7.)] ; 
 folglich miissen auch die drei Schnittpunkte ihrer ent- 
 sprechenden Seiten auf einer Geraden liegen; nennen wir 
 diese Schnittpunkte 
 
 (3131', 31^0 = 31", 
 
 (93 93', 93,930 = 93", 
 
 so sind dies offenbar die dritten Schnittpunkte der drei Ge- 
 raden | 3131' |, | 9393' |, | (' | mit der C< 8 >. Wir erhalten 
 also den doppelten Satz: 
 
 Trifft eiue Gerade g die C (3) in den drei Punkten 
 3(, 93, ( und eine beliebige zweite Gerade </ die (3) 
 in 31', 93', ', und man verbindet die drei ersten Punkte 
 in irgend welcher Weise mit den drei letzten durch 
 drei Gerade
 
 8. Die Ci 3 ) und &(3)als Tripelkurven. 57 
 
 |, | 3393' |, | ((' |, 
 so treffeii diese drei Verbindungslinien die (7 (3) in 
 drei neuen Punkten einer Geraden. 
 
 (Die Zuordnung der drei ersten zu den drei andern 
 Punkten ist dabei ganz irrelevant.) 
 
 Andererseits : 
 
 Hat man zwei beliebige Trip el ^i l ^& 1 ^ l und 
 ^iSBJ&l der C r(3 \ und man verbindet die drei ersten 
 Punkte in irgend welcher Weise mit den drei letzten 
 durch drei Gerade | 2^ , | ^^[ |, | &&[ |, so treffen 
 diese drei Verbindungslinien die C (3) in drei neuen 
 Punkten einer Geraden. 
 
 (Die Zuordnung der drei ersten Punkte zu den drei 
 andern ist dabei ganz irrelevant.) 
 
 Fallen in diesen beiden S'atzen insbesondere die ge- 
 strichenen Punkte mit den ungestrichenen zusammen, so 
 erhalten wir die Satze von 4. Ftigen wir noch zu den 
 obigen Punkten "SI", 93", g" ihre konjugierten %[', S3;', g{' 
 hinzu, namlich 
 
 (<<{, 6^') = ^", 
 
 so bilden ofifenbar %[', %[', S{' ein Tripel der C< 3 >, und wir 
 konnen den dritten Satz aussprechen: 
 
 Trif ft eine Gerade y die 6 >(3) in den drei Punkten 
 3(, 93, (, nimmt man ferner ein beliebiges Tripel 
 H{, 93j', (,' der C (3) , und verbindet die drei ersten 
 Punkte in irgend einer Weise mit den drei letzten 
 durch drei Gerade | 3131J |, 2393J |, | (<; , so treffen 
 diese drei Verbindungslinien die C (3) in drei neuen 
 Punkten, welche ein Tripel der C (3) bilden. 
 
 (Die Zuordnung der drei ersten Punkte zu den drei 
 andern ist dabei ganz irrelevant.) 
 
 Auch diese Satze sind nur spezielle Falle von noch 
 allgemeineren, zu denen wir im nachsten Paragraphen ge- 
 langen.
 
 58 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 9. Erzeugung der C {3) vermittelst eines Kegelschnitt- 
 biischels und eines mit ihm projektiven Strahlbiischels. 
 
 1. Nehmen wir irgend vier Punkte der C (3) 
 
 , S3, <, 
 
 und ziehen die Geraden | 5133 | und j ( |, welche resp. in 
 q und C 2 der Kurve zum dritten Mai begegnen, so miissen 
 nach dem in 8, 5 bewiesenen Satze die drei Verbindungs- 
 linien | 5l( |, | S3 | und | C X C 2 1 der (7 (3) in drei Punkten einer 
 Geraden begegnen; ebenso mtissen auch | 51 |, | 33 ( | und 
 | CiC 2 | der (7 (3 ) in drei Punkten einer anderen Geraden begegnen; 
 treffen also die sechs Seiten des vollstandigeii Vierecks 
 5IS3S, namlich 
 
 51 S3 die Kurve C< 3 > in c 
 
 so miissen sich 
 
 n 
 
 
 
 in einem und demselben Punkte D der C (3) begegnen. Diese 
 drei Geraden sind also drei Strahlen eines Strahlbiischels D; 
 die drei Linienpaare 
 
 | ^33 | und | (5 |, | 51(5 | und | S3 |, | 95 | und | 5t | 
 konnen wir als drei ausgeartete Kegelschnitte des Biischels 
 mit den vier Grundpunkten 51 S3 (5 auffassen und den drei 
 Strahlen des Strahlbiischels O entsprechend setzen; durch 
 drei Paare entsprechender Elemente ist eine projektive Be- 
 ziehung zweier Gebilde gerade bestimmt. Wenn wir dem- 
 gemaB das Kegelschnittbiischel [5(53 (J auf die in 4,5 
 angegebene Weise auf ein einfaches Strahlbiischel reduzieren 
 und dasselbe mit dem Strahlbiischel D durch diese drei 
 Paare entsprechender Elemente in projektive Beziehung setzen, 
 so haben wir dadurch das Kegelschnittbiischel [5(33] 
 selbst auf das Strahlbiischel D projektiv bezogen, so daB
 
 9. Erzeugung d. C^ 3 * vermittelst einea Kegelschnittbiischels etc. 59 
 
 den drei Linienpaaren desselben die drei Strahlen | Do^ , 
 |Dbjb 2 |, jDCjCjjl des Strahlbiischels ) entsprechen. Nun 
 wird jedem Kegelschnitt des Biischels [5(93 S3)] ein be- 
 stimmter Strahl des Strahlbiischels C und umgekehrt ent- 
 sprechen, und wir konnen nach dem gesamten Orte der 
 Durchsehnittspunkte entsprechender Elemente der beiden 
 projektiven Gebilde fragen. 
 
 Dieser 1st eine Kurve dritter Ordnung Cf* , denn eine 
 beliebige Gerade g schneidet das Kegelschnittbiischel in einer 
 Punktinvolution, das Strahlbiischel O in einer einfachen 
 Punktreihe und beide Gebilde stehen in projektiver Beziehung; 
 sie haben aber, wie wir in 4, 3 gesehen haben, im All- 
 gemeinen drei incidente Punkte, in welch en ein Punkt der 
 Punktreihe mit einem Punkte des entsprechenden Punkte- 
 paares der Punktinvolution zusaramenfallen, und diese drei 
 Punkte gehoren deni gesuchten Orte an; derselbe ist also 
 von der dritten Ordnung. [Wir konnen uns auch in folgender 
 Weise davon iiberzeugen, daB das Erzeugnis beider pro- 
 jektiver Gebilde eine Kurve dritter Ordnung ist: Die be- 
 liebige Gerade g schneidet die Kegelschnitte des Biischels 
 [9(S3SS)] in den Punktepaaren jjj L> einer Punktinvolution; 
 die Strahlenpaave | OjJ, | Dj 2 | liefern eine Strahleninvolution; 
 ein beliebiger durch gelegter Kegelschnitt ^ (2) schneidet 
 das Strahlenpaar in l^t)., und die Durchbohrungssehne | t)^^, 
 lauft durch einen festen Punkt @ und beschreibt ein Strahl- 
 biischel, auf welches das Kegelschnittbiischel reduziert wird. 
 Dieses Strahlbiischel [<S] ist mit dem Strahlbiischel [O] 
 projektiv unserer Annahme gemilB, und die beiden projektiven 
 Strahlbiischel [@J und [C] erzeugen daher einen Kegel- 
 schnitt KV\ welcher mit dem vorigen ^ (2) auBer D noch 
 drei Punkte im allgenieinen gemeinschaftlich hat. Dieselben 
 mit C verbunden geben drei Strahlen, welche offenbar g in 
 den gesuchten drei Punkten des Ortes treffen, welche auf g 
 liegen. Der erzeugte Ort ist daher eine Kurve dritter Ord- 
 nung, weil er auf jeder beliebigen Geraden drei Punkte hat, 
 von denen iinnier einer reell sein rnuB, wuhrend die beiden 
 andern auch konjugiert-imagiuiir sein konnen.] Das <Er-
 
 gO Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 zeugnis geht, wie unmittelbar einleuchtet, durch die vier 
 Grundpunkte 9(, 93, , 2) des Kegelschnittbiischels und durch. 
 den Mittelpunkt D des Strahlbuschels, und enthalt die 
 sechs Punkte d^, fc^? qCg, also schon elf Punkte unserer C (3) . 
 
 Da aber zwei Kurven dritter Ordnung nicht mehr als 
 3.3 = 9 Punkte gemein haben konnen, ohne identisch zu- 
 sammenzufallen, so ist die erzeugte Kurve C ( ^ mit unserer 
 C< 3) identisch. Hieraus erkennen wir den fundanientalen Satz: 
 
 Wenn wir durch irgend vier Punkte 5(, 93, , 
 einer C< 3) ein Biischel von Kegelschnitten legen, von 
 denen jeder der Kurve noch in zwei weiteren Punkten 
 ia begegnet, so lauft die Sehne ' J t j 2 bestandig 
 durch einen festen Punkt C der C (3) und beschreibt 
 ein Strahlbiischel, welches mit dem Kegelschnitt- 
 biischel [SI S3 3)] projektiv ist. 
 
 Wir wollen den von 3(^8(5 abhangigen Punkt D der 
 (7 (3) , der schon durch zwei Linienpaare bestimmt wird, den 
 Gegenpunkt des Pu nktquadrupels ?(93S nennen. 
 
 2. Wir. konnen das gewonnene Resultat auch anders 
 auffassen: 
 
 Gehen wir von vier beliebigen Punkten der 6' (3) aus 
 
 SI, 93, und D 
 und mogen die Geraden 
 
 | 93 | der C (3) zum dritten Mai begegnen in a,, 
 21 6, 
 
 i } 
 
 1 DC i 
 
 I *^ v l 1 ;> ?7 ;> ?> 
 
 so werden nach dem obigen Satze (^ 8, 5), weil 
 
 SI, 93, C, auf einer Geraden liegen 
 und 
 
 n "i> *-' ?> ;> ?) 
 
 auch die dritten Schnittpunkte von 
 
 auf einer Geraden liegen miissen; der erste ist , der dritte C 2 , 
 also schneiden sich . 93 6 2 und C 2 | in einem Punkte der C (?) .
 
 9. Erzeugung d C w vermittelst einesKegelschnittbuschels etc. 61 
 
 Weil ebenso 
 
 93, CL Q, auf einer Geraden liegeu 
 und 
 
 c c ^ 
 
 v n *-2 ^ )> 
 
 so miissen auch die dritten Schnittpunkte von 
 
 auf einer Geraden liegen; der erste ist 31, der dritte a 2 , also 
 schneiden sich Sc 2 und 3ld 2 j in einem Punkte der 6 1(3 >. 
 Der Strahl | ( C 2 enthalt aber nur noch einen dritten Kurven- 
 punkt 3), also schneiden sich 
 
 in einem und demselben Punkte 2) der Kurve C (3) . Jetzt 
 ist wiederum der Gegenpunkt des Punktquadrupels 3(33(52), 
 also jeder durch O gezogene Strahl des Strahl biischels muB 
 C (3) in zwei Punkten j,, . 2 begegnen, welche mit 31 S3 & 2) 
 auf einem Kegelschnitt des Biischels [31S5S3)] liegen, und 
 wir erhalten den Satz: 
 
 Nimmt man auf einer C 3) drei beliebige Punkte 
 31, S3, (, und zieht durch einen beliebigen vierten 
 Punkt C derselben Strahlen, deren jeder in zwei 
 weiteren Punkten J 1? J 2 der C (3) begegnet, so wird der 
 veranderliche Kegelschnitt [3tS3Sj, J 2 ], welcher durch 
 diese fiinf Punkte bestimmt wird, noch durch einen 
 vierten festen Punkt 2) der (3) laufen und ein 
 Kegelschnittbiischel beschreiben, welches mit dein 
 Strahlbiischel [0] projektiv ist. 
 
 3. Aus der Erzeugung der C (3) vermittelst eines Kegel- 
 schnittbusehels und eines mit demselben projektiven Strahl- 
 biischels konnen wir auch zuriickgelangen zur urspriinglichen 
 Erzeugung der C (3) ( 3) vermittelst zweier Strahleninvolu- 
 tionen in projektiver Beziehung und halb-perspektiver Lage, 
 wenn wir die Grundpunkte des Biischels zweckmafiig wahlen. 
 
 Seien die Grundpunkte des Kegelschnittbiischels StSS^5 
 und der zugehorige Gegenpunkt ^S n so wird dem besonderen 
 Kegelschnitt des Biischels, welcher durch ^ geht, als ent- 
 sprechender Strahl des Strahlbiischels ^j die Tangente der
 
 (32 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 (7(8) im Punkte ^ zugehoren. Wenn also diese Tangente der 
 C (3) zum dritteu Male in X begegnet, so mussen die sechs 
 Punkte 51, 93, , ^5, ^$, , X auf einem Kegelschnitt liegen. 
 In gleicher Weise rnuBte, wenn wir fur die Grundpunkte 
 eines erzeugenden Kegelschnittbuschels 91 93(5^! wahlten und 
 ty der zugehorige Gegenpunkt ware, der durch 2(33 (5^, ^ 
 gelegte Kegelschnitt als sechsten Schnittpunkt mit der O 3) 
 denjenigen Punkt haben, in welchem die Tangente in ty an 
 der C (3) derselben zum dritten Mai begegnet. Nun schneidet 
 aber der durch die fiinf Punkte &, 93, (5, ty, ^? t gelegte 
 Kegelschnitt die C< 3) nur noch in einem einzigen sechsten 
 Punkte X, also mussen die beiden Tangenten der C (3) in ^5 
 und ^|S 1 sich in einem Punkte X der C (3) begegnen. 
 
 Dies ist der Fall, wenn wir fur ty und ^ ein Paar 
 konjugierter Punkte der C (:<) wahlen ( 2, 7); nehraen wir dies 
 an, so hat sowohl das Biischel 
 
 den Gegenpunkt ^,, als auch 
 
 Da aber ^^S,X selbst ein Tripel von Punkten der C<> 
 bilden ( 8, 3) und der durch dieselben gelegte Kegelschnitt 
 der C (3) in 5193(5 begegnet, so mussen auch S(93S ein Tripel 
 der C (y > bilden ( 8, 3), und wir erhalten den Satz: 
 
 Legt man durch ein Punktetripel 3(93(5 der C'^ 8) 
 .und einen beliebigen Punkt ^8 derselben ein Biischel 
 von Kegelschnitten, deren jeder der C (:!) noch in 
 zwei weiteren Punkten begegnet, so lauft die un- 
 veranderliche Verbindungslinie der letzteren durch 
 einen festen Punkt ^S t der C (31 , den konjugierten zu 
 ^3 und beschreibt daher ein einfaches Strahlbiischel 
 ^Pi, welches mit dem Kegelschnittbuschel projektiv 
 ist; ebenso wie fur das Punktquadrupel [2193(5^] der Gegen- 
 punkt y$L ist, ist auch fur das Punktquadrupel [5(93S^SJ 
 der Gegenpunkt ^5. Wir erzeugen hierdurch die C (y> in 
 doppelter Weise vermittelst eines Kegelschnittbuschels und 
 eines mit ihm projektiven Strahlbiischels. 
 
 4. Legen wir nun durch 2193(5^3 einen beliebigen Kegel- 
 schnitt und lassen denselben von dem entsprechenden Strahle
 
 9. Erzeugung d. C( s ) vermittelst eines Kegelschnittbiischels etc. 63 
 
 des Strahlbiischels ^S t in j t und r. 2 durchschneiden, so ge- 
 horen cliese Punkte vermoge der Erzeugung der C (3 ' aus deni 
 Kegelschnittbiischel und deni mit ihm projektiven Strahl - 
 biischel der C (3) an. Schneidet | ^?j x | die G' (3 > zum dritten 
 Mai in \) 2 und |^8j 2 ! die ^ (3) zum dritten Mai in t),, so 
 miissen infolge der zweiten Erzeugung auch 
 
 auf einem Kegelsclmitt liegen, dessen entsprechender Strahl 
 
 auf einern Kegelschnitt liegen, dessen entsprechender Strahl 
 
 I ^&9i ist - 
 
 Da aber ^^tj-j auf einer Geraden liegen, ^3^ auf 
 einer zweiten Geraden liegen, so werden nach unserm obigen 
 Satze auch die dritten Schnittpunkte der drei Verbindungs- 
 linien ^3^S |, ; >l> Qi^l au ^ einer dritten Geraden liegen 
 miissen. Nun ist | ^5 ^8 | die Tangente in $J, welche in X 
 schneidet; ,., | schneidet in ^ n also nauS | t) t ^ | durch 
 den dritten Schnittpunkt von | X^Sj | gehen; dieser ist aber 
 ^! selbst, weil j X^5 t die Tangente in ^ sein soil; also 
 folgt, daB auch ^t)!!)., auf einer Geraden liegen, und mithin 
 9( 33 ^8 t)j tJ2 auf clem entsprechenden Kegelschnitt bei der 
 ersten Erzeugungsart. 
 
 Die vier Geraden 
 
 l&Si&l, l^i 9,9, I, l^ifel, l*&9il 
 bilden ein vollstandiges Vierseit, dessen drei Paar Gegen- 
 ecken ^S^Si, J,t) n i%t)., sind. 
 
 Weim wir nunniehr auf den vier Seiten zu ty und ^ die 
 zugeordneten vierten harmonischen Punkte aufsuchen, namlich 
 
 so bilden fofotjt^ ein Viereck, und es liegen bekanntHch 
 ! J 3 ^3 auf einer Geraden, 
 
 n '2 -ri M ?> 
 
 und die Schnittpunkte
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 sind bekanntlich identisch (Fig. 1). 
 
 Lassen wir in die Figur die Bewegung eintreten, welche 
 durch die projektive Beziehung der erzeugenden Gebilde ge- 
 geben ist ; so verandern sich mit ^Jot)^ aucli fo&jtjt,, aber 
 es laufen | fo g 2 I durch den festen Punkt ty und | tj i 2 \ 
 durch den festen Punkt S t . 
 
 Fig. 1 . 
 
 Wegen der harrnonischen Beziehung gebt durch j die 
 Polare von ^ riicksiehtlich des Kegelschnitts [^ISS^j^J, 
 und , selbst 1st der Schnittpunkt dieser Polare niit deni 
 entsprechenden Strahle | ^iJ!J 2 I- Da die Polaren von ^ 
 in Bezug auf samtliche Kegelschnitte des Biischels [S(33S^S] 
 ein Strahlbiischel beschreiben, welches mit dem Kegelschnitt- 
 biischel prqjektiv ist, dieses aber mit dem Strahlbiischel 
 I ^PiEiEa I projektiv ist ; so folgt, daB der Punkt t bei der 
 Bewegung einen Kegelschnitt (das Erzeugnis zweier projek- 
 tiven Strahlbiischel) beschreibt. Denselben Kegelschnitt be- 
 schreibt offenbar auch ^; die veranderliche Sehne ' ^^ | dieses 
 Kegelschnitts lauft aber durch den festen Punkt $p, folglich 
 wird das Strahlenpaar 
 
 eine Strahleninvolution beschreiben; wir konnen also dea 
 Satz aussprechen:
 
 9. Erzeugung d. C^ 3) vermittelst eines Kegelschnittbuscbelsetc. 65 
 
 Sind ty und ^ zwei Punkte der C (3) , dereu Tan- 
 genten sich in einein Punkte X der Kurve schneiden, 
 und dreht man um ty einen Strahl, welcher in , und 
 t) 2 der C (3 ' begegnet, so beschreibt das Strahlenpaar 
 I^Pii'i I? I s -Pityj eine Strahleninvolution. 
 
 In ganz gleicher Weise erkennen wir, daB das Strahlenpaar 
 
 j^tjE: $ Ei ; und l^lHi-l^l 
 
 bei der projektiven Bewegung eine Strahleninvolution be- 
 schreibt Diese beiden Strahleninvolutionen [^8] und [^J 
 sind beziehungsweise projektiv mit den von | ^5 1 t 1 t 2 | und 
 ^P5iS-> I beschriebenen einfachen Strahlbiischeln. Diese beiden 
 Strahlbiischel selbst sind aber projektiv (und zwar perspektiv 
 gelegen); denn fiir die Strahleninvolution [^SJ wird jedes 
 Strahlenpaar | ^Sj t | und | ^5j 2 | durch den festen Strahl 
 1 ty^i | uiid den veranderlichen Strahl | ^Sg, 2 | harnionisch 
 getrennt; folglich ist das von j ^,&j | beschriebene Strahl- 
 biischel mit der von | ^8j t | und | ^j$r. 2 1 beschriebenen Strahlen- 
 involution projektiv; mit letzterer ist aber auch das Strahl- 
 biischel | ^Pjtjt^ | projektiv; folglich sind die beiden von 
 I s -PSi2 un d v on | ^tjtg beschriebenen Strahlbiischel pro- 
 jektiv und daher auch die beiden Strahleninvolutionen [$J$] 
 und [^]. 
 
 Sie befinden sich aber auch in halbperspektiver Lage, 
 weil deni besonderen Kegelschnitt 
 
 welcher beiden Biischeln [StSS^J und [21236^ ] gleichzeitig 
 angehort, fiir das eine das Strahlenpaar | ^ X X | und | ^^S |, 
 fiir das andere das Strahlenpaar j ^3 | und j ^P^ | zugehort, 
 und da dies entsprechende Strahlenpaare der beiden pro- 
 jektiven Involutionen [ty] und [^5,] sind und den Strahl 
 | ^B$P! I ^E ^S t ^5 I gemein halfen, so befinden sich die In- 
 volutionen in halbperspektiver Lage. 
 
 Hierdurch ist der Nachweis geliefert fiir dieldentitat 
 der Erzeugnisse bei den beiden verschiedenen Er- 
 zeugungsweisen; die Punkte j. 2 , Q t t) 2 erscheinen in der 
 Weise geordnet: 
 
 SchrSter, Tlieorie der ebenon Kurven 3. Ordn. 5
 
 QQ Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Ji& und *)i*)2 
 
 als Durchschnittspunkte entsprechender Elemente aus dem 
 Kegelschnittbiischel [5(93 ^8] und dem ihm projektiven 
 Strahlbiischel ^ t ; in der Weise geordnet: 
 
 als Durchschnittspunkte entsprechender Elemente aus dem 
 Kegelschnittbiischel [^SBS^] und dem ihm projektiven 
 Strahlbuschel ^3; in der Weise geordnet: 
 
 als Durchschnittspunkte entsprechender Strahlenpaare zweier 
 Strahleninvolutionen [^5] und [^,] in projektiver Beziehung 
 und halbperspektiver Lage.* 
 
 5. Aus dieser allgemeinen Erzeugungsweise der C (3) ver- 
 mittelst eines Kegelschnittbiischels und eines mit demselben 
 projektiven Strahlbtischels ergeben sich eine Menge Folge- 
 rungen, von denen wir einige hervorheben wollen. 
 
 Wenn wir einen beliebigen Kegelschnitt aus dem er- 
 zeugenden Biischel [5t33S] herausnehmen und seine beiden 
 tibrigen Schnittpunkte mit C (3) durch (, ^ bezeichnen, so 
 werden, weil auch das Linienpaar | 9(93 | und | S3) | dem 
 Biischel angehort, die beiden dritten Schnittpunkte auf diesen 
 Geraden in einer neuen Geraden liegen mit dem Gegenpunkt 
 des Punktquadrupels $93 3), also auch mit dem dritten 
 Schnittpunkt auf | @5 ! Dies giebt den Satz: 
 
 Schneidet ein Kegelschnitt die C (3) in sechs 
 Punkten $l f $, <S, $),<$, f und zieht man drei Sehnen 
 1 1 9(93 , | (35 |, |@$!, so schneiden dieselben die C< 3 > 
 in drei neuen Punkten, welche in einer Geraden 
 liegen. (Die Gruppierung der sechs Punkte zu je zweien 
 ist dabei vollig irrelevant); oder umgekehrt: 
 
 Schneidet eine Gerad'e die C (3) in drei Punkten, 
 durch deren jeden eine neue Gerade gezogen wird, 
 welche der C (8) in zwei weiteren Punkten begegnet, 
 
 * F. Schur, Synthetischer Beweis fiir die Identitat einer Tripel- 
 kurve etc. (Schlomilchs Zeitschr. Bd. XXIV.)
 
 9. Erzeugung d. C^ vermittelst eines Kegelschnittbiischels etc. 67 
 
 so liegen die dadurch erhaltenen sechs neuen Punkte 
 auf eineni Kegelsclinitt. 
 
 Man kann insbesondere von diesen sechs Punkten drei 
 in einen einzigen zusammenfallen lassen und erhalt dann 
 folgendes Eigebnis: 
 
 Schneidet eine Gerade die (7 (3) in drei Punkten 5(, 23, (, 
 und verbindet man dieselben mit eineni beliebigen Punkt ^ 
 der C< 3) durch drei Gerade \ty%\, $93 |, | $( |, welche 
 niit der C (3) die dritten Schnittpunkte 3t 1; S 17 (Ej haben, 
 dann wird ein Kegelschnitt, welcher durch ^33^^ gehtundin 
 s $ die Tangente der C (s) beriihrt, notwendig in diesem Punkte 
 mit der C< 3) drei zusammenfallende Punkte, d. h. eine dreipunk- 
 tige Beriihrung haben. Der Kriimmungskreis dieses Kegel- 
 schnitts in ty wird also gleichzeitig Kriimmungskreis fiir die 
 (70) j m Punkte ty sein und kann demgemaB konstruiert werden. 
 
 ). Sind 3(, 33, S, 3} die Grundpunkte des erzeugenden Kegel- 
 schnittbiischels und D der zugehorige Gegenpunkt, also der 
 Mittelpunkt des erzeugeuden Strahlbiischels, so wird, wie 
 schon in 4. bemerkt wurde, das Schnittpunktpaar J,J 2 eines 
 Biischelkegelschnitts niit deni entsprechenden Strahl des 
 Strahlbuschels harmoiiisch getrennt durch C und den Schnitt- 
 punkt der Polare von O riicksichtlich des entsprechenden Kegel- 
 schnitts. Da aber bekanntlich die Polaren von C in Bezug auf 
 samtliche Kegelschnitte des Buschels durch einen festenPunkt s ^ 
 laufen und ein Strahlbuschel beschreiben, welches mit clem Kegel- 
 schnittbiischel projektiv ist, also auch mit dem erzeugenden 
 Strahlbuschel [D] projektiv sein muB, so erzeugen die Strahl- 
 buschel [D] und [^] einen Kegelschnitt und wir erhalten den Satz: 
 
 Zieht man durch einen Punkt D der C (3) Strahlen, 
 deren jeder in einem weiteren Punktepaare der C (3) 
 begegnet, und bestimnit man zu D den zugeordneten 
 vie r ten harmonischen Punkt riicksichtlich des 
 Punktepaars, so beschreibt derselbe einen Kegel- 
 schnitt, welcher durch 5 geht und dieselbe Tangente 
 in D hat, wie die C (3) . 
 
 Wir wollen diesen Kegelschnitt D (2) die konische 
 Polare des Punktes D nennen; da sie schon in D zwei 
 
 5*
 
 gg Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 zusamuienfallende Punkte rait der C (3) gemein hat, so schneidet 
 sie dieselbe im allgemeinen noch in vier weiteren Punkten, 
 die mit O verbunden offenbar vier Tangenten aus an die 
 C (3) liefern, weil bei vier harmonischen Puiikten, wenn zwei 
 derselben zusammenfallen, auch der letzte in diesen hinein- 
 fallen mu6. Wir schlieBen also: 
 
 Es gehen im allgeineinen aus einem Punkte ) 
 der C (3) auBer der Tangente in D selbst noch vier 
 Tangenten an die C' |3) ; die vier Beriihrungspunkte 
 derselben liegen auf einem Kegelschnitt D (;J) , der 
 konischen Polare von D, welcher in C dieselbe Tan- 
 gente hat mit C (3) . 
 
 Nehmen wir einen dein Punkte D unendlich nahen 
 Punkt O' der 6 T(3) und legen aus ihm die vier neuen Tan- 
 genten an die Kurve, so erhalten wir vier neue den vorigen 
 unendlich benachbarte Beriihrungspunkte , und der vorige 
 Kegelschnitt kann auch aufgefaBt werden als gelegt durch 
 die beiden Punkte D, )' und die vier Schnittpunkte je 
 zweier unendlich naher Tangenten aus O und )', weil der 
 Schnittpunkt zweier unendlich benachbarter Tangenten an 
 Stelle eines jeden der beiden Beriihrungspunkte gesetzt 
 werden darf. Da nun solche sechs Punkte auf einem Kegel- 
 schnitt liegen, so mu6 das Doppelverhaltnis des Tangenten- 
 quadrupels aus D dem Doppelverhaltnis des Tangenten- 
 quadrupels aus O f gleich sein; und gehen wir von )' zu 
 einem neuen unendlich benachbarten Punkt D" fiber und so 
 fort auf der C&\ so behalt das Doppelverhaltnis des Tangenten- 
 quadrupels bei festgehaltener Zuordnung immer denselben 
 Wert. Wir konnen also den Satz aussprechen: 
 
 Das Doppelverhaltnis des Tangentenquadrupels 
 aus einem Punkte O der C' (3) fur beliebige Zuordnung 
 behalt bei der Veranderung des Punktes C auf der 
 C^y aber festgehaltener Zuordnung, immer denselben 
 konstanten Wert. (Vergl. 13,3.) 
 
 Dies ist eine eigene charakteristische Konstante fiir die 
 Kurve dritter Ordnung, und je nachdem dieses Doppel- 
 verhaltnis ein harmonisches oder ein aquianharmonisches
 
 9. Erzeugung d. C (3) vermittelst eines Kegelschnittbuschels etc. (39 
 
 ist, kann man eine solche C (3) erne harmonische oder aqui- 
 anharmonische nennen und die Eigenschaften dieser besonderen 
 Kurven C (3) aufsuchen. Auf die aus der Unveranderlichkeit 
 dieses Doppelverhaltnisses hervorgehenden weiteren Eigen- 
 schaften der allgemeinen G (3) werden wir noch spater Ge- 
 legenheit haben naher einzugehen. 
 
 7. Sind 51 und 5t t zwei konjugierte Punkte der C^\ und 
 konstruiert man in der angegebenen Weise ihre konischen 
 Polaren 5( |5!) und 51 [ 2) , so wird, wenn die Verbindungslinie 
 | 515^ | der 6 1(3) zum dritten Mai in 5( 2 begegnet, der Kegel- 
 schnitt 5l (2) durch. den vierten harmonischen Punkt ?(' 
 gehen, wofern 
 
 ist, und der Kegelschnitt 51 1 ( " ) wird durch den vierten har- 
 monischen Punkt 51 { gehen, wofern 
 
 ist. Es ist also 51., sowohl der vierte harmonische zu 51 
 zugeordnete Punkt riicksichtlich des Paares SCjSl/, als auch 
 der vierte harmonische zu 5tj zugeordnete Punkt riicksicht- 
 lich des Paares 5151'. Die Polare von 51 riicksichtlich des 
 Kegelschnitts 5l| 2) geht also durch denselben Punkt 51 2J wie 
 die Polare von 5(j riicksichtlich des Kegelschnitts 5l (2) , 
 namlich durch den dritten Schnittpunkt 51 2 von 5l5tj j mit 
 der C (3) . 
 
 Da ferner ein Strahlenpaar der zu 51 zugehorigen Strahlen- 
 involution und das entsprechende Strahlenpaar der zu 5t t 
 zugehorigen Strahleninvolution sich in zwei Paaren kon- 
 
 iugierter Punkte ^, , ., 
 
 i und 3: 5) und $ t 
 
 durchschneiden, der Schnittpunkt (Diagonalpunkt) 
 
 a her auf den vierten harmonischen Strahlen durch 51 und 5( 
 die dem gemeinsamen Strahl | 5t5tj zugeordnet sind riicksicht- 
 lich beider Strahlenpaare, liegen inuB, wie aus der bekannten 
 Eigenschaft des Vierseits folgt, so sind einerseits J, und 5( t 
 konjugierte Punkte fur den Kegelschnitt 51 ( % anderseits t 
 und 5t konjugierte Punkte fiir den Kegelschnitt 5^" . Es ist
 
 70 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 also die Gerade j r, t ( 2 , sowohl die Polare von 2lj nach 2J ( % 
 als auch die Polare von 21 nach 2lj (2) . Wir erhalten also 
 den Satz: 
 
 Sind 21 und 2^ zwei konjugierte Punkte der C (3) , 
 2l (2) und 2l ( t 2) die konischen Polaren jener Punkte, so 
 ist die Polare von 21 riicksichtlich des Kegelschnitts 
 2l{ 2) identisch mit der Polare von 21, riicksichtlich 
 des Kegelschnitts 2l< 2) . 
 
 Diese Gerade, welche durch den dritten Schnittpunkt 
 21 2 von | 2151! | mit der C< 3 > hindurchgeht 
 
 ist nichts anderes, als die uns bekannte gerade Linie / 
 ( 3, l), welche die projektive Beziehung der beiden er- 
 zeugenden Strahleninvolutionen vermittelt und der wir hier 
 eine neue Bedeutung abgewonnen haben. 
 
 Die allgenieine Giltigkeit des vorigen Satzes fiir zwei 
 beliebige Punkte 21 und 33 werden wir spater bei der Unter- 
 suchuug der Polar eigenschaf ten der C (3) kennen lernen (21). 
 
 8. Schneidet ein durch die vier Grundpunkte ernes er- 
 zeugenden Kegelschnittbiischels [21 33 S S)] gelegter Kegel- 
 schnitt die (7 {3) noch in G und ^, so geht die Sehne 
 durch den Gegenpunkt D des Puuktquadrupels 
 sind nun @ und ^ t die konjugierten Punkte zu ( und ^ 
 in dem alten Sinne, so ist der Schnittpunkt (($, i?5i) = ); 
 folglich miissen auch 2133(52)^^ auf einem Kegelschnitt 
 liegen, also: 
 
 Liegen irgend sechs Punkte 21, 53, (, 5), @, 5* einer 
 6 I(3) auf einem Kegelschnitt, und ninimt man zu 
 irgend zweien derselben (etwa S und ^) die kon- 
 jugierten Punkte (! und $,), so liegen die vier 
 ubrigen 2t, S3, (E, *) auch mit diesen beiden neuen 
 Punkten ^ l ,^ l auf einem Kegelschnitt 
 
 Hieraus folgt, daB wenn ( u ( ^) l die konjugierteu Punkte 
 zu () sind, auch 21, S3, ( 17 ,, (S n & auf einem Kegel- 
 schnitt liegen miissen, und endlich, wenn 21,, 2^ die kon-
 
 9. Erzeugung d. (7 C3) vermittelst eines Kegelschnittbiischels etc. 71 
 
 jugierten Punkte zu 3(33 sind, daB auch 3^ , ^ , ^ , $, , (, , & 
 auf einem Kegelschnitt liegen miissen; also gilt der Satz: 
 
 Liegen irgend sechs Punkte einer C (3) auf einem 
 Kegelschnitt, so liegen auch ihre sechs konjugierten 
 Punkte auf eineni Kegelschnitt. 
 
 Dies laBt sich auch anders auffassen: 
 
 Zu dem Punktquadrupel [3(33&)] ist der zugehorige 
 Gegenpunkt der dritte Schnittpunkt von | @^ | rnit der C (3) ; 
 zu dem Punktquadrupel [5l x < ^& 1 (^ J ist der zugehorige 
 Gegenpunkt der dritte Schnittpunkt von | @i^fi I m ^ ^ er ^ (3) 5 
 da aber | (S^ I und ^^ | sich in einem Punkte O der (7 (3) 
 schneiden, so folgt: 
 
 Ist zu einem beliebigen Punktquadrupel 3d8($) 
 auf der (7 (3) der zugehorige Gegenpunkt O, und nimnit 
 man die zu 3(93(12) konjugierten Punkte 8C 1; 33 1? 1; $) 17 
 so hat dieses Punktquadrupel als zugehorigen Gegen- 
 punkt denselben Punkt O der C (3) . 
 
 Suchen wir zu zwei Paarea konjugierter Punkte ^(^(j 
 und ^8^8^ als Punktquadrupel aufgefaBt, den zugehorigen 
 Gegenpunkt, so wird, weil das Linienpaar 
 selbst in einem Punkte der C (3) sich begegnet 
 
 die Tangente in ^ den Gegenpunkt enthalten; wenn daher 
 | Sl^ | und |S393 X die dritten Schnittpunkte ^ und S3, 
 haben, so muB auch | 31,^8., | diesen Gegenpunkt enthalten; 
 nennen wir ihn *$', so liegen 3^^^' auf einer Geraden, 
 und <$' ist der dritte Schnittpunkt der Tangente in ty. 
 Nehmen wir in gleicher Weise die Punkte 
 
 ha ben 
 
 ! | den dritten Schnittpunkt 
 
 die Tanente in
 
 72 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 so liegen sowohl 51 2 93 2 ^P' in einer Geraden, 
 als auch 2 2 Q' 
 
 und . 2 %,W ; 
 
 da aber ^, D, $t auf einer Geraden liegen, sobald 2(, 93, (5, 3), @, g 
 sich auf einem Kegelschnitt befinden (5.), da ferner auch 
 *$', O', 91' auf einer Geraden liegen mussen ( 8, 4) als die 
 dritten Schnittpunkte der Tangenten in den Punkten ^P,D,9l 
 einer Geraden, und da endlich durch ^5', O', 91' die drei Ge- 
 raden |$'2C 2 93 2 |, |Q',) 2 j, |9T@ 2 &I gehen, so iniissen 
 51 2 , 93 2 , (S 2 , 5) 2 , @ 2 , ^ 2 auf eineni Kegelschnitt liegen (5.)j 
 also gilt der Satz: 
 
 Liegen sechs Punkte S(, 95, , 3), @, ^ einer C< 3 ' 
 auf einem Kegelschnitt, so liegen nicht nur ihre 
 sechs konjugierten Punkte 5t x , S3j, S 17 t , @j, ^ auf 
 einem zweiten Kegelschnitt, sondern auch die dritten 
 Schnittpunkte 5t a , 95 2 , S 2 , ^) 2 , @ 2 , ^ 2 der sechs Ver- 
 bindungslinien | 31^ |, | S3S3J, ((, |, | 5)J, | <, ,|^^J 
 auf einem dritten Kegelschnitt. 
 
 Die konjugierten Punkte zu 51 2 , 33 2 , S.,, 2) 2 , (S 2 , $- 2 sind 
 nun bekanntlich diejenigen Punkte 91', 93', . . ., $' der C 1 ' 31 , in 
 welchen die Tangentenpaare fiir 81^, S5 t , ..., ^^f, sich 
 treffen, und da St 2 , $8 2 , . .., $T 2 auf einem Kegelschnitt liegen, 
 so mussen nach dem vorigen Satze auch ihre konjugierten 
 Punkte 5T, 93', . . ., $' auf eineni Kegelschnitt liegen; also gilt 
 der Satz: 
 
 Liegen sechs Punkte ?(, 95, (, $), @, g einer (7^ 
 auf eineni Kegelschnitt, so treffen die sechs Tan- 
 genten der C (3) in diesen Punkten die Kurve in sechs 
 neuen Punkten 51', 93', <', $', (', g', welche ebenfalls 
 auf einem Kegelschnitt liegen. 
 
 10. Konstruktioii der C ^ (lurch ueun willkurlich 
 und unabhiingig voneinander gegebeue Punkte. 
 
 1. Die Erzeugung einer C' (S) durch eiu Kegelschnitt- 
 biischel und ein niit demselben projektives Strahlbiischel 
 fuhrt zur Konstruktion der Kurve durch eine zu ihrer Be-
 
 10. Konstruktion der (7 I s ) durch neun willkvirlich etc. Punkte. 73 
 
 stimniung notwendige Anzahl von Punkten; da die Kurve 
 durch die Grundpunkte des Biischels a, b, c, b imd den Mittel- 
 puiikt des erzeugenden Strahlbiischels selbst hindurchgeht, 
 und da drei Paare entsprechender Elemente der beiden Ge- 
 bilde die projektive Beziehung bestimmen, so erhalt man 
 dadurcb 4 + 1 + 3.2 = 11 Punkte der Kurve, die aber nicht 
 voneinander unabhangig sind; vielmehr ist scbon der Gegen- 
 punkt D durch die vier Grundpunkte 0, b, c, b bestimmt, 
 und auf drei durch ) gelegten Strahlen des Strahlbiischels 
 liegen je zwei Punkte mit auf einer Geraden. Wir konnen 
 daher nur die vier Grundpunkte a, b, C, b als unabhangig 
 voneinander gegeben annehmen und von den Durchschnitts- 
 punkten eines Kegelschnitts des Biischels mit dem ent- 
 sprechenden Strahl des erzeugenden Strahlbiischels immer 
 nur einen; nehrnen wir nur drei solcher Punkte, so ist fur 
 jede beliebige Annahme von O die projektive Beziehung der 
 beiden Gebilde gerade erst bestimmt. 
 Wir wollen daher vier Punkte 
 
 e, f, 13, *) 
 
 annehmen und den Punkt so zu bestimmen suchen, daB 
 fur ihn den vier Kegelschnitten : 
 
 [abcbe], [abcbfj, [abcbg], [abcb^], 
 die wir zur Abkiirzung so bezeichnen wollen 
 
 [abcb](efgf)) ; 
 vier Strahlen 
 
 | De|, | Of |, |Dg|, | Of, | 
 
 projektiv entsprechen, die wir, ebenfalls zur Abkiirzung, so 
 bezeichnen wollen 
 
 Durch die Projektivitat 
 
 [abcb](efgt,)AO(ef 9 {)) 
 
 ist der Punkt D noch nicht bestiinmt, sondern auf einen 
 gewissen Ort beschrankt, einen Kegelschnitt, welcher durch 
 efgfy geht und ein bestimnites Doppelverhaltnis fafit. Der 
 Ort eines Punktes D, welcher nach vier gegebenen Punkten 
 e, f, g, () vier Strahlen sendet, die ein Doppelverhaltnis von 
 gegebenem Werte liefern, ist bekanntlich ein Kegelschnitt,
 
 74 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 der so konstruiert werden kann: Man ziehe | ef |, | eg |, | ef) [ 
 und bestimme dutch e denjenigen vierten Stralil t, welcher 
 mit den drei ersten Strahlen den gegebenen Wert des kon- 
 stanten Doppelverhiiltnisses liefert, dann wird der Kegel- 
 schnitt $ (2 \ welcher durch efgf) geht und in e die Gerade t 
 beriihrt, wodurch er gerade bestimmt ist, der Forderung 
 der Aufgabe geniigen, also der Ort von O sein. 
 
 Der Wert des Doppelverhaltnisses ist aber hier gegeben 
 durch die vier Kegelschnitte des Buschels 
 
 [abcb](efg$), 
 
 welches man auf ein Strahlbiischel reduzieren kann ( 4, 5), 
 indem man entweder in einem der vier Grundpunkte die 
 vier Tangenten an diesen Kegelschnitten zieht, oder auf eine 
 gerade Punktreihe, indem man durch einen der Grundpunkte 
 eine beliebige Transversale zieht, welche den Kegelschnitten 
 in vier Punkten begegnet, die den Wert des Doppelverhalt- 
 nisses liefern. 
 
 Aus dem Vorigen geht hervor, daB durch die acht 
 Punkte a, b, c, b, e, f, g, f) nicht nur eine C (3) gelegt werden 
 kann, sondern unendlich viele; denn jeder Punkt D des ge- 
 fundenen Kegelschnitts $ (21 darf als Mittelpunkt eines er- 
 zeugendea Strahlbiischels gewahlt werden, wodurch dann 
 die ganze Beziehung der beiden erzeugenden prqjektiven Ge- 
 bilde hergestellt ist, also die C (3) vollstandig bestimmt ist. 
 
 2. Nehrnen wir nun einen beliebigen Punkt des 
 gefundenen Kegelschnitts und konstruieren die durch ihn 
 vollstandig bestimmte C f(3) , so wird der Kegelschnitt ^ C2) 
 mit der C (3) auBer den fiinf Punkten e, f, g, t), D noch 
 einen notwendigen sechsten Schnittpunkt gemein haben, 
 sodaB die Projektivitat erfiillt wird 
 
 [abcbj(efgt)o) A C(efgf)o); 
 
 nehmen wir aber einen beliebigen andern Punkt D x des 
 Kegelschnitts ^ (2) , so erhalten wir dadurch eine andere C. , 
 welche durch das Kegelschnittbuschel [obcb] und das Strahl- 
 biischel [)J erzeugt wird. Aus der Natur des Kegelschnitts 
 geht aber die Projektivitat hervor
 
 10. Konstruktion der C& durch neun willkiirlich etc. Punkte. 75 
 
 O(efgf)o) AD 
 folglich gilt auch die Projektivitat: 
 
 [oucb](efgf)o) AO^efgfjo), 
 
 woraus folgt, daB auch die Kurve Of* durch den Punkt 
 hindurchgehen inuB. Dies gilt fiir samtliche Punkte 0, ) 1} . . . 
 des Kegelschnitts $ ' 2 \ folglich ergiebt sich der funda- 
 mentale Satz: 
 
 Samtliche Kurven dritter Ordnung C7 (3) , welche 
 durch acht willkiirlich und unabhangig voneinander 
 gegebene Punkte 7 b, (,, b, e, f, g, f) gelegt werden 
 konnen, mussen noch durch eiuen und denselben 
 notwendigen neunten Punkt hindurchgehen. 
 
 Sie bilden ein Kurvenbiischel dritter Ordnung 
 von gleicher Machtigkeit niit den Punkten eines Kegel- 
 schnitts & (2) , also von einfach-unendlicher Mannigfaltigkeit 
 (oe 1 ), wie das ebene Strahlbtischel oder die gerade Punktreihe. 
 
 Wir konnen den vorigen Satz auch so aussprechen: 
 
 Wenn zwei Kurven dritter Ordnung (7 (3) und Cf } 
 sich in neun Punkten begegnen, so mufi jede Kurve 
 dritter Ordnung^ welche durch acht dieser Punkte 
 hindurchgeht, auch durch den neunten gehen. 
 
 Solche neun Punkte bilden eine Gruppe von neun 
 associierten Punkten, indein jeder derselben als der neunte 
 notwendige fiir die iibrigen acht aufgefaBt werden kann. 
 
 Die vorige Betrachtung gestattet auch die Konstruktion 
 des notwendigen neunten Punktes 0, sobald die acht Punkte 
 a, b, c, b, e, \, 9, I) gegeben sind. 
 
 Man lege die vier Kegelschnitte: 
 
 und konstruiere in der oben angegebenen Weise denjenigen 
 Kegelschnitt & (2) , welcher durch efg^ geht und das 
 Doppelverhiiltnis der vier Kegelschnitte faBt; nun vertausche 
 man b und f) 7 lege also die vier Kegelschnitte: 
 
 [af>cl)](efgb) 
 
 und konstruiere denjenigen Kegelschnitt . ( *\ welcher durch 
 e f g b geht und das Doppelverhaltnis dieser vier Kegel-
 
 76 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schnitte faBt; die beiden Kegelschnitte $ I2) und [ 2 ', welche 
 die drei Punkte e, f, Q gemein haben, miissen noch einen 
 vierten gemeinschaftlichen Punkt o haben, welcher der ge- 
 suchte ist; er kann hiernach bekanntlich auf lineare Weise 
 konstruiert werden. 
 
 3. Der vorige allgemeine Satz liefert eine Menge von 
 speziellen Fallen, von denen wir nur zwei hervorheben 
 wollen: 
 
 Sind a, b, C, b, e, f irgend seeks Punkte eines Kegel- 
 schnitts, so konnen die drei Geraden 
 
 lab |, |cbf, |ef| 
 
 als eine ausgeartete Kurve dritter Ordnung aufgefaBt werden; 
 ebenso die drei Geraden 
 
 I be |, | fa |, |bc|. 
 
 Die neun Durchschnittspunkte dieser beiden Kurven 
 dritter Ordnung bilden also eine Gruppe von neun associ- 
 ierteri Punkten; sie sind 
 
 0, b, C 7 b, e, f und 
 (ab, be) = p, (cb, fa) = q, (be, ef) = r. 
 
 Da jede Kurve dritter Ordnung, welche durch acht 
 derselben geht, auch durch den neunten gehen mufi, so 
 muB die ausgeartete Kurve, welche aus dem Kegelschnitt 
 [obcbe] und der Geraden | pq | besteht, auch durch r gehen; 
 da aber r nicht auf dem Kegelschnitt liegen kann, weil er 
 auf der Sehne | ef | liegt, so miissen p, q, r auf einer Ge- 
 raden liegen, was den Pascalschen Satz giebt. 
 
 Wenn zwei tens drei Kegelschnitte &, f\ .f' zwei 
 gemeinschaftliche Punkte 1, 33 haben, so haben je zwei 
 derselben noch zwei weitere Punkte gemein, namlich 
 
 8 und'^f haben gemein die Punkte ?(, 33, a 1; b,; 
 
 (2) i (2) n* \ f < 
 
 jv 3 jv x -, -u, u 2 , u.j, 
 
 gif^ 1 @( 2 ) or qi ^ t. 
 
 *1 r> ^i ?7 ;; ^j ** U 3J v si 
 
 demgeniiiB liegen
 
 10. Konstruktion der C ( - 3} durch neun willkiirlich etc. Punkte. 77 
 auf J 2) die sechs Punkte 51, 23, 2 , b 2 , a 3 , b 3 ; 
 
 Fassen wir nun den Kegelschnitt 
 
 [5lS3a 2 b 2 a 3 '6 3 ] und die Gerade | a^i | 
 
 als eine ausgeartete Kurve dritter Ordnung auf, ebenso den 
 Kegelschnitt 
 
 [^SSOgbgQjbi] und die Gerade | a 2 B 2 | 
 
 als eine zweite ausgeartete Kurve dritter Ordnung, so 
 bilden die neun Durchschnittspunkte derselben eine Gruppe 
 von neun associierten Punkten; diese sind aber 
 
 3t ; S3, a 1? b,, a 2 , b, 7 a 3 , b 3 und (a^ lf a,b 2 ) = o; 
 da nun von diesen die sechs Punkte 
 
 t, 33, a,, B 1; o 2 , b, 
 
 auf einem Kegelschnitt liegen, so miissen die drei iibrigen 
 d 3 , b 3 , auf einer Geraden liegen, d. h. Id-bj), |a 2 b 2 |, Ci 3 b 3 1 
 sich in einem Punkte schneiden, was den bekannten Satz 
 giebt: 
 
 Wenn drei Kegelschnitte eine gemeinschaftliche 
 Sekante haben, so miissen die drei iibrigen gemein- 
 schaftlichen Sekanten je zweier derselben sich in 
 einem Punkte schneiden. 
 
 4. Wenn wir zu den acht beliebig auf der C (3) an- 
 genommenen Punkten o, b, C, b, e, f, g, ^ die konjugierten 
 Punkte nehmen a 17 b 17 C 1; b x , C 1? f 17 g u ^ (in dem friiheren 
 Sinne 2,7), so konnen wir auch zu den letzteren den 
 notwendigen neunten Punkt konstruieren; schneiden nun die 
 vier Kegelschnitte 
 
 [o, b, c, b](e, f, g, b,) 
 
 die C' 3) in den sechsten Punkten e', f , g', b/, so miissen nach 
 9,8 auch die konjugierten Punkte derselben c,, f{, $[, f){ 
 die sechsten Schnittpunkte der vier Kegelschnitte 
 
 [o t , b t , q, bJCej, f u g t , ^) 
 sein. Da die vier Sehnen
 
 73 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 lee", |ff |, | 99' |, |WI 
 
 sich in einem Punkte D der G' (3) schneiden, so miissen, wie 
 aus dem Friiheren hervorgeht, auch die vier Sehnen 
 
 le^l, lf,f,|, llhg'J, IM'il 
 
 sich in demselben Punkte D der C (3) schneiden. Legen wir nun 
 durch e, f, 9, f), D einen Kegelschnitt, so ist sein sechster 
 Schnittpunkt mit der C (3) der notwendige neunte Punkt o fiir 
 die Gruppe abcbefgf), und legen wir durch e 1; f 1; g u ^ n O 
 einen Kegelschnitt, so ist sein sechster Schnittpunkt der 
 notwendige neunte Punkt fur die Gruppe ft^C^Cj^g}^. 
 Nun wissen wir aber ( 9,8), daB wenn die Punkte e, f, 9, &, 
 D, einer (7 (3) auf einem Kegelschnitt liegen, auch die 
 sechs Punkte e u fj, g u 6,, D, auf einem Kegelschnitt liegen 
 miissen; also schliefien wir: 
 
 Wenn man zu irgend acht Punkten einer G' (3) den 
 notwendigen neunten der Gruppe von neun associ- 
 ierten Punkten aufsucht, so ist derselbe identisch 
 mit dem notwendigen neunten Punkt der aus den 
 acht konjugierten Punkten der ersteren gebildeten 
 Gruppe. 
 
 5. Da durch acht unabhangig von einander gegebene 
 Punkte unendlich viele Kurven C (3) gehen, die ein Kurven- 
 buschel von einfach-unendlicher Mannigfaltigkeit bilden, so 
 wird durch einen willkiirlich hinzugefiigten neunten Punkt 
 nur eine C" (3) gehen und durch diese neun Punkte bestimmt 
 sein. In der That werden wir sie in folgender Weise kon- 
 struieren konnen: 
 
 Wahlen wir der Deutlichkeit wegen eine etwas ab- 
 geanderte Bezeichnung und nennen 
 
 51, S3, , 2), 1, 2, 3, 4, 5 
 
 neun willkiirlich und unabhangig voneinander gegebene 
 Punkte (d. h. solche, von denen keine drei auf einer Ge- 
 raden, keine sechs auf einem Kegelschnitt liegen und die 
 nicbt alle neun eine Gruppe von associierten Punkten bilden); 
 dann legen wir die vier Kegelschnitte
 
 10. Komtruktion der C (S) durch neun willkurlich etc. Punkte. 79 
 
 , 2, 3, 4); 
 
 und bestimmen denjenigen durch 1,2,3,4 gebenden Kegel- 
 schnitt $ ( *\ welcher das Doppelverhaltnis dieser vier Kegel- 
 schnitte fa6t. Zweitens legen wir die vier Kegelschnitte 
 |$33&] (1235) und bestimmen denjenigen durcb 1235 
 gebenden Kegelscbnitt ft* , welcber das DoppelverLaltnis 
 dieser vier Kegelschnitte fa(?t Dann werden die beiden Kegel- 
 scbnitte SK 2 > und [->, welcbe bereits die drei Punkte 1, 2, 3 
 gemein baben, nur nocb einen einzigen reellen bestimmten 
 Punkt 5 gemein haben; derselbe ist der gesucbte Mittelpunkt 
 des erze ugenden Strahlbiischels, welcbes mit dern erzeugenden 
 Kegelschnittbiischel in der projektiven Beziebung stebt: 
 
 [TOSS)] (12345) A D(12345); 
 
 diese beiden projektiven Gebilde erzeugen dann diejenige 
 f (::) , welcbe durcb die neun gegebenen Punkte geht und 
 durcb dieselben bestimmt wird. Die Konstruktion des 
 Punktes C ist linear auszufiihren; er is-t der Gegenpunkt zu 
 dem Punktquadrupel 91 23 <$).* 
 
 6. Um eine Kurve C\ } mit einem Doppelpunkt zu er- 
 zeugen, konnen wir an Stelle des Kegelschnittbiischels 
 [S(936^)] eine Strableninvolution || O | setzen und dieselbe 
 in projektive Beziebung bringen mit einem einfachen Strabl- 
 biiscbel | O x j ; jedem Strahlenpaar der Strahleninvolution 
 || D || entspricbt dann ein bestimmter Strabl des Strahl- 
 biiscbels | C x ', und der gesamte Ort der Durchschnittspunkte 
 entsprechender Eleniente dieser beiden erzeugenden Gebilde 
 ist die C^'\ Jeder Strabl durcb C, enthalt daber noch zwei 
 Punkte des Ortes, welcber offenbar selbst durch O, geht; 
 jeder Strahl durch ) enthalt aber nur noch einen Punkt 
 des Ortes, fur welchen offenbar D ein Doppelpunkt ist. 
 Dem Strahle | O t D als dem Strahlbiischel O t | angehorig 
 entspricht in der Strahleninvolution || O |J ein Strahlenpaar, 
 welches die Tangenten der C d in dem Doppelpunkte sind; 
 
 * Diese Konstruktion ist gegeben von C basics in den Comptes 
 rendus tome XXXVI p. 951 et suiv. Vergl. E. de Jonquieres: Essai 
 sur la generation des courbes geometriques et en particulier snr celle 
 de la courbe de quatrierae ordre. Paris 1858.
 
 g() Theorie der ebenen Kurven d fitter Ordnung. 
 
 deui Strahle | OD l | als einem Teile eines Strahlenpaares 
 der Involution | O j| entspricht in dem Strahlbiischel | Oj | die 
 Tangente der (J d im Punkte O r Aus dieser Erzeugungs- 
 weise laBt sich die ganze Theorie der CJ 3) ableiten. 
 
 Wir wollen nur noch die Konstruktion der C^ geben, 
 sobald von ihr der Doppelpunkt und die zu ihrer Bestimmung 
 notwendige und hinreichende Anzahl von weiteren Punkten 
 gegeben ist; dies sind, wie wir sofort erkennen, noch sechs 
 Punkte, indem der Doppelpunkt drei in sich einschlieBt. 
 Denn geben wir den Doppelpunkt D und noch sechs ein- 
 fache Punkte ) abcbe 
 
 so konnen wir das Strahlbiischel 
 
 D! | abcbe | 
 
 ziehen und nach D eine Strahleninvolution verlegen, die 
 projektiv ist mit dem Strahlbiischel | O t |, sodaB von fiinf 
 Strahlenpaaren derselben Teile durch a, b, c, b, e gehen, 
 und solchen Strahlenpaaren die Strahlen des vorigen Strahl- 
 biiscfcels D, entsprechend sind. Die Bestimmung dieser 
 Strahleninvolution || || fiihrt sehr einfach wieder auf das 
 vorige Problem der Projektivitat zuriick. Wir ziehen namlich 
 die fiinf Strahlen O I obcbe 
 
 I 
 
 legen durch D einen beliebigen Hilfskegelschnitt .ff !2) , 
 welchem diese fiinf Strahlen bez. in 
 
 a', b', c', b', e' 
 
 begegnen, und suchen sodann den eindeutig bestimmten 
 Punkt 9$ auf, fiir welchen die Projektivitat 
 
 ^ |a'b'c'b'e f | A Oj |abcbe| 
 
 erfiillt wird. Die Konstruktion des Punktes ty ist obeu au- 
 gegeben. Ist ^5 gefunden, so treffen die Strahlen ^3|a'b'c'b'e'| 
 den Hilfskegelschnitt K^ in fiinf neuen Punkten a", b", 
 c", b", e", und es ist ersichtlich, daB die Strahlenpaare, 
 welche D nach o'a", b'b", c'c", b'b", e'e" sendet, eine 
 Strahleninvolution bilden; diese ist projektiv mit dem ein- 
 fachen Strahlbiischel | ^8 |, folglich auch mit dem Strahl- 
 biischel | D x |, und nun haben wir die beiden die C (/ er- 
 zeugenden Gebilde, das Strahlbiischel | Dj | und die Strahlen-
 
 11. Eine andere Losung der vorhergehenden Aufgabe. 81 
 
 involution | O | in projektiver Beziehung, und das Erzeugnis 
 geniigt offenbar der Forderung der Aufgabe, durch die Punkte 
 a, B, C, b, e, den Mittelpunkt des erzeugenden Strahlbuschels 
 \ und den Doppelpunkt D hindurchzugehen. 
 
 11. Eine andere Losung der yorliergehenden 
 Aufgabe. 
 
 1. Hat man ein Kegelschnittbuschel [5193()] und ein 
 Strahlbuschel [D] in projektive Beziehung gesetzt zur Er- 
 zeugung einer C (3) , und entspricht einem beliebigen Kegel- 
 schnitt (2) des Biischels der Strahl x des Strahlbiischels [0], 
 so gehbren die beiden Schnittpunkte 
 
 von 3 (2) und x dem Erzeugnis C (3) an. 
 
 Zieht man durch einen der vier Grundpunkte des Kegel- 
 schnittbiischels, etwa durch 2), eine beliebige feste Gerade ?, 
 welche den Kegelschnitten des Biischels in der geraden 
 Punktreihe , , 
 
 begegnet, so wird diese vom Punkte t) auf I beschriebene 
 Punktreihe mit dem Kegelschnittbuschel ( 4, 5), also auch 
 mit dern Strahlbuschel D | x \ projektiv sein. 
 
 Wir legen nun den besonderen Kegelschnitt 3^ 2) , welcher 
 durch die fiinf Punkte 
 
 , S3, S, 2), 
 
 geht und der Geraden I in t) begegnet, den veranderlichen 
 Strahl x aber in j' treffe, dann werden die drei Kegelschnitte 
 
 von denen der letzte ein Linienpaar ist, den gemeinschaft- 
 lichen Punkt 2) haben, also je zwei derselben noch drei 
 iibrige gemeinschaftliche Punkte, namlich 
 
 und < 2) 
 
 
 Xf [to]:ti 
 
 Schroter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordu.
 
 82 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Nach einem bekannten Satze (Th. d. K. S. 242): ,,Wenn 
 drei Kegelschnitte einen Punkt gemein haben, so haben 
 je zwei derselben noch drei andere Punkte gemein, welche 
 ein Dreieck bilden; die neun Seiten der dadurch er- 
 haltenen drei Dreiecke beriihren einen und denselben Kegel- 
 schnitt", werden daher die Geraden 
 
 einen Kegelschnitt $ (2) beriihren. 
 
 Lassen wir nun die durch die projektive Beziehung der 
 beiden erzeugenden Biiscbel gegebene Bewegung in die Figur 
 eintreten, so verandert sich auch der Kegelschnitt $ (2) , er 
 wird aber bestandig die vier festen Tangenten behalten 
 
 i, ||, \m\, |09 |, 
 
 also eine Kegelschnittschar beschreiben; auf einer der vier 
 gemeinschaftlichen Tangenten dieser Kegelschnittschar be- 
 findet sich ein fester Punkt D, aus welchem an die Kegel- 
 schnitte der Schar die jedesmalige zweite veranderliche Tan- 
 gente x gelegt wird. Diese beschreibt daher ein Strahl- 
 biischel D|ic| ; welches offenbar projektiv ist mit der Kegel- 
 schnittschar und auch, wie wir gesehen haben, mit der Punkt- 
 reihe, welche t) auf I beschreibt; also ist auch die Kegel- 
 schnittschar projektiv mit der Punktreihe l(ty). Das Tangenten- 
 paar t) J L j und t) J 2 1 aus jedem Punkte ty an den entsprechenden 
 Kegelschnitt der Schar wird daher einen Ort umhiillen, der 
 das dual gegeniiberstehende Erzeugnis einer G' (3) ist, (erzeugt 
 durch ein Kegelschnittbiischel und ein mit dernselben pro- 
 jektives Strahlbiischel) also eine Kurve dritter Klasse 
 
 ft', 
 
 welche die vier gemeinschaftlichen Tangenten der Kegel- 
 schnittschar und den Triiger der erzeugenden geraden Punkt- 
 reihe selbst zu Tangenten hat. Hieraus ergiebt sich zugleich 
 eine andere Erzeugungsweise unserer C' 3 ', welche sich so 
 aussprechen laBt: 
 
 Hat man eine Kegelschnittschar (mit vier ge- 
 meinschaftlichen Tangenten) und eine mit derselben 
 projektive gerade Punktreihe (t)) auf dem Trager I,
 
 11. Eine andere Losiing der vorhergehenden Aufgabe. 83 
 
 ferner einen auf einer der vier gemeinschaftlichen 
 Tangenten der Schar gelegenen festen Punkt D, und 
 legt man an jeden Kegelschnitt der Schar einerseits 
 aus O die noch iibrige zweite veranderliche Tan- 
 gente x, andererseits aus deni Punkte ty, welcher 
 dem Kegelschnitt der Schar entsprechend ist in der 
 Punktreihe Z(t)), das Tangentenpaar, welches dem 
 Strahle x in ^ und J 2 begegnet, so ist der gesamte 
 Ort dieser Schnittpunkte t , J 2 eine Kurve dritter 
 Ordnung C (3) , die selbst durch D geht, sowie durch 
 die drei Ecken des Dreiseits, das von den drei 
 iibrigen gemeinschaftlichen Tangenten der Schar, 
 die nicht D enthalten, gebildet wird. Nennen wir 
 dieses Dreieck 5123G, so laufen alle Kegelschnitte, welche 
 die je sechs Punkte ^)^3^9}Ciia enthalten, durch einen vierten 
 festen Punkt 2), der ebenfalls auf C r(3) liegt und gleichzeitig 
 auf I. Das Tangentenpaar | t) ^ | , | t) 2 1 umhiillt eine Kurve 
 dritter Klasse l3) , deren Zusammenhang mit der C (3) im 
 Obigen enthalten ist. 
 
 Da die Gerade I ganz willkiirlich durch den Grundpunkt 
 des urspriinglicheii erzeugenden Kegelschnittbiischels ge- 
 zogen war, so wird auch die zur Bestimmung der Kegel- 
 schnittschar dienende vierte gemeinschaftliche Tangente 
 
 eine frei zu wahlende sein, wenn wir die neue Erzeugung 
 der C (3) beabsichtigeu. 
 
 2. Wir konnen nun aus dieser eine zweite Kon- 
 struktion der C (3) durch neun willkiirlich und un- 
 abhangig voneinander gegebene Punkte ableiten, die 
 sich so gestalten wird: 
 
 Seien die neun gegebenen Punkte 
 
 H, 33, <, D, 1, 2, 3, 4, 5, 
 
 so ziehe man durch O eine beliebige Gerade y und be- 
 stimme funf Kegelschnitte, welche die vier gemeinsamen 
 Tangenten 
 
 6*
 
 84 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 g 
 
 haben und auBerdem zu Tangenten je einen der funf 
 Strahlen 
 
 |01|, I 02 I, |03 , | 04 |, | 05 |; 
 
 sodann lege man an jeden dieser funf Kegelschnitte, die 
 einer Schar angehoren, aus den fiinf Punkten 1,2, 3, 4, 5, 
 die jedesmal noch iibrige zweite Tangente 
 
 HI h > t$ > h) *R 
 
 und suche eine Gerade I, welche diese fiinf Geraden t l} t 2 , 
 ^3; '4? ^5 i n solchen fiinf Punkten 
 
 9l> ^27 *)3> 94; 9o 
 
 schneidet, daB die Projektivitat erfiillt wird 
 UW 3 M 5 ) A 0(12345). 
 
 Dadurch ist die Gerade I vollstandig und eindeutig be- 
 stimmt nach dem Problem der Projektivitat, eine Aufgabe, 
 die dual gegeniibersteht der oben ( 10, b) gelosten, und 
 deren Ausfiihrung daher keiner Wiederholung bedarf. 
 
 Ist die Gerade I gefunden, so kann man in doppelter 
 Weise verfahren: 
 
 1. Jedem Punkt t) der Punktreihe auf I entspricht jetzt 
 ein bestimmter Strahl x des Stralilbiischels D x und ein 
 bestimmter Kegelschnitt 3t (2) aus der Schar mit den vier 
 festen Tangenten ! 2195 !, | SI |, | 93 S , g und der jedes- 
 maligen fiinften Tangente x. Legt man aus Q an diesen 
 Kegelschnitt 3 (2) das Tangentenpaar, so schneidet es den 
 Strahl x in einem Punktepaar J^, dessen gesamter Ort die 
 Kurve 6'( 3 ' erfiillt. 
 
 2. Man lege den b^sonderen Kegelschnitt ^\ welcher 
 durch die vier Punkte 
 
 , 93, 6, O 
 und den Schnittpunkt 
 
 & 9) - *)o 
 
 bestimmt wird; dieser schneidet I zum andern Mai in dem 
 Punkte 2), dem vierten Grundpunkte eines Kegelschnitt- 
 biischels [51 93 S 2)], welches mit dem Strahlbiischel | x \ 
 projektiv ist, indem immer dem Kegelschnitt [51 93 3)t)] der
 
 11. Eine andere Losung der vorhergehenden Aufgabe. 85 
 
 Strahl x entsprechend ist, welcher dem Punkte t) der geraden 
 Punktreihe auf I entspricht. Diese beiden projektiven Ge- 
 bilde des Kegelschnittbiischels [5133(5] und des Strahl- 
 biiscliels [D] erzeugen dann in der fruheren Weise die 
 Kurve C (z) , welche durch die gegebenen neun Punkte 
 
 51, S3, <S, D, 1, 2, 3, 4, 5 
 
 hindurchgeht. Durch die Konstruktion des Punktes $), 
 welche oben gegeben ist, wird zugleich die Aufgabe gelost: 
 
 Zu den gegebenen neun Punkten 
 
 21, 33, , 5, 1, 2, 3, 4, 5 
 
 einen solchen Punkt 3) zu finden, daB die Projektivitat er- 
 fiillt wird [H$B<3>] (12345) A D (12345). 
 
 Diese zweite Losung der Aufgabe nimmt also nicht, 
 wie die erste Losung, die vier Grundpunkte 21, S3, (E, 2) des 
 erzeugenden Kegelschnittbiischels als gegeben an und sucht 
 den zugehorigen Mittelpunkt des erzeugenden Strahlbiischels 
 (Gegenpunkt), sondern nimmt umgekehrt den Mittelpunkt 
 des erzeugenden Strahlbiischels und drei von den Grund- 
 punkten 21, S3, & des erzeugenden Kegelschnittbiischels als 
 gegeben an und sucht den zugehorigen vierten Grundpunkt 
 desselben. Die aus dieser Auffassung entspringende Losung 
 ist verschieden von derjenigen, welche de Jonquieres in 
 den Comptes rendus tome XLV, 7. September 1857 gegeben 
 hat. Sie findet sich von ChaslesinLiouville's Journal tome . 
 XIX pag. 366 ohne Beweis mitgeteilt. 
 
 3. Nehmen wir zur Bestimmung einer C (3) nur acht 
 
 Punkte an or en re n o Q 
 
 21, 93, 5, O, 1, 2, 3, 4, 
 
 so ist dieselbe nicht vollstiindig bestimmt, sondern es giebt 
 unendlich viele C (3 \ welche durch diese acht Punkte gehen; 
 denn die vorige Konstruktion zur Bestimmung der Geraden 
 I fiihrt auf die Bedingung 
 
 ZftWi) A 0(1234), 
 
 welcher nicht bios eine Gerade / geniigt, sondern unendlich 
 viele, die einen Kegelschnitt (2) umhiillen, der die vier
 
 gg Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Geraden t lf t 2 ,t 3) t beriihrt und das Doppelverhaltnis O(1234) 
 faBt, d. h. jede Tangente desselben wird von t^t z t^ in vier 
 Punkten geschnitten, deren Doppelverhaltnis gleich ist 
 D (1234). Dieser Kegelschnitt < 2) ist dadurch vollstandig 
 und eindeutig bestimmt und kann in bekannter Weise kon- 
 straiert werden (s. o.). 
 
 Da nun fur I jede beliebige Tangente dieses Kegel- 
 schnitts $ (2) gewahlt werden kann, so giebt es unendlich 
 viele C (3) , die ein Biischel von einfach-unendlicher Mannig- 
 faltigkeit bilden, wie wir schon friiher ( 10, 2) gesehen 
 haben. 
 
 Mit der Kurve C r(3) hangt, wie wir gesehen haben, eine 
 bestimmte Kurve (3) (1.) zusammen, die von alien Tan- 
 gehtenpaaren | t)r. x |, | t) J 2 { umhiillt wird. Diese hat nun 
 mit dem Kegelschnitt (2) , wenn wir eine bestimmte Tan- 
 gente I als Trager der erzeugenden Punktreihe wahlen, be- 
 reits die fiinf Tangenten t 1} t 2 , 3 , t^ und I gemein, folglich 
 notwendig noch eine reelle sechste Tangente, die wir t 
 nennen wollen, und es muB daher auch die Projektivitat 
 gelten 
 
 Da aber fiir jede beliebige andere Tangente ?' des Kegel- 
 schnitts $ (2) wegen der projektiven Natur desselben 
 
 l&Wtti A l'(WM) 
 sein muB, so ist auch 
 
 d. h. diejenige neue Kurve (3) ', welche vermittelst der er- 
 zeugenden Punktreihe auf I' konstruiert wird, hat ebenfalls 
 die Gerade t Q zur Tangente. 
 
 Hieraus folgt, daB samtliche Kurven dritter Klasse, 
 welche die acht gemeinschaftlichen Tangenten haben 
 
 I m |, |<5|, m \, g , t lt t. 2) t s , t t , 
 
 noch eine und dieselbe neunte notwendige Tangente haben 
 und eine Schar von Kurven dritter Klasse bilden, ein dem 
 friiheren dual gegeniiberstehendes Resultat.
 
 11. Eine andere Losung der vorhergehenden Aufgabe. 87 
 
 Zu den vier Strahlen D ( 1 2 3 4) giebt es nun auch nur 
 einen einzigen bestiniinten Strahl x , welcher der Bedingung 
 
 /(M 2 Wo)A {| 01 1, | 02 |, |03 , 04|, * }, 
 und ist derselbe ermittelt (in bekannter eindeutiger Weise), 
 so wird der Schnittpunkt 
 
 (f o; ) = 
 
 der neunte notwendige Punkt sein des Kurvenbiischels dritter 
 Ordnung, welches durch die achtPunkte SI, 93, S, O, 1, 2, 3, 4 
 bestimmt wird; denn der besondere Kegelschnitt, welcher 
 die ftinf Geraden 
 
 beruhrt, rnuB auch f beriihren, also miissen die beiden 
 
 Dreiecke or en re 
 
 VlSBli und ## 
 
 ihre sechs Ecken auf einem Kegelschnitt 3^ 2) haben; der 
 durch die Punkte 
 
 gehende Kegelschnitt schneidet aber t , wie wir oben ge- 
 sehen haben, zuin andern Mai in einem Punkte, welcher auf 
 C (3) Hegt, also liegt der Punkt 
 
 C*o*o) = 
 
 auf samtlichen Kurven (7 (3) des Kurvenbiischels dritter Ordnung 
 und ist der notwendige neunte Grundpunkt dieses Biischels, 
 weil t alien Kurven dritter Klasse ^' (3) der vorigen Schar 
 als neunte Tangente geineinschaftlich ist. 
 
 4. Wir sind also auch von dieser zweiten Erzeugung 
 der (7 (3) aus zu dem schon in 10,2 gefundenen Resultate ge- 
 langt; hier tritt aber noch eine andere fundamentale Eigen- 
 schaft eines solchen Kurvenbiischels dritter Ordnung hinzu, 
 die wir sogleich anschliefien wollen: 
 
 Ziehen wir namlich durch einen beliebigen, aber festen 
 Strahl #1, so wird jede Kurve C w des Kurvenbuschels demselben 
 auBer in O noch in einem Punktepaar J 1 j{ begegnen, welches so 
 bestimmt werden kann: Man nehme eine beliebige Tangente I 
 des oben ermittelten Kegelschnitts (2) , der t^t^ beriihrt 
 und der Projektivitat
 
 88 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Z(WsO AD (1234) 
 
 geniigt. Dem Strahle x l durch D gehort dann auf I em 
 bestiinmter projektiv entsprechender Punkt t^ zu, sodaB die 
 Projektivitat erfiillt wird 
 
 l(*0 m W GO Mfi{|Dl| |02| !D3j 1041^}; 
 durcli die fiinf Tangenten 
 
 !!, |<|, |S3!, 9t x, 
 
 ist ein bestiinmter Kegelschnitt K (2) fixiert, und das Tan- 
 gentenpaar aus t) l an denselben trifft, den Strahl x l in dem 
 gesuchten Punktepaar JiJj'. Verandern wir nun I langs des 
 Kegelschnitts ^! (2) , wahrend x lf also auch der Kegelschnitt 
 K^ unverandert bleibt, so wird nur der Punkt t) x sich ver- 
 andern und zwar, wie leicht zu sehen ist, auf einer Geraden 
 l lf welche Tangente an (2) ist; denn werden vier feste 
 Tangenten t l} t^, f 3 , t eines Kegelschnitts ^ (2) von einer 
 variablen Tangente / in vier Punkten getroffen und auf 
 letzterer allemal ein soldier Punkt t) bestimmt, da6 die 
 Punktreihe 
 
 . . . , , 
 
 (It,} (lt a } (It,} M 
 
 immer mit sica projektiv bleibt, d. h. fiir jede andere Tan- 
 gente V auch 
 
 wird, so muB | tjjt)^ | = /j eine feste Tangente des Kegel- 
 schnitts $( 2) sein, wie aus der bekannten Grundeigenschaft 
 des Kegelschnitts, welcher durch zwei projektive Punkt- 
 reihen erzeugt wird 
 
 WWt&nl'&WM 
 
 unmittelbar sich ergiebt. 
 
 Hieraus folgt nun, daB man von den Punkten \) i einer 
 Geraden ^ die Tangentenpaare an einen festen Kegelschnitt 
 K (2) zu legen hat und die Schnittpunktpaare derselben mit 
 einer festen Tangente x t des Kegelschnitts K^' 2) aufzusuchen 
 sind, um das gesuchte Punktepaar r^rj zu erhalten. Nach 
 einem bekannten Satze (Th. d. K. S. 152) bilden aber diese 
 Schnittpunktpaare eine Punktinvolution, und wir erhalten
 
 12. Andere Erzeugungsweisen und daraus hervorgehende etc. 89 
 
 eine charakteristische Eigenschaft fiir das Kurvenbiischel 
 dritter Ordnung: 
 
 Zieht man durch einen der neun Grundpunkte 
 eines Kurvenbiischels dritter Ordnung eine feste 
 Gerade, welche jeder Kurve des Biischels noch in 
 zwei weiteren Punkten begegnet, so bilden diese 
 Paare von Schnittpunkten auf der Geraden eine 
 Involution von Punktepaaren. 
 
 (Es giebt also insbesondere zwei Kurven des Buschels, 
 welche eine durch einen Grundpunkt gehende Gerade be- 
 ruhren, ferner lassen sich hiernach solche Kurvenbiischel 
 wieder in projektive Beziehung setzen zu anderen Gebilden 
 von gleicher Machtigkeit u. s. w.) 
 
 12. Andere Erzeugungsweisen und daraus hervor- 
 gehende Konstruktionen der C (3 >. 
 
 1. Die Erzeugung der C i3) durch zwei Strahleninvolutionen 
 in projektiver Beziehung und halbperspektiver Lage (3) 
 fuhrt uns zu einer Verallgemeinerung, welche wieder andere 
 Erzeugungsweisen und Konstruktionen der C (3) liefert. 
 
 Eine Strahleninvolution ist namlich nur ein spezieller 
 Fall eiues Kegelschnittbiischels, bei welchem samtliche 
 Kegelschnitte in Linienpaare ausgeartet sind. 
 
 Ein Kegelschnittbuschel wird bestimmt durch zwei 
 Kegelschnitte, deren vier gemeinschaftliche Punkte die 
 Grundpunkte des Buschels sind. Nehmen wir nun zwei 
 Linienpaare a 17 66, an, die denselben Doppelpunkt haben 
 
 (aaj = (66,) = D 
 
 zur Bestimmung eines Kegelschnittbiischels, so werden die 
 Grundpunkte desselben alle vier in einen und denselben 
 Punkt D hineinfallen; jeder weitere Kegelschnitt des Buschels 
 kann mit den beiden Kegelschnitten 
 
 t<> = [aaj und 33^) = [66,] 
 
 keine anderen Punkte als die vier in D zusammenfallenden ge- 
 mein haben, mu6 daher auch in ein Linienpaar ausarten,
 
 90 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 welches in O seinen Doppelpunkt hat. Es inuB aber die 
 charakteristische Eigenschaft jedes Kegelschnittbiischels er- 
 halten bleiben, da6 namlich jede Gerade von den Kegel- 
 schnitten des Biischels in Punktepaaren einer Punktinvolution 
 geschnitten wird; folglich geht dies besondere Kegelschnitt- 
 buschel in eine Strahleninvolution [D] iiber, deren Strahlen- 
 paare ausgeartete Kegelschnitte des Biischels sind. 
 
 Wir konnen nun an Stelle der beiden erzeugenden 
 Strahleninvolutionen zwei allgemeine Kegelschnittbiischel 
 
 und SS 
 
 in projektive Beziehung setzen; ihr Erzeugnis wird dann 
 eine Kurve vierter Ordnung, weil die beiden auf einer be- 
 liebigen Geraden g ausgeschnittenen Punktinvolutionen im 
 allgenieinen vier solche Punkte liefern, in denen ein Punkt 
 des einen Paares init einein Punkte des entsprechenden 
 Paares koinzidiert ( 4, 3). Wir konnen es aber so ein- 
 richten, daB die erzeugte Kurve vierter Ordnung zerfallt, 
 indem ein Teil der Durchschnittspunkte entsprechender 
 Elemente eine gerade Linie erfiillt, also der ubrige Ort der 
 Uurchschnittspunkte eine C (3) erfiillen muB. Dies war auch 
 bei den beiden erzeugenden Strahleninvolutionen der Fall 
 wegen ihrer halbperspektiven Lage ; weil in der Verbindungs- 
 linie ihrer Mittelpunkte zwei Strahlen vereinigt wareu, die 
 entsprechenden Strahlenpaaren angehorten. 
 
 Zwei Kegelschnittbuschel [2193(5] und [^^6^,], 
 die auf einer Geraden g dieselbe Strahleninvolution aus- 
 schneiden und durch diese zugleich in projektive Beziehung 
 gesetzt werden, erfullen die geforderte Bedingung; die 
 iibrigen Schnittpunktpaare je zwei entsprechender Kegel- 
 schnitte der Biischel werden daher eine C (3) erzeugen mussen. 
 Solche Kegelschnittbuschel lassen sich nun auf verschiedene 
 Art herstelleu. 
 
 2. Nehmen wir die neun Punkte 
 
 , 93, 6, 2), 1; 93 1; e if 1, 2 
 beliebig und unabhangig voneinander an, legen den Kegel- 
 schnitt [SI 95 S 2)1], welcher durch diese fiinf Punkte gerade
 
 12. Andere Erzeugungsweisen und daraus hervorgehende etc. 91 
 
 bestimmt wird , und nehmen wir die vier Punkte 5( 1 S3j j 1 
 als Grundpunkte eines Kegelschnittbiischels an, so wird jeder 
 Kegelschnitt desselben deni ersten Kegelschnitt [5123G$)1] 
 auBer in dem Punkte 1 noch in drei iibrigen Punkten be- 
 gegnen, die ein Dreieck bilden. Die Seiten aller dieser 
 Dreiecke urahullen bekanntlich (Th. d. K. S. 242) einen 
 Kegelschnitt (2) , welcher auch dem Dreieck Sl^G^ ein- 
 beschrieben ist. 
 
 Nehmen wir in gleicher Weise den festeu Kegelschnitt 
 [5(23 3) 2] und legen ein Kegelschnittbuschel durch die vier 
 Grundpunkte 8 1 iB 1 ( t 2, so schneiden die Kegelschnitte des- 
 selben den festen Kegelschnitt auBer in 2 noch in je drei 
 Punkten, die ein Dreieck bilden. Die Seiten aller dieser 
 Dreiecke umhiillen ebenfalls einen Kegelschnitt $t { *', der dem 
 Dreieck < $i i ^8 l ^ l einbeschrieben ist. 
 
 Nun haben die beiden Kegelschnitte $ (2) und $j (2) bereits 
 drei gemeinschaftliche Tangenten 
 
 j^su | HA I, I8AI, 
 
 folglich noch eine vierte reelle gemeinschaftliche Tangente 
 (/, die in linearer Weise zu konstruieren ist. Diese Gerade 
 g muB die doppelte Eigenschaft besit/en, daB sowohl die 
 beiden Schnittpunkte von g und [51S3SS)1] mit den vier 
 Punkten 5l n 23j , S 17 1 auf einem Kegelschnitt liegen, als 
 auch die beiden Schnittpunkte von g und [?(S3S2)2] mit 
 den vier Punkten 51,, 23^ S n 2 auf einem Kegelschnitt 
 liegen. Nennen wir diese beiden Kegelschnitte 
 
 K?> und K^\ 
 
 so werden sie auBer den drei gemeinschaftlicheri Punkten 
 Sl u SSj, S, noch einen reellen vierten gemeinschaftlichen 
 Punkt CTN 
 
 haben, der in linearer Weise koustruiert werden kann. 
 
 Jetzt besitzt also die gefundene Gerade g die verlangte 
 Eigenschaft, daB die beiden Kegelschnittbuschel 
 
 [3193<S>] und r^SB^S),] 
 
 auf der Geraden g dies el be Punktiuvolution ausschneiden, 
 welche durch die vorigen beideu Punktepaare bestimmt
 
 92 Theorie dei- ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 wird. Die iibrigen beiden Schnittpunkte je zweier ent- 
 sprechender Kegelschnitte, welche durch dasselbe Punkte- 
 paar der Involution auf g hindurchgehen, werden daher eine 
 Kurve (7 (3) erfiillen, welche durch die gegebenen neun Punkte 
 21, 93, (, $), St 1; 93,, ,, 1, 2 hindurchgeht. (Diese Losung 
 des Problems ist von Chasles in den Comptes rendus tome 
 XXXVI, 30. Mai 1853 angegeben.) 
 
 3. Nehmen wir andererseits die neun Punkte 
 , S3, <, 95,, < 1, 2, 3 
 
 beliebig und unabhangig voneinander an und legen die durch 
 je funf Punkte bestimmten beiden Kegelschnitte 
 
 [8<E12] und [!!! 12], 
 
 so haben dieselben auBer 12 noch zwei weitere gemein- 
 schaftliche Punkte, deren immer reelle Verbindungslinie 
 die zweite gemeinschaftliche Sekante 
 
 9 
 
 der beiden Kegelschnitte ist. Nennen wir das (reelle oder 
 konjugiert-imaginare) Punktepaar auf g 
 
 dann schneiden die durch je vier Punkte als Grundpunkte 
 bestimmten beiden Kegelschnittbiischel 
 
 [5193(53] und [ t 93^! 3] 
 
 auf g zwei Punktinvolutionen aus, welche ein gemeinschaft- 
 liches (reelles oder konjugiert - imaginares) Punktepaar: 
 
 haben. qqi 
 
 Die beiden Punktepaare 
 
 pp! und qq, 
 
 bestimmen auf g eine neue Punktinvolution [j jj , und die 
 beiden Kegelschnitte 
 
 laufen daher jeder durch einen vierten festen Punkt 
 
 2) und 3) u 
 welche durch zwei dieser Kegelschnitte bestimmt werden.
 
 12. Andere Erzeugungsweisen und daraus hervorgehende etc. 93 
 Die beiden Kegelschnittbiischel 
 
 [SI 93] und [Sl^A^i] 
 
 schneiden auf der Geraden g dieselbe Punk {involution aus 
 und sind vermittelst derselben in projektive Beziehung ge- 
 setzt. Der Ort der iibrigen beiden Schnittpunkte zweier 
 entsprechenden Kegelschnitte der projektiven Biischel wird 
 daber eine (7 (3) sein, welche durch die gegebenen neun Punkte 
 21, S3, , St n 93j, !, 1,2, 3 hindurchgeht. (Diese Losung 
 des Problems ist von Cbasles in den Comptes rendus tome 
 XLI, 24. Decembre 1855 angegeben.) 
 
 In dem Falle, daB das Punktepaar pp x konjugiert- 
 imaginar ist, wird es durch eine elliptiscbe Punktinvolution 
 vertreten, die den beiden Kegelscbnitten [91 23 12] und 
 [Sl^j Sj 12] gemeinsam zugehort. Auch das Punktepaar q,q t 
 kann konjugiert-imaginar sein, sobald namlich die beiden 
 Punktinvolutionen, welche [21 33 63] und [Hj&^S] auf g 
 ausschneiden, beide hyperbolisch sind, und ihre Doppelpunkte 
 sich trennen; diese beiden Paare von Doppelpunkten be- 
 stimmen aber dann eine neue elliptische Punktinvolution, 
 deren konjugiert-imaginare Doppelpunkte q, q x sind. Wir 
 haben also auf g zwei elliptische Punktinvolutionen, die 
 immer ein reelles gemeinsames Paar konjugierter Punkte 
 besitzen. Diese bilden alsdann die Doppelpunkte einer hyper- 
 bolischen Punktinvolution auf g, welche die gesuchte [jjj ist. 
 
 4. Es lafit sich noch in anderer Weise das Erzeugnis 
 zweier projektiven Kegelschnittbiischel (eine Kurve 4. 0.) 
 so zerf alien, daB eine gerade Linie herausfallt und nur noch 
 eine (7 (3) ubrig bleibt. Wenn wir namlich in den beiden 
 projektiven Kegelschnittbuseheln 
 
 und Sfc 
 
 denjenigen Kegelschnitt des ersten Bfischels, welcher aus 
 dem Linienpaar | 2193 und | 6 | besteht, demjenigen des 
 zweiten Biischels, welcher aus dem Linienpaar ISljSJ und 
 I ii I hesteht, entsprechen lassen und die Grundpunkte 
 so wahlen, daB die Strahlen
 
 94 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 identisch zusammenfallen , dann werden samtliche Punkte 
 dieser Geraden der Bedingung des Ortes genugen und der 
 Ort der iibrigen Schnittpunkte entsprechender Elemente 
 beider projektiven Gebilde wird eine 6 r(3) sein. Wir er- 
 reichen dies am besten, indem wir identifizieren 
 
 = ! und 93 = S3 l5 
 
 dann werden aber die Punkte S und S 1 1 nicht mebr 
 unabhangig voneinander sein, denn da das Linienpaar 2193| 
 und j 3) | dem Linienpaare | 2193 | und | S,^ | entsprechen 
 soil, so muB der Schnittpunkt 
 
 dem Orte 6" (3) angehoren. Diese Punkte diirfen also nicht 
 mehr willkurlich gewahlt werden, sondern nur drei von 
 ihnen; wir wahlen ($) und S x und sucheii i dann so zu 
 bestimmen, daB das Erzeugnis auBerdem eine zu seiner Be- 
 stimmung notwendige und hinreichende Anzahl weiterer 
 Punkte enthalt. Wir werden sogleich sehen, daB hierzu 
 noch vier weitere Punkte 
 
 1, 2, 3, 4 
 
 notwendig und hinreichend sind, damit das Problem ein 
 vollig bestimmtes werde. Damit nun auch dem Linienpaar 
 | 91 S3 | und | ($ | das Linienpaar ! 2193 j und e^J ent- 
 sprecbend sei, miissen wir nocb einen iibrigens beliebigen 
 
 Punkt . . OTfl , , 
 
 o auf I SlJo | 
 
 annehmen und konnen dann die Aufgabe so formulieren: 
 Es sind neun Punkte 
 
 , 93, <E, , (,, 1, 2, 3, 4 
 
 willkiirlicb und unabhangig voneinander gegeben; man nimmt 
 einen beliebigen Punkt 5 auf | 2193 an und verlangt 
 einen solchen Punkt S) t zu ermitteln, daB die Projektivitat 
 erfullt wird 
 
 [S3(3)](12345) A [21S3S,,] (12345), 
 in welcher allein der Punkt < S) l unbekannt, alle iibrigen ge- 
 geben sind. Denn da 2t, 93, 5 auf einer Geraden liegen, so
 
 13. Beziehungen zwischen den Beriihrungspunkten etc. 95 
 
 muB der Kegelschnitt [S193&SD5] in ein Linienpaar aus- 
 arten | 3133 | und | ( |, und ebenso der entsprechende 
 Kegelsehnitt in das Linienpaar | 51 93 | und | (S t S) t | , und 
 beide Linienpaare haben die Gerade j SIS j gemeinschaftlich, 
 welche mithin aus dem Erzeugnis herausfallt, so da6 nur 
 die Kurve (7 (S) ubrig bleibt, welche durch die gegebenen 
 neun Punkte hindurchgehen wird. 
 
 Das durch die vorgeschriebene Projektivitat gegebene 
 Problem ist aber schon von uns gelost ( 11,2), denn das 
 Kegelscbnittbuschel [$$($)] (12345) ist auf ein bekanntes 
 einfaches Strahlbfischel zu reduzieren, z. B. durch die funf 
 Tangenten derselben in ein em der vier Grundpunkte, und 
 es bleibt also in dem Kegelschnittbuschel 
 
 [SI 23^$,] (12345) 
 
 mit dem noch unbekannten Grundpunkt S) t dieser so zu 
 bestimmen, da6 die funf Kegelschnitte den fiinf Strahlen 
 eines bekannten Strahlbuschels projektiv entsprechen. 
 
 Die in 11,2 gegebene Losung zeigt uns, da6 es nur 
 einen einzigen solchen Punkt SD X giebt und wie derselbe auf 
 lineare Weise konstruiert werden kann. 
 
 13. Beziehungen zwischen den Beriihrangspunkten 
 
 der Tangentenquadrupel, welche aus Punkten der <7< 3) 
 
 an dieselbe gehen. 
 
 1. Wir haben in 9, 6 gesehen, daB im allgemeinen 
 aus einem Punkte O der C (3) vier Tangenten an dieselbe 
 gehen (aufier der Tangente in O selbst), und daB die vier 
 Beruhrungspunkte derselben auf einem Kegelschnitte mit O 
 liegen, der in O dieselbe Tangente hat, wie die C (3) . 
 
 Nennen wir denjenigen Punkt, in welchem irgend eine 
 Tangente in einem Punkte SI der C (3) derselben zum dritten 
 Mai begegnet, den Tangentialpunkt zu dem Beruhrungs- 
 punkte SI, so konnen wir den vorigen Satz auch so aus- 
 sprechen, daB das Tangentenquadrupel denselben Tangential- 
 punkt D hat.
 
 96 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Haben irgend zwei Punkte und b der C^ die Tan- 
 gentialpunkte 31 und S3, und schneidet | 2123 in (, | ab | in 
 c die Kurve zum dritten Mai, so muB auch der Tangential- 
 punkt fur C sein ( 8, 4). Wir konnen nun umgekehrt sagen: 
 Schneidet eine Gerade die C (3) in drei Punkten 51, 93, &, 
 deren jeder ein Tangentenquadrupel an die C (3) sendet, und 
 man niinmt irgend einen Beriihrungspunkt aus dem ersten Tan- 
 gentenquadrupel, verbindet ihn mit irgend einem Beriihrungs- 
 punkt aus dem zweiten Tangentenquadrupel, so muB die Verbin- 
 dungslinie durch einen gewissen Beriihrungspunkt aus dem 
 dritten Tangentenquadrupel hiudurchgeheu. Diesen Zusammen- 
 hang der zwolf Beriihrungspunkte wollen wir naher untersuchen. 
 
 2. Wir nehnien eine Gerade g, welche C (3) in den drei 
 Punkten 51, 93, ( begegnet, nennen die Beriihrungspunkte 
 der Tangentenquadrupel aus 
 
 31 93 < 
 
 0^0304, b^b^, c^c,, 
 
 indem wir uns die Anordnung der Bezeichnung noch vor- 
 behalten, und nennen 
 
 Cj den dritten Schnittpunkt von | a^j |, 
 
 dann. wird | a i 'b i \ nicht in Cj schneiden konnen, sondern 
 entweder in C 2 oder C 3 oder C 4 ; wir nennen 
 
 C 2 den dritten Schnittpunkt von | a^bj | 
 
 (ohne dadurch eine Beschrankung einzufiihren); wir ziehen 
 | C^B! |, deren dritter Schnittpunkt weder c : noch C 2 sein 
 kann, sondern nur noch entweder Cg oder C 4 (weil sonst vier 
 Punkte der C^ auf einer Geraden lagen); wir nennen 
 
 C 3 den dritten Schnittpunkt von | a 3 bj |, 
 dann muB notwendig 
 
 C 4 der dritte Schnittpunkt von | Qjbj | 
 
 sein. Nehmen wir nun einen der drei iibrigen b- Punkte, 
 so kann dies entweder nur b 2 oder b^ oder b 4 sein; verbinden 
 wir ihn mit Q 1; so muB diese Verbindungslinie durch einen 
 der c- Punkte gehen. Nennen wir denjenigen Puakt b 2 , 
 dessen Verbindungslinie mit a x durch Cj geht, so haben wir 
 
 in einer Geraden. a i> "2? 2
 
 13. Beziehungen zwischen den Beruhrungapunkten etc. 97 
 Wir haben nunmehr die drei Geraden 
 
 also bilden diese Punkte eine Gruppe von neun associierten 
 Punkten ( 10, 2) ; da aber C 2 C 2 auf einer Geraden liegen ; 
 well ( der Tangentialpunkt zu C 2 1st, so mussen die sechs 
 
 Punkte or 01 t 
 
 $, 23, a n b,, a 2 , b 2 
 
 auf einem Kegelschnitt liegen; nun liegen aber auch die drei 
 Punkte Q, c : , c : auf einer Geraden, also bilden die neun 
 
 Punkte or en 
 
 21, 23, , a,, b 1; c 17 a 2 , f> 2 , q 
 
 wieder eine Gruppe von neun associierten Punkten; von 
 diesen liegen aber 5193S auf einer Geraden, Ci^^ auf einer 
 zweiten Geraden, folglich miisseu auch 
 
 Q 2 b 2 C 1 
 auf einer dritten Geraden liegen. 
 
 In gleicher Weise folgt, wenn wir einen der beiden 
 noch iibrigen Punkte b 3 oder b 4 nehmen, dessen Verbindungs- 
 linie niit d l ebenfalls durch einen der vier c- Punkte liin- 
 durcligehen niuB, und denjenigen Punkt b 3 nennen, dessen 
 Verbindungslinie nait QJ durch C 3 geht, also 
 
 QI^CS 
 in einer Geraden liegen, da6 die drei Geraden 
 
 neun Punkte einer associierten Gruppe bilden, und da wieder 
 C 3 C 3 auf einer Geraden liegen, so miissen die sechs Punkte 
 
 2(, 23, a,, a 3 , b,, b 3 
 
 auf einem Kegelschnitt liegen. Fiigen wir die drei in einer 
 Geraden liegenden Punkte (, c 15 c, hinzu, so bilden auch 
 die neun Punkte 
 
 SchrSter, Thcorie der ebenen Kurven 3. Ordn 7
 
 93 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 eine Gruppe von neun associierten Punkten, und da 
 
 auf einer Geraden, d^C, auf einer zweiten Geraden liegen, 
 
 so mussen auch rt t , 
 
 u 3 u 3 4 
 
 auf einer Geraden liegen. 
 
 Nehmen wir endlich den letzten Punkt b 4 und verbinden 
 ihn mit Q u so rnuB auch diese Verbindungslinie durch einen 
 der vier c-Punkte gehen. Es kann aber | fl^] nicht durch 
 C x gehen, well l^cj schon b x enthalt, auch nicht durch (X 2 , 
 weil | C^Ca : schon 6 2 enthalt, auch nicht durch C 3 , weil 
 | c^Cg | schon b s enthalt, folglich muB | 0^4 durch C 4 gehen. 
 
 Wir haben daher n h r 
 krt+4 
 
 auf einer neuen Geraden, und hieraus folgt wieder in 
 gleicher Weise, wie vorhin, daB auch 
 
 a 4 b,q 
 
 auf einer Geraden liegen mussen. Zu diesen zehn erhalteuen 
 Geraden treten nun noch sechs weitere. Ziehen wir niim- 
 lich |a 2 b 3 |, so kann diese Gerade weder durch c n noch 
 durch C 2 , noch durch C 3 gehen, folglich mu6 sie durch C 4 
 gehen, also liegen fc 
 
 2 3 * 
 
 auf einer Geraden; ziehen wir j Ct 2 b 4 |, so kann diese Gerade 
 weder durch C 1? noch durch %, noch durch C 4 gehen, folglich 
 muG sie durch C 3 gehen, also liegen 
 
 2 4 C 3 
 
 auf einer Geraden; ziehen wir j Q 3 B 2 |, so kann diese Gerade 
 weder durch c u noch durch C 2 , noch durch c s gehen, folglich 
 muB sie durch C 4 gehen, also liegen 
 
 O 3 b 2 c 4 
 
 auf einer Geraden; ziehen wir | Q 3 b 4 |, so kann diese Gerade 
 weder durch C 1? noch durch C 3 , noch durch C 4 gehen, muB 
 also durch C 2 gehen, also liegen 
 
 Q 3 6 4 C 2 
 
 auf einer Geraden; ziehen wir | Q 4 b 2 |, so kann diese Gerade 
 weder durch C 1} noch durch C 2 , noch durch C 4 geheu, muB 
 also durch C 3 gehen, also liegen
 
 13. Beziehungen zwischen den Beruhrungspunkten etc. 99 
 
 a 4 b 2 c 3 
 
 auf einer Geraden; und ziehen wir endlich | Q 4 b 3 |, so kann 
 diese Gerade weder durch c j; noch durch f 3 , noch durch C 4 
 gehen, muB also durch C 2 gehen, also liegen 
 
 Q 4 b 3 c 2 
 
 auf einer Geraden. Mehr Verbindungslinien aus den Gruppen, 
 die von den fruheren verschieden waren, lassen sich aber, 
 wie leicht zu sehen ist, iiberhaupt nicht ziehen, also erhalten 
 wir nach der gewahlten Bezeichnungsweise folgendes Schema 
 von 16 Geraden: 
 
 l a 2&l C 2i> l a 2&2 C ll> i^fy?^'? i a 2&4 C 3'> 
 
 Dies liefert eine merkwiirdige Kon figuration von 
 zwolf Punkten und 16 Geraden, indem auf jeder der 
 16 Geraden drei der zwolf Punkte liegen, und durch 
 jeden der zwolf Punkte vier der 16 Geraden gehen.* 
 
 3. Diese Konfiguration fiihrt zu einer Menge von weiteren 
 Beziehungen. Nehmen wir namlich von den zwolf Punkten 
 flj b/, Cj (i = i, 2, 3, 4) irgend drei solche heraus, welche nicht 
 in einer Geraden liegen, z. B. 
 
 so schneiden die Verbindungslinien je zweier 
 | aAl zum dritten Mai in C 2 , 
 
 I **1 *-3 | 11 11 11 11 3) 
 
 It. - I rt 
 
 2 C 3 I 11 11 11 11 "4 
 
 und es liegen nach unserm Schema (S) 
 
 4 b 3 C 2 
 auf einer Geraden. Dies giebt folgenden Satz: 
 
 * Vergl. O.Hesse: ,,tJberKurven dritter Ordnung und die Kegel- 
 schnitte, welche diese Kurven in drei verschiedeaen Punkten beriihren". 
 (Crelle's Journal f. Math. Bd. XXXVI S. 153.) 
 
 7*
 
 100 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Schneidet eine Gerade g die (7 (S) in den Punkten 
 21,23,, und man legt aus jedem derselben eine be- 
 liebige Tangenfce an C (3) (aus jedem Tangenten- 
 quadrupel je eine beliebige), welche in obc beriibren 
 mogen, dann schneiden die drei Seiten dieses Drei- 
 ecks | be |, | ca j, | rib | die C (y > in drei neuen Punkten, 
 welche in einer Geraden liegen. 
 
 Dies folgt auch daraus, daB a, b, C drei Punkte "sind, in 
 welcben ein Kegelschnitt die (7 (3) beriihren kann (als spe- 
 zieller Fall von dem Satze 9, 5). 
 
 Wir wissen ferner, weil die drei Punkte 21, a 1} ^ auf 
 einer Geraden liegen (denn 21 ist der Tangentialpunkt zu 
 
 fl ') und durch 21 die Gerade 
 
 i n i 2 2 
 
 geht, da6 die secbs Punkte 
 
 93, G, & q, 6 2 , C 2 
 
 auf einem Kegelscbnitt liegen miissen; stellen wir diese zu 
 dem Pascalscben Sechseck zusammen 
 
 ^86,^(4, 
 
 so folgt, daB die drei Scbnittpunkte 
 
 auf einer Geraden liegen miissen; aus gleicbem Grunde 
 liegen aucb 
 
 Cg), (95 6 4 , Sc 4 ), Q 2 auf einer Geraden, 
 Cl ), 086 3 , Cc.), 3 
 (93b 2 , Sc 2 ), (93b 4 , ScJ, a 3 
 
 
 
 (93b 2 , c,), (93b 3 , c 3 ), a 4 
 Bezeicbnen wir daber die vier Punkte 
 
 = a,, 
 
 so baben wir gefunden
 
 13. Beziehungen zwischen den Beriihrungspunkten etc. 101 
 
 in je einer Geraden, also 
 
 (8^, 2 3 4 ) = Q 2; (8j8 3 , 8 2 8 4 ) Q 3 , (M4> Ms) = a 4> 
 d. h. Q 2 Q 3 a 4 das Diagonaldreieck des vollstandigen Vierecks 
 
 MM* 
 
 Andererseits wissen wir auch, daS 9td 4 d 4 auf einer 
 Geraden liegen (weil 51 Tangentialpunkt fiir a 4 ist), und es 
 
 durch 51 die Gerade 
 
 folglich liegen die sechs Punkte 
 
 , , &i 
 auf einem Kegelschnitt, und das Pascalsche Sechseck 
 
 b^B^^Cg 
 liefert die Pascalsche Gerade der drei Punkte 
 
 (SSb,, <c 4 ), (S3b 2 , (Scs), (b lCs , b 2 c 4 ) - Q 3 ; 
 da nun identisch 
 
 und auBerdem 
 
 a 3 =(^i g 3; 2^4); 
 
 so muB auch das Sechseck 
 
 gjSBS^tES, 
 
 ein Pascal sches sein, also die sechs Punkte 
 
 S3, , u 2 > s; 4 
 miissen auf einem Kegelschnitt liegen; die beiden Strahl- 
 
 S3 (8,8, 3 8J A <& 8,8,84) 
 
 miissen daher projektiv sein oder die mit ihnen identischen 
 Strahlbiischel ^(bjb^bj A ^(q^CgCj, d. h. 
 
 Legt man aus irgend zwei Punkten S3 und (5 die 
 Tangentenquadrupel, so sind die aus ihnen ge- 
 bildeten Doppelverhaltnisse einander gleich (in 
 gehoriger Zuordnung), ein Satz, den wir schon friiher auf
 
 102 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 andere Weise bewiesen haben ( 9, e). Hier zeigt sich zu- 
 gleich, wie die Zuordmmg geschehen rnuB. 
 
 Aus der bekannten Eigenschaft des Doppelverhaltnisses 
 folgen noch die drei ubrigen Projektivitaten 
 
 S3(b,b 2 b 3 b 4 ) A Sfe 
 
 4. Die beiden Tangentenquadrupel aus S3 und ( durch- 
 schneiden sich im Ganzen in 16 Punkten, die wir in fol- 
 gender Weise bezeichnen konnen 
 
 (23 b,, (0 = ^5 (S3b 17 ec 2 ) = 12 ; (SSb,, Sc 3 ) = 3 13 ; (S3b 1? c 4 ) = 
 
 /* (i, k = 1, 2, 3, 4), 
 
 wobei aber ,-* und *,- wesentlich voneinander verschieden 
 sind, indem der erste Index sich irnmer auf S3, der zweite 
 auf S bezieht. Nach dieser Bezeichnung haben wir zwischen 
 den 16 Durchschnittspunkten der beiden Tangentenquadrupel 
 aus S3 und (, und den vier Punkten o u cu, a Q , 0., die 
 24 Geraden, welche je drei Punkte enthalten 
 
 Q.Sjo^a, I, i Qo^nS, 
 
 1 12 ml If \ & 11 
 
 2 , 3 , 
 
 (T) 
 
 Mi 3^3 
 
 MAl, |Q2 23 
 
 04^12^ 
 
 '34 1 7 
 
 Ferner ergiebt sich aus der Gleichheit der Doppel- 
 verhaltnisse (3.) 
 
 23S n 22 <o 33 > J4 auf einem Kegelschnitt $t^, 
 
 "3 ' 
 S; (2)
 
 13. Beziehungen zwischen den Beriikrungspunkten etc. 103 
 
 Folglich wird fur den Kegelsclmitt ^^, da 
 
 (8n 227 3344) = fl 2; 
 
 (811833, 2244) = 3 > 
 (3 n 3 4 4, 22 33 ) = a 4 
 
 ist, Q 2 3 a 4 e i n Polardreieck (selbstkonjugiertes Drei- 
 eck) sein. 
 
 Fur den Kegelschnitt ^ 2) wird 
 
 also 1st 
 
 (12 34? 2143) = Q 4 
 (12 43? 21 34) = 3 
 
 ein Polardreieck. 
 
 Fur den Kegelschnitt ft ist 
 
 (1331> 2442) = a i> 
 (1324> 31 42) = 0l> 
 (13842? 3124) = Q 27 
 
 also ist 0^304 ein Polardreieck, und endlich fur den Kegel- 
 
 schnitt tf ist: 
 
 (14 415 23 32) = Q l 
 (14 23? 41832 
 (814832? 41 23) 
 
 Wir bemerken auch, weil die 
 
 
 
 3344 
 
 also OiQ 2 Q 3 ein Polardreieck. 
 
 beiden Sehnen 
 
 811822! 
 
 des Kegelschnitts $^ sich in Q 2 schneiden, daS alle durch Q 2 
 gezogenen Strahlen den Kegelschnitt in Punktepaaren 
 treffen mussen, welche von S3 (oder () aus gesehen unter einer 
 Strahleninvolution erscheinen; insbesondere ist ein Strahlen- 
 paar der durch a. 2 gehende Strahl und die Tangente in S3 
 (oder (); da aber die Strahl enpaare 
 
 und 
 
 S3b und 
 
 eine Strahleninvolution bestiminen, welcher auch das Strahlen- 
 paar ] ^Bc^ | und | S3a 2 | angehoren muB, weil 
 
 : und Q 27 14 und 23 , 41 und 32 
 
 die drei Paar Gegenecken eines vollstandigen Vierseits 
 sind [Tab. (T;] ; so wird SSOi | die Tangente in S3 am Kegel-
 
 104 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schnitt $ x sein, und aus gleichem Grunde wird | Sc^ | die 
 Tangente in (S am Kegelschnitt $ t (2) sein; mithin ist Q 1 der 
 Pol von | 93 | fur den Kegelschnitt flf } . 
 
 Wir konnen somit den vorigenResultaten noch hinzufiigen: 
 
 Fiir den Kegelschnitt ft sind a, und |93&| Pol und Polare, 
 
 6(2) 
 C 2 
 
 fcOO 
 
 Zusammengefafit erhalten wir folgenden Satz: 
 Schneidet eine Gerade g die 6 t(3) in den drei 
 Punkten 51, 93, (, und haben die Tangentenquadrupel 
 aus 5t, 93, an die (7 (3) bez. die Beruhrungspunkte 
 
 a iM 3 4> BjBgBabj, C^CgC^ 
 
 so schneiden sich die beiden Tangentenquadrupel 
 aus 93 und ( in 16 Punkten, von denen viermal vier 
 Durchschnittspunkte: 
 
 3,'* (i, &=1, 2, 3, 4) 
 
 mit 93 und ( auf je einem Kegelschnitt liegen 
 
 Fur diese vier Kegelschnitte sind die Pole der 
 Geraden g die vier Beruhrungspunkte (a/) des Tan- 
 gentenquadrupels aus SI; fur denjenigen Kegel- 
 schnitt $| 2) , fur welchen a, und g Pol und Polare 
 sind, bilden die drei iibrigen Punkte a ein Polar- 
 dreieck, namlich das Diagonaldreieck desjenigen 
 vollstandigen Vierecks, welches von den vier Punkten 
 ,* gebildet wird und dem Kegelschnitt ^ 2) ein- 
 beschrieben ist. 
 
 Dieser Satz gilt natiirlich dreimal, da wir 51, 93, niit- 
 einander vertauschen konnen. 
 
 5. Da nach Tabelle (T) die Punktepaare 
 
 Oj und Q 2 , 14 und 23 , 8 41 und 32 
 
 die drei Paar Gegenecken eines vollstandigen Vierseits sind, 
 also z. B. von dem Punkte 93 aus gesehen unter den drei
 
 13. Beziehungen zwiscben den Beruhrungspunkten etc. 105 
 
 Strahlenpaaren einer Involution erscheinen, so erhalten wir 
 die drei Strahlenpaare 
 
 (SaJ und 23a 2 |, 
 
 ; 33^1 = 1^ | und |3 88 |EE|b,|, 
 | 41 |= 93b 4 l und |93 32 | = |S3B 3 , 
 d. h. die drei Strahlenpaare 
 
 | 23d, | und |S3a 2 |, I23BJ und |23B 2 |, $8B 3 | und |23B 4 | 
 als einer Strahleninvolution angehorig. 
 
 Andererseits sind aber infolge des Schema (S) (2.) auch 
 
 die Punktepaare 
 
 0,02, B^.,, CjCg, 
 
 die drei Paar Gegenecken eines vollstandigen Vierseits; also 
 gehoren auch die drei Strahlenpaare 
 
 jSoJ und |93o 2 |, ^ | und 93b 2 |, | Sc, | und | %% \ 
 
 einer Involution an, welche mit der vorigen identisch ist, 
 weil sie zwei Strahlenpaare mit ihr gemein hat. 
 
 In gleicher Weise folgt aus der Tabelle (S) wegen des 
 vollstandigen Yierseits, dessen drei Paare Gegenecken sind 
 
 o x und 2 , B 3 und b 4 , C 3 und C 4 , 
 da6 auch die Strahlenpaare 
 SBflj und|93o 2 |, |S8B 3 und | S36 4 , 93c 3 und|S5c 4 | 
 
 einer Involution angehoren, die ebenfalls mit der ersten 
 identisch ist, weil sie zwei Strahlenpaare mit ihr gemein 
 hat; und endlich wegen des vollstandigen Yierseits, dessen 
 drei Paar Gegenecken 
 
 o s und o 4 , B 3 und B 4 , q und C 2 
 sind, daB auch die Strahlenpaare 
 
 |SBo 3 i und |S3o 4 |, |93B 3 | und |23BJ, jSBcJ und |S3c 2 | 
 derselben Strahleninvolution angehoren. 
 
 Wir haben derngemaB sechs Strahlenpaare einer und 
 derselben Strahleninvolution
 
 \OQ Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 93 0,| und 
 
 93b, 
 93 b 3 
 
 Sc, 
 
 Es wiirde ermiidend sein, wollten wir dieselbe Betrachtung 
 wiederholen, indem wir von andern vollstandigen Vierseiten 
 ausgehen, wie sie die Tabelle (T) und das Schema (S) in 
 groBer Menge darbieten. Es geniige, das leicht abzulesende 
 Resultat anzugeben; es zeigt sich namlich, daB 93 gleich- 
 zeitig der Mittelpunkt fur drei verschiedene Strahleninvo- 
 lutionen wird, deren Strahlenpaare nach den Beriihrungs- 
 punkten a.-, b,-, C t - hingehen; jede solche Strahleninvolution weist 
 sechs Strahlenpaare auf Dasselbe gilt fur & und natiirlicli 
 auch fiir SI, weil diese Punkte beliebig miteinander ver- 
 tauscht werden diirfen. Wir erhalten demgemaB drei 
 Gruppen von je drei Strahleninvolutionen, deren Strahlen- 
 paare wir so zusammenstellen konnen: 
 
 I. 
 
 , 
 
 II. 
 
 93oJ, 1930,1, 
 93o 3 |, |93o 4 |, 
 8BJ, |93b 2 |, 
 
 93 Cl U23c 2 , 
 ,lC,lj 
 
 So, |, I So, I, 
 
 eaj, |ea 4 |, 
 
 ^ ? 
 
 93o t |, | 80, |, 
 
 93a 2 |, 93o 4 |, 
 
 93b 2 |i |93b 4 |! 
 
 fflcj, |93c 3 |, 
 
 93c 2 |, |93c 4 |; 
 
 So, I, 
 
 6i , |Sb.|, 
 
 ScJ, |c,|, 
 c s , |6c 4 |;
 
 14. Weitere Beziehungen uad Folgerungen aus denselben. 107 
 
 III. 
 
 2ta 4? 
 2lb 4 |. 
 
 21 c, 
 
 21 c 
 
 3 I) 
 
 it, 
 
 95o 2 |, 1890,1, 
 95b,|, |95b 4 -, 
 S3 b 3 1, |95b 3 , 
 95c,i, |95c 4 ], 
 95 c. 
 
 Von solchen drei Strahleninvolutionen I, II, III, 
 aus 2(, die bestimmt werden durch zwei Paare, welche 
 auf drei Arten aus den vier Strahlen 
 
 5la 
 
 3 , 
 
 bilden lassen, sind bekanntlich (wenn die vier Strahlen 
 sind) immer zwei kyperbolisch und eine elliptisch. (Th. 
 S. 56) (Siehe 15.) 
 
 z. B. 
 
 sich 
 
 reell 
 d. K. 
 
 14. Weitere Beziehungen und Folgerungen 
 aus deuselben. 
 
 1 . Lassen wir in dem allgemeinen Satze ( 1 ,'5, 4) ins- 
 besondere die Punkte 58 und (S zusammenfallen, so fallt das 
 Tangentenquadrupel aus 95 auch mit dem Tangentenquadrupel 
 aus ( zusammen und die Schnittpunkte 
 
 117 227 337 44 
 
 gehen in die Beriihrungspunkte iiber des Tangentenquadrupels 
 aus 95 = S. 21 wird der Tangentialpunkt zu 95 = S. Der 
 Kegelschnitt f ] geht in die konische Polare 95 (2) des Punktes 
 58 riicksichtlich der C^ 3) iiber, und das Diagonaldreieck 
 
 fallt identisch zusamnien ( 13, 4) mit dem von den drei 
 iibrigen Beriihrungspunkten der Tangenten aus 5t an die 
 C (3) gebildeten Dreieck, wahrend die aus 51 gehende vierte 
 
 Tangente | 5193 
 wir den Satz: 
 
 den Beriihrungspunkt 58 hat; also erhalten
 
 1Q8 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Geht aus einem Punkte 2( der C (3) das Tangenten- 
 quadrupel ^^ ^^ ^^ , ^ 
 
 an dieselbe, dessen Beriihrungspunkte d lf a 2 , a 3 , 4 
 sind, und legt man aus einem derselben, z B. aus 
 Oj, aufs neue das Tangentenquadrupel 
 
 1*1*! , I M* I; I fl^s I, IMJ 
 
 an die C (3) , dessen Beriihrungspunkte t 1; t 2 , t 3 , t 4 
 seien, so bilden dieselben ein vollstandiges Viereck r 
 dessen Diagonaldreieck 
 
 (tlt 2 , tgtj = 0,, 
 
 (t^, t 2 t 4 ) = a 3 , 
 
 (M 4 , t 2 t 3 ) = Q 4 
 
 identisch zusanimenfallt niit dem Dreieck, welches 
 von den drei iibrigen Beruhrungspnnkten 
 
 a. 2 , a 37 o 4 
 gebildet wird. 
 
 Durch das vollstandige Viereck ^131314 gehen drei 
 Linienpaare, deren Durchbohrungssehnen mit der C (3} 
 (namlich die Tangenten in a 2 a 3 d 4 ) durch den Punkt SI laufen; 
 folglich ist 21 der Gegenpunkt des Punktquadrupels 1^21314 
 ( 9, i). Geht nun durch 2( die beliebige Gerade j 193 1, wie 
 friiher, so miissen auch die sechs Punkte 
 
 93, 6, t lf t 2 , t,, t 4 
 auf einem Kegelschnitt liegen. Wir haben also den Satz: 
 
 Jeder durch die vier Beriihrungspunkte eines 
 Tangentenquadrupels (aus a x ) gelegte Kegelschnitt 
 schneidet die C (3) in zwei neuen Punkten, deren Ver- 
 bindungslinie bestandig durch den Tangentialpunkt 
 (21) desjenigen Kurvenpunktes lauft, von welchem 
 das Tangentenquadrupel ausging. 
 
 Oder auch: 
 
 Der Gegenpunkt zu den vier Beriihrungspunkten 
 eines Tangentenquadrupels ist der Tangentialpunkt 
 desjenigen Punktes der C\ von welchem das Tan- 
 gentenquadrupel ausging.
 
 14. Weitere Beziehungen und Folgerungen aus denselben. 109 
 
 Oder auch: 
 
 Geht aus einem Punkte a r der C" 3) ein Tangenten- 
 quadrupel an dieselbe, so bilden die vier Beriihrungs- 
 punkte desselben ein vollstandiges Viereck, dessen 
 drei Diagonalpunkte Q 2 , d 3 , a 4 denselben Tangential- 
 punkt 51 haben, wie 0^ 
 
 Ziehen wir durch 51 die beliebige Gerade | 51SB& | und 
 legen auch aus 23 und die Tangentenquadrupel an die 
 C (S \ deren Durchschnittspunkte 
 
 wie wir oben ( 13, 4) gesehen haben, mit 23 und ( auf 
 einem Kegelschnitt liegen und ein vollstandiges Viereck 
 bilden, dessen drei Diagonalpunkte ebenfalls d 2J 3 , a 4 sind, 
 so sehen wir, da6 die beiden Kegelschnitte 
 
 [SSt^tstJ und [S3e u 22 33 44 ] 
 
 nicht nur die Punkte 33 und S gemein haben, sonJern auch 
 ein gemeinschaftliehes Polardreieck O 2 a 3 a 4 , woraus folgt, daB 
 sie identisch sein miissen, da es nur einen Kegelschnitt giebt, 
 welcher durch zwei Punkte geht und ein gegebenes Dreieck 
 zum Polardreieck hat; also liegen die zehn Punkte 
 
 33, , t 1; t 2 , tg, t 4 , g n , 22 , 33 , 44 
 
 auf einem und demselben Kegelschnitt. Wir konnen hier- 
 nach zu dem in 13, 4 gefundenen Satze noch den Zusatz 
 machen: 
 
 Der Kegelschnitt $[ 2) hat nicht bloss o t und g zu 
 Pol und Polare, Ci 2 a 3 a 4 zum Polardreieck, sondern 
 geht auch durch die vier Beriihrungspunkte des- 
 jenigen Tangentenquadrupels, welches aus o t an die 
 (7(3) gelegt werden kann. 
 
 2. Da aus 51 das Tangentenquadrupel an die (7 (3) geht, 
 dessen Beriihrungspunkte ci 1? 0.;, Q 3 , Ct 4 sind, so liegen die 
 Punkte 5t, a a 2 , a 3 , a 4 auf einem Kegelschnitt (der konischen 
 Polare 5t (2) ), welcher in 51 dieselbe Tangente hat, wie die 
 (3) . Da ferner aus a 4 das Tangentenquadrupel an die C (3) 
 geht, dessen Beriihrungspunkte t 1; t 2 , t 3 , t 4 sind, so liegeu
 
 HO Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 auch die Punkte a u t n t^, t 3 , t 4 auf einem Kegelschnitt (der 
 konischen Polare a t (/) ), welcher in QJ dieselbe Tangente r 
 namlich | a t 5t | hat, wie die C (3) . 
 
 Sodann ist, wie wir wissen, 91 der Gegenpuiikt fiir das 
 Punktquadrupel t^tgt^ d. h. samtliche Kegelschnitte des 
 Buschels [t 1 t 2 t s t 4 ] schneiden auf der C (3) Sehnen aus, die 
 durch 51 laufen. Dieses Kegelschnittbuschel mit den Grund- 
 punkten t 1; t 2 , tg, t 4 schneidet auf der Geraden j^dj erne 
 Punktin volution aus, deren einer Doppelpunkt o t ist, weil 
 der besondere Kegelschnitt [ct, t^tgtj = a^ die Gerade 
 | 51^ | in o x beruhrt. Uni den andern Doppelpunkt dieser 
 Punktinvolution zu erinitteln, beriicksichtigen wir die gegen- 
 seitige Lage der betrachteten Punkte. 
 
 Es liegen namlich wegen des Diagonaldreiecks 
 
 (t,t 3 
 
 sowohl Q 2 tit2 au ^ einer Geraden, als auch wegen der aus 51 
 und a t gelegten Tangenten 
 
 a t t 4 t 4 auf einer Geraden, 
 
 ^3 a 3 ,, n n 
 
 ferner aber auch t 2 t 4 a 3 auf einer Geraden, folglich die 
 iibrigen sechs Punkte 
 
 *, ti, t 47 o 1; a 2 , a 3 
 notwendig auf einem Kegelschnitt. 
 Ferner liegen 
 
 a., t;, t : auf einer Geraden, 
 
 ^i ts t 3 
 
 5t Q 3 a 3 n n n 
 
 da nun auch t,t 3 3 auf einer Geraden liegen, so niiissen die 
 iibrigen sechs Punkte 
 
 21, t 2 , t s , a lt a,, a, 
 auf einem Kegelschnitt liegen. Aus den beiden Kegelschnitten 
 
 [SfM^OgOs] und 
 folgen die Projektivitaten
 
 14. Weitere Beziehungen und Folgerungen aus denselben. 
 
 a 2 (a^MJ A a 3 (o^t.t,), a 3 (a,2U 2 t 3 ) A a 2 (a^t 2 t 3 ) ; 
 da nun aber , M , , , 
 
 C^ra^MjEEEagCa^t^), 
 
 so ist auch 
 
 a 2 (o 1 2It 1 t 4 )Aa 2 (o 1 ?rt 3 t 2 ), 
 
 also 
 
 o 2 (a 1 2tt 1 t 4 )Aa 2 (a l 5(t 4 t 1 ). 
 
 Hieraus ergiebt sich, daG das Quadrat des Doppel- 
 verhaltnisses . , Of , ,N la 
 
 K(ai*iOrrii 
 
 also 
 
 a 2 (a 1 5(t 1 t 4 ) = l 
 
 sein muB; der Wert + 1 fallt als illusorisch heraus, well 
 weder a t mit 5t, noch tj mit t 4 im allgemeinen zusammen- 
 fallen wird; folglich muB 
 
 a 2 (a 1 5lt 1 t 4 )=-l, 
 
 sein, d. h. das Linienpaar durch a 2 , namlich | t^ | und | t 3 t 4 | 
 trennt harmonisch die Punkte St und a r 
 
 Dasselbe gilt in gleicher Weise von dem Linienpaar 
 | t t ty und | t. 2 1 4 1 durch a 3 und auch von dem dritten Linien- 
 paar; die Punktinvolution, welche das Kegelschnittbiischel 
 [t 1 t 2 t 3 t 4 ] auf 5(0! ausschneidet, hat daher die Punkte S( und 
 a t zu Doppelpunkten; von a, hatten wir diese Eigenschaft 
 bereits erkannt. Da die Doppelpunkte dieser Involution 
 konjugierte Punkte fur samtliche Kegelschnitte des Biischels 
 sind, so konnen ^vir den Satz aussprechen: 
 
 Legt man aus einem Punkte a t einer C (3) das 
 Tangentenquadrupel an dieselbe, dessen Beriihrungs- 
 punkte t, 7 t 2 , t 3 , t 4 seien, und ist 51 der Tangential- 
 punkt zu ttj, so sind 31 und a x konjugierte Punkte fiir 
 siimtliche Kegelschnitte des Biischels [t^tjtj; es 
 giebt also insbesondere auch zwei Kegelschnitte 
 dieses Biischels, welche in H und in a t die Geracle 
 | 2la,| beriihren. 
 
 3. Da die Polaren von a t in Bezug auf samtliche Kegel- 
 schnitte des Biischels [tjt^tj durch SI gehen miissen, weil 
 a t und 2( konjugierte Punkte fiir dieselben sind, so be- 
 schreiben diese Polaren ein Strahlbiischel, welches mit dt m
 
 J12 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Kegelschuittbiischel [t 1 t 2 t 3 tj bekanntlich projektiv ist. Die 
 beiden projektiven Gebilde erzeugen also eine Kurve dritter 
 Ordnung, dieselbe geht durch t 1 t 2 t 3 t 4 , den Gegenpunkt 5(, 
 ferner durch c^ und beriihrt 51 c^ | in a u weil fiir den be- 
 sonderen Kegelschnitt (t l t 2 t 3 t 4 a 1 ) die Polare von c^ die Tan- 
 gente in Oj ist; sodann auch, weil dem Linienpaar (t^J, 
 | t 3 t 4 | die Polare von a 1; d. h. die Gerade | 51 C^ | entspricht 
 und die beiden Schnittpunkte derselben mit dem Linienpaar 
 in c^ zusammenfallen, ist a 2 ein doppelt zu zahlender Punkt 
 des Erzeugnisses, ebenso a 3 und a 4 . Das Erzeugnis ist da- 
 her mit unserer Kurve (7 (8) identisch, weil es schon dreizehn 
 Punkte mit ihr gemein hat. Die Polare von a x in Bezug 
 auf einen Kegelschnitt des Biischels geht durch die beiden 
 Beriihrungspunkte des Tangentenpaares, welches aus a t 
 an den Kegelschnitt gelegt werden kann. Wir konnen also 
 als Erganzung des letzten Satzes hinzufiigen: 
 
 Wahlt man die Beriihrungspunkte eines Tan- 
 gentenquadrupels (aus a z ) zu Grundpunkten eines 
 erzeugenden Kegelschnittbiischels, so ist der Gegen- 
 punkt der Tangentialpunkt 5( zu a r Die Kurve (3) 
 selbst erscheint als der Ort der Beriihrungspunkte 
 samtlicher Tangentenpaare, welche aus a x an die 
 Kegelschnitte des Biischels gelegt werden konnen. 
 Die C (3) geht auch durch die drei Diagonalpunkte 
 des von den vier Grundpunkten gebildeten voll- 
 standigen Vierecks, und diese Diagonalpunkte haben 
 denselben Tangentialpunkt 31, welchen Q. t hat. 
 
 Auch ist umgekehrt durch fiinf beliebig gewiihlte Punkte 
 (von denen keine drei auf einer Geraden liegen) eine C (3) voll- 
 standig und eindeutig bestimnit, wenn man verlangt, einer 
 derselben, $1, soil der gemeinsame Tangentialpunkt fiir die 
 vier ubrigen Q x , 2 , a 3 , 4 sein; denn da diese als Beriihrungs- 
 punkte doppelt zu zahlen sind, so werden im ganzen neuii 
 Punkte zur Bestimmung der (3) gegeben sein. Durch diese 
 neun Punkte gehen aber keine zwei verschiedenen Kurven 
 dritter Ordnung (d. h. sie bilden nicht die Gruiidpuukte 
 eines Kurvenbiischels), denn sonst miiBten, da drei Puiikte
 
 14. Weitere Beziehungen und Folgerungen aus denselben. H3 
 
 SI, 1? Oj auf einer Geraden liegen, die sechs iibrigen 2 , 0. 2 , 
 3 , 3 , 4 , 4 auf einem Kegelschnitt liegen, was nicht der 
 Fall ist, weil sich nicht drei Tangenten eines Kegelschnitts 
 Ci 2 n 2 ! , | 3 3 , 4 4 in einem Punkte St schneiden konnen. 
 Man erzeugt diese Kurve (7 (3) dadurch, daB man das Kegel- 
 schnittbiischel mit den vier Grundpunkten [OiOaOgOj bildet 
 und von SI die Polaren riicksichtlich aller Kegelschnitte 
 des Biischels nirnrnt, welche ein Strahlenbiischel bilden, pro- 
 jektiv mit dem Kegelschnittbiischel; das Erzeugnis dieser 
 beiden projektiven Gebilde ist die (7' 3) . 
 
 4. Aus dem vorhin bemerkten Resultat (2.), daB die 
 sechs Punkte ^ 
 
 ft, 17 Q 2 , 3 , l i} t 4 
 
 auf einem Kegelschnitt liegen miissen und daraus, daB die drei 
 
 iibrigen Punkte 
 
 4; h> h 
 
 auf einer Geraden liegen, folgt, daB die neun Punkte 
 
 zusammen eine Gruppe von neun associierten Punkten bilden 
 derart, daB jede Kurve dritter Ordnung, welche durch acht 
 derselben gent, auch durch den neunten gehen muB; 
 ( 10, 2) also: 
 
 Ein Punkt o t der C (3] , sein Tangentialpunkt 21, 
 die vier Beriihrungspunkte des Tangenteuquadrupels 
 aus Oj und die drei Diagonalpunkte des von diesen 
 vier Beriihrungspunkten gebildeten vollstandigen 
 Vierecks sind eine Gruppe von neun associierten 
 Punkten. 
 
 Nimmt man nur die vier Punkte t u t 2 , t 3 , t 4 an und 
 verlangt, daB sie Beriihrungspunkte eines Tangentenquadrupels 
 sein sollen, dessen Ausgangspunkt nicht gegeben ist, dann 
 ist die C^ dadurch noch nicht bestimnit, sondern man 
 kann im allgemeinen noch zwei Punkte von ihr, ^ und 
 p 2 , willkiirlich annehmen, weil auBer den vier Punkten 
 t 1? tg, t s , t 4 noch die drei Diagonalpunkte des vollstandigen 
 Vierecks 
 
 SchrSter, Theorie der ebenen Ktirven 3. Ordn. 8
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 (M 2 , M 4 ) = a,, 
 
 (tit 3 , t 2 t 4 ) = a 3 , 
 
 (M 4 , t 2 t 3 ) = a 4 
 
 mit gegeben sind, also zusatamen sieben Punkte, zu denen 
 noch zwei willkiirlich gewahlte p : und p 2 fiir die Bestimniung 
 der Kurve hinzutreten diirfen. Nimmt man diese an, so ge- 
 staltet sich die Konstruktion folgendermafien: 
 
 Der Kegelschnitt fttgtgt^J liefert eine Tangente in p lr 
 der Kegelschnitt [t 1 t 2 t 3 t 4 p 2 ] eine Tangente in p 2 ; der Schnitt- 
 punkt beider Tangenten ist der gesuchte Punkt a 1; dessen 
 Tangentenquadrupel die Beriihrungspunkte t n t 2 , t 3 , t 4 hat, 
 (3.) und die C& ist nun nach dem Obigen vollstandig bestimmt. 
 Eine Ausnahme hiervon macht der Fall, wenn ins- 
 besondere ^) 1 und J) 2 konjugierte Punkte sind riicksichtlich 
 des Kegelschnittbiischels mit den vier Grundpunkten t 1? t 2 , 
 t 3 , t 4 . In diesem Falle wird namlich der Schnittpunkt a x 
 unbestimmt, weil jene beiden Tangenten in p : und p 2 an 
 den beiden vorigen Kegelschnitten in eine und dieselbe Ge- 
 rade zusammenfallen, also ihr Schnittpunkt unbestimmt 
 wird. Und in der That bilden dann alle dabei auftretenden 
 C (3) ein Buschel von Kurven dritter Ordnung, wie wir eben 
 gesehen haben; (ist p x = o n so wird p 2 = 5t). Wir schliefien 
 hieraus umgekehrt: 
 
 Alle Kurven dritter Ordnung, welche durch die 
 vier Ecken eines vollstandigen Vierecks (t^tgtj, 
 seine drei Diagonalpunkte (fl 2 3 Q 4 ) und noch einen 
 willkurlich zu wahlenden achten Punkt p x hindurch- 
 gehen, gehen noch durch den zu p t riicksichtlich 
 des Kegelschnittbiischels [t 1 t 2 t 3 t 4 ] konjugierten Punkt 
 ^) 2 und bilden ein Kurvenbiischel dritter Ordnung 
 mit diesen neun Grundpunkten. Zwei besondere Kurven 
 dieses Biischels erhalt man, indem man p x zum gemein- 
 schaftlichen Tangentialpunkt fiir ^121314 wahlt, dann ist p 2 
 der gemeinschaftliche Tangentialpunkt fiir a 2 Q 3 Q 4 und pj , oder 
 indem man p 2 zum gemeinschaftlichen Tangentialpunkt fiir 
 tjtgtgt^. wahlt, dann wird p x der gemeinschaftliche Tangential- 
 punkt fur Q 2 a 3 4 und p a .
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 115 
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren 
 konjugierter Punkte auf der C (3) . 
 
 1. Geht aus einem Punkte 31 der C (3) ein Tangenten- 
 quadrupel an dieselbe ( 9, e), dessen Beriihrungspunkte 
 
 <*i, <*2, 3 > Q 4 
 
 seien, so lassen sich dieselben zu drei Paaren ordnen, indem 
 durch die Wahl des einen Paares das andere mitbestimmt 
 
 wird 
 
 I. a x und o 2 , a 3 und a 4 , 
 
 II. ^ a 3 , a. 2 4 , 
 III. a t a 4 , Og o 3 . 
 
 Jedes solches Paar kann, wie wir jetzt umgekehrt nach- 
 weisen wollen, als ein Paar konjugierter Punkte fur die 
 (7 (3) in dem fruheren Sinne ( 2) aufgefaBt werden, welcher 
 den Ausgangspunkt unserer Betrachtungen bildete; und 
 durch ein solches Paar werden dann unendlich viele andere 
 Paare konjugierter Punkte mitbestimmt 7 welche diejenigen 
 Eigenschaften besitzen, die wir ( 2 und 3) von ihnen 
 gefunden haben. 
 
 Da wir aber auf dreierlei Art (I. II. III.) solche Paare 
 festlegen konnen, so erhalten wir nicht nur ein, sondern 
 drei verschiedene Systeme von unendlich vielen Paaren kon- 
 jugierter Punkte auf der C (3 \ und konnen eine und dieselbe 
 Kurve C^ aus dem ersten, zweiten oder dritten System 
 heraus koustruieren. 
 
 Der Nachweis der Identitat mit der Erzeugung in 2 
 und 3 braucht sich nur auf eines dieser drei Systeme zu 
 erstrecken, weil er in gleicher Weise fur die beiden iibrigen 
 gefiihrt werden kann. 
 
 Nehmen wir daher im Systeme I. von den Beriihrungs- 
 punkten a Q 2 , 3 , 4 des Tangentenquadrupels aus SI die 
 
 Paare 
 
 (*! und a 2 , Q 3 und a 4 , 
 
 so wissen wir aus 13, 2, da6 der beliebig gewahlte Punkt 
 b : der C (3) mit a t und 0% verbunden zwei Strahlen | b t a x | 
 und | B x 02 1 giebt, welche zum dritten Male in c t und C 2 
 
 8*
 
 1 16 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schneiden, und daB die Punkte C : und C 2 die Eigenschaft be- 
 sitzen, denselben Tangentialpunkt & zu haben. Derselbe 
 kann dadurch gefunden werden, da 6 wir 51 mit dem Tan- 
 gentialpunkt S3 fur bj verbinden und den dritten Schnitt- 
 punkt von | SI 33 | mit der C (a) aufsuchen. Wir erhalten 
 also aus dem einen Paare fl^, indem wir b x verandern, un- 
 endlich viele andere Paare C a c 2 auf der C (3) , welche samt- 
 lich die gleiche Eigenschaft wie a x a 2 besitzen, namlich den- 
 selben Tangentialpunkt zu haben. 
 
 Da aber in 13, 5 nachgewiesen ist, daB die drei 
 Strahlenpaare 
 
 Sla, | und | SIo 2 1, | Sla 3 1 und | Sia 4 , | STq | und 5lc 2 1 
 einer Strahleninvolution angehoren, welche schon durch die 
 beiden ersten Strahlenpaare vollstandig bestimmt ist, so er- 
 kennen wir, daB der Punkt 51 nach samtlichen Punktepaaren 
 CjCg, die aus dem ersten C^Og abgeleitet werden, Strahlen- 
 paare einer und derselben Strahleninvolution sendet, welche 
 dem Punkte 31 zugehort. 
 
 Nehmen wir drei solche Punktepaare C^, c{c 2 , Cj"c 2 " 
 beliebig heraus, so erkennen wir, daG die (7 (3) als der Ort 
 solcher Punkte SI erscheint, welche nach diesen drei Punkte- 
 paaren drei Strahlenpaare einer Involution sendet, und da- 
 durch ist die Identitat unserer C (3) mit derjenigen Er- 
 zeugungsweise, von welcher wir in 3 ausgingen, nach- 
 gewiesen. Wir konnen demgemaB folgendes Resultat aus- 
 sprechen: 
 
 Wenn man von zwei solchen Punkten a : Q. 2 der 
 C&\ welche denselben Tangentialpunkt haben und 
 konjugierte Punkte heifien sollen, ausgeht, so wird 
 durch dieselben ein ganzes System unendlich vieler 
 Paare von konjugierten Punkten q C 2 in eindeutiger 
 Weise festgelegt, indem man zu jedem neuen Paare 
 dadurch gelangt, daB man einen beliebigen Punkt J 
 der C (3J mit a x 2 verbindet und die dritten Schnitt- 
 punkte c x C 2 aufsucht. Jeder Punkt SI der (7 (3) sendet 
 nach alien Paaren konjugierter Punkte Strahlen- 
 paare einer Involution.
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. H7 
 
 Alle iibrigen Eigenschaften, z. B. daB auch jedes ab- 
 geleitete Punktepaar mit einem neuen Kurvenpunkt ver- 
 buuden, als dritte Schnittpunkte wieder ein Paar konjugierter 
 Punkte liefert, daB die Strahleninvolutionen, welclie selbst 
 zwei konjugierten Punkten zugehoren, in projektiver Be- 
 ziehung und halb-perspektiver Lage sich befinden, daB man 
 jedes beliebige Paar konjugierter Punkte zu Mittelpunkten 
 der zugehorigen erzeugenden Strahleninvolutionen wahlen 
 kann u. s. w. ; ist schon in 2 und 3 ausgefuhrt und braucht 
 nicht wiederholt zu werden, obwohl es sich auch von hier aus 
 direkt ableiten laBt. 
 
 2. Neu aber tritt uns hier das Resultat entgegen, daB 
 auf einer gegebenen (7 (3) drei verschiedene Systeme von 
 Paaren konjugierter Punkte, die in einem gewissen Zu- 
 sammenhange miteinander stehen, auftreten, daB also auch 
 dieselbe Kurve (7 (3) auf drei wesentlich verschiedene Arten 
 durch zvrei Strahleninvolutionen in projektiver Beziehung 
 und halb-perspektiver Lage erzeugt werden kann. 
 
 Hat namlich das Tangentenquadrupel aus 1 die Be- 
 
 riihrungspunkte 
 
 i; Q 27 Q 3; 4 
 
 und seien die drei Diagonalpunkte dieses vollstandigen 
 Vierecks , 
 
 dann kann man entweder 
 
 I. W, und SI' als Mittelpunkte der erzeugenden Strahlen- 
 involutionen wahlen, wobei die nach 
 
 a t und a 2; a 3 und a 4 
 
 hingehenden Strahlenpaare zur Bestimmung derselben dienen, 
 in welchem Falle selbstverstandlich die Strahleninvolution 
 [l'] eine hyperbolische ist; oder 
 
 IT. St und SI" als Mittelpunkte. der erzeugenden Strahlen- 
 involutionen, welche durch die Strahlenpaare nach 
 
 a t und a 3 , Q 2 und a 4 
 bestimmt werden; oder
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 III. S( und 21'" als Mittelpunkte der erzeugenden Strahlen- 
 involutionen, welche durcli die Strahlenpaare nach 
 
 a t und a 4 , a 2 und a 3 
 bestimmt werden. 
 
 In alien drei Fallen 1st die Strahleninvolution [ST], [SI"], 
 [SI'"] eine hyperbolische, wahrend bekanntlich von den drei 
 Strahleninvolutionen in SI zwei hyperbolisch sind und eine 
 elliptisch ist. Dieselbe Kurve (7 (3) kann also zweimal durcli 
 zwei hyperbolische Strahleninvolutionen und einmal durch 
 eine hyperbolische und eine elliptische Strahleninvolution 
 erzeugt werden. Zwischen den drei verschiedenen Systeinen 
 von Paaren konjugierter Punkte auf der C (3) besteht ein 
 gewisser Zusammenhang, fiber den folgende Betrachtuug 
 Auskunft giebt: 
 
 Ist SjS^j ein beliebiges Paar konjugierter Punkte init 
 dem gemeinsamen Tangentialpunkt X in dem einen System, 
 $P'^$j' ein Paar konjugierter Punkte mit dem gemein- 
 samen Tangentialpunkt X' in dem zweiten System, und 
 moge die Gerade !$$'| der C^ zum dritten Mai in $", 
 die Gerade | $&$(${ | der (7 (3) zum dritten Mai in ty" begegnen, 
 so miissen offenbar die Tangenten in ^P^S'^S" der C ((3) in 
 den Punkten X, X', X" einer Geraden zum dritten Mai be- 
 gegnen, ebenso die Tangenten in ^^5$" in den Punkten 
 X, X', X" derselben Geraden. Der dritte Schnittpunkt X" 
 der Geraden | XX' | ist also gemeinsamer Tangentialpunkt 
 fiir $"$$,", und diese sind daher ein Paar konjugierter Punkte 
 in einem der drei Systeme. Sie konnen aber weder dem 
 ersten System angehoren, noch dem zweiten, mtissen also 
 dem dritten angehoren. Denn gehorten ^S"^5" und 
 demselben Systeme an, so miisste der Schnittpunkt 
 
 auf der (7 (3) liegen, d. h. ^5' und ty[ rniissten zusammenfallen, 
 was der Annahme gemaB nicht der Fall ist; also gilt der Satz: 
 Sind ^5 und ^ ein Paar konjugierter Punkte in 
 einem der drei Systeme, ^5' und ty[ ein Paar kon- 
 jugierter Punkte in dem zweiten System, so sind
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. H9 
 
 die dritten Schnittpunkte ty" und %[' der Ver- 
 bindungslinien | $$' | und | ^[ \ mit der C ein 
 Paar konjugierter Punkte in dem dritten System, 
 und die drei Tangentialpunkte dieser drei Punkte- 
 paare liegen auf einer Geraden. 
 
 Aus zwei Paaren konjugierter Punkte zweier verschie- 
 denen Systeme folgt also immer ein Paar konjugierter Punkte 
 des dritten Systems. 
 
 Wir haben hierbei stills chweigend vorausgesetzt, daB 
 das Tangentenquadrupel von eineni Punkte 51 der (? (3) aus 
 vier reellen Strablen bestebe, also auch vier reelle Beriibrungs- 
 puukte babe. 
 
 Dies braucht indessen keineswegs fiir alle Punkte der 
 (7(3) (j er Yall zu sein, sondern die Tangenten konnen auch. 
 paarweise konjugiert-imaginar sein, also es konnen aucb nur 
 zwei oder keine der vier Tangenten reell sein. Dies ruft 
 wesentlicbe Modifikatiouen der vorigen Untersucbungen ber- 
 vor und fiibrt auf die verscbiedenen Gestalten, welcbe eine 
 <7 (3) annebmen kann, sowie auf die Bedingungen fiir die Er- 
 zeugung der einen oder der andern Gestalt. Diese Unter- 
 sucbung bebalten wir mis fiir sp'ater vor ( 18). 
 
 3. Welcbes der drei Systeme von konjugierten Punkte- 
 paaren auf der 6 r{3) wir aucb wablen mogen, in jedeni der- 
 selben konnen wir nocb die Mittelpunkte der beiden er- 
 zeugenden Strableninvolutionen in ein beliebiges Paar kon- 
 jugierter Punkte bineinverlegen und daber auf unendlicb 
 vielfache Weise die C (3) vermittelst zweier Strableninvolutionen 
 erzeugeu. Solcbe zwei erzeugenden Strableninvolutionen be- 
 balten nun fiir classelbe System binsicbtlicbibres byperboliscben 
 oder elliptiscben Cbarakters Gleicbartigkeit oder Ungleicb- 
 artigkeit bei, wie man aucb ibre Mittelpunkte verandern mag. 
 
 In der Tbat, ob eine Strableninvolution byperboliscber 
 oder elliptiscber Natur ist, laBt sicb durcb die Lage zweier 
 beliebigen Strablenpaare 
 
 x und x 1} y und y^ 
 
 bekanntlicb so entscbeiden, daB man den Wert des Doppel- 
 verbaltnisses
 
 120 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 betrachtet; 1st dasselbe positiv, so wird kein Elementen- 
 paar durch das andere getrennt, also 1st die Involution 
 hyperbolisch; ist das Doppelverhaltnis dagegen negativ, 
 so wird jedes der beiden Elementenpaare durch das andere 
 getrennt, also ist die Involutions lliptisch. Dieses konstante 
 Vorzeichen des Doppelverhaltnisses bleibt erhalten, welche 
 zwei Elementenpaare man auch herausnehmen mag, da sie 
 durch zwei Elementenpaare gerade bestimmt wird und 
 natiirlich ihren Charakter nicht andern kann bei anderer An- 
 nahme von Elemeutenpaaren. 
 
 Nehmen wir drei zur Bestimmung der C^ notwendige 
 und hinreichende Paare von konjugierten Punkten ( 2) 
 
 aa t , 9393,, ee, 
 
 willkiirlich und unabhangig voneinander an, dann gilt fur 
 die fiinf beliebigen Punkte SI, 93, S3 1; S, S x die Identitat 
 zwischen den Doppelverhaltnissen ( 2, 7) 
 
 ^(ee^so . 93 (ce^a) . 93, (ee^ffl) - 1, 
 
 und ebenso zwischen den fiinf beliebigen Punkten 2( 1 , 58 , Sj , 
 S, Si die Identitat 
 
 ^((^23230 . JBCCCi^aj . ^ ($$&%) - 1, 
 woraus durch Division folgt 
 
 und in gleicher Weise wiirde sich auch die Identitat ergeben 
 
 diese Relationen zeigen aber, da6 wenn die beiden den 
 konjugierten Punkten SI und Stj zugehorigen Strahleninvo- 
 lutionen gleichartig sind, d. h. entweder beide hyperbolisch 
 oder beide elliptisch, auch die den beiden konjugierten Punkten 
 23 und 23! und ebenso die den beiden konjugierten Punkten 
 S und &! zugehorigen Strahleninvolutionen gleichartig sein 
 miissen; dagegen wenn die den beiden konjugierten Punkten 
 21 und Stj zugehorigen Strahleninvolutionen ungleichartig
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 121 
 
 sind, d. h. eine hyperbolisch und die andere elliptisch, dies 
 aucli bei den beiden, den Punkten S3 und S3 X , sowie den Punkten 
 und S r zugehorigen Strahleninvolutionen der Fall sein muB. 
 
 An Stelle des Paares SB! kbnnen wir aber ein be- 
 liebiges anderes Paar konjugierter Punkte S^ (desselben 
 Systems) setzen, ohne daS die Strahleninvolutionen [31] und 
 [21J dadurch geandert werden, also gilt fur jedes beliebige 
 Paar konjugierter Punkte 3^ dasselbe, was fiir irgend ein 
 Paar konjugierter Punkte desselben Systems gilt. Wir 
 schlieBen daher den Satz: 
 
 Wenn fiir irgend ein Paar konjugierter Punkte 
 einer C (3) die zugehorigen Strahleninvolutionen 
 gleichartig sind (d. h. entweder beide hyperbolisch 
 oder beide elliptisch), so sind sie fiir samtliche 
 Paare konjugierter Punkte gleichartig; wenn da- 
 gegen fiir irgend ein Paar konjugierter Punkte 
 (desselben Systems) einer C Y(3) die zugehorigen 
 Strahleninvolutionen ungleichartig sind (d. h. eine 
 elliptisch und die andere hyperbolisch), so ist dies 
 auch bei samtlichen iibrigen Paaren konjugierter 
 Punkte der Fall. 
 
 4. Nun ist die eine Moglichkeit, nanilich daG die den 
 samtlichen Punkten einer C (3) zugehorigen Strahleninvolutionen 
 alle elliptisch seien, von vornherein ausgeschlossen, 
 sondern es giebt irnmer auf der C^ solche Punkte, deren 
 zugehorige Strahleninvolutionen hyperbolisch sein miissen; 
 denn waren 51^ ein Paar konjugierter Punkte, so schneidet 
 die Verbindungslinie | 3l3fj | die C l(3) notwendig noch in 
 einem dritten Punkte, fiir den die zugehorige Strahlen- 
 involution eine hyperbolische ist, weil fiir ihn | 31^ | ein 
 Doppelstrahl wird; und dies gilt fiir jeden Verbindungsstrahl 
 zweier konjugierten Punkte. Der erste Fall teilt sich dein- 
 nach in zwei Teile, und es konnen iiberhaupt nur drei Falle 
 eiutreten, niimlich: 
 
 a) Die den samtlichen Paaren konjugierter Punkte der 
 C (3) zugehorigen Strahleninvolutionen sind gleichartig und 
 allenial beide hyperbolisch;
 
 122 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 /3) die den samtlichen Paaren konjugierter Punkte der 
 C (3) zugehorigen Strahleninvolutionen sind gleichartig, aber 
 fur einen Teil derselben sind beide hyperbolisch, fiir den 
 iibrigen Teil von Paaren sind beide elliptisch; 
 
 y) die jedeui Paare konjugierter Punkte der C (3) zu- 
 gehorigen Strahleninvolutionen sind immer ungleichartig, 
 d. h. eine hyperbolisch und die andere elliptisch. 
 
 Wir wollen diese drei Falle nach dem Vorschlage 
 Reye's (Geometric der Lage, 3. Auflage, S. 244) bezeichnen 
 als a) den hyperbolischen , /3) den elliptischen und y) den 
 dualen Fall. 
 
 I}a6 der erste (hyperbolische) Fall wirklich eintreten 
 kann, erkennen wir aus der Erzeugung der (3) vermittelst 
 einer Kegelschnittschar und eines Punktepaares StSti ( 3, 4). 
 Nehmen wir namlich eine Kegelschnittschar mit vier gemein- 
 schaftlichen imaginaren Tangenten an ; so besitzt dieselbe 
 bekanntlich die Eigenschaft, daB die Tangentenpaare aus 
 jedem Punkte der Ebene an dieselbe eine hyperbolische 
 Strahleninvolution bilden, folglich auch aus alien Punkten 
 der C (3) . Punkte mit zugehorigen elliptischen Strahlen- 
 involutionen giebt es also uberhaupt nicht. 
 
 5. Den Nachweis fiir die eben ausgesprochene Be- 
 hauptung wollen wir der kiirzeren Aussprache wegen auf 
 dem dual gegeniiberstehenden Gebiete fiihren, d. h. den 
 Satz beweisen: 
 
 , ; Jede Gerade wird von einem Kegelschnitt- 
 biischel mit vier imaginaren Grundpunkten in einer 
 hyperbolischen Punktinvolution geschnitten." 
 
 In einem Kegelschnittbiischel mit vier imaginaren Grund- 
 punkten giebt es namlich immer ein reelles Linienpaar be 
 (ausgearteter Kegelschnitt des Biischels), die Trager zweier 
 elliptischen Punktinvolutionen, die sarntlichen Kegelschnitten 
 des Biischels zugehoren, d. h. aus Paaren konjugierter 
 Punkte riicksichtlich samtlicher Kegelschnitte des Biischels 
 bestehen. 
 
 Schneidet nun eine beliebige Gerade g die Trager dieser 
 beiden Punktinvolutionen in den Punkten
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 123 
 
 und sind die konjugierten Punkte derselben in den beiden 
 Involutionen bez. 
 
 und 
 
 ihre Verbindunslinie 
 
 
 ist ferner in dem Schnittpunkt der Trager ein Punkt der 
 einen mit einem der andern vereinigt 
 
 (6^ = 33 = ^, 
 
 deren konjugierte Punkte fiir beide Involutionen bez. 
 
 S3 X und 
 seien, und heiBt endlicli die Verbindungslinie 
 
 i^S -a, 
 
 dann wird diejenige Punktinvolution, welche das Kegel- 
 schnittbiischel auf der Geraden g ausschneidet, durch die 
 beiden Punktepaare bestimrnt 
 
 (gb)mid(gc), (go) und (g 9l ). [Th. d. K. S. 257.] 
 Von den fiinf Geraden in der Ebene a, 6, c, g, g^ wird 
 nun jede durch die vier iibrigen in vier Punkten geschnitten 7 
 die einen bestimmten Wert des Doppelverhaltnisses dar- 
 bieten, und zwischen den dadurch erhaltenen Doppelverhalt- 
 nissen gilt die bekannte Mobiussche Relation 
 
 g (agj>c) . b (ag^ eg] . c (ag^gl] = 1 
 ( 2, ?), welche sich in die Form bringen laBt 
 
 Wenn nun die beiden Punktiuvolutionen auf 6 und c 
 elliptisch sind, so sind die Werte der beiden Doppelverhaltnisse 
 
 und 
 
 beide negativ, folglich g(bcag^) posititiv, d. h. die auf g 
 ausgeschnittene Involution ist hyperbolisch w. z. b. w. 
 
 In gleicher Weise komien wir zeigen, daB bei Ver- 
 anderung von g, wodurch sich auch g verandert, das Linien- 
 paar gg l auf der Geraden a Punktepaare einer und derselben
 
 124 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 festen Involution ausschneidet; derm sei ein beliebiges zweites 
 Geradenpaar der vorigen Art g'g'^ so ist identisch 
 
 a(bcgg') .b(cagg'} .c(abgg'} = 1, 
 
 wenn daher wegen der Involution auf I) 
 
 b(cagg') = b 
 und wegen der Involution auf c 
 
 ist, so folgt auch 
 
 folglich beschreiben die Punkte (ag) und (ag^) auf dem 
 Trager a eine Punktinvolution. Aus dem Zusammenhange 
 dieser drei Punktinvolutionen auf den festen Tragern a&c, 
 welcher durch die Beziehung gegeben ist 
 
 * 
 
 a(bcggj . b (cagg^ .cfabgg^ = 1 
 
 folgt auch, da6 die Involution auf a hyperbolisch sein muB, 
 wenn die beiden Involutionen auf b und c elliptisch sind, 
 und iiberhaupt von den drei Involutionen inimer zwei 
 elliptisch und eine hyperbolisch, oder alle drei hyperbolisch 
 sein miissen (Th. d. K. S. 254). 
 
 6. Kehren wir nach dieser Abschweifung zu der Be- 
 trachtung in 4. zuriick, so wissen wir hinsichtlich des hyper- 
 bolischen oder elliptischen Charakters zweier erzeugender 
 Strahleninvolutionen einer C (3) , da6 die Gleichartigkeit oder 
 Ungleichartigkeit desselben zwar erhalten bleibt fiir dasselbe 
 System konjugierter Punkte der C (3 \ daG aber dabei drei 
 Falle, der hyperbolische, der elliptische und der duale auf- 
 treten konnen. Dies fiihrt zwar nicht zu wesentlich ver- 
 schiedenen Gattungen der <7 (3) , sondern z. B. bei derselben 
 C (3) kann sowohl der elliptische, als auch der duale Fall 
 auftreten, und wir werden erst spater die verschiedenen 
 Gattungen der (7 (8) und die Bedingungen fiir ihre Erzeugung 
 kennen lernen, allein mit der Kurve C (3) hangt eine be- 
 stimmte Kurve $ (3) eng zusammen ( 6), welche ebenso 
 durch Paare von Punktinvolutionen erzeugt wird, wie die
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 125 
 
 C (3) durch Paare von Strahleninvolutionen. Der hyperbolische, 
 elliptisclie oder duale Charakter fur die (7 (S) steht mit dem 
 fur die $ (3) in einein Zusammenhange, welchen wir jetzt 
 untersuchen wollen. 
 
 Halten wir eines der drei Systeme konjugierter Punkte 
 auf der (3) fest, so sendet ein beliebiger Punkt derselben 
 nach samtlichen Paaren konjugierter Punkte Strahlenpaare 
 einer bestimmten ihm zugehorigen Strahleninvolution; zu 
 zwei konjugierten Punkten selbst gehoren zwei bestimmte 
 Strahleninvolutionen, die entweder gleichartigen oder un- 
 gleichartigen Charakters sind. Die Verbindungsstrahlen 
 aller Paare konjugierter Punkte umhullen eine bestinimte 
 $ (3) , und zwar ist eine solche Verbindungslinie der eine 
 Doppelstrahl einer jener Strahleninvolutionen, dem sich der 
 zweite zugesellt, so daB der Schnittpunkt beider ein Punkt 
 der C (3) wird (namlich der dritte Schnittpunkt jener ersten 
 Verbindungslinie und der (7 (3) ). Wir konnen also auch 
 sagen: die $ (3) wird urnhullt von samtlichen Doppelstrahlen 
 der vorigen Strahleninvolutionen. Die Tangenten der $ (3) 
 ordnen sich auf diese Weise selbst zu Paaren konjugierter 
 Tangenten, und jede beliebige Tangente wird von diesen 
 samtlichen Paaren konjugierter Tangenten in Punktepaaren 
 einer Punktinvolution geschnitten; die Doppelpunkte dieser 
 Punktinvolution erfiillen dann wiederum die C (8) und bilden 
 die Paare konjugierter Punkte derselben. Dadurch wird 
 der Kreis der Betrachtung geschlossen. Der friiher gefundene 
 Zusammenhang zwischen den Paaren konjugierter Punkte 
 der (7 (3) und Paaren konjugierter Tangenten der $ (3) ist 
 aber der, daB immer das eine Paar durch das andere har- 
 monisch getrennt wird ( 7, 2). 
 
 Wenn nun bei der C (3) der hyperbolische, elliptische 
 oder duale Fall eintritt, so wird auch in bestimmter Weise 
 einer dieser drei Falle bei der $ (3) eintreten, hinsichtlich 
 der Paare erzeugender Involutionen. 
 
 7. Gehen wir von drei zur Bestimmung der (7 (3) not- 
 wendigen und hinreichenden, voneinander unabhangigen 
 Paaren konjugierter Punkte
 
 126 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 aus, so erhalten wir aus ihnen drei Strahleninvolutionen, 
 durch je zwei Strahlenpaare bestimmt, die wir in ab- 
 kiirzender aber niclit miGzuverstehender Weise so bezeichnen 
 konnen 
 
 21 [23 ^eej, 23 [((^2121,], 
 
 die drei Paare (reeller oder konjugiert-imaginarer) Doppel- 
 strahlen der drei Strahleninvolutionen [91], [33], [] seien 
 
 aa l} bb 1} cc 
 
 und konnen als drei Paare konjugierter Strahlen zur Be- 
 stimmung der $ (3) gewahlt werden. Fassen wir nun die 
 drei Punktepaare 
 
 21 und U 1} S3 und lt und t 
 
 als drei ausgeartete Kegelschnitte auf, so bestimmen je 
 zwei derselben eine Kegelschnittschar; aus diesen drei 
 Scharen leiten wir durch Vereinigung von je zwei Kegel- 
 schnitten neue Scharen ab u. s. f., von den en die Gesamt- 
 heit des ganzen Kegelschnittgewebes erfiillt wird ( 5). 
 Fassen wir andererseits die drei Linienpaare 
 
 a und Oj, b und 6,, c und c t 
 
 als drei ausgeartete Kegelschnitte auf, so bestimmen je 
 zwei derselben ein Kegelschnittbtischel, und aus diesen drei 
 Btischeln leiten wir durch Vereinigung von je zwei Kegel- 
 schnitten neue Buschel ab u. s. f. Die Gesamtheit aller 
 dieser Kegelschnitte erfiillt das Kegelschnittnetz. Eine 
 der einfachsten Erzeugungsweisen fur die C (3) war nun die ; 
 daB wir aus dem Kegelsehnittgewebe eine beliebige Kegel- 
 schnittschar herausnahmen, aus einem beliebigen Paar kon- 
 jugierter Punkte %.%,! an jeden Kegelschnitt der Schar die 
 Tangentenpaare legten und zum Durchschnitt brachten; die 
 vier Durchschnittspunkte erfiillen dann die ganze (7 IS) ( 3, 4). 
 Andererseits nehmen wir ein beliebiges Kegelschnittbuschel 
 aus dem Netze heraus und lassen ein Paar konjugierter 
 Strahlen aa 1 (einen ausgearteten Kegelschnitt des Netzes)
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 127 
 
 von jedem Kegelschnitte des Biischels in zwei Punktepaaren 
 durchschneiden; die vier Verbindungslinien der Durchschnitts- 
 punkte umhiillen dann die ganze Kurve (3) . 
 
 Ueber den hyperbolischen, elliptischen oder dualen 
 Charakter, welchen die (3) darbietet, entscheidet dann der 
 Charakter der Strahleninvolutionen in 51 und tyt i} und iiber 
 den hyperbolischen, elliptischen oder dualen Charakter der 
 ' 3) ebenso der Charakter der beiden Punktinvolutionen auf 
 a und a lt Da wir aus 5. wissen, da6 jedes Kegelschnitt- 
 biischel mit vier imaginaren Grundpunkten eine beliebige 
 Gerade in Punktepaaren einer hyperbolischen Punktinvolution 
 schneidet, und andererseits an jede Kegelschnittschar mit 
 vier imaginaren gemeinschaftlichen Tangenten ein beliebiger 
 Punkt der Ebene Tangentenpaare sendet, die eine hyper- 
 bolische Strahleninvolution bilden, so folgt z. B. daB, wenn 
 unter samtlichen Kegelschnittscharen des Gewebes eine ein- 
 zige vorkomrnt, die vier imaginare gemeinschaftliche Tan- 
 genten besitzt, dann die zugehorige C^ notwendig hyper- 
 bolischen Charakters sein muB, und, wenn unter samtlichen 
 Kegelschnittbuscheln des Netzes ein einziges vorkornint, 
 dessen vier Grundpunkte imaginar sind, dann notwendig die 
 zugehorige (3) hyperbolischen Charakters sein niuB. 
 
 8. Betrachten wir nun den einen der beiden dual 
 gegeniiberstehenden Falle, ein Kegelschnittbuschel, so ent- 
 halt dasselbe bekanntlich im allgemeinen drei Linienpaare 
 (ausgeartete Kegelschnitte); diese sind entweder alle drei 
 reell, oder nur eines von ihnen ist reell und die beiden 
 andern sind konjugiert-irnaginar; die Schnittpunkte (Doppel- 
 punkte) dieser imaginaren Linienpaare sind entweder beide 
 reell, oder keiner von beiden, aber ihre Verbindungslinie, 
 auf welcher sie durch eine elliptische Punktinvolution ver- 
 treten werden. Der erste Fall kann nur eintreten, wenn 
 die Grundpunkte des Biischels alle vier reell sind. Der 
 zweite Fall, dafi zwei Linienpaare reelle Schnittpunkte 
 (Doppelpunkte) haben, aber selbst konjugiert-imaginar siud, 
 tritt nur ein, wenn die Grundpunkte des Biischels alle vier 
 imaginar sind. Der dritte Fall, daB von den beiden imaginaren
 
 128 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Linienpaaren auch die beiden Schnittpunkte (Doppelpunkte) 
 konjugiert-iinaginar sind, aber auf einer reellen Geraden 
 durch eine elliptisclie Punktinvolution vertreten werden, tritt 
 nur ein, wenn von den vier Grundpunkteu zwei reell und 
 zwei konjugiert-imaginar sind, deren Verbindungsstrahlen 
 das eine allein reelle Linienpaar des Biischels bilden (Th. d. 
 K. S. 364). 
 
 Das Analoge gilt fiir die Kegelschnittschar. 
 
 Nehmen wir nun an, da6 auf einer C (S) zwei konjugierte 
 Punkte 91, 5lj mit zugehorigen elliptischen Strahleninvolutionen 
 vorhanden sind, also die (7 (3) elliptischen Charakters ist, 
 dann miissen die konjugiert- imaginaren Doppelstrahlen dieser 
 beiden elliptischen Strahleninvolutionen sich in vier imaginaren 
 Punkten durchschneiden, die auf einem (reellen und in be- 
 kannter Weise konstruierbaren) Linienpaar liegen und durch 
 zwei (ebenfalls reell konstruierbare) elliptische Punktinvo- 
 lutionen vertreten werden. Die vier imaginaren Durch- 
 schnittspunkte sind aber die vier Grundpunkte eines Kegel- 
 schnittbuschels, welches dem Netze angehort, aus deni die 
 ^O) hervorgeht; also mu6 diese nach der obigen Benierkung 
 hyperbolischen Charakters sein. Wir schlieBen hieraus den 
 Doppelsatz: 
 
 Wenn eine (7 (3) ellip- Wenn eine (3) ellip- 
 tischen Charakters ist, so tischen Charakters ist, so 
 inuB die zugehorige (3) muO die zugehorige C (3) 
 hyperbolischen Gharak- hyperbolischen Charak- 
 ters sein. ters sein. 
 
 Dasselbe gilt auch, wenn von den beiden den kon- 
 jugierten Punkten 5t und ?1 1 zugehorigen Strahleninvolutionen 
 nur eine elliptisch und die andere hyperbolisch, also die 
 (7 (3) dualen Charakters ist. Denn die beiden Linienpaare, 
 gebildet von den Doppelstrahlen der Strahleninvolutionen, 
 schneiden sich, da nur eines reell ist, in vier imaginaren 
 Punkten, die durch zwei elliptische Punktinvolutionen auf 
 den beiden reelleu Doppelstrahlen vertreten werden und reell 
 konstruiert werden kounen. Die vier imaginaren Schnitt- 
 punkte dieser beiden Linienpaare sind die Grundpunkte
 
 15. Drei Systeme von unendlich vielen Paaren etc. 129 
 
 eines Kegelschnittbiischels, welches dem Netze angehort, aus 
 dem die $ (3) hervorgeht, also muB diese hyperbolischen 
 Charakters sein. Wir schlieBen hieraus den Doppelsatz: 
 
 Wenn eine C (3) dualen Wenn eine (3) dualen 
 Charakters ist, so muB Charakters ist, so muB 
 die zugehorige $ (3) hyper- die zugehorige (7 (3) hyper- 
 bolischen Charakters bolischen Charakters 
 sein. sein. 
 
 Aus den vorigen beiden Doppelsatzen schliefien wir 
 durch CJmkehrung: 
 
 Wenn eiue C (3) hyper- Wenn eine $ (3) hyper 
 
 tr / X 
 
 bolischen Charakters ist, bolischen Charakters ist 
 so muB die zugehorige $ (3) so muB die zugehorige (? (3) 
 entweder dualen oder entweder dualen oder 
 elliptischen Charakters elliptischen Charakters 
 sein, und zwar dualen sein, und zwar dualen 
 Charakters, sobald auf Charakters, sobald die 
 den beiden Doppelstrah- beiden Doppelpunkte ir- 
 len irgend einer der er- gend einer der erze.ugen- 
 zeugenden Strahleninvo- den Punktinvolutionen 
 lutionen die durch samt- nach alien iibrigen Dop- 
 liche Doppelstrahlen- pelpunktpaaren zwei un- 
 paare ausgeschnittenen gleichartige Strahlenin- 
 Punktinvolutionen un- volutionen senden, da- 
 gleichartig sind, dagegen gegen elliptischen Cha- 
 elliptischen Charakters, rakters, sobald solche 
 sobald sie gleichartig zwei Strahleninvolu- 
 sind. tionen gleichartig sind. 
 
 DaB menials zu einer C f(3) hyperbolischen Charakters 
 wieder eine $ (3) hyperbolischen Charakters zugehoren kann 
 und umgekehrt, folgt daraus, daB bei einer C (3) hyper- 
 bolischen Charakters unter den Paaren konjugierter Punkte 
 auch immer irnaginare Punkte auf reellem Trager vor- 
 kommen miissen. Der directe Nachweis fur diese Behauptung 
 erfordert aber eine eingehendere Untersuchung, zu der wir 
 in den nachsten Paragraphen iibergehen wollen ( 16 20). 
 
 Schriiter, Theoria der ebrnen Kurven 3. Ordn. 9
 
 130 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 16. Allgemeine Untersuchung der yerschiedenen 
 Gestalten, welche eine O s) aniiehmen kjuni. 
 
 1. Die verschiedenen Erzeugungsweisen der (7 (3) , welche 
 wir kennen gelernt haben, liefern immer einen geome- 
 trischen Ort von (einfach) unendlich vielen Punkten, welche 
 kontinuierlich aufeinander folgend die gesamte C f(3) erfiillen; 
 diese besitzt die Eigenschaft, da8 aus einem beliebigen 
 Punkte derselben entweder keine, oder zwei oder vier 
 reelle Tangenten an die Kurve gehen ( 9, e), auBer der 
 Tangente in selbst. Jede Gerade begegnet der C (3) im 
 allgemeinen in drei Punkten, von denen einer irnmer reell 
 sein muB, die beiden andern auch konjugiert-imaginar sein 
 konnen. 
 
 Gehen wir nun von einem beliebigen endlichen Punkt 
 der Kurve aus (der kein Wendepunkt ist) und drehen um 
 O einen Strahl s in der ganzen Ebene herum (um 180, 
 oder als Halbstrahl um 360), so wird dieser Strahl s der 
 6 1(3) auBer in O noch in zwei weiteren Punkten > und 3' 
 begegnen, welche entweder beide reell sind und getrennt 
 voneinander liegen, oder in einen Punkt zusammenfallen 
 (welcher dann ein Beriihrungspunkt wird) oder endlich 
 konjugiert-imaginar sein konnen. Der mittlere Fall wird 
 den Ubergang bilden vom ersten zum dritten und umgekehrt 
 bei kontinuierlichem Verlauf der C (3) (ohne Doppelpunkt). 
 
 Denken wir uns die vollstandige Drehung des Strahles 
 s um den Punkt O vollzogen, so daB die Punkte von s 
 nach und nach samtliche Punkte der Ebene erreichen, so 
 wird die Annahme, daB ftir alle Lag en von s die beiden 
 Punkte >>' immer konjugiert-imaginar seien, unzulassig 
 sein, weil dann die ganze C (3) nur den einzigen reellen Punkt 
 O haben wiirde, was gegen die Voraussetzung unserer Er- 
 zeugungsweisen ist. Insbesondere wird schon die Tangente 
 in O noch in einein dritten Punkte D t der 6 I(3) begegnen, 
 dem Tangentialpunkt von O. Es bleiben also nur zwei 
 Mbglichkeiten:
 
 16. Allgemeine Untersuchung der versch. Gestalten etc. 131 
 
 ) Entweder schneidet der um D vollstandig herum- 
 gedrehte Strahl s die (7 (3) immer in zwei reellen getrennt 
 liegenden weiteren Punkten <', oder: 
 
 /3) Der Stralil s schneidet fur gewisse Gebiete seiner 
 uin O vollzogenen Drehung in zwei reellen Punkten g ', 
 fur andere Gebiete in zwei konjugiert-imaginaren Punkten, 
 und der Ubergang von dem einen zuni andern Fall findet 
 statt beim Zusammenfallen der Punkte <', d. h. der ver- 
 anderliche Strahl s wird Tangente aus an die C (3) , ge- 
 hort dem Tangentenquadrupel aus O an. DaB in der That 
 bei der Drehung des Strahles s um O solche Lagen ein- 
 treten mussen, in welchen und ' reell und getrennt von- 
 einander sind, geht auch daraus hervor, daB die Verbindungs- 
 linie von ) mit irgend einem andern Punkte der C^ not- 
 wendig noch in einem dritten reellen Punkte ' der (7 (3) 
 begegnen muB, der unter Umstanden auch mit < zusamnien- 
 fallen kann. 
 
 2. Fassen wir nun zunachst den ersten Fall ins Auge, in 
 welcheni die Punkte 8 und ' immer reell und voneinander ge- 
 trennt sind, so wird keine Tangente des von ) ausgehenden 
 Quadrupels reell seinkonnen, \veil sons tfiirdiese zwei Punkte 
 und s' zusammenfielen (was gegen die Annahme ist), und bei 
 weiterer Drehung rnuBte der Fall zweier konjugiert-imaginarer 
 Punkte 5 ' eintreten, was ebenfalls gegen die Annahme ist. 
 
 Fiir die Tangente in D fallt einer der beiden Punkte ' 
 nach D selbst, der andere ' ist der Tangentialpunkt D x zu D. 
 
 In diesem ersten Falle muB daher die 6 1(3) aus zwei 
 voneinander getrennten und in sich zusammen- 
 hangenden Ziigen bestehen, deren einen der Punkt und 
 den andern der Punkt >' durchlauft. Der eine der beiden 
 Ziige geht durch D; wir wollen diesen als von beschrieben 
 annehinen und den paaren Zug oder das Oval nennen, 
 weil jeder Strahl s ihn in zwei Punkten, namlich in O und 
 5, trifft; den andern von >' beschriebenen Zug wollen wir 
 den unpaaren Zug oder die Serpentine nennen, weil 
 jeder Strahl s ihn nur in einem reellen Punkte trifft. Er 
 enthalt notwendig den Tangentialpunkt O x zu 0. 
 
 9*
 
 132 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Wir konrien in unserm Fall auch sagen: Jede Gerade 
 s, welche durch einen Punkt des paaren Zuges einer zwei- 
 ziigigen C (3) hindurchgeht, mu6 noch in zwei andern reellen 
 Punkten der C' (3) begegnen, von denen der eine auf dem 
 paaren, der andere auf dem unpaaren Zuge der Kurve liegt. 
 
 Aus dem Punkte D 1; dem Tangentialpunkt zu D, geht 
 die reelle Tangente | O x O | an die Kurve, folglich not- 
 wendig noch eine zweite reelle Tangente; die iibrigen beiden 
 Tangenten aus D t konnten reell oder auch konjugiert-ima- 
 ginar sein; daB letzeres nicht der Fall ist, geht aus dem 
 Folgenden hervor (5.). 
 
 3. Wenn auf dem um gedrehten Strahl s sowohl 
 reelle als auch konjugiert-imaginare Punkte ' fur ver- 
 schiedene Lagen von s vorkommen, so muB es Ubergangs- 
 falle zwischen zwei solchen Gebieten bei der Drehung von s 
 geben, d. h. es muB vorkommen, daB und ' zusammenfallen, 
 also aus D eine reelle Tangente an die C (3) geht, rnithin also min- 
 destens noch eine zweite reelle Tangente; die beiden iibrigen 
 konnen reell oder auch konjugiert-imaginar sein. Wir 
 wollen die erstere Annahme an dritter Stelle behandeln und 
 jetzt annehmen, daB aus D nur zwei reelle Tangenten 
 
 ^ und t. 2 
 
 an die C (3) gehen (die ubrigen beiden Tangenten aber kon- 
 jugiert-imaginar seien). 
 
 In diesem Falle teilen die beiden reellen Tangenteu 
 den ganzen Raum der Ebene in vier Gebiete, zwei Scheitel- 
 raunie und die beiden Nebenscheitelraume. Das eine Paar 
 Scheitelraume enthalt sanitliche Punktepaare ', die auf 
 einem durch gehenden Strahle s getrennt voneinander 
 liegen; das andere Paar Scheitelraume enthalt iiberhaupt 
 keinen reellen Punkt der Kurve weiter. In dem ersteii 
 Paar Scheitelraume muB also die ganze C (3) verlaufen und 
 einen zusammenhangenden Zug bilden; wir nennen sie 
 eine einziigige C (3) oder Serpentine. Sie haDgt irn Un- 
 endlichen zusammen, wie die Hyperbel, kann auch durch 
 ihre unendlich entfernten Punkte in mehrere Zweige zer-
 
 16. Allgemeine Untersuchung der versch. Gestalten etc. 133 
 
 fallen, die miteinander wie die Hyperbel zusammenhangen; 
 iiber diesen Zusammenhang in den unendlich entfernten 
 Punkten werden wir noch spater eine Uberlegung anstellen. 
 Vorlaufig tritt uns diese C (3> im Gegensatz zur vorigen als 
 eine einziigige entgegen, die durch den Punkt D selbst 
 hindurchgelit (sobald namlich 8 nach D fallt, geht >' nach 
 DJ und die charakteristisclie Eigenschaft besitzt, daB dieser 
 eine Zug ein unpaarer Zug ist ; d. h. eine Gerade s ihm 
 nur entweder in drei oder in einem reellen Punkte (D) be- 
 geguen kann. 
 
 4. Es bleibt uns jetzt nur noch der dritte Fall ubrig, 
 namlich die Annahme, daB von dem Punkte D der Kurve 
 vier reelle Tangenten 
 
 h> hi ^S) h 
 an dieselbe gehen. 
 
 In diesem Falle muB der Strahl s bei seiner Drehung 
 um D jedesmal beim Durchgange durch jeden dieser vier 
 Strahlen aus einem Gebiete, in welchem seine beiden iibrigen 
 Schnittpunkte ' reell sind, in ein solches ubergehen, in wel- 
 chem diese Punkte ' konjugiert-imaginar sind. Bezeichnen 
 wir mm die vier Tangenten aus D in der Reihenfolge, daB bei 
 der Drehung des Strahles s zuerst t 1} dann t 2} darauf t s und 
 endlich f 4 erreicht wird, bis s wieder in die Lage von t t 
 zuriickkehrt, und machen wir die zulassige Annahme, daB 
 bei der Drehung der Strahl s in den beiden Scheitelraumen 
 zwischen ^ und t 2 nur reelle Schnittpunkte 8' habe, so 
 wird man in den beiden Scheitelraumen zwischen t 2 und t s nur 
 konjugiert-iinaginare, zwischen t z und t wieder nur reelle 
 und endlich zwischen t A und ^ wieder nur konjugiert-ima- 
 ginare Schnittpunkte ' haben. Wir erhalten demgeniaB 
 zwei Paar Scheitelraurne, in welch en nur reelle Punkte der 
 C (3) sich befinden, in welch en also die ganze Kurve ver- 
 lauft, und dazwischen liegend zwei Paar Scheitelraume, die 
 keinen reellen Punkt der C (3) enthalten. Da diese Scheitel- 
 raume riichts miteinander gemein haben, als den Punkt D, 
 so muB die Kurve C T(3) eine zweiziigige sein, wie im ersten 
 Falle (2.). Der eine Zug verlauft ganz in einem Paar der
 
 134 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 betreffenden Scheitelraume und geht durch den Punkt D 
 selbst hindurch; auf ihm liegt auch der Tangentialpunkt 
 Oij wir wollen ihn den unpaaren Zug nennen, well jeder 
 Strahl s, welcher in diese betreffenden Scheitelraume hinein- 
 fallt, der C (3) in drei reellen Punkten begegnet. Der andere 
 Zug geht nicht durch ), weil die (7 (3) keinen Doppelpunkt 
 hat; wir wollen ihn den paaren Zug nennen, weil jede 
 Gerade s ihm in zwei reellen Punkten begegnet, sobald sie 
 in die betreffenden beiden Scheitelraume hineinfallt, zwischen 
 denen er liegt, wahrend der dritte Schnittpunkt O auf dem 
 andern Zuge liegt. Jede andere Gerade s durch O, welche 
 in einen der iibrigen vier Scheitelraume hineinfallt, die keinen 
 Punkt der C (3) enthalten, begegnet der (7 (3) auBer in dem 
 reellen Punkte O nur noch in zwei konjugiert-imaginaren 
 Punkten 88'. 
 
 5. Wir haben hierdurch alle Moglichkeiten erschopft 
 und nur drei Falle I., IT., III. zu unterscheiden gehabt; in 
 den Fallen I. und III. ist die 6 !(3) eine zweiziigige, in dem 
 Falle II. eine einziigige. Die Falle I. und III. decken sich 
 aber, wie wir sogleich sehen werden, so daG nur zwei 
 wesentlich verschiedeue Gestalten der C' (3) hervorgehen. 
 Wir wissen zunachst, daB wenn eine C (3) einen Punkt O 
 besitzt, aus welchem keine oder vier reelle Tangenten an 
 dieselbe gehen (I. und III.), dieselbe eine zweiziigige sein 
 muB; dagegen wenn sie einen Punkt D besitzt, aus welcheni 
 nur zwei reelle Tangenten an dieselbe gehen (II.), so 
 muB die C (3) eine einziigige sein. Hieraus folgt in dem 
 Falle I., weil die C (3) eine zweiziigige ist und aus dem Tan- 
 gentialpunkt D! des Punktes D mindestens zwei reelle Tan- 
 genten an dieselbe gehen, daB notwendig alle vier Tangenten 
 aus D x an die (7 (3) reell sein miissen, denn sonst konnte sie 
 nur eine einziigige sein. 
 
 Die Falle 1. und III. unterscheiden sich nur dadurch 
 voneinander, daB bei I. der Punkt ) auf dern paaren, bei 
 III. der Punkt D auf dem unpaaren Zuge der C (3) liegt. 
 
 Nehmen wir nun im Falle I. auf dem durch D gehenden 
 Zuge (dem paaren Zuge) einen beliebigen andern Punkt ty
 
 16. Allgemeine Untersuchung der versch. Gestalten etc. 135 
 
 an, so miissen aus ihm entweder vier oder keine reelle Tan- 
 gente an die C (3) gehen, well diese eine zweiziigige ist. Die 
 erste Moglichkeit trifft aber nicht zu, denn sonst miisste 
 die Gerade | ty | der (3) in einem dritten Punkte begegnen, 
 welcher nach III. auf demselben Zuge, der durch $P, also 
 auch durch D geht, liegen miisste. Dies ist indessen bei 
 I. nicht der Fall, wie wir wissen, sondern der dritte Schnitt- 
 punkt von O^5 | mit der C (8) liegt auf dem andern Zuge 
 (dem uupaaren), welcher nicht durch D geht. Also kann 
 durch ty keine reelle Tangente an die C (3) gehen. 
 
 In dem Falle I. haben also samtliche Punkte desjenigen 
 Zuges, welcher durch O geht, des paaren Zuges, die Eigen- 
 schaft, dafi keine reelle Tangente aus ihnen an die C (3) geht. 
 
 Xehrnen wir dagegen im P'alle I. den zu D zugehorigen 
 Tangentialpunkt Dj, welcher auf dem nicht durch D gehenden 
 Zuge, dem unpaaren, liegen muB, so wird, weil die Kurve 
 eine zweizugige ist, der Punkt D t vier reelle Tangenten an 
 die C (3) senden miissen, und jeder durch Oj gezogene Strahl 
 s, welcher noch einen zweiten Punkt ^ dieses Zuges ent- 
 halt, muB nach III. auch seinen dritten Schnittpunkt auf 
 diesem Zuge haben. Aus dem zweiten Punkte ^ gehen 
 nun entweder vier reelle Tangenten an die C (3) oder keine, 
 weil sie eine zweizugige ist. Die letztere Moglichkeit ist 
 wiederum ausgeschlossen, denn sonst miisste | ^ 1 O 1 1 der (7' 3) 
 in einem dritten Punkte begegnen, welcher nach I. auf dem 
 andern nicht durch ty lf also auch nicht durch )j gehenden 
 Zuge liegen miisste, was nicht der Fall ist. Also haben in 
 dem Falle I. samtliche Punkte desjenigen Zuges, welcher 
 nicht durch D geht, des unpaaren Zuges, die Eigenschaft, 
 vier reelle Tangenten an die C (3) zu senden. 
 
 Gehen wir andererseits von dem Falle III. aus, in 
 welchem die (7 (3) ebenfalls eine zweizugige ist, so wissen 
 wir, daB durch D auf dem, unpaaren Zuge vier reelle Tan- 
 genten an die C f(3) gehen. Nehmen wir nun einen beliebigeu 
 Punkt s $ desselben Zuges, so miissen durch ihn entweder 
 vier oder keine reelle Tangente an die C (3) gehen. Die 
 letztere Moglichkeit ist unzutreffend ; denn ginge keine reelle
 
 136 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Tangente aus ty an die C (3) , so miisste nach I. jeder durcb 
 $P gezogene Strahl s, welcher einen zweiten Punkt desselben 
 Zuges enthalt, seinen dritten Schnittpunkt auf dem andern 
 nicht durcli ^ gehenden Zug haben; nun hat aber der 
 Strahl | $PD | seinen dritten Schnittpunkt auf demselben 
 durch D und ^3 gehenden Zuge, folglich miissen aus ty vier 
 reelle Tangenten an die C (3) gehen. 
 
 In dem Falle III. haben also samtliche Punkte cles 
 durch gehenden Zuges (des unpaaren Zuges) die Eigen- 
 schaft, vier reelle Tangenten an die G'( 3) zu senden 
 
 Nehmen wir endlich in dem Falle III. irgend einen 
 Punkt ty des nicht durch O gehenden Zuges (des paaren 
 Zuges), so muS der dritte Schnittpunkt von | 0^5 | ebenfalls 
 auf demselben, dem paaren Zuge, liegen. Die Moglichkeit, 
 da 6 *p vier reelle Tangenten an die (7 (8) senden konnte, ist 
 dadurch wieder ausgeschlossen, denn sonst mtisste jeder 
 durch 9$ gehende Strahl s, welcher einen zweiten Punkt 
 desselben Zuges enthielte, auch seinen dritten Schnittpunkt 
 auf demselben Zuge haben, was fur den Strahl | ^5O | nicht 
 zutrifft; also kann aus ^3 keine reelle Tangente an die C (3) 
 gehen. 
 
 Im Falle III. haben also samtliche Punkte des nicht 
 durch ) gehenden Zuges (des paaren Zuges) die Eigen- 
 schaft, keine reelle Tangente an die C (3) zu senden. 
 
 Aus diesen vier Resultaten ersehen wir, daB die fun- 
 danientalen Eigenschaften der zweizugigen (7 (3) in den beiden 
 Fallen I. und III. sich vollstandig decken und daB wir so- 
 nach das Gesamtresultat aussprechen konnen: 
 
 Eine allgemeine Kurve dritter Ordnung (ohne 
 Doppelpunkt) kann nur zwei wesentlich voneinander 
 verschiedene Gestalten haben; entweder besteht sie 
 aus einem oder aus zwei kontinuierlich verlaufenden 
 Ziigen. Die einziigige hat die charakteristische 
 Eigenschaft, daB aus jedern ihrer Punkte nur zwei 
 reelle Tangenten an dieselbe gehen (selbstverstand- 
 lich auBer der Tangente in dem Punkte selbst), die 
 beiden iibrigen Tangenten aber konjugiert-imaginar
 
 17. Drei Gestalten d. einziigigen u. fiinf d. zweizugigen C (3) . 137 
 
 sind. Die zweiziigige C (3) liat die cliarakteristische 
 Eigenschaft, daB aus samtlichen Punkten des einen 
 Zuges (des paaren) keine reelle Tangente an die 
 Kurve geht, dagegen aus jedem Punkte des andern 
 Zuges (des unpaaren) vier reelle Tangenten an die- 
 selbe gehen, von denen zwei den paaren und zwei 
 den unpaaren Zug beriihren. Die einziigige C (3) bil- 
 det selbstverstandlich einen unpaaren Zug, indem 
 jede Gerade in der Ebene ihr entweder in einem 
 oder in drei reellen Punkten begegnet. Die zwei- 
 ziigige G <(3) wird von jeder Geraden in der Ebene 
 immer so geschnitten, daB von den drei Schnitt- 
 punkten eine gerade Anzahl (also oder 2) auf 
 dem paaren Zuge und eine ungerade Anzahl (also 
 3 oder 1) auf dem unpaaren Zuge liegen. 
 
 Die eingeflochtene Bemerkung, daB von den vier reellen 
 Tangenten immer zwei den paaren und zwei den unpaaren 
 Zug beriihren 7 folgt aus dem Falle III., weil der eine Zug 
 ganz in dem einen Paar Scheitelraume, der andere ganz in 
 dem andern Paare enthalten ist von denjenigen Scheitel- 
 raumen zwischen t l t 2 t 3 t 4 , welche uberhaupt Punkte der 
 Kurve enthalten. 
 
 17. Drei Gestalten der einziigigen und fiinf 
 der zweizugigen (7 (3) . 
 
 1. Jede der beiden Hauptgestalten, in welch en die C (3) 
 auftritt, die einziigige und die zweiziigige C (3) , bietet mehrere 
 verschiedene Untergestalten dar, wenn man die unendlich 
 entfernten Pimkte der C'' 3 ^ in Betracht zieht. Fassen wir 
 zuerst die einziigige C" 3 ' ins Auge. Die unendlich entfernte 
 Gerade g^ begegnet der C (3; im allgemeinen in drei Punkten, 
 von denen einer immer reel! sein muB, die beiden andern 
 entweder beide reell und voneinander getrennt sein konnen, 
 oder beide in einen Punkt zusammenfallen, oder konjugiert- 
 imaginar sein konnen.
 
 138 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Analog der Terminologie bei den Kegelschnitten unter- 
 scheiden wir daher drei Arten der einziigigen G H3) , iianilich 
 
 1. die elliptische Serpentine, 
 . 2. die parabolische Serpentine, 
 3. die hyperbolische Serpentine. 
 
 Die elliptiscbe Serpentine hat nur einen reellen 
 unendlich entfernten Punkt; die Tangente an demselben ver- 
 lauft im Endlicben und heiPt Asymptote. Die elliptiscbe 
 Serpentine bat also nur eine reelle im Endlicben verlaufende 
 Asymptote. Dieselbe begegnet der Kurve nocb in einem 
 dritten reellen und im Endlicben liegenden Punkt. Denken 
 wir uns diese Asymptote gezogen, so muB der kontinuier- 
 licbe Zug von der einen Halbebene auf einer Seite von der 
 reellen Asymptote durcb den dritten Scbnittpunkt in die 
 andere Halbebene iibergeben und sicb der Asymptote in 
 dem unendlicb entfernten Punkte derselben anscbliei^en von 
 verscbiedenen Halbebenen aus nach Art der Hyperbel, welcbe 
 sicb mit ibren beiden Zweigen an eine der Asymptoten an- 
 scblieBt und dadurcb im Unendlicben zusammenhangt.* 
 
 [Anmerkung. Wenn man in eineui gewohnlicheu 
 Punkte einer Kurve (der nicbt Wendepunkt oder singular 
 ist) die Tangente zieht, welche zwei benacbbarte Punkte 
 derselben verbindet, so kann dies unendlicb kleine Kurven- 
 stuck allemal ersetzt werden durcb ein gleicbes Stuck eines 
 Kegelschnitts. Fur einen gewohnlicben Kurvenpunkt liegt 
 also die Tangente zur Kurve genau so, wie fur einen Punkt 
 des Kegelschnitts, d. b. die unmittelbar vorhergehenden und 
 unmittelbar nachfolgenden Punkte der Kurve befinden sich 
 in derselben Halbebene von der Tangente. Lassen wir 
 durch Projektion oder durcb projektive Verwandlung den 
 Kurvenpunkt in die Unendlichkeit geben, so wird die Art 
 der Beriihrung bleiben wie beini Kegelscbnitt, namlicb wie 
 die Beriibrung einer Asymptote mit der Hyperbel in einem 
 unendlicb entfernten Punkte derselben, d. b. die beideii dem 
 unendlich entfernten Punkte sich nahernden Zweige werden 
 
 * H. Durege: ,,tiber die Formen der Kurven dritter Ordnung". 
 Journal f. Math. v. Borchardt, Bd. 75 S. 157.
 
 17. Drei Gestalten d. einziigigen u. funf d. zweizugigen <7( s) . 139 
 
 Fig. 2. 
 
 in entgegengesetzten Halbebenen von der Asymptote liegeii 
 und beide mit ihrer konvexen Seite dem unendlich entfernten 
 Punkte zustreben.] 
 
 Wir konnen uns ein anschauliches Bild von der ellip- 
 tischen Serpentine machen, indem wir eine ausgeartete C (:1) 
 nehmen, welche aus einer Ellipse und einer dieselbe in zwei 
 reellen Punkten (Doppelpunkten) schneidenden Geraden be- 
 steht; losen wir sodann 
 die beiden Doppelpunkte 
 in der Weise auf, wie es 
 die nebenstehende Figur 2 
 zeigt, so entsteht die 
 elliptische Serpentine mit 
 ihrer einzigen reellen 
 Asymptote. 
 
 2. Die parabolische 
 Serpentine hat aufier 
 dem einen reellen unend- 
 lich entfernten Punkt mit 
 endlicher Asymptote noch 
 zwei zusammenfallende un- 
 endlich entfernte Punkte, 
 
 also die g^ selbst zur Tangente. Wir machen uns ein 
 anschauliches Bild von derselben, indem wir an Stelle der 
 vorigen Ellipse eine Parabel setzen, eine Gerade hinzufugen, 
 welche derselben in zwei reellen Punkten begegnet, das 
 Ensemble von Parabel uud Gerader als eine ausgeartete 
 C (3) auffassen und die beiden Doppelpunkte in der Art, wie 
 es die auf Seite 140 stehende Figur 3 zeigt, auf losen. 
 Die parabolische Serpentine besteht daher aus zwei unend- 
 lichen Zweigen, die aber einen zusammenhangenden Zug 
 bilden, indem sie einmal die g^ beriihren und sich in einem 
 unendlich entfernten Punkte derselben vereinigen, auBerdem 
 aber in einem dritten unendlich entfernten Punkte an die 
 endliche Asymptote sich von entgegengesetzten Halbebenen 
 aus anschlieBen nach Art der Hyperbel und dadurch im Un- 
 endlichen zusamnienhangen.
 
 140 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Fig. 3. 
 
 3. Die hyperbolische Serpentine hat drei unendlich 
 entfernte getrennt voneinander liegende Punkte, also auch 
 drei im Endlichen verlaufende Asymptoten, Tangenten in 
 den drei unendlich entfernten Punkten. Die drei Asymptoten 
 bilden ein Dreiseit, an dessen Seiten sich die Serpentine in 
 den unendlich entfernten Punkten asymptotisch anschliesst, 
 nach Art der Hyperbel von verschiedenen Halbebenen aus 
 
 dem unendlich entfernten 
 Punkte sich nahernd, indem 
 sie jede der drei Asymptoten 
 noch in einem dritten end-* 
 lichen Punkte trifft. Diese 
 drei Punkte miissen in einer 
 Geraden liegen ( 8, 4). 
 
 Wir konnen uns ein an- 
 schauliches Bild von der 
 hyperbolischen Serpentine 
 machen, indem wir drei Ge- 
 rade in der Ebene als eine 
 ausgeartete C (3) auffassen 
 und die drei Doppelpunkte, 
 wie in der auf Seite 141 
 stehenden Figur 4 a und 4b 
 auflosen, namlich in dem von 
 den drei Geraden gebildeten 
 Dreieck entweder zwei innere 
 Winkel und einen AuBen- 
 winkel, oder alle drei AuBen- 
 winkel. In beiden Fallen 
 
 nimmtdie hyperbolische Serpentine eine gleiche Gestalt an; sie 
 zerfallt namlich in drei Zweige, die im Unendlichen zusammen- 
 hangen; der eine trifft keine der drei Asymptoten in einem 
 endlichen Punkte ; der andere eine derselben, der dritte die beiden 
 tibrigen. Der kontinuierliche Zusammenhang der drei Zweige, 
 die sich zu einem Zuge zusammenschlieBen, ist in beiden Figuren 
 durch die Pfeile angedeutet und beide Figuren sind in ihrer 
 Gestaltung nicht wesentlich voneinander verschieden.
 
 17. Drei Gestalten d. einziigigen u. fiinf d. zweiziigigen C&. 141 
 
 Fig. 4 a u. 4b. 
 
 4. Gehen wir nunmehr zur zweiziigigen C (3) iiber, so 
 ergeben sich hier wiederum durch Betrachtung der unendlich 
 entfernten Punkte meh- 
 rere Arten der zwei- 
 ziigigen C (3) ; die unend- 
 lich entfernte Gerade 
 g^ kann namlich dem 
 paaren Zuge nur in einer 
 geraden Anzahl von 
 Punk ten (0 oder 2) dem 
 unpaaren Zuge nur in 
 einer ungeraden Anzahl 
 von Punkten begegnen. 
 Hieraus folgt, daB der 
 unpaare Zug immer einen 
 reellen unendlich ent- 
 fernten Punkt haben 
 muB, also in demselben 
 auch eine reelle Tan- 
 gente, Asymptote. Seine 
 beiden andern unendlich 
 entfernten Punkte kon- 
 nen entweder konjugiert- 
 imaginar sein, oder zu- 
 sammenfallen, oder reell 
 sein und getreunt von- 
 einander liegen; der 
 paare Zug kaim nur ent- 
 weder zwei reelle, ge- 
 trennt voneinander lie- 
 gende Punkte cder zwei 
 zusammenfallende, oder 
 zwei konjugiert - imagi- 
 nare Punkte haben. Da / 
 aber die Anzahl der auf 
 
 beiden Ziigen zusanimen enthaltenen Punkte immer nur drei 
 sein kann, so ergeben sich nur folgende fiinf Moglichkeiten:
 
 142 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Die g^ enthalt Punkte: 
 auf dem paaren Zuge: auf dem unpaaren Zuge: 
 
 1. keinen, einen reellen und zwei 
 
 konj ugiert - imaginare , 
 
 2. zwei zusammenfallende, einen reellen, 
 
 3. zwei reelle und getrennt einen reellen, 
 
 liegende, 
 
 4. keinen, einen reellen und zwei 
 
 zusammenfallende, 
 
 5. keinen, drei reelle und getrennt 
 
 liegende. 
 
 Nennen wir, wie es in 16 geschehen ist, den unpaaren 
 Zug die Serpentine, den paaren Zug das Oval, so ergeben 
 sich folgende fiinf Arten der zweiziigigen C (3) : 
 
 1. elliptische Serpentine mit elliptischem Oval, 
 
 2. elliptische Serpentine mit parabolischem Oval, 
 
 3. elliptische Serpentine mit hyperbolischem Oval, 
 
 4. parabolische Serpentine mit elliptischem Oval, 
 
 5. hyperbolische Serpentine mit elliptischem Oval. 
 
 DaB keine parabolische oder hyperbolische Serpentine 
 mit parabolischem oder hyperbolischem Oval existieren kann, 
 ist selbstverstandlich, weil die 6 7(3) nicht mehr als drei 
 reelle unendlich entfernte Punkte haben kann. 
 
 Wir wollen nun diese fiinf Gestalten naher be- 
 trachten. 
 
 5. Die elliptische Serpentine mit elliptischem 
 Oval hat nur einen reellen Punkt und eine reelle Asymp- 
 tote, an welche sich die Serpentine in gleicher Weise an- 
 schlieBt, im Unendlichen zusammenhangend wie die in 1. 
 betrachtete einziigige elliptische Serpentine. Wir machen 
 uns wiederum ein anschauliches Bild von derselben, indem 
 wir eine ausgeartete C' (3) nehmen, welche aus einer Ellipse 
 und einer dieselbe in zwei reellen Punkten schneidenden 
 Geraden besteht, diese beiden Doppelpunkte aber in anderer 
 Weise auflosen, wie fruher, namlich so wie in der auf 
 Seite 143 stehenden Figur 5.
 
 Fig. 5. 
 
 17. Drei Gestalten d. einziigigen u. fiinf d. zweiziigigen C< s ). 143 
 
 Das Oval bildet eine in sich geschlossene, durchweg im 
 
 Endlichen verlaufende Gestalt, wie sie schematisch in der 
 
 Figur angedeutet ist. 
 
 Die elliptische Serpentine mit parabolischem 
 
 Oval unterscheidet sich von der vorigen Gestalt nur dadurch, 
 
 daB das Oval sich parabelartig 
 
 bis in die Unendlichkeit erstreckt, 
 
 die g^ beriihrt; wir gelangen zu 
 
 einem anschaulichen Bild der- 
 
 selben, indem wir eine ausgeartete 
 
 C (3) nehmen, welche aus einer 
 
 Parabel uud einer dieselbe in zwei 
 
 reellen Punkten schneidenden Ge- 
 
 raden besteht, diese beiden Doppel- 
 
 punkte aber in anderer Weise 
 
 auflosen Avie bei der einziigigen 
 
 parabolischen Serpentine, nanilich 
 
 so wie in der auf S^ite 144 stehen- 
 
 den Figur 6. 
 
 Die Kurve besteht aus zwei bis 
 
 ins Unendliche sich erstreckenden 
 
 Zweigen, deren jeder in sich zu- 
 
 sanirnenhangt, der eine asymp- 
 
 totisch an die einzige reelle end- 
 
 liche Asymptote sich anschlieBend, 
 der andere parabelartig die g x 
 beriihrend. 
 
 Die elliptische Serpentine mit hyperbolischom 
 Oval hat drei reelle im Endlichen verlaufende Asymptoten; 
 der einen Asymptote schlieBt sich die Serpentine im Un- 
 endlichen an, wie in den beiden friiheren Fallen; dagegen 
 spaltet sich das Oval in zwei Zweige, ebenso wie die Hyper- 
 bel, und beide Zweige des Ovals schliefien sich den beiden 
 iibrigen Asymptoten im Unendlichen an, ebenso wie die 
 beiden Zweig^ einer Hyperbel an ihre beiden Asymptoten. 
 Diese beiden Zweige hangen also im Unendlichen miteinander 
 zusammen und bilden einen kontinuierlichen Zug. Die
 
 144 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Fif? 6. 
 
 Serpentine schneidet alle drei Asymptoten in je einem end- 
 lichen Punkt. Die ganze Kurve besteht daher aus drei bis 
 ins Unendliche verlaufenden Zweigen, von denen zwei unter 
 sich zusammenhangen, der dritte mit sich selbst; der Zu- 
 sammenhang der ersteren ist in der auf Seite 145 stthenden 
 Figur 7 durch Pfeile angedtutet. 
 
 Wir machen uns ein an- 
 schauliches Bild von difser 
 Kurve, indeni wir eine in 
 drei Gerade ausgeartete C (3) 
 nehmen und die drei Doppel- 
 punkte in anderer Weise auf- 
 losen, wie bei der einziigigen 
 hyperbolischen Serpentine, 
 namlich so wie die auf 
 Seite 145 stehende Figur es 
 zeigt, indeni wir einen inneren 
 Winkel und zwei AuBen- 
 winkel des Dreiecks auf- 
 losen. 
 
 6. Die parabolische 
 Serpentine mit ellip- 
 tischem Oval unterscheidet 
 sich von der einziigigen para- 
 bolischen Serpentine dadurch, 
 ~~^ daB zu derselben uoch ein 
 ganz im Endlichen verlaufen- 
 des Oval hinzutritt. Die 
 Serpentine zerfallt in zwei 
 unendliche Zweige, indeni 
 
 sie einmal an die einzige endliche Asymptote nach Art der 
 Hyperbel in dem unendlich entfernten Punkte sich anschlieBt 
 und zusammenhangt und zwtitens gleichzeitig in einem andern 
 uneudlich entfernten Punkte die g^ beriihrt, also parabel- 
 artig in demselben zusammenhangt. Wir machen uns wieder 
 ein anschauliches Bild der Kurve, indem wir von einer aus- 
 gearteten C (3) ausgehen, die aus einer Parabel mid einer
 
 17. Drei Gestalten d. einzugigen u. fiinf d. zweiziigigen C (3) . 145 
 
 Fig 7. 
 
 dieselbe in zwei reellen Punkten schneidenden Geraden be- 
 eteht, diese beiden Doppelpunkte aber in anderer Weise 
 auflosen, wie bei der einztigigen parabolischen Serpentine, 
 namlich so, wie die auf Seite 146 stehende Figur 8 es zeigt. 
 
 Endlich bleibt uns 
 als letzte Gestalt nock 
 zu betrachten iibrig 
 die hyperbolische 
 Serpentine mit 
 elliptischein Oval, 
 welche drei unendlich 
 entfernte getrennt 
 voneinander liegende 
 Punkte, also drei reelle 
 im Endlichen verlau- 
 fende Asyrnptoten hat. 
 Sie unterscbeidet sicb 
 von der einziigigen 
 hyperboliscben Ser- 
 pentine nur dadurch, 
 daB zu den drei Zwei- 
 gen, in welche die 
 Serpentine zerfallt, 
 noch ein vierter, namlich ein ganz im Endlichen verlaufendes 
 Oval hinzutritt. Der Zusammenhang der Serpentine ist 
 fur diesen Fall schon bei der einziigigen erlautert. Wir 
 rnachen uns ein anschauliches Bild von dieser Gestalt, indem 
 wir von einer in drei Gerade ausgearteten (7 (3) ausgehen 
 und die drei Doppelpunkte derselben dergestalt auflosen, 
 daB wir alle drei inneren Winkel des Dreiecks verschwinden 
 lassen, wie es die auf Seite 147 stehende Figur 9 zeigt. 
 
 7. Hierdurch sind samtliche verschiedenen Gestalten, 
 welche die (7 (3) iiberhaupt annehmen kann, erschopft; es 
 giebt deren acht, von denen drei der einzugigen und fiinf 
 der zweiziigigen C (3) angehoren; bei der einziigigen giebt es 
 eine Ubergangsgestalt (parabolische), bei der zweiziigigen 
 zwei tibergangsgestalten. Wir erkennen auch aus imserer 
 
 Schroter, Theorie der ehenen Kurren 3. Ordn. 
 
 10
 
 146 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Betrachtung, daB alle moglichen voneinander verschiedenen 
 Gestalteu, welche durch die in mehrfacher Weise mogliche 
 
 Auflosung der Doppelpunkte bei einer ausgearteten C (3} 
 zum Vorschein kommen, hierin enthalten sind und daB 
 keine neuen Gestalten durch anderweitige Auflosung der 
 Doppelpunkte hervorgehen konnen.* Wir bemerken noch, 
 
 * Dieses Prozesses erwahnt als von Plucker herstammend Herr 
 F. Klein in seiner Abhandlung: t)ber Flachen dritter Ordnung. (Math. 
 Ann., Bd. VI S. 551.) 
 
 Vergl. auch Zeuthen: Sur les difFerentes formes des courbes 
 planes du quatrieme ordre. (Math. Ann., Bd. VII S. 410.) 
 
 Die Einteilung der allgemeinen Kurven dritter Ordnung in ihre 
 beiden Gattungen, die einziigige und die zweizugige, ist von Cremona 
 aufgestellt in der Abhandlung: Considerazioni sulle curve piane del 
 terz' ordine (Battaglini, Giornale di matematiche, torn II pag. 78), von 
 H. Duregebehandelt in der Abhandlung: tJberFormen der Kurven dritter 
 Ordnung (Borchardt, Journal f. Math., Bd. 75 S. 153 und Bd. 76 S. 59.)
 
 17. Drei Gestalten d. einziigigen u. fiinf d. zweiziigigen (7 (8) . 147 
 
 Fig. 9. 
 
 daB die Figuren nicht' strenge, sondern nur schematisch die 
 Gestalten veranschaulicheii. Es ware jetzt nur noch der 
 Fall in Betracht zu ziehen, daB alle drei unendlich entfernten 
 Punkte der C (y) in einen 
 einzigen zusammenfallen; 
 dieser miiBte dann eiu 
 Wendepunkt der Kurve 
 sein und die g a seine 
 Wendetangeiite. Es wiirde 
 dabei nur die Serpentine 
 sich verandern, indein sie 
 gleichzeitig eine para- 
 bolische und eine hyper- 
 bolische wird, also der 
 (Ja sich parabolisch an- 
 schJieBt und Aveiter keine 
 endliche Asymptote be- 
 sitzt. Bei der zweiziigigen 
 (7(3) W u r de in diesem Fall 
 noch ein endliches Oval, 
 bei der einziigigen keines 
 hinzutreten. 1st aber nur 
 einer der drei unendlich 
 entfernteu Punkte ein 
 Wendepunkt, ohne daB 
 die beiden andern unend- 
 lich entfernten Punkte 
 mit ihm zusammenf alien, 
 so andert die Serpentine 
 ihren Charakter, indern 
 
 sie nicht, wie im allgemeinen, von verschiedenen Halbebenen 
 aus dem unendlich entfernten Punkte der Asymptote sich 
 n'abert uud im Unendlichen anschlieBt, sondern von einer 
 und derselben Halbebene aus verlaufend sich dem unend- 
 lich entfernten Punkte der endlichen Asymptote nahert; 
 denn die Asymptote kann in diesem Fall keinen endlichen 
 dritten Schnittpunkt mit der G' (3) weiter gemein haben, 
 
 10*
 
 148 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 also auch nicht von einer Halbebene in die andere iiber- 
 treten.* 
 
 18. Bedingungeu fur die Erzeugung einer einziigigeii 
 
 C< 3) (Serpentine) durch zwei projektiye Strahlen- 
 
 involutionen in halbperspektiver Lage. 
 
 1. Wir wissen nach 16, daB aus jedeni Punkte einer 
 einziigigen 6 r(3) nur zwei reelle Tangenten t t und t 2 an die- 
 selbe gehen, die beiden andern allemal konjugiert-imaginar 
 sind. Beruhren nun t i und t 2 in den Punkten t x und t 2 , so 
 konnen nur diese allein als ein Paar konjugierter Punkte 
 aufgefaBt werden, durch welche das ganze System von 
 Paaren konjugierter Punkte bestimmt wird, und wir haben 
 also nur ein einziges System von Paaren konjugierter 
 Punkte, anstatt, wie im allgemeinen, drei Systeme ( -15). 
 
 Nehmen wir jetzt einen beliebigen Punkt 5t t der Kurve 
 und legen aus ihm die beiden reellen Tangenten ^ und f 2 
 an dieselbe, welche in t : und t 2 beruhren, so ist der ganze 
 Zug der Kurve, wie wir aus 16 wissen, mit seinen reellen 
 Punkten in ein em Paar Scheitelraume zwischen den beiden 
 Strahlen ^ und 2 enthalten, wahrend die beiden iibrigen 
 Scheitelraume (Nebenscheitelraume) gar keinen reellen Punkt 
 der C (S) enthalten. Die VerbinduDgslinie \tit 2 \ muB daher 
 der Kurve in einem dritten reellen Punkt X 2 begegnen, 
 welcher ebenfalls in den beideu ersten Scheitelraumen liegt. 
 
 Wenn wir einen beliebigen Punkt unserer Kurve mit 
 t t und t 2 verbinden und diese Verbindungsstrahlen zum 
 dritten Mai in t x ' und t' 2 der Kurve begegnen, so mussen 
 dieselben ebenfalls in den vorigen beiden Scheitelraumen 
 enthalten sein, in welchen iiberhaupt Kurvenpunkte liegen. 
 Da nun t{ und t 2 ein zweites Paar konjugierter Punkte sind, 
 und die zu 2^ zugehorige Strahleninvolution durch die beiden 
 Strahlenpaare 
 
 * Vergl. H. Schroter: B t)ber Kurven dritter Ordnung" (Matb. 
 Ann., Bd. VI S. 102).
 
 18. Bedingungen f. d. Erzeugung einer einziigigen C w etc. 149 
 
 ISA | und ISA!, I Sit! | und l^tJI 
 
 bestiinrnt wird, so muB, well das eine Strahlenpaar durch 
 das andere nicht getrennt wird, die zu S x zugehorige 
 Strahleninvolution notwendig eine hyperbolische sein. 
 
 Zu j ist der konjugierte Punkt 2 , wie wir wissen, 
 der dritte Schnittpuukt von | tj t, | niit der Kurve. Der 
 durch X. 2 gehende Strahl | X 2 t 1 t 2 | verbindet zwei konjugierte 
 Punkte der G 1(3) , ist also ein Doppelstrahl der zu X 2 zu- 
 gehorigen Strahleninvolution, und diese ist daher ebenfalls 
 eine hyperbolische. Da die den beiden konjugierteu 
 Punkten x und X 2 zugehorigen Strahl eninvolutionen beide 
 hyperbolisch sind, so miissen die den samtlichen Paaren 
 konjugierter Punkte zugehorigen Strahleninvolutionen immer 
 gleichartig sein ( 15, 3). Sie miissen aber in unserem Falle 
 inimer beide hyperbolisch sein, weil das, was von deni will- 
 kurlich auf der C (3) angenomnienen Punkte X x gilt, auch 
 von jedem andern Punkte derselben gelten muB; mithin sind 
 fiir eine einziigige C (3) zwei erzeugende projektive Strahlen- 
 involutionen immer beide hyperbolisch. 
 
 2. Da die Doppelstrahlen der zu S^ zugehorigen hyper- 
 bolischen Strahleninvolution durch jedes Paar konjugierter 
 Strahlen derselben harinonisch getrennt werden, so muB 
 einer dieser beiden Doppelstrahlen in diejenigen beiden 
 Scheitelraume zwischen ^ und t 2 hineinfallen, welche die 
 Punkte der Kurve enthalten und der andere Doppelstrahl 
 in die Nebenscheitelraume, welche keinen reellen Punkt der 
 Kurve enthalten. Der erste Doppelstrahl muB der Kurve 
 in zwei reellen Punkten begegnen ( 16), der andere in zwei 
 konjugiert-imaginiiren. Dasselbe gilt auch, wie von X,, von 
 jedem andern Punkte der Kurve. Wir konnen demnach 
 folgendes Resultat aussprechen: 
 
 Eine einziigige Kurve dritter Ordnung (Serpen- 
 tine) kann nur erzeugt werden von zwei Strahlen- 
 involutionen in projektiver Beziehung und halb- 
 perspektiver Lage, die beide hyperbolisch sind und 
 eine derartige Lage haben, daB von jeder derselben
 
 ]50 Theorie der ebenen Kurvea dritter Ordnung. 
 
 der eine Doppelstrahl der Kurve in zwei reellen, der 
 andere in zwei konjugiert-imaginaren Punkten be- 
 gegnet. (Die C (3) ist also hyperbolischeri Charakters, 15.) 
 
 3. Wir konnen die Bedingung fur die Lage der beiden 
 erzeugenden hyperbolischen Strahleninvolutionen noch scharfer 
 ausspreehen, wenn wir uns des Hilfsmittels bedienen, von 
 dem wir schon friiher wiederholt Gebrauch gemacht haben 
 ( 3), indeni wir jede der beiden Strahleninvolutionen ver- 
 mittelst eines Hilfskegelschnitts auf em einfaches Strahl- 
 biischel reduzieren. 
 
 Seien D x und O 2 die Mittelpunkte der beiden erzeugenden 
 hyperbolischen Strahleninvolutionen und | Dj |, | D 8 X | die 
 Tangenten der Kurve in den Punkten Oj und O 2 , welche 
 den gemeinschaftlichen Tangentialpuukt X haben. Ein Hilfs- 
 kegelschnitt -ZT (2) , welcher durch D : und D 2 geht und in diesen 
 Punkten dieselben Tangenten | D X X | und | O 2 X | hat, wie 
 die (7 (3) , wird von den Strahlenpaaren einer jeden der beiden 
 erzeugenden Strahleninvolutionen in Punktepaaren durch- 
 bohrt, deren Sehnen bez. durch zwei feste Punkte (S J und 
 2 laufen und zwei einfache Strahlbuschel beschreiben. 
 Diese stehen in projektiver Beziehung, weil die beiden er- 
 zeugenden Strahleninvolutionen projektiv sind. Da diese 
 ferner hyperbolisch sind, so rnussen die Mittelpunkte (5^ 
 und ( 2 auBerhalb des Hilfskegelschnitts K (2} liegen. Wegen 
 der halbperspektiven Lage mu6 dem Strahlenpaar 
 
 |O,X| und (OjO, | 
 das Strahlenpaar 
 
 | O 2 X I und D 2 O, | 
 
 entsprechend sein; die zugehorigen Durchbohrungssehnen 
 mit K fallen daher zusammen in die Verbindungslinie 
 
 10,0,1, 
 
 und die beiden Punkte (5, und ( 2 miissen folglich auf dieser 
 Verbindungslinie liegen; zugleich folgt aber auch, dafi die 
 beiden Strahlbuschel [&J und [S 2 ], welche projektiv sind, 
 perspektive Lage haben, weil in die Verbindungslinie ihrer 
 Mittelpunkte zwei entsprechende Strahlen zusaninienfallen;
 
 18. Bedingungen f. d. Erzeugung einer einzxigigen (7< 3 ) etc. 151 
 
 sie erzeugen daher eine gerade Linie /, von der jeder Punkt 
 mit & L und (. 2 verbunden zwei entsprechende Strahlen 
 der Reduktions-Strahlenbiischel [SJ und [CL,] liefert; 1st 
 also diese Gerade I errnittelt, und ist ein beliebiger Punkt 
 derselben, so schneidet 
 
 | (E, I | den 7 ( - } in dem Punktepaar i)jt){, 
 
 und die Strahlenpaare 
 
 | D^j und | 0,1;; | 7 I 0,1)0 1 und |0 2 l) 2 | 
 sind allemal entsprechende Strahlenpaare der beiden er- 
 zeugenden Strahleninvolutionen, dereii projektive Abhangig- 
 keit durch die gerade Punktreihe [j] auf I vermittelt wird. 
 4. Die Doppelstrahlen der beiden erzeugenden Strahlen- 
 involutionen [0,] und [0 2 ] mogen die Gerade ? bez. in den 
 
 Punktepaaren , . 
 
 x { und 8,3, 
 
 treffen, danu laBt sicb. die Bedingung fur die Erzeugung 
 der einziigigen (7 (3) aus der Lage dieser beiden Punktepaare 
 zueinander bestimmen. Sobald namlich jedes dieser 
 beiden Punktepaare durcli das andere getrennt 
 wird, inuB die erzeugte (7 (3) eine einziigige sein. 
 
 In der That, liegen die vier Punkte 1? { und 2 , ^ so, 
 daB das erste Paar durch das zweite getrennt wird, so wird 
 auch das zweite durch das erste Paar getrennt. 
 
 I 
 
 Nun sind | ^^1 und | & L %[ \ die beiden Tangenteu aus 
 Sj an den Hilfskegelschnitt K^, ebenso S 2 2 | und |S 2 g| 
 die beiden Tangenten aus (., an den Hilfskegelschnitt " C2) ; 
 daher wird von den beiden Strahlen : Sj 2 1 und S 1 2 | der 
 eine dem K (2) in einem reellen Punktepaar, der andere in 
 einem konjugiert-imaginaren Punktepaar begeguen miissen 
 wegen der Lage der vier Punkte . Der eine Doppelstrahl 
 2 2 1 der erzeugenden Strahleniuvolution [0 2 ] wird also 
 von dem entsprechenden Strahlenpaare der erzeugenden 
 Strahleninvolution [OJ in zwei reellen Punkten, der andere
 
 152 Theorie der ebenen Kurven dritter Orclnung. 
 
 Doppelstrahl | O 2 2 1 i n zwe i konjugiert-imaginaren Punkten 
 getroffen, und dasselbe gilt fur die beiden Doppelstrahlen der 
 erzeugenden Strahlenin volution [DJ. Es findet also in der 
 That die fur die einziigige (7 (3) charakteristische Eigenschaft 
 statt, daB von den beiden Doppelstrahlen der erzeugenden 
 Strahleninvolutionen der eine der C m in zwei reellen, der 
 andere in zwei konjugiert-imaginaren Punkten begegnet; 
 also ist die vorige Behauptung bestatigt. 
 
 Was von dem willkiirlich gewahlten Paare konjugierter 
 Punkte D! und D 2 auf der (7 (3) gilt als Mittelpunkten zweier 
 erzeugenden Strahleninvolutionen, muB in gleicher Weise 
 fiir jedes andere Paar konjugierter Punkte derselben Kurve 
 gelten, weil alle die gleiche charakteristische Eigenschaft 
 besitzen, nur zwei reelle Tangenten an die Kurve zu senden. 
 
 19. Bedingungen fur die Erzeugung einer zwei- 
 
 zugigen C (3 > durcli zwei projektive Strahleninvolutionen 
 
 in halbperspektiver Lage. 
 
 1. Wir haben in 16 als charakteristische Eigenschaft 
 der zweiziigigen C (y) kennen gelernt, daB aus jedem Punkte 
 des paaren Zuges derselben keine, aus jedem Punkte des 
 unpaaren Zuges vier reelle Tangenten an dieselbe gehen. 
 Nehmen wir daher einen Punkt O des unpaaren Zuges, so 
 lassen sich die von ihm ausgehenden Tangenten 
 
 t i} t%, t s , tj 
 
 immer so bezeichnen, daS ^ und t 2 an den paaren Zug 
 gehen und zugleich die beiden Scheitelraume fixieren, in 
 denen der ganze paare Zug enthalten ist, t z und 4 an den 
 unpaaren Zug gehen und ebenfalls zwei Scheitelraume 
 fixieren, innerhalb deren der ganze unpaare Zug verlauft, 
 daB ferner zwischen diesen vier Scheitelraumen vier andere 
 sich hineinfugen, die keinen reellen Punkt der (3) enthalten, 
 und endlich die vier Tangenten in der Reihenfolge 
 
 h> h> h-> ** 
 
 von einem urn O kontinuierlich gedrehten Strahl s erreicht 
 werden ( 16).
 
 19. Bedingungen f. d. Erzeugung einer zweizugigen (7< s > etc. 153 
 
 Dies vorausgesetzt, wird das Strahlenpaar t^ nicht ge- 
 trennt durch das Strahlenpaar t 3 t, ebensowenig t 1 t i durch 
 t 2 t s , dagegen wird t^t z durch t 2 t^ getrennt. 
 
 Bezeichnen wir die Beriihruugspunkte der vier Tan- 
 genten entsprechend mit 
 
 *1J *2> *3> M? 
 
 so lasseu sich dieselben auf dreierlei Art in Paare kon- 
 jugierter Punkte (mit demselben Tangential punk t) zerlegen 
 ( 15) 
 1) tj und t 2 , t 3 und t 4 als Paare konjugierter Punkte, 
 
 ^) *i )> h> *2 *4 n n )) 
 
 3) *i }} M> ^2 )) ^3 J7 ?J JJ J> 
 
 Gemafi unserer Annahme fiir die Lage der vier Tan- 
 genten t l} t Z} t S} t wird dann im ersten Falle die zu D zu- 
 gehorige Strahleninvolution eine hyperbolische, im zweiten 
 Falle eine elliptische und im dritten Falle wieder eine 
 hyperbolische sein, und fur jeden dieser drei Falle ist 
 das ganze System der Paare konjugierter Punkte und der 
 zugehorigen Strahleninvolutionen vollstandig bestiimnt. 
 
 2. Im ersten Falle ist nun, wie wir wissen ? der zu 
 konjugierte Punkt ) 1 der Schnittpunkt 
 
 C^t,, t,t 4 )^D 1; 
 
 die ihm zugehorige Strahleninvolution eine hyperbolische, 
 und | tjt^ ', t 3 t 4 | sind ihre beiden Doppelstrahlen; der erste 
 begegnet dem paaren, der zweite dem unpaaren Zuge in 
 je zwei reellen Punkten; folglich liegt der Punkt C : auf 
 dem unpaaren Zuge.' Das Gleiche gilt von dem Punkte D 
 und demgemaB von jedem Paare konjugierter Punkte, die 
 auf dem unpaaren Zuge liegen. Dagegen muB jeder Punkt 
 des paaren Zuges seinen konjugierten Punkt wieder auf dem 
 paaren Zuge haben und jedem Punkte des paaren Zuges 
 muB eine elliptische Strahleniuvolution zugehoren; denn sei 
 ty ein solcher, und gehorte ihm eine hyperbolische Strahlen- 
 involution zu, so miiBte ein reeller Doppelstrahl derselbeu 
 der Kurve in zwei konjugierten Punkten begegnen, von 
 denen einer auf dem paaren, der andere auf dem unpaaren
 
 154 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Zuge liegen miiBte. Dies 1st aber nicht moglich, well in 
 unserem Falle konjugierte Punkte immer auf demselben 
 Zuge liegen; also kann auch die zu ty zugehorige Strahlen- 
 involution keine hyperbolische sein. 
 
 Wir erhalten also im ersten Falle folgendes Resultat: 
 Wenn die beiden erzeugenden Strahleninvolu- 
 tionen in projektiver Beziehung und halbperspek- 
 tiver Lage beide hyperbolisck sind und jeder der 
 vier Doppelstrahlen der beiden Involutionen der 
 Kurve in je zwei reellen Punkten begegnet, so ist 
 die von ihnen erzeugte C (3) eine zweiziigige. Die 
 Mittelpunkte der beiden erzeugenden Strahleninvo- 
 lutionen liegen auf dem unpaaren Zuge. Die Paare 
 konjugierter Punkte der Kurve liegen so verteilt 
 auf derselben, daB jedes Paar auf demselben Zuge 
 sich befindet. Jedem Punkte des unpaaren Zuges 
 gehort eine hyperbolische Strahleninvolution zu, 
 deren Doppelstrahlen der Kurve in je zwei reellen 
 Punkten begegnen. Jedem Punkte des paaren Zuges 
 gehort eine elliptische Strahleninvolution zu. (Die 
 CW ist also elliptischen Charakters, 15.) 
 
 3. Im zweiten Falle ist die zu D zugehorige Strahlen- 
 involution eine elliptische; der zu D konjugierte Punkt D t 
 ist der Schnittpunkt 
 
 (tit., t,t 4 )-0,, 
 
 die ihm zugehorige Strahleninvolution ist eine hyperbolische, 
 uttd I M 3 1, I M*l sind ihre Doppelstrahlen; der Punkt Oj 
 liegt daher auf dem paaren Zuge. Das Gleiche gilt von 
 jedem Paare konjugierter Punkte, von denen immer der eine 
 auf dem unpaaren, der andere auf dem paaren Zuge liegt. 
 Die dem ersteren Punkte zugehorige Strahleninvolution ist 
 immer eine elliptische, die dem zweiten zugehorige eine 
 hyperbolische. Die Doppelstrahlen der letzteren begegnen 
 beide der Kurve in reellen Punktepaareii. 
 
 Wir schlieBen also fur den zweiten Fall folgendes Re- 
 sultat:
 
 19. Bedingungen f. d. Erzeugung einer zweiziigigen C& etc. 155 
 
 Wenn von den beiden erzeugenden Strahlen- 
 involutionen in projektiver Beziehung und halb- 
 perspektiver Lage die eine hyperbolisch, die andere 
 elliptisch ist, so ist die von ihnen erzeugte C (y) eine 
 zweiziigige. Der Mittelpunkt der elliptischen Strah- 
 leninvolution liegt auf deni unpaaren, der Mittel- 
 punkt der hyperbolischen auf dem paaren Zuge. 
 Die Paare konjugierter Punkte liegen so verteilt 
 auf der Kurve, daB jeder Punkt des einen Zuges 
 seinen konjugierten Punkt auf dem andern Zuge hat. 
 Jedem Punkte des unpaaren Zuges gehort eine ellip- 
 tische, jedem Punkte des paaren Zuges eine hyper- 
 bolische Strahleninvolution zu. Die Doppelstrahlen 
 der letzteren begegnen beide der Kurve in reellen 
 Punktepaaren. (Die C (8) ist also dualen Charakters, 15.) 
 
 4. Ini dritten Falle ist die zu D zugehorige Strahlen- 
 involution eine hyperbolische, und der eine Doppelstralil 
 derselben niuB in die Scheitelraume zwischen t. 2 und t 3 , der 
 andere in die Scheitelraume zwischen 4 und ^ hineinfallen, 
 welche beide keinen reellen Punkt der 6 t(3) enthalten, also 
 beide Doppelstrahlen begegnen der Kurve in konjugiert- 
 iniaginaren Punkten. Der zu O koujugierte Punkt O t ist 
 
 der Schnittpunkt , , _ 
 
 (***t) Wi) = ^n 
 
 er liegt daher auf dem paaren Zuge, und die ihm zugehorige 
 Strahleninvolution ist eine hyperbolische, deren beide Doppel- 
 strahlen |t 2 t 3 | und tjtj | der Kurve in reellen Punkte- 
 paaren begegnen. Das Gleiche gilt von jedem Paare kon- 
 jugierter Punkte DC 1? von denen imnier der eine auf dem 
 unpaaren, der andere auf dem paaren Zuge der C (8) liegt. 
 Wir konnen demgemaB folgendes Resultat aussprechen: 
 
 Wenn die beiden erzeugenden Strahleninvolu- 
 tionen in projektiver Beziehung und halbperspek- 
 tiver Lage hyperbolisch sind und die Doppelstrahlen 
 der einen hyperbolischen Strahleninvolution in 
 keinem reellen Punkte der Kurve begegnen, dann 
 ist die von ihnen erzeugte C (3) eine zweiziigige. Der
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Mittelpunkt dieser Strahleninvolution, derenDoppel- 
 strahlen in keinem reellen Punkte der Kurve begeg- 
 nen, liegt auf dem unpaaren Zuge; der Mittelpunkt der 
 andern Strahleninvolution des konjugierten Punktes 
 dagegen liegt auf dem paaren Zuge, und die Doppel- 
 strahlen derselben begegnen der Kurve in reellen 
 Punktepaaren. Die Paare konjugierter Punkte liegen 
 so verteilt auf der Kurve, dafi jeder Punkt des einen 
 Zuges seinen konjugierten Punkt auf dem andern 
 Zuge hat. Sanitlichen Punkten beider Ziige ge- 
 horen hyperbolische Strahleninvolutionen zu, aber 
 den Punkten des unpaaren Zuges solche, deren 
 Doppelstrahleu der Kurve in keinem reellen Punkte 
 begegnen, den Punkten des paaren Zuges solche, 
 deren Doppelstrahlen beide in je zwei reellen 
 Punkten der Kurve begegnen. (Die (7 (3) ist also hyper- 
 bohschen Charakters, 15.) 
 
 Der Fall, dafi fur zwei erzeugende hyperbolische Strahlen- 
 involutionen keiner der vier Doppelstrahlen der Kurve in 
 reellen Punkten begegnet, kann niemals eintreten. Denn 
 sobald nur einer der Mittelpunkte beider erzeugenden Strahlen- 
 involutionen auf dem unpaaren Zuge liegt, muB sein kon- 
 jugierter Punkt immer eine hyperbolische Strahleninvolution 
 aussenden, deren Doppelstrahlen beide der Kurve in reellen 
 Punkten begegnen, weil bei der zweiziigigen C (3) von dem 
 ersteren Punkte vier reelle Tangenten an dieselbe gehen. 
 Liegt aber einer der beiden Mittelpunkte der erzeugenden 
 Strahleninvolutionen auf dem paaren Zuge und ist diese 
 eine hyperbolische, so muB ein reeller Doppelstrahl der- 
 selben, weil er einen Punkt des paaren Zuges enthalt, noch 
 einen zweiten reellen Punkt desselben enthalten und den 
 dritten Schnittpunkt auf dem unpaaren Zuge haben; jed en- 
 falls muB es ein Doppelstrahl sein, welcher der Kurve in 
 zwei reellen Punkten begegnet; also ist es nicht moglich, 
 dafi von zwei erzeugenden hyperbolischen Strahleninvolutionen 
 der zweiziigigen C (3) alle vier Doppelstrahlen keinen weiteren 
 reellen Punkt der Kurve enthalten.
 
 19. Bedingungen f. cl. Erzeugung einer zweizugigen 0'^ etc. 157 
 
 5. Wir mussen aber nun noch einmal zu deni ersten 
 Falle zuriickkehren, bei welchem Paare konjugierter Punkte 
 immer auf demselben Zuge der zweizugigen C (3) enthalten 
 sind. Wir haben namlich nur die Voraussetzung gemacht, 
 daB der Punkt D, von welchem wir ausgingen, auf dem 
 unpaaren Zuge (1.) liege. Nehmen wir dagegen einen Punkt 
 ^8 des paaren Zuges an, so bestimmen die Strahlenpaare 
 
 1 t <t und t t 
 
 3) |?tj |$t 4 l. |$t,| |*t,| 
 
 drei Strahleninvolutionen, von denen fcekanntlich iuimer 
 zwei hyperbolisch sein miissen und die dritte elliptisch ist. 
 Da nun in den Fallen 2) und 3) die jedem Punkt ty des 
 paaren Zuges zugehorige Strahleninvolution eine hyper- 
 bolische ist, so muB sie in dem Falle 1) eine elliptische 
 sein. Also miissen in dem ersten Falle, wenn wir zwei 
 konjugierte Punkte auf dem paaren Zuge der (7 (3) (und in 
 diesem Falle liegen immer zwei konjugierte Punkte auf 
 demselben Zuge der Kurve) als Mittelpunkte erzeugender 
 Strahleninvolutionen wahlen, dieselben beide elliptisch sein. 
 Wir mussen daher dem ersten Falle noch ein zweites Re- 
 sultat hinzufiigen: 
 
 Wenn die beiden erzeugenden Strahleninvolu- 
 tionen in projektiver Beziehung und halbperspek- 
 tiver Lage elliptisch sind, so ist die von ihnen er- 
 zeugte C&) eine zweiziigige, und die Mittelpunkte 
 beider Strahleninvolutionen liegen auf dem paaren 
 Zuge. Die Paare konjugierter Punkte liegen so ver- 
 teilt auf derselben, daB jedes Paar auf demselben 
 Zuge sich befindet. Jedem Punkte des paaren Zuges 
 gehort eine elliptische Strahleninvolution zu; jedem 
 Punkte des unpaaren Zuges eine hyperbolische, 
 deren Doppelstrahlen der Kurve in je zwei reellen 
 Punkten begegnen. (Die C (3) ist also elliptischen Cha- 
 rakters.) Bierdurch sind alle Moglichkeiteu fur die Er- 
 zeugung einer C (3) durch zwei projektive Strahleninvolutioneu
 
 158 Theorie cler ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 in halbperspektiver Lage erschopft, wie aus der Unter- 
 suchung des folgenden Paragraphen hervorgeht. 
 
 Fassen wir die in 18 und 19 gewonnenen Resultate 
 zusammen, so sehen wir, daB eine (7 (3) dualen Charakters 
 nur auf eine Weise hervortritt und zwar als zweizugige 
 ( 19, 3), dagegen eine C^ elliptischen Charakters auf zwei 
 Weisen hervorgeht, beidemal als zweizugige und init dem 
 Unterschiede, da6 das eine Mai die Mittelpunkte der er- 
 zeugenden Strahleninvolutionen auf dem paaren Zuge, das 
 andere Mai auf dem unpaaren Zuge angenommen werden 
 ( 19, 5 und 19, 2), endlich eine (3) hyperbolischen Cha- 
 rakters auf zwei Weisen auftritt, einmal als einziigige 
 ( 18,2) und zweitens als zweizugige ( 19,4). Da in den 
 beiden letzten Fallen den Punkten des unpaaren Zuges 
 hyperbolische Strahleninvolutionen zugehoren, von deren 
 Doppelstrahlen entweder der eine oder beide der G' (3) in 
 konjugiert-imaginaren Punkteu begegnen, so ist die zu einer 
 6 r(3) hyperbolischen Charakters zugehorige (3) entweder 
 dualen oder elliptischen Charakters, niemals hyperbolischen 
 Charakters, wodurch die am Ende von 15 gemachte Be- 
 merkung bestatigt wird. In den drei iibrigen Fallen ist die 
 $< 3 > immer hyperbolischen Charakters, weil reelle Doppel- 
 strahlen in diesen Fallen in reellen Punktepaaren der (7 (3) 
 begegnen. 
 
 20. Untersuchung aller moglichen FSlle bei der 
 
 Erzeugung einer C (3) dnrch zwei projektive Strahlen- 
 
 involut ionen in halbperspektiver Lage. 
 
 1. Gehen wir umgekehrt, wie in den beiden vorigen 
 Paragraphen, von der Erzeugung einer G' |3) durch zwei pro- 
 jektive Strahleninvolutionen in halbperspektiver Lage aus, 
 so treten uns zunachst drei Moglichkeiten entgegen, namlich 
 ) beide erzeugende Strahleninvolutionen sind elliptisch, 
 /3) die eine ist elliptisch, die andere hyperbolisch, 
 y) beide sind hyperbolisch.
 
 20. Untersuchung aller niogl. Falle b. d. Erzeugung einer C( 8 ) etc. 159 
 
 Wir wenden nunmehr die Hilfsbetrachtung an, we]che 
 bereits in 18,3 auseinander gesetzt ist, indem wir die 
 projektive Abhangigkeit der beiden erzeugenden Strahlen- 
 involutionen O x und > 2 durch die Punkte einer Geraden 
 I vermitteln und die Strahleninvolutionen selbst auf zwei 
 einfache Strahlbiischel (^ und (., reduzieren verniittelst 
 eines Hilfskegelschnitts K (2 \ welcher durch ) : und D 2 geht- 
 und die Tangenten der (7 (3) in diesen Punkten beriihrt; die 
 Punkte (5^ und 2 miissen dann auf der Verbindungslinie 
 | D! Dg. | Hegen und entweder innerhalb oder auBerhalb des 
 Kegelschnitts K&, je nachdem die Strahleninvolutionen [CJ 
 und [D 2 ] elliptisch oder hyperbolisch sind. 
 
 Irgend ein Punkt r. der Geraden I liefert dann zwei 
 entsprechende Strahlen (j | und | (., , welche K^ in 
 den Punktepaaren t)j t^'und t) 2 ^ schneiden, und die Strahlenpaare 
 
 sind entsprechende Strahlenpaare der beiden erzeugenden 
 Strahleninvolutionen. Entspricht einem Doppelstrahl der 
 einen Involution ein reelles Strahlenpaar der andern, so sind 
 die beiden Schnittpunkte desselben niit dem ersteren die 
 Beriihrungspunkte zweier reellen Tangenten, welche vom 
 Mittelpunkte der zweiten Involution an die Kurve gehen. 
 
 2. Dies vorausgeschickt nehmen wir nun den ersten 
 Fall an, da 6 die beiden erzeugenden Strahleninvolutionen 
 elliptisch sind, dann liegen (5 X und ( 2 beide innerhalb des 
 Hilfskegelschnitts K (2) . Jeder Strahl durch (5^, wie auch 
 durch ( 2 , begegnet dem 7T' 2) in zwei reellen, getrennt von- 
 einander liegenden Punkten; es giebt daher weder aus \ 
 noch aus 2 reelle Tangenten an die erzeugte 6 T(3) , diese 
 muB daher eine zweiziigige sein, und die Mittelpunkte der 
 erzeugenden Strahleninvolutionen Dj) 2 miissen auf dem 
 paaren Zuge derselben liegen. Wir erhalten ferner nur 
 reelle Strahlenpaare in den beiden erzeugenden Strahlen- 
 involutioneu, die einander entsprechen. Zwei solche 
 
 x 1 x[ und x 2 x' z 
 
 schneideu sich in vier Punkten, die zwei Paare konjugierter 
 Punkte der C (3) liefern, namlich
 
 1(50 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Da nun Oj und D 2 auf dem paaren Zuge der Kurve liegen, 
 so mussen p x und q 1 auf verschiedenen Ztigen der Kurve 
 liegen; nehmen wir also an, ^ liegt auf dem paaren, so 
 muB q x auf dem unpaaren liegen, folglich trifft D^qJ die C (3) 
 in p 2; einem Punkte des paaren Zuges, und D^ in q 2 , 
 einem Punkte des unpaaren Zuges; es liegen also die kon- 
 jugierten Punkte p 1; p 2 beide auf dem paaren, q : , q 2 beide 
 auf dem unpaaren Zuge. Weil die Verbindungslinie j p, U 2 
 und ebenso auch die Verbindungslinie | q x q 2 allemal die 
 (7 (3) in einem Punkte des unpaaren Zuges treffen muB und 
 fur einen solchen Punkt diese Verbindungslinie ein Doppel- 
 strabl der zugehorigen Strahleninvolution ist, so sind die 
 zu samtlichen Punkten des unpaaren Zuges zugehorigen 
 Strahleninvolutionen hyperbolisch; einem Punkte des paaren 
 Zuges muB aber immer eine elliptische Strahleninvolution 
 zugehoren, weil die Verbindungslinie zweier konjugierten 
 Punkte der (7 (3) in diesem Falle niemals ihren dritten 
 Schnittpunkt auf dern paaren Zuge haben kann. Wir haben 
 also hier den in 19, 5 beschriebenen Fall vor uns. 
 
 3. Ist von den beiden erzeugenden Strahleninvolutiouen 
 die eine [DJ elliptisch und die andere [D 2 ] hyperbolisch, 
 so liegt G^ innerhalb und ( 2 auBerhalb des Hilfskegel- 
 schnitts K^; die beiden reellen Tangenten aus ( 2 an K^ ] 
 haben zwei Beriihrungspunkte, welche mit O 2 verbunden 
 die Doppelstrahlen der zugehorigen Strahleninvolution liefern. 
 Schneiden dieselben die vermittelnde Gerade I in 
 
 2 und 2 , 
 
 und verbinden wir den innerhalb 2 (2) liegenden Punkt (^ 
 mit 2 und 2 , so schneidet jeder der beiden Strahlen 
 
 ^^1 und 6^; | 
 
 den K (2) in zwei reellen Punkten, welche mit D : verbunden 
 diejenigen Strahlenpaare liefern, die den Doppelstrahlen 
 |O 2 2 | und |O 2 8 2 ! entsprechen. Jeder der Doppelstrahlen 
 der Involution [O 2 ] wird daher in zwei reellen Punkten von
 
 20. Untersuchung aller mogl. Falle b. d. Erzeugung einer (7(3) etc. 161 
 
 dem entsprecbenden Strablenpaar der Involution [D,] ge- 
 scbnitten. Diese beiden Strablenpaare aus O t sind also 
 vier reelle Tangenten an die C (3) . Die erzeugte C (3) ist 
 mitbin eine zweiziigige und der Punkt Dj liegt auf ibreni 
 unpaaren Zuge. Der Punkt 2 muB aber auf dem paaren 
 Zuge liegen, weil die Strableninvolution [DJ keine reellen 
 Doppelstrablen bat, also aucb der Punkt X keine reellen 
 Tangenten an die C r(3) sendet. Die elliptiscbe Strablen- 
 involution [DJ entbalt nur reelle Strablenpaare, die hyper- 
 boliscbe [D 2 ] reelle, aucb konjugiert-imaginare Strablenpaare. 
 Entsprecben sicb nun zwei reelle Strablenpaare 
 
 1 i UJ.LCI JL o -/ Q 
 
 so liefern die vier Schnittpunkte 
 
 zwei Paare konjugierter Punkte p t p 2 und q^. Da nun D, 
 auf dem unpaaren und D 2 auf dem paaren Zuge der C^ } liegt, 
 so miissen pj und q 2 auf verscbiedenen Ziigen der Kurve 
 liegen; nebmen wir p t auf dem unpaaren Zuge an, so liegt 
 q 2 auf dem paaren; folglicb trifft JD^I die C^ in p.,, 
 einem Punkte des paaren Zuges, und | D 2 p._> | in q 17 einera 
 Punkte des unpaaren Zuges; die beiden konjugierten Punkte 
 p, , p 2 und ebenso q, , q 2 liegen also immer auf verscbiedenen 
 Kurvenziigen. Die Verbindungslinie | p x p 2 1 und ebenso auch 
 die Verbindungslinie | q t q 2 | trifft die C (3) allemal in einem 
 Punkte des paaren Zuges und ist fiir einen solcben Punkt 
 ein Doppelstrabl der zugeborigen Strableninvolution. Daher 
 sind die zu samtlicben Punkten des Zuges zugehorigen 
 Strableninvolutionen byperboliscb. Einem Punkte des un- 
 paaren Zuges muB aber immer eine elliptiscbe Strablen- 
 involution zugeboren, weil die Verbindungslinie zweier kon- 
 jugierten Punkte der C (3) in diesem Falle menials ibren 
 dritten Scbnittpunkt auf dem unpaaren Zuge baben kann. 
 Wir baben also bier den in 19, 3 bescbriebenen Fall vor uns. 
 4. Sind endlicb beide erzeugende Strableninvolutionen 
 [DJ und [0 2 ] byperboliscb, so liegen die Punkte S, und 
 
 Schroter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordu.
 
 IQ2 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 C.j beide auBerhalb des Hilfskegelschnitts K (2 \ senden also 
 reelle Tangentenpaare an denselben, deren Beriihrungspunkte 
 mit O 1 und D 2 bez. verbunden die vier Doppelstrahlen der 
 Involutionen [DJ und [O 2 ] liefern. 
 
 Hier werden wir nun mehrere Falle zu unterscheiden 
 haben je nach der Lage der vermittelnden Geraden / (S. 151), 
 auf welcher diejenigen Gebiete voneinander zu trennen sind, 
 in denen ein Punkt liegt, der mit C^ und (L, verbunden 
 solche Strahlen liefert, die X (2) in reellen Punktepaaren 
 begegnen oder nicht. 
 
 Gehen namlich von einem Punkte (S zwei reelle Tan- 
 genten an einen Kegelschnitt K^ und treffen eine Gerade I 
 in dem Punktepaar 3$', so trennen dieselben auf der Ge- 
 raden I zwei Gebiete voneinander; in dem einen liegen 
 solche Punkte j, deren Verbindungsstrahlen mit S dem 
 K^ in zwei reellen Punkten begegnen , in dem andern 
 solche Punkte , deren Verbindungsstrahlen mit S dem 
 K w in keinem reellen Punkt begegnen. Wir wollen diese 
 beiden Gebiete durch die Zeichen + und - voneinander 
 unterscheiden. 
 
 Nun kann entweder das +Gebiet zwischen und ' 
 liegen und das Gebiet auBerhalb der Strecke ' oder 
 umgekehrt, je nach der Lage der Geraden I zu dem Kegel- 
 schnitt 7$T (2) . Haben wir aus zwei Punkten Sj und ( 2 zwei 
 reelle Tangentenpaare an K (2 \ welche in den Punktepaaren 
 
 M; und ,; 
 
 der Geraden I begegnen, so haben wir auf derselben zwei- 
 mal + Gebiete und Gebiete, die einander zum Teil decken 
 oder nicht decken, je nach der Lage der Punkte % 1} >[,%%, 
 2 zueinander, und hier konnen drei verschiedene Falle ein- 
 treten: 
 
 a) jedes der beiden Paare wird durch das andere ge- 
 trennt ; 
 
 /3) das eine Paar liegt ganz innerhalb des andern (d. h. 
 alle Punkte der einen Strecke sind gleichzeitig Punkte der 
 andern, aber nicht umgekehrt);
 
 20. Untersuchung aller m6gl. Falle b. d. Erzeugung einer C 1 *) etc. 163 
 
 y) das eine Paar liegt ganz auBerhalb des andern Paares 
 (d. h. die beiden Strecken haben keinen Punkt miteinander 
 gemein). 
 
 Da nun eiu Punkt r, in einem -J- Gebiete mit S, oder ( 2 
 verbunden eine Gerade liefert, die dem Kegelschnitt K^ in 
 zwei reellen Punkten begegnet, so werden diese mit ) l oder 
 D 2 verbunden auch reelle Strahlenpaare der beiden Invo- 
 lutionen [DJ oder [D 2 ] liefern, die einander entsprechend 
 sind. Wir konnen also beurteilen, ob reelle Strahlenpaare 
 einander entsprechen oder konjugiert - imaginare oder ein 
 reelles einem konjugiert -imaginaren oder umgekehrt. 
 
 5. Betrachten wir daher den ersten Fall, in welchem 
 jedes des beiden Paare ^gj und % tiS %! 2 dureh das andere ge- 
 trennt wird, und bezeichnen wir die + und Gebiete fur 
 das erste Paar gjg,' oberhalb der Geraden /, fur das zweite 
 Paar 2 .' unterhalb der Geraden /, so haben wir im ersten 
 Fall die vier Moglichkeiten: 
 
 ~l~ -a I 
 
 \. S 
 
 II. 
 
 III. 
 
 IV. 
 
 In alien diesen vier Fallen kommen entsprechende 
 -f Gebiete zur Deckung; es giebt also immer entsprechende 
 reelle Strahlenpaare der beiden erzeugenden Involutiouen. 
 Suchen wir die den Doppelstrahlen der erzeugenden hyper- 
 bolischen Involutionen entsprechenden Strahlenpaare auf, so 
 erkennen wir folgendes Verhalten: In I. entspricht: 
 
 11*
 
 164 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 dem Doppelstrahl | D x x | ein imag. Strahlenpaar in 
 
 DS 
 
 a mag. 
 
 In II. entspricht: 
 
 dem Doppelstrahl ; D 
 
 ^ 
 
 2 2 
 
 ein reelles Strahlenpaar in 
 
 w ima g- n 
 
 reelles 
 
 In III. entspricht: 
 dem Doppelstrahl j O 
 
 ein imag. Strahlenpaar in 
 reelles 
 
 
 
 imag 
 
 
 
 reelles 
 
 
 
 
 
 
 In IV. entspricht: 
 
 dem Doppelstrahl | Dj 
 
 ein reelles Strahlenpaar in 
 ima g- 
 
 [D 2 ] , 
 
 rn i 
 IVsJ 5 
 
 IAL 
 
 [DJ. 
 
 [D 2 ] , 
 
 M; 
 [Oj, 
 [DJ. 
 
 [O 2 ], 
 [O 2 ], 
 [DJ, 
 
 [D 2 ] , 
 
 m>2" reelles [DJ. 
 
 Da aber die Durchschnittspunkte eines Doppelstrahles 
 mit jedem der beiden Strahlen des entsprechenden Strahlen- 
 paares die Beriihrungspunkte des letzteren mit der (7 (3) sind, 
 so sehen wir, daB in alien vier Fallen (I., II., III., IV.) aus 
 jedem der beiden Mittelpunkte der erzeugenden Strahlen- 
 involutionen nur zwei reelle Tangenten an die C (3) gehen, 
 wahrend die beiden iibrigen konjugiert-imaginar sind. Von 
 den Doppelstrahlen jeder der beiden erzeugenden hyper- 
 bolischen Strahleninvolutionen schneidet der eine in zwei 
 reellen, der andere in zwei konjugiert-imaginaren Punkten 
 die (7 (3) . Wir haben also den in 18, 2 beschriebenen Fall 
 vor uns. 
 
 6. Wir gehen jetzt zu dem zweiten zu untersuchenden 
 Hauptfalle iiber, daB namlich das eine Paar 2 2 ganz
 
 20. Untersuchung aller mogl. Falle b. d. Erzeugung einer (7( 8 ) etc. 165 
 
 innerhalb des andern !<{ gelegen ist. Wir haben hier 
 wiederum vier Moglichkeiten: 
 
 - +_ ., - 
 
 i. ; ^ :: ^ . 
 
 a + 
 
 - g ^ 
 
 n. rzrzn.i^: 
 
 IV. 
 
 In den Fallen I., II., IV. giebt es immer entsprechende 
 -f-Gebiete, die sich decken, also auch immer reelle ent- 
 sprechende Strahlenpaare der beiden erzeugenden Invo- 
 lutionen. Nur in dem Falle III. kommen keine solchen vor. 
 Wir erhalten also in diesem Falle iiberhaupt keine reellen 
 Punkte der C (3) , weil immer, wo wir auch den Punkt j auf 
 / annehmen mogen, entweder einem reellen Strahlenpaar in 
 [CJ ein konjugiert-imaginares Strahlenpaar in [O 2 ] oder 
 umgekehrt, oder einem imaginaren Strahlenpaar in [D x ] 
 wieder ein imaginares Strahlenpaar in [D 2 ] entspricht. Wir 
 konnen also diesen Fall als illusorisch ganz fortlassen, weil 
 wir dabei iiberhaupt keine reellen Punkte der C (3) (auBer 
 C^ und O 2 ) erhalten. 
 
 Suchen wir jetzt die den Doppelstrahlen der beiden er- 
 zeugenden hyperbolischen Involutionen entsprechenden Strah- 
 lenpaare auf, so erkennen wir folgendes Verhalten: In I. 
 entspricht: 
 dem Doppelstrahl | O 1 1 | ein imag. Strahlenpaar in [) 2 ], 
 
 ^1*1 I n iPw; 
 
 O 2 2 ! reelles [Dj,
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 In II. entspricht: 
 dem Doppelstrahl D^l ein reelles Strahlenpaar in [C 2 j, 
 
 77 77 I ^2] 7 
 
 rr> i 
 
 77 77 L^-'lJ; 
 
 In III. entspricht: 
 dem Doppelstrahl | O 
 
 ein imag. Strahlenpaar in [O 2 ], 
 
 7, [O f ], 
 7, [OJ, 
 
 w 
 n 
 
 77 77 
 
 In IV. entspricht: 
 
 dem Doppelstrahl > 1 ^ 1 \ ein reelles Strahlenpaar in |"O 2 ], 
 
 77 77 
 
 imag. 
 
 77 n 
 
 [OJ, 
 
 Wir sehen hieraus, daB in dem Falle 1. der Mittel- 
 punkt O t vier reelle Tangenten, der Mittelpunkt C 2 keine 
 reelle Tangente an die C^ sendet; im Falle IV. ist es um- 
 gekehrt. Die beiden Doppelstrahlen der einen erzeugenden 
 Strahleninvolution begegnen also der C (3) in vier reellen 
 Punkten, die der andern in keinem. Wir haben also den 
 Fall 19, 4 vor uns. 
 
 Im Falle II. sendet jeder der beiden Punkte D 1? &., vier 
 reelle Tangenten an die (7 !3) und jeder der vier Doppel- 
 strahlen der beiden erzeugenden hyperbolischen Involutionen 
 begegnet der C (3) in zwei reellen Punkten. Wir haben also 
 den Fall 19, 2 vor uns. Der Fall III. ist schon als illu- 
 sorisch erkannt worden, was auch mit der Bemerkung in 
 19, 4 S. 156 iibereinstimmt. 
 
 7. Es bleibt jetzt nur noch der dritte Hauptfall zu 
 untersuchen iibrig, der indessen nichts neues bietet, sondern 
 nur eine Wiederholung des vorigeu.
 
 20. Untersuchung aller mogl. Falle b. d. Erzeugung einer C?< 3 ) etc. 1(37 
 
 Liegt namlich das Punktepaar $j %[ ganz getreunt von 
 dem Punktepaar 2 ^a? so dafi beide Strecken keinen geuiein- 
 schaftlichen Punkt haben, so gestalten sich die Moglich- 
 keiten folgendermaBen: 
 
 si- 
 
 *!_!,*;. 
 
 I 
 
 Hier geht nun der Fall I. als illusorisch heraus, weil 
 iiberhaupt fiir keinen Punkt der Geraden / eineni reellen 
 Strahlenpaare der Involution [OJ wieder ein reelles Strahlen- 
 paar in [0 2 ] entpricht; wir erhalten also iiberhaupt keine 
 reellen Punkte der (3) bei dieser Erzeugung. In den drei 
 iibrigen Fallen II., III., IV. giebt es entsprechende +Gebiete, 
 die sich decken, also auch reelle entsprechende Strahlen- 
 paare der beiden erzeugenden Involutionen. Suchen wir die 
 den Doppelstrahlen der beiden erzeugenden hyperbolischen 
 Involutionen entsprechenden Strahlenpaare auf, so ergiebt 
 sich folgendes Verhalten: 
 
 In I. entspricht: 
 dem Doppelstrahl j D^^ ein imag. Strahlenpaar in [O 2 ], 
 
 !T) 
 ^-
 
 168 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 In II. entspricht: 
 dem Doppelstrahl | D 
 
 In III. entspricht: 
 dem Doppelstrahl (D 
 
 ein reelles Strahlenpaar in [D 2 ], 
 
 ein imag. Strahlenpaar in [O 2 J ; 
 
 77 77 77 77 L^2J7 
 
 reelles [D, 1. 
 
 In IV. entspricht: 
 dem Doppelstrahl | & 1 
 
 0,8; 
 
 ein reelles Strahlenpaar in [D 2 J, 
 
 Da diese vier Moglichkeiten genau dasselbe Bild dar- 
 bieten, wie im vorigen Falle (6.), so brauchen wir die Fol- 
 gerungen daraus nicht zu wiederholen. 
 
 Es eriibrigt aber noch der Ubergangsfalle Erwiihnung 
 zu thun, in welchen die beiden Strecken t j und 2 2 in 
 einem ihrer Endpunkte zusammenstofien oder mit beiden 
 zusammenfallen. In einem solchen Falle muGte einem Dop- 
 pelstrahl der einen erzeugenden Involution gerade ein Doppel- 
 strahl der andern entsprechen, und der Schnittpunkt beider 
 miiBte daher ein Doppelpunkt der Kurve, die beiden 
 Doppelstrahlen die Tangenten in demselben sein. Eine CW 
 mit Doppelpunkt ziehen wir aber hier nicht in den Kreis 
 unserer Betrachtung. Sie tritt nur auf, so bald zwei kon- 
 jugierte Punkte der (3) zusammenfallen, was im allgemeinen 
 nicht der Fall ist. Fallen die beiden Strecken t { und 
 2 2 identisch aufeinander, so wiirde die C' (3) zwei Doppel- 
 punkte erhalten und daher ausarten in eine Gerade und 
 einen Kegelschnitt.
 
 20. Untersuchung aller mb'gl. Falle b. d. Erzeugung einer C W etc. 169 
 
 Ein Uberblick fiber die gewonnenen Resultate, welche 
 in vollkommener Ubereinstimraung sind mit den in 18 
 und 19 ausgesprochenen, zeigt uns ; daB bei der Erzeugung 
 der C (3> dutch zwei projektive Strahleninvolutionen in halb- 
 perspektiver Lage die einziigige C (3! ; welche immer hyper- 
 bolischen Charakters ist, nur in einer einzigen bestimmten 
 Weise auftritt, die zweiziigige, wenn sie elliptischen Cha- 
 rakters ist ; auf zwei verschiedene Weisen erzeugt werden 
 kann, wenn sie aber dualen oder hyperbolischen Charakters 
 ist, wieder nur auf eine einzige Weise hervorgeht. Zu diesen 
 Resultaten gelangt auf ganzlich verschiedene Weise auch 
 Herr A. Harnack in seiner Abhandlung: ,,Uber die Ver- 
 wertung der elliptischen Funktionen in der Geometrie der 
 Kurven dritten Grades" (Math. Ann. Bd. IX S. 10).*) 
 
 21. Zusammenhang zwischen den konischen Polaren 
 YOU Punkten der (3) . 
 
 1. Wir haben in 9, 6 den Satz kenneii gelernt: ,,Zieht 
 man durch einen Punkt 51 der C f(3) Strahlen, deren jeder in 
 eineni Paar weiterer Punkte der C (3) begegnet und bestimmt 
 zu 51 den zugeordneten vierten harmonischen Punkt riick- 
 sichtlich des Punktepaares, so beschreibt derselbe bei der 
 Drehung des Strahles urn 51 einen Kegelschnitt 5t (2) ; welcher 
 durch 51 selbst hindurchgeht und dieselbe Tangente in 51 
 hat, wie die C (31 . Dieser Kegelschnitt 5t - 2) begegnet der C' 3 ' 
 im allgemeinen in vier weiteren Punkten, welche mit 51 ver- 
 bunden das Tangentenquadrupel aus 51 an die C (3) bilden. 
 Die vier Beriihrungspunkte liegen eben mit den beiden zu- 
 sammenfallenden Beriihrungspunkten der Tangente in 51 auf 
 eineni und demselben Kegelschnitt 5( (:;) . Derselbe heiBt die 
 konische Polare des Punktes 51 riicksichtlich der (7 (3) , 
 oder auch die erste Polare von 51." 
 
 Nehruen wir nun einen beliebigen zweiten Punkt 93 der 
 C^ 3) und bestimmen seine konische Polare S3 (2) , so wird die 
 
 *) Vergl. auch die Abhandlung von Herrn R. Sturm: Uber die 
 ebenen Kurven dritter Ordnung, Borchardt's Journal f.Math.Bd.90. S.85ff.
 
 1 70 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Verbindungslinie |5{23| der Kurve in eineni dritten Punkte S 
 begegnen, und ist 5l x der vierte zu 51 zugeordnete harnio- 
 nische Punkt riicksichtlich des Paares S3&, ferner 53, der 
 vierte zu S3 zugeordnete harmonische Punkt riicksichtlich 
 des Paares (51, also 
 
 (!() = -1, 
 (S3 33^51) = ~1, 
 
 dann geht 5t< 2 > durch 51 und 31,, <'> durch und 1 ; die 
 gewohnliche Polare von 51 in Bezug auf den Kegelschnitt 
 S3 (2) geht also durch (, und die Polare von 33 uach 5( (2) 
 geht auch durch (, wie aus diesen harmonischen Beziehungen 
 hervorgeht. 
 
 Denken wir uns den Strahl i 3I53S j unendlich wenig 
 um 51 gedreht, so wird sich S3 nach dem unendlich nahen 
 Punkte S3', (5 nach dem unendlich nahen Punkte ' bewegen, 
 sodaB 
 
 die Tangenten in den Punkten s -8 und der C (3} werden. 
 Wenn wir sodann den vierten harmonischen Punkt zu 21 $'(', 
 der 51 zugeordnet ist, aufsuchen, so wird sich derselbe, 5([, 
 unendlich wenig von 5^ entfernen, sodaB 
 
 I **{!- 4 
 
 die Taogente in 5t, an der konischen Polare des Punktes 51, 
 d. h. an dem Kegelschnitt 5( (2) wird, welcher durch 51 und 
 51, geht. Da die beiden harmonischen Punktreihen 
 
 5t ^ 93 6 
 
 perspektive Lage haben, so miissen sich |5l,5l[ , 
 d. h. die drei Tangenten 
 
 in einem Punkte schneiden, und umgekehrt, ziehen wir die 
 beiden Tangenten t%. t% in den beiden Punkten S3 und ( der 
 (7 (3) , verbinden ihren Schnittpunkt mit 51, , so ist diese Ver- 
 bindungslinie die Tangente fo, im Punkte 51, der konischen 
 Polare 51 < 2 >. Da der Punkt 93 auf der Geraden 5151! liegt, 
 so wird die Polare von S3 nach 5l (2) durch den Schnittpunkt
 
 21. Zusammenhang zwischen den konischen Polaren etc. der(7W. 171 
 
 der beiden Tangenten % und t% l gehen miissen, weil 
 durch 21 und 21, geht; bezeichnen wir also den Schnittpunkt: 
 
 so ist nach der vorigen Bemerkung | a 6 | die Polare von 
 93 nach 2l l2) . 
 
 In gleicher Weise konstruieren wir die Polare von 
 21 nach 93 (2) . Nachdem wir den vierten harmonischen Punkt 
 93j ermittelt haben durch die Bedingung 
 
 (9393,621) = -! 
 und die Tangenten in 6 und 21 an der C (3) 
 
 verbindeii wir ihren Schnittpunkt mit 93,; diese Verbindungs- 
 
 linie ist 
 
 **> 
 
 die Tangente in 93, an der konischen Polare 93 U ' } ; ist dann 
 der Schnittpunkt der beiden Tangenten 
 
 so wird |b6| die gesuchte Polare von 21 nach 93 ' 2) sein. 
 
 Nehmen wir nun die drei Schnittpunkte der Geraden 
 y = | 21936 | und die drei Tangenten der C (3) in diesen 
 Punkten 
 
 und nennen die Schnittpunkte derselben 
 
 so bilden die vier Geraden tx, t%, ^g, g ein vollstandiges 
 Vierseit 7 dessen drei Diagonalpunkte sind 
 
 I = (S93 2 , 6( 2 ); t, - (66,, ,); 8 = (*,, ,). 
 Nun sind bekanntlich 
 
 E9l, I?S , iE' )l > IS. 
 
 vier harnionische Strahlen, folglich die vier Durchschnitts- 
 punkte derselben mit g vier harnionische Punkte 
 
 6, 93, 21, ,, 
 
 folglich geht S 21 2 1 durch 2l n und da | Sl^ j die Tangente 
 in 2tj an der konischen Polare 2T' 2) ist, so geht dieselbe
 
 172 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 auch durch J; der Punkt = (% fo,) ist also der vierte har- 
 monische Punkt zu 3193 2 ( 2 , namlich 
 
 und wir haben auch die vier harmonischen Strahlen 
 
 (S (8, <ga) - - 1. 
 In gleicher Weise sind 
 
 vier harraonische Strahlen; folglich schneidet | t)93 2 1 die g 
 in dem vierten harmonischen Punkte 93 1; sodaB 
 
 ((519333,) = -! 
 
 wird, und | t)93 2 93! \ ist die Tangente in ^ an der konischen 
 Polare 93 (2) . Der Puukt 6 = (/s B,) ist also der vierte har- 
 monische Punkt zu 93( 2 21 2 , namlich 
 
 und wir haben auch die vier harmonischen Strahlen 
 
 (5( 
 
 Aus der Gleichheit 
 &(33 2 ( 
 aber, da 
 
 |(33 2 EE] 
 ist. folgt endlich 
 
 d. h. (Sab liegen auf einer und derselben Geraden; also die 
 beiden Geraden j d i und Sb fallen identisch zusammen. 
 Wir haben daher den fundamentalen Satz: 
 Sind $1 und 93 zwei beliebige Punkte der C w 
 und ?l (2) und 93 (2) die konischen Polaren derselben, 
 so ist die (gewohnliche) Polare des Punktes 31 in 
 Bezug auf den Kegelschnitt 93 (2) identisch mit der 
 Polare von 93 in Bezug auf 2l/ 2) . 
 
 (Einen speziellen Fall dieses Satzes, namlich wenn 31 
 und 93 konjugierte Punkte der C T(3) sind, haben wir bereits 
 in 9, 7 S. 70 kennen gelernt.)
 
 21. Zusammenhang zwischen den konischen Polaren etc. der C^. 1 73 
 
 2. Wenn wir von den drei Punkten 51, 93, (, in welchen 
 die Gerade g der C (3) begegnet, die konischen Polaren 5l (2) , 
 93< 2) , ((2) herstellen, und die beiden Kegelschnitte 51 (2 >, 93 (2) 
 einen gemeinschaftlichen Punkt <3 haben, so schneide 
 
 die Gerade @5l i die C< 3 > noch in 5T und 51", 
 (S93 S3' 33" 
 
 11 i v ~' '*-' ' 7? ?; 77 ~ 7? '*-' 7 
 
 dann m(issen ? weil S( ; 93, S auf einer Geraden liegen, die 
 sects Punkte W, ", 93', 93", (', " auf eineni Kegelschnitt 
 liegen ( 9, 5). Fur diesen Kegelschnitt sind @ und g Pol 
 und Polare, weil @ sowohl auf der konischen Polare 5l (2) , 
 als auch auf der konischen Polare 93 (2) liegt; folglich miissen 
 auch S' und (" durch @ und g harmonisch getrennt werden 
 und daher muB (> auch auf der konischen Polare S (2 ' liegen; 
 dies gilt fiir jeden der vier gemeinschaftlichen Punkte der 
 beiden konischen Polaren ?t (2) und 93 (2) . Wir sprechen so- 
 mit den Satz aus: 
 
 Wenn eine Gerade g der C (3) in den drei Punkten 
 21, 93, ( begegnet, so gehoren die drei konischen 
 Polaren von denselben, 5l (2) , 93 (2) , (- 2) , eineni Kegel- 
 schnittbiischel an, d. h. haben dieselben vier ge- 
 meinsamen Grundpunkte. 
 
 Dieser Satz gilt allgemein, unabhangig von der Realitat 
 der Grundpunkte, wie aus folgender Betrachtung hervorgeht: 
 
 Sei X ein beliebiger Punkt der C (3) und 3E (2) seine 
 konische Polare, dann ist nach dem in 1. bewiesenen Satze 
 die Polare von 51 nach 3E< 2 ) identisch mit der Polare a von 
 36 nach 5l (2 \ ebenso die Polare von 93 nach 3' 2) identisch 
 mit der Polare b von 3 nach 93 (2) und endlich die Polare 
 von (5 nach 3 (2) identisch mit der Polare c von X nach 
 ( (2) . Da nun die drei Punkte SI, 93, ( auf einer Geraden g 
 liegen, so miissen ihre drei Polaren a, b, c nach 3 (2) sich in 
 einem Punkte schneiden 
 
 (abc) == 36j, 
 
 und es miissen 3 und 9j konjugierte Punkte fiir Sl (8) , 93 (2) , 
 gleichzeitig sein. Hiernach miissen entweder 51 (21 , 93 (2) ,
 
 174 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 S (2) einem Biischel angehoren, in welchem Falle danu zu jedem 
 Punkte der Ebene die drei Polaren nach 2l< 2 >, S3 (2) , S (2) sich in 
 einem Punkte schneiden; oder es gehoren Sl (!j) , SS^', ( (2) nicht 
 einem Biischel an, dann bestimmen $l (2) , 95 (2) , S (i) ein Kegel- 
 schnittnetz, fiir welches nur besondere Punkte der Ebene, welche 
 die Tripelkurve erfiillen, diese Eigenschaft besitzen. (7 (3) 
 miiBte also die Tripelkurve dieses Netzes sein und 33, ein 
 Paar konjugierter Punkte der C (8 > ( 7). Die letztere An- 
 nahme ist aber unstatthaft. Denn unter Festhaltung der 
 Bezeichnung in 1. ist die Polare von SI nach 2t (2) die Tan- 
 gente t% = 31 a j, die Polare von 31 nach S3 (2) , wie wir ge- 
 sehen haben, die Gerade | Sba und ebenso die Polare von 
 51 nach ( (2) die Gerade | 93 c a |; also schneiden sich auch 
 die drei Polaren von 31 nach 3l (2 ^ 23 ( % S (2) in einem Punkte 0. 
 Es sind demgemaB SI uud a, ebenso 58 und b, ( und c 
 konjugierte Punkte fiir die C (3) . Da aber 31, S3, auf einer 
 Geraden liegen, so miiBten o, 6, c ein Tripel der Tripelkurve 
 C (8) bilden und auf derselben liegen. Andererseits sind aber 
 a, b, c die drei Tangentialpunkte zu 3t, S3, & und miiBten also, 
 da diese auf einer Geraden liegen, ebenfalls auf einer Ge- 
 raden liegen. Drei Tripelpunkte liegen aber im allgemeinen 
 niemals auf einer Geraden; dies wird also bei willkiirlicher 
 Annahrne der Geraden g nicht eintreten, und es folgt daraus, 
 daB die von uns geinachte Annahme unstatthaft ist, mithin 
 die drei Kegelschnitte 2l (2) , S3 (2) , (5 (2) einem Biischel an- 
 gehoren miissen. 
 
 3. Das Biischel der drei Kegelschnitte 2l (2 >, 33< 2 >, (' 2 > 
 schneidet auf der Geraden g die drei Punktepaare 
 
 * S3S3,, S^ 
 
 aus, welche einer Punktinvolution angehoren. Dies ist auch 
 an sich erkennbar, denn aus den drei Bedingungen 
 
 durch welche die Punkte St n S3j, ^ bestimmt werden, folgt 
 durch bekannte Umformung
 
 21. Zusammenhang zwischen den konischenPolaren etc. der(7 (3) . 175 
 
 = 
 
 (IBM*.)- 8, 
 
 terner aus 
 
 (aa^O = 3 
 
 (31 a t ( S3) = - 
 
 , (,)- -3 
 und in gleicher Weise zwei analoge Beziehungen 
 
 woraus hervorgeht, daB von den drei Punktepaaren 
 
 aa,, , , <<, 
 
 jedes durch das andere getrennt wird, well der Wert ihres 
 Doppelverhaltnisses negativ ist. 
 Ferner folgt aus 
 
 33) - f ^ (a^SS^) - + 
 also 
 
 woraus hervorgeht, daB die drei Punktepaare 
 
 einer Involution angehoren und zwar einer elliptischen 
 Punktinvolution, weil jedes Paar durch ein anderes ge- 
 trennt wird. 
 
 Die beiden Doppelpunkte S 7 Si dieser elliptiscben Punkt- 
 involution sind konjugiert-imaginar. Eine solche Gruppe 
 yon fUnf Punkten ^ ^ ^ ^ g _ 
 
 nennt man ein aquianharmonisches System; ein solches 
 zeigt wegen der harmonischen Eigenschaft der Doppelpunkte 
 
 OSiaa,) = (ss^,) - oSiSs,) - - 1 
 
 die drei Projektivitaten 
 
 (aSBCSS,) A ((a33,) A (CaSSSO; 
 
 denn weil 31^ sowohl S3 als auch SSi harmonisch trennt, 
 so sind ^l^lj die Doppelpunkte einer Involution, von der
 
 1 76 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 und 33>i zwei Paare konjugierter Punkte sind; also 
 haben wir 
 
 ebenso 
 
 2) (51333) = (51(5333,) 
 und 
 
 3) (5I33S3) = (3351(53!); 
 
 aus 1) und 3) folgt aber 
 
 (33(5513) = ((5335(3,) = ((551333) 
 
 oder 
 
 (5i 33 (53) = (33 (5 513) 
 
 u. s. f. 
 
 Wir erkennen hieraus, daB wenn wir aus den drei 
 Punkten 51, 33, (5 eine cykliscne Projektivitat berstellen, 
 indem wir den Trager als doppelt auffassen und den drei 
 Punkten ^^. g 
 
 entsprechen lassen 
 
 S3, (5, 
 oder, was daraus folgt, 
 
 <, a, , 
 
 alsdann die beiden cyklisch - projektiven Punktreihen die 
 konjugiert -imaginaren Doppelpunkte 
 
 CV CN 
 'vJ j ">S\ 
 
 haben. 
 
 Ein aquianharmoniscb.es System von fiinf Punkten 
 kommt also iiberein mit einer cykliscben Projektivitat, und 
 wir konnen den Satz aussprecben: 
 
 Wenn man aus drei reellen Punkten 51, 33, (S einer 
 Geraden eine cyklische Projektivitat berstellt, in- 
 dem man den Trager als doppelt auffafit und den 
 
 Punkten 
 
 St, S3, < 
 die Punkte 
 
 S, S, 51 
 oder 
 
 <, , S3 
 
 entsprecben laBt, wobei durcb drei Paare ent- 
 sprechender Elemente die projektive Beziehung
 
 21. Zusammenhang zwischen den koniachen Polarenetc. derOW. 177 
 
 festgelegt wird, dann sind die Doppelpunkte 3, 3i 
 der projektiven Punktreihen konjugiert-imaginar 
 und werden bestimmt als die konjugiert-imaginaren 
 Doppelpunkte einer elliptischen Punktinvolution, 
 welcher die drei Punktepaare W.^, 3333 X , S^ an- 
 gehoren, wo S1 1; 33 1? S t die vierten harmonischen 
 Punkte 
 
 bedeuten. 
 
 Wollen wir die Werte der Doppelverhaltnisse 
 
 (5t95S3) und (^33^) 
 berechnen, so findet sich aus 
 
 1,33^)= -3, (8^83). (5151,3^)= -3, 
 (21 31,339) = -3. 
 
 Nehmen wir 
 so folgt 
 
 - 3, 
 
 und in gleicher Weise 
 
 Die Werte der beiden Doppelverhaltnisse (51 33 S3) 
 
 i) gehen also als die imaginaren dritten Wurzeln 
 aus der negativen Einheit hervor. 
 
 Schr6ter, Theorie der ebeuen Kurven 3. Ordn. 12
 
 178 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 4. Der Zusammenhang zwischen den Punkten 
 
 laGt noch ein weiteres Resultat erkennen. 
 Aus der (.-Jleichheit 
 
 folgt eine Punktinvolution, der die Punktepaare angehoren 
 3<, 3^ 
 
 mithin 
 
 ^ S3) = (932130, 
 
 = (^33,93), 
 
 andererseits auch 
 
 (33, !)-(< 3,), 
 -(^i9HB>j 
 
 also ist 
 
 (33^33) = (3^,393) = (^3^ 
 und in gleicher Weise finden wir 
 
 (33! SW = (3^! 3 (5) = (^33 
 
 also haben wir die cyklischen Projektivitaten 
 
 (33i !) A (S^^SC) A (aiSSi 
 
 und hieraus folgt, dafi S3S als die Doppelpunkte fur eine 
 cyklische Projektivitat auftreten, welche durch die drei 
 Elemente 33i$li bestimmt wird. Wiiren also 33i S #i reell, 
 so miiBten 93 und ( konjugiert-imaginar sein und wtirden 
 durch eine reell konstruierbare elliptische Punktinvolution 
 vertreten. 
 
 Wir wollen jetzt uingekehrt $8 und (S vertreten lassen 
 durch eine gegebene Punktinvolution, unabhangig davon, ob 
 dieselbe hyperbolisch oder elliptisch ist, und dann die zu- 
 gehorigen Punkte 3> 3i konstruieren oder vielniehr durch 
 eine reell konstruierte Punktinvolution vertreten lassen, 
 welche entweder elliptisch oder hyperbolisch sein wird. 
 
 Sei aufier dem reellen Punkt 51 auf y eine Punkt- 
 involution gegeben, deren (reelle oder konjugiert-imaginiire) 
 Doppelpunkte 93, seien; da 1 und 5( x durch SB und 
 harmonisch getrennt werden, so ist W l der zu 31 konjugierte
 
 20. Zusammenhang zwischen den konischen Polaren etc. derC^. 179 
 
 Punkt in dieser gegebenen Punktinvolution; sie wird voll- 
 standig bestimmt durch ein zweites gegebenes Paar kon- 
 jugierter Punkte ty und ty', also die beiden Punktepaare 
 
 3131,, $$' 
 bestiminen sie und es gilt die Gleichheit der Doppel- 
 
 Die Involution, deren Doppelpuukte S, Si sind, wird 
 bestimmt durch die beiden Punktepaare 3131, , 3333,, welche 
 der Beuingung geniigen 
 
 (5131,3593,)= -3. 
 
 Sei nun der zu ty konjugierte Punkt in dieser zweiten 
 Involution ^, genannt, also 
 
 dann folgt aus den vorigen beiden die Beziehung 
 
 (51 21^' S3) = (5131, 
 und, da 
 
 = -3 
 
 ist, 
 
 (5131^'^) = -3 
 oder 
 
 = -3- 
 
 Diese Beziehung liefert uns den gesuchten Zusammenhang 
 zwischen 8' und $ wir konnen sie auch so schreiben 
 
 = -3 
 
 dann zeigt sie den Zusammenhang zwischen derjenigen 
 Punktin volution ? welche durch die Punktepaare 
 
 3131, und %<$' 
 
 bestimmt wird (deren Doppelpunkte 33 und ( sind), und 
 derjenigen Involution, welche durch die Punktepaare 
 
 3131, und ^, 
 
 bestimmt wird (deren Doppelpunkte 3 und 3i sind). Es 
 geht nun aus der Beziehung hervor, daB, wenn die eine 
 Involution hyperbolisch ist, die andere elliptisch sein rnuB 
 und umgekehrt. 
 
 12*
 
 180 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Es ergiebt sich auch eine leichte Konstruktion der 
 einen Involution, sobald die andere gegeben ist; 2t2l t ist 
 das gemeinschaftliche Paar konjugierter Punkte fiir beide 
 Involutionen ; die zu SjS in der einen und andem Involution 
 konjugierten Punkte sind ^8' und ^S^ 
 
 Die Beziehung 
 
 (2121, TO) = -3 
 laBt sich so schreiben 
 
 1 = 4 
 
 und vermittelst eines Hilfspunktes D 
 
 Wir konnen dann iiber den Hilfspunkt D so ver- 
 fiigen, daB 
 
 (2l$'2l x B) = 2 und ($'&$,) = 2, 
 also 
 
 wird. Aus diesen harmonischen Beziehungen ist es leicht, 
 z. B. ^ zu konstruieren, sobald *$' gegeben ist: Man suche 
 zu a, $!,!$' den vierten harmonischen Punkt D, sodaB 
 
 wird, und zu 21, B, 5)3' wieder den vierten harmonischen 
 Punkt sodaB 
 
 wird; dann ist ^, der gesuchte Punkt derart, daB durch die 
 Punktepaare 2l2l t und SP^ diejenige Involution bestimmt 
 wird, deren Doppelpunkte SSi sind. 
 
 Im umgekehrten Fall, wenn ^j gegeben ist, werden 
 wir ty' vermittelst des Hilfspunktes Oj aus den Beziehungen 
 konstruieren 
 
 (2t^^D x ) = -l und (a i D 1 ?p 1 ^)- -1; 
 
 es tritt dabei nur Sl x an die Stelle von 21. 
 
 Dies ist denn auch in Ubereinstimmung mit dem fruheren 
 Resultat; in dem einen Falle operiert man mit 21 und den 
 Punkten 93, S (oder der sie vertretenden Involution), in 
 dem andern Falle mit 2l x und den Punkten 3, Si (oder der
 
 22. Die konischen Polaren fur alle Punkte der Ebene. 
 
 sie vertretenden Involution) in gleicher Weise vermittelst 
 cyklischer Projektivitat.* 
 
 22. Die konischen Folaren fiir alle Punkte der Ebene 
 
 riicksichtlich der (3) . 
 i 
 1 . Nach dieser Abschweifung iiber das aquianharmonische 
 
 System und cyklisch- projektive Punktreihen, wovon wir spater 
 noch Gebrauch machen werden, kehren wir zur Betrachtung 
 der konischen Polaren zuriick und erweitern die erlangten 
 Resultate.** 
 
 Wir haben gesehen, daB zu den drei Punkten 31, S3, 
 &, in welchen eine Gerade g der C (3) begegnet, drei be- 
 stimmte Kegelschnitte 3( (2) , 23 (2) , ( <2) gehoren, die konischen 
 Polaren der Punkte, und daB diese eineni Kegelschnitt- 
 biischel angehoren. Wir konnen nun die Punkte der Ge- 
 raden g und die Kegelschnitte des Biischels als Elemente 
 zweier projektiven Gebilde einander entsprechen lassen und 
 die projektive Beziehung derselben durch diese drei Paare 
 entsprechender Elemente festsetzen, wodurch die projektive 
 Beziehung gerade bestimmt wird. Dann wird jedem Punkte 
 ty der Geraden g ein bestimmter Kegelschnitt $J$ (2) des 
 Kegelschnittbvischels eindeutig entsprechen, welchen wir die 
 konische Polare des Punktes ty nennen wollen. Die pro- 
 jektive Beziehung beider Gebilde konnen wir in gleicher 
 Weise, wie in 4,5 herstellen, indem wir das Kegelschnitt- 
 biischel auf ein Strahlbuschel reduzieren (gebildet von den 
 Polaren eines beliebigen festen Punktes in Bezug auf die 
 Kegelschnitte des Biischels) und dieses Strahlbuschel auf die 
 von $P beschriebene gerade Punktreihe projektiv beziehen. 
 Dies vorausgeschickt nehmen wir auf der Geraden g = \ 51 SB & | 
 einen beliebigen Punkt 9$ und nennen die Polaren von 1 nach 
 
 * Vergl. H. Schroter: r Zur Konstruktion eines aquianhar- 
 monischen Systems" (Math. Annalen, Bd. X S. 240). 
 
 ** Siehe A.Milinowski: n Zur synthetischenBehandlung derebenen 
 Kurven dritter Ordnung" (Schlomilchs Zeitschrift fiir Math. u. Phys., 
 21. Jahrg. S. 427 flg.).
 
 182 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 <*', 93< 2 >, < (2 >, $< 
 bez. 
 
 a, 6, c, p, 
 
 welche ein Strahlbiischel bilden, projektiv mit dem Kegel- 
 schnittbiischel W 2 \ 93 (2) , ( (2) , ^8 (2) . Nennen wir andererseits 
 die Polaren der Punkte 
 
 a, S3, c, sp 
 
 nach dem Kegelschnitt 5l (2) bez. 
 
 a, V, c', /, 
 
 so bilden auch diese ein Strahlbiischel, projektiv mit der 
 Punktreihe 51, S3, S, ty. Da nun Punktreihe und Kegel- 
 schnittbiischel selbst projektiv zueinander sind, so folgt 
 
 (abcp) A (ab'c'p'); 
 es ist aber nach unserem fundamentalen Satze 21, l 
 
 6 = b', c = c', 
 folglich ist auch 
 
 l)=y, 
 d. h.: 
 
 Die Polare von 51 nach ^ (L)) ist identisch mit 
 der Polare von ty nach 5l (2) . 
 
 Nehmen wir weiter zwei beliebige Punkte ^5 und O 
 der Geraden g und nennen ihre konischen Polaren ^5 (2) und 
 D (2) , so werden die Polaren von ^ nach 
 
 bez. 
 
 a, 6, c, j>, g 
 
 ein Strahlbiischel bilden, welches mit dem Kegelschnitt- 
 buschel KWSBWC^^WDW projektiv ist, und die Polaren 
 der Punkte 
 
 , S3, C, ^, O 
 nach S|$ (2) bez. 
 
 a', 6', c', p, q' 
 
 werden ein Strahlbiischel bilden, welches mit der Punkt- 
 reihe $fS3($BG projektiv ist. Da nun Punktreihe und Kegel- 
 schnittbiischel selbst projektiv zueinander sind, so folgt 
 (abcpq) A (a'b'c'pq 1 ).
 
 22. Die konischen Polaren fur alle Punkte der Ebene. 183 
 
 Nach dem vorigen Satze ist aber 
 
 a ~- a', b = b', c ~ c', 
 
 folglich muB auch 
 
 q~q' 
 sein, d. h.: 
 
 Die Polare von ty nach Q (2) ist identisch mit 
 der Polare von D nach $$ (2) . 
 
 Nehmen wir einen beliebigen Punkt ^ in der Ebene 
 imd ziehen durch ihn eine Gerade g, welche der (7 (3) in den 
 Punkten 81, 33, ( begegnet, wiihlen sodann einen beliebigen 
 Punkt X der (7 (3) aus und konstruieren die konischen Polaren 
 >, S3 (i) , < 3) , $ 12 >, (2) > so gehoren 
 
 eineni Biischel von Kegelschnitten an, in Bezug auf welche 
 die Polaren von X seien 
 
 a, b,.c, p, 
 
 die ein Strahlbiischel bilden, projektiv mit dem Kegel- 
 schnittbuschel %& S3 (2 >6 (2) ^ (2) . 
 Nehmen wir andererseits von 
 
 , 93, e, ? 
 
 die Polaren nach 36 (2) bez. 
 
 a' 1)' r' ' 
 
 " > i c t P ) 
 
 so bilden diese ein Strahlbiischel, projektiv mit der Punkt- 
 reihe 51 S3 S ty. Da aber Kegelschnittbiischel und Punktreihe 
 selbst projektiv zueinander sind, so folgt 
 
 (abcjt) A (a'b'c'p')] 
 es ist aber nach dem Fundamentalsatz ( 21, i) 
 
 M' rr^: d + mr C ^^ C 
 
 folglich ist auch 
 
 j> = j) f , 
 d. h.: 
 
 Die Polare von 3 nach ty w ist identisch mit der 
 Polare von 9$ nach 3 (2) . 
 
 Halten wir jetzt den Punkt ^S fest, ziehen aber durch 
 ihn eine andere Gerade welche der Kurve (7 (3) in den
 
 184 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Punkten SI,, 95,, (, begegnet, so konnte die konische Polare 
 von ty in gleicher Weise fiir diese Gerade g i konstruiert, 
 moglicherweise ein anderer Kegelschnitt ^S, werden. Die 
 Polare von 3 nach 9$^ muBte aber wieder identisch werden 
 mit der Polare von ty nach 3E (2) , und da diese ungeandert 
 bleibt, so miiBte 3 dieselbe Polare haben fiir beide ver- 
 schieden angenommene Kegelschnitte ty (2 > und ^[ 2) . Dies 
 gilt aber fiir jeden Punkt 36 der C^\ was nicht anders mog- 
 lich ist, als wenn die Kegelschnitte SJ$ (2) und ty selbst 
 identisch sind. Wir haben also den Satz gefunden: 
 
 Fiir alle durch einen Punkt ty in der Ebene ge- 
 zogenen Strahlen q, q 1} q 2 . . . , welche in den Punkte- 
 tripeln ST93S, %&& S1 2 93 2 S 2 , ... der C& begegnen, 
 ist die in der oben angedeuteten Weise konstruierte 
 konische Polare immer ein und derselbe Kegel- 
 schnitt $P (2) . Die konische Polare ^$ (2) des beliebigen 
 Punktes ^ in der Ebene ist also unabhangig von 
 dem durch ty gezogenen Strahle g = S199S . 
 
 3. Die konische Polare ^S (2) eines Punktes ^ in der 
 Ebene ist vollstandig bestimmt, sobald es durch ty eine 
 Gerade g giebt, welche der C ( ^ in drei reellen Punkten 
 SI, 95, 6 begegnet. Ob es aber durch einen willkiirlich in 
 der Ebene angenommenen Punkt ^5 immer solche Gerade g 
 giebt, bleibt dahingestellt. Wir konnen uns vermittelst des 
 vorigen Satzes in folgender Weise helfen: 
 
 Nehmen wir drei beliebige Punkte SI, 95, ( der C (3 \ 
 die nicht auf einer Geraden liegen, und konstruieren die 
 drei konischen Polaren 
 
 so ist, wie wir wissen, die Polare von 
 
 nach Sl (2) identisch mit der von St nach 
 
 n 
 
 (J(2) 
 
 n ^ ?; r> 
 
 se nun fl die p okre yon ^ nach 51 ( 
 
 ft i 93 (2) 
 
 f; n n j> T 5 >? "" ; 
 
 C W 77 ^T 77 ^ 7
 
 22. Die konischen Polaren fur alle Punkte der Ebene. 
 
 so sind mit ^ auch a, b, c gegeben und fur den zu suchen- 
 
 den Kegelschnitt ^8 (2) mussen 
 
 3( und a, 93 und b, ( und c 
 
 Pole und Polaren sein, wodurch ^ (2) schon mehr als be- 
 
 stimmt 1st (Th. d. Keg. S. 433). 
 
 Wir erreichen dasselbe Ziel auch auf folgende Art: 
 Nehmen wir drei beliebige Gerade g 1} g 2} g S) die nicht 
 
 durch denselben Punkt gehen, aber die Eigenschaft besitzen, 
 
 daB jede der C (3) in drei reellen Punkten begegnet 
 
 ft- 
 
 Bestimmen wir von diesen neun reellen Punkten die ko- 
 nischen Polaren 
 
 Q(<) 5g(2) ff(2) or (2) ^(2) g (8) (*) ^(2) g () 
 **! > "^1 ; ^1 7 ^2 > ^2 ? ^2 } **& ) "3 > ^3 
 
 und ziehen durch den gegebenen Punkt 9$ eine beliebige 
 Gerade g, welche g l} g 2) g 3 in den Punkten ^8 1; ^S 2 , ^S 3 trifft, 
 dann mussen die konischen Polaren dieser drei Punkte 
 
 drei Kegelschnitte sein, die einem Biischel angehoren und 
 projektiv entsprechen den Punkten ty l} ^5 2 , ^ 3 der geraden 
 Punktreihe auf g. Aus diesem Biischel nehmen wir jetzt 
 den einzigen vollig bestimmten Kegelschnitt ^P {2) ? welcher 
 der Projektivitat geniigt 
 
 und dadurch gefunden ist. 
 
 Die vorige Behauptung, auf welche wir uns stiitzen, 
 daB ${ 2 ', ^ 2 (2) , ^ 2) einem Kegelschnittbuschel angehoren, 
 ergiebt sich namlich so: 
 
 Da die konische Polare ^P (2) eines Punktes ^ unabhangig 
 von der durch *$ gezogenen Geraden g ist, so gilt der fun- 
 damentale Satz, welcher friiher nur fur zwei Punkte ty und 
 O einer Geraden g erhartet war, die in den reellen Punkten 
 S(, S3, S die C (3) schneidet, jetzt allgemein:
 
 jgg Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Sind irgend zwei Punkte ty und D in der Ebene 
 gegeben und ty ( *\ Q (2/ ihre konischen Polaren, so 
 ist die Polare von ty nach D (:JI identisch mit der 
 Polare von G nach ^5 <2) . 
 
 Nehmen wir nun drei Punkte ^, s $ 2 , ^5 3 auf einer 
 beliebigen Geraden y irgendwie an und sind ihre konischen 
 Polaren ^f', $f } , $.[ 2) ; ist ferner G ein beliebiger Punkt 
 der Ebene und G^ seine konische Polare, so wird die Po- 
 lare von 
 
 tyi nach C (2) identisch mit der von d nach *$['', 
 
 . 
 
 Ps ;> i *- i J? 11 11 n "^ it 1*8 5 
 
 seien diese drei Geraden p lt p. 2j p 3 , so schneiden sie sich als 
 Polaren von drei Punkten einer Geraden y in Bezug auf 
 denselben Kegelschnitt O (2) in einem Puukte, und daher haben 
 auch die drei Kegelschnitte $J 2) , <$ ( *\ $f' die Eigenschaft, 
 daB fur jeden Punkt O in der Ebene seine drei Polaren sich 
 in einem Punkte schneiden; daraus folgt aber, daB die drei 
 Kegelschnitte ty ( *\ *$f\ ^f } einem Biischel angehoren miissen. 
 
 Wir konnen also jetzt den Satz allgemein aussprechen: 
 
 Die konischen Polaren zu samtlichen Punkten 
 $P einer beliebigen Geraden y bilden ein Kegel- 
 schnittbiischel mit denselben vier reellen oder 
 paarweise konjugiert-imaginaren Grundpunkten. 
 
 4. Wir nennen die vier Grundpunkte dieses zu der Ge- 
 raden g gehorigen Kegelschnittbiischels die Pole der Ge- 
 raden y riicksichtlich der C (3) , und konnen mit dieser Be- 
 zeichnung den vorhin bewiesenen Satz (2.), welcher die 
 Unabhangigkeit der konischen Polare ^5 (2) des Punktes 'p 
 von der durch ty gezogenen Geraden g ausspricht, so for- 
 mulieren : 
 
 Fiir alle Geraden g, die durch einen uud deij- 
 selben Punkt ty gehen, liegen die je vier Pole riick- 
 sichtlich der C (3) auf einem und demselben Kegel- 
 schnitt, namlich auf der konischen Polare ^S (2) des 
 Punktes .
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 187 
 
 Fallen insbesondere von den Schnittpunkten $, 33, & 
 einer durch 9$ gezogenen Geraden g zwei zusammen, 
 
 d. h. wird der durch ^ gezogene Strahl g eine Tangente 
 der C (3 \ so fa] It von ihren vier Polen offenbar einer nach 
 S3 = (, denn der Kegelschnitt 3l (2) geht durch 9^, welcher 
 Punkt in diesem Falle niit 33 und zusammenfallt, und 
 der Kegelschnitt 33 (2) geht auch durch 93, folglich geht auch 
 die konische Polare ^ (2) durch jeden Beriihrungspunkt einer 
 aus ty an die G'< 3) gelegten Tangente, und da der Kegel- 
 schnitt $P (2) die G Y(3) im allgemeinen in sechs Punkten schnei- 
 det, so erhalten wir den Satz: 
 
 Aus einem beliebigen Punkte ty der Ebene gehen 
 im allgemeinen sechs Tangenten an die C (3) ; ihre 
 sechs Beriihrungspunkte liegen auf einem Kegel- 
 schnitt $|5 (2) , der konischen Polare des Punktes ^5. 
 
 Liegt der Punkt ty insbesondere auf der (7 (3) selbst, so 
 fallen zwei von den sechs Tangenten in die eine Tangente 
 fur ^5 selbst hinein und es bleiben nur noch vier weitere 
 Tangenten iibrig, was der friihere von uns erbrterte Fall ist. 
 
 23. Die konischen und die geraden Folaren riick- 
 sichtlich der C (3 > von den Punkten der Ebeue. 
 
 1. Wir haben gesehen, da6 zu jedem Punkte ty der 
 Ebene ein bestimmter Kegelschnitt $|3 (2) gehort, seine ko- 
 nische Polare riicksichtlich der C (3) , die reell konstruiert 
 werden kann. Nehmen wir von demselben Punkte ^5 die 
 gewohnliche Polare in Bezug auf den Kegelschnitt ^ (2) und 
 nennen diese Gerade 
 
 die gerade Polare von ^ riicksichtlich der C (3) oder die 
 zweite Polare des Punktes ^5, so stehen diese drei zu- 
 sarninengehorigen Elemente 
 
 ?, ? (2) , P 
 
 in enger Verbindung initeinander, die wir jetzt naher unter- 
 suchen wolleu. Liegt ^8 insbesondere auf der C (3) selbst,
 
 Theorie der ebenen Kurren dritter Ordnnng. 
 
 so ist seine gerade Polare p die Tangente in ty an 
 der 
 
 Nehmen wir auf der Geraden p einen beliebigen Punkt 
 Q an, dessen konische Polare O (2) sei, dann sind offenbar 
 $P und Q konjugierte Punkte riicksichtlich des Kegelschnitts 
 $ (2) , also mu6 die Polare von Q nach $P (2) durch ty gehen. 
 Nach dem Fundamentalsatz ( 22, 3) ist aber die Polare von 
 $P nach D (2) identisch mit der Polare von Q nach $P (2) , also 
 muB auch die Polare von $P nach Q, (2> durch ty gehen; wenn 
 aber die Polare von 9$ nach O (2) durch $P selbst geht, so 
 muB 9$ ein Punkt des Kegelschnitts D (2) sein und die Polare 
 von $P die Tangente an D (2) in diesem Punkte, also gilt 
 der Satz: 
 
 Wird auf der geraden Polare p eines beliebigen 
 Punktes $P riicksichtlich der C (3) irgend ein Punkt D 
 angenommen, so geht seine konische Polare D (2) 
 allemal durch den anfanglichen Punkt $p. 
 
 Nehmen wir andererseits auf der konischen Polare $P (2) 
 eines Punktes ty einen beliebigen Punkt D an, dessen ko- 
 nische Polare >Q (2) sei, dann wird, weil D auf ^ (2) liegt, 
 die Polare von D nach ^5 (2) durch O selbst gehen, namlich 
 die Tangente in Q am Kegelschnitt ^S (2) sein. Da aber die 
 Polare von D nach ^8 (2) identisch ist mit der Polare von 
 ^5 nach Q (2) , so liegt D auch auf der Polare von ^S nach D (2) . 
 Die Punkte ^5 und D sind daher konjugierte Punkte fur 
 den Kegelschnitt O {2) , also muB ^5 auf der Polare von Q 
 nach D (2) , d. h. auf der geraden Polare q liegen, und wir 
 erhalten den Satz: 
 
 Wird auf der konischen Polare s $ (2) eines belie- 
 bigen Punktes $P riicksichtlich der C (3) irgend ein 
 Punkt D angenommen, so geht die gerade Polare q 
 desselben allemal durch den anfanglichen Punkt ty. 
 
 Hiernach 1'aBt sich zu einer gegebenen konischen Polare 
 ^P <2) derjenige Punkt ty ermitteln, dessen konische Polare 
 die gegebene ist; wir brauchen nur auf ^S {2) zwei beliebige 
 Punkte D und Q' anzunehmen und deren gerade Polaren
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 189 
 
 q und q' zu konstruieren, um ihren Schnittpunkt (qq 1 ) = ty 
 zu finden. 
 
 Wir konnen den vorletzten Satz auch umkehren: 
 
 Nehmen wir auf einer Geraden p zwei Punkte d und 
 D! an, so miissen ihre konischen Polaren d (2) und d| 2) 
 durch denjenigen Punkt gehen, dessen gerade Polare p ist. 
 Da sich aber die beiden Kegelschnitte d (:2) und df im all- 
 gemeinen in vier Punkten ty, ty l} *>$ 2 , S|3 3 schneiden, so mu8 
 fur jeden derselben p die gerade Polare sein; wir schlieBen 
 also : 
 
 Eine beliebige Gerade p in der Ebene besitzt 
 die Eigenschaft, dafi fiir jeden ihrer vier Pole die 
 gerade Polare diese Gerade p ist. 
 
 2. Gehen wir von drei beliebigen Punkten 
 
 der Ebene aus, die nicht auf einer Geraden liegen, und 
 bestimmen die konischen Polaren derselben 
 
 nehmen sodann einen beliebigen vierten Punkt 36 der Ebene 
 und seine konische Polare 3 (2) , so werden die beiden Geraden 
 
 sich in einem Punkte ^) schneiden, dessen konische Polare 
 ^) (2) sowohl dem Kegelschnittbiischel angehort, welches durch 
 die beiden Kegelschnitte ^ 2) und 3 (2) bestimmt wird, als 
 auch dem Kegelschnittbiischel, welches durch die beiden 
 Kegelschnitte ^ 2) und ^^ bestimmt wird, weil die drei 
 konischen Polaren von drei Punkten einer Geraden immer 
 einem Kegelschnittbiischel angehoren ( 22, 4). Wir konnen 
 demnach zu dem Kegelschnitt 3 (2) so gelangen von den drei 
 gegebenen Kegelschnitten aus 
 
 daB wir aus dem Biischel [^8.[ 2) ^Pg" 1 ] einen beliebigen Kegel- 
 schnitt 9) (s!) herausnehmen, ihn mit ^, (2) zur Bildung eines 
 neuen veriinderlichen Kegelschnittbiischels [^P{ S) ) C2< ] zusam-
 
 190 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 menstellen und aus diesem Biischel den Kegelschnitt 3 (:i) 
 herausnehmen. 
 
 Aus dieser Bildungsweise erkennen wir nach 7 : 
 Die konischen Polaren zu samtlichen Punkten 
 der Ebene bilden ein Kegelschnittnetz, die koni- 
 schen Polaren zu den Punkten einer Geraden ein 
 Kegelschnittbiisehel, welches dem Netze angehort, 
 und je zwei Kegelschnittbtischel des Netzes haben 
 einen gemeinschaftlichen Kegelschnitt, namlich die 
 konische Polare desjenigen Punktes, in welchem 
 sich die beiden Geraden schneiden ; deren Punkte 
 die Kegelschnitte der beiden Biischel zu konischen 
 Polaren haben. 
 
 3. Wenn wir von alien Punkten Q einer Geraden p 
 die konischen Polaren O (x) aufsuchen, so bilden dieselben, 
 wie wir wissen, ein Kegelschnittbiischel mit vier Grund- 
 punkten. In diesem Kegelschnittbiischel giebt es im allge- 
 meinen drei Linienpaare; suchen wir insbesondere diejenigeu 
 drei ausgezeichneten Punkte der Geraden p 
 
 D lf O,, D 3 
 
 auf, deren konische Polaren in Linienpaare ausarten, und 
 bezeichnen diese Linienpaare 
 
 D(2) r; ;M cM 2 > r; ?M cM 2 ) r; ;' i 
 ! =lh / iJ> O a "L*VJi ^a =L* 3 '3J- 
 
 Die Doppelpunkte (Schnittpunkte) der drei Linienpaare 
 
 (W = <\>, (W = ^ (?. = q, 
 
 und bilden ein gemeinsames Polardreieck (selbstkonjugiertes 
 Dreieck) fiir alle Kegelschnitte des Biischels. 
 
 Da nun nach unserm Fundamentalsatz die Polare von 
 Dj nach dem Kegelschnitt [? 2 ^] identisch ist mit der Polare 
 von O 2 nach dem Kegelschnitt [^^J, die erstere aber durch 
 den Punkt q 2 , die letztere durch den Punkt qj gehen muB, 
 so ist sie die Verbindungslinie Ptq^!? un( ^ es mussen daher 
 die vier Strahlen 
 
 / 2 , l[ vier harmonische Strahlen, 
 
 l l v ^ er harmonische Strahlen sein.
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 19 i 
 
 Ferner bilden die Punkte q,, q.,, q 3 das Diagonaldreieck 
 des vollstandigen Vierecks, (lessen drei Seitenpaare /, l[ , 
 / 2 / 2 ', / 3 /,', sind; folglich muB der vierte harmonische Strahl 
 zu /i/j und der Diagonale q x q 2 1, letzterer zugeordnet, durch 
 q 3 gehen, also niiissen 
 
 <h> ^ &2 
 auf einer Geraden liegen, ebenso 
 
 auf einer Geraden, und in gleicher Weise erkennen wir, 
 daB auch 
 
 <\i, <fe &3 
 
 auf einer Geraden liegen mussen; da nun aber auch O D 2 , Q 3 
 auf der Geraden p liegen, so bilden diese drei Punktepaare 
 Djq,, O 2 q 2 , O 3 q 3 die drei Paar Gegenecken eines vollstan- 
 digen Vierseits, und die gesuchten Punkte O 1; D 2 , D 3 sind 
 dadurch gefunden als die drei Durchschnittspunkte der Ge- 
 raden p mit den drei Seiten des Diagonaldreiecks q 1? q 2 , q 3 , 
 welches das gemeinsame Polardreieck des Kegelschnitt- 
 biischels ist, gebildet von den konischen Polaren der Punkte 
 von p. 
 
 Wir sprechen demgenuiB folgenden Satz aus: 
 Diejenigen drei Punkte einer Geraden, deren 
 konische Polaren in Linienpaare ausarten, bilden 
 mit den drei Doppelpunkten der drei Linienpaare 
 die sechs Ecken eines vollstandigen Vierseits, in- 
 dem je zwei der letzteren mit eineru der ersteren 
 auf je einer Geraden liegen. Die zu einem solchen 
 Punkte der Geraden zugehorige Gegenecke des 
 vollstandigen Vierseits ist der Doppelpunkt der 
 ausgearteten konischen Polare. 
 
 Oder wir konnen uns auch so ausdrucken: 
 Die drei Diagonalen des von den vier Polen 
 einer Geraden p gebildeten vollstandigen Vierecks 
 treffen diese Gerade p in solchen drei Punkten 
 deren konische Polaren in Linienpaare ausarten.
 
 192 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Wir bemerken noch, well 
 
 K&, , !q,q,l, / l\ 
 vier harmonische Strahlen sind und 
 
 ist, folgt der Satz: 
 
 Die drei besonderen Punkte Q 1; Q 2 , D 3 auf der 
 Geraden p, deren konische Polaren in Linienpaare 
 W\j Ms> ^3 zerfallen, liegen derartig auf dieser 
 Geraden p, da6 
 
 2 G 3 durcb das Linieupaar /^J, 
 
 *"*3 *-*! )7 r> ^2 ^2 > 
 
 **i ^ n )> 's ^s 
 
 harmoniscb getrennt werden. 
 
 4. Wir sucben jetzt umgekebrt zu den Punkten q,, q 2; q 3 , 
 den Doppelpunkten der drei in Linienpaare ausgearteten 
 konischen Polaren, selbst ibre koniscben Polaren 
 
 (*) (2) ') 
 
 HI Hj > HS 
 
 auf. Da die gerade Polare von Oj , d. b. die Polare von Q x 
 rucksicbtlich des Linienpaares l^ durch qj gebt, so muB 
 die koniscbe Polare q[ 2) durcb den Punkt D 1 geben (1.); 
 ferner sind q x und q^al Pol und Polare fiir alle Kegel- 
 scbuitte des Biiscbels von konischen Polaren samtlicber 
 Punkte O der Geraden p. Nun ist nacb unserem Funda- 
 mentalsatz die Polare von O nach q : identiscb niit der 
 Polare von q t nacb D (2) , d. b. mit der Geraden | qaqs^ | = q^ 
 also muB der noch unbekannte, durch l x gehende Kegel- 
 scbnitt q| 2) die Eigenschaft besitzen, daB fiir alle Punkte O 
 der durch O 1 gehenden Geraden p die Polaren in eine und 
 dieselbe Gerade q l zusammenfallen. Dies ist nicbt anders 
 inoglich, als wenn der Kegelscbnitt (|* in ein Linienpaar 
 ausartet, welches in C^ seinen Doppelpunkt bat und bar- 
 moniscb getrennt wird durch die Geraden p und q r Wir 
 baben also das Resultat gewonnen: 
 
 Wenn die koniscbe Polare eines Punktes Oj in 
 ein Linienpaar ausartet, dessen Doppelpunkt q t ist,
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 193 
 
 so muB auch die konische Polare von q t in ein 
 Linienpaar ausarten, dessen Doppelpunkt O 1 ist. 
 
 Da nun die samtlichen konischen Polaren 3 (2) aller 
 Punkte 3 der Ebene ein Kegelschnittnetz bilden (2.) und 
 die Doppelpunkte der in Linienpaare ausartenden Kegel- 
 schnitte eines Netzes auf einer Kurve dritter Ordnung lie- 
 gen ( 5, 4), so folgt: 
 
 Diejenigen Punkte in der Ebene einer C i3 \ deren 
 konische Polaren in Linienpaare ausarten, sowie 
 auch die Doppelpunkte dieser Linienpaare liegen 
 samtlich auf einer neuen Kurve dritter Ordnung 
 H^, welche die Hessesche Kurve von der gegebenen 
 <7 (3) genannt wird. 
 
 Die umgekehrte Aufgabe, wenn ein Netz von Kegel- 
 schnitten gegeben ist, zu jedem derselben denjenigen Punkt 
 zu finden, dessen konische Polare er sein soil, d. h. ein 
 gegebenes Kegelschnittnetz als ein Netz konischer 
 Polaren herzustellen, wird so gelost: 
 
 Wir diirfen drei in Linienpaare ausgeartete Kegelschnitte 
 des Netzes 
 
 welche nicht die drei Seitenpaare eines und desselben voll- 
 standigen Vierecks sind, als zur Bestimrnung des Netzes 
 notwendig und hinreichend, willkurlich annehmen. Es wiirden 
 dann die drei Punkte 3l u 5I 2 , $ 3 zu ermitteln sein, deren 
 konische Polaren die gegebenen Linienpaare 51 
 sind. 
 
 Bezeichnen wir die Schnittpunkte 
 
 (W=7i, () = *, (7.'J)-a,, 
 die Verbindungslinien 
 
 I a 2 3 !=5 u \Wi\ = %, \*i*9\ = Ss 
 die vierten harmonischen Strahlen s[t[, s^t' 2 , s' 3 t^ 
 
 so muB, wie wir wissen, die Polare von 5I X nach 31^ iden- 
 tisch sein mit der Polare von 21 2 nach 21^ sie geht aber 
 
 SchrOter, Theorie der ebenen Kurren 8. Ordn. 13
 
 ]94 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 notwendig, weil beide Kegelschnitte Linienpaare sind, so- 
 wohl durch 02 als auch durch a 1? ist folglich die Gerade s. d 
 und ihr Pol nach 51^ ? d. n - der Punkt 5l t liegfc auf der 
 vierten Harmonischen s' s , ihr Pol nach 9l| 2) liegt auf der 
 vierten Harmonischen t' 3 > a ^ so 
 
 9lj liegt auf sj, $2 liegt auf t' 3 -, 
 ebenso folgt: 
 
 S1 2 liegt auf s[, 51 3 liegt auf t[, 
 
 91 ' 91 /' 
 
 ^3 H n *2 ? *1 7) ' ? 
 
 folglich sind die drei Punkte 
 
 gefunden. 
 
 Wir kbnnen jetzt zu jedem beliebigen Kegelschnitt des 
 Netzes 3 (2) denjenigen Punkt X finden, dessen konische Po- 
 lare 3 ist; da die Polare von 3^ nach 3 (2) bekannt ist und 
 identisch mit der Polare von X nach 21J" , so ist ihr Pol X 
 nach dem bekannten Kegelschnitt 8^ auf der vierten har- 
 monischen zu der bekannten Geraden riicksichtlich des Linien- 
 paares l^ gelegen, ebenso fiir 5(., ; der Durchschnittspunkt 
 beider vierten Harmonischen ist also der gesuchte Pol 36. 
 
 Auch umgekehrt lafit sich zu jedem Punkte die ko- 
 nische Polare 3 (2) aus dem Netze herstellen. 
 
 (Vergl. die von Cremona in der Abhandlung: ,,Sopra 
 alcune question! nella teoria delle curve piane" [Annali di 
 Matematica pura ed applicata torn. VII N. 4] gegebene Lo- 
 sung dieses Problems.) 
 
 Wollen wir die Punkte der Fundamentalkurve (7 (3) er- 
 mitteln, fiir welche das gegebene Kegelschnittnetz das Netz 
 der konischen Polaren ist, so werden wir fur irgend ein in 
 dem Netze enthaltenes Biischel von Kegelschnitten die Punkte 
 bestimmen, deren konische Polaren die Kegelschnitte des 
 Biischels sind. Diese Punkte liegen auf einer Geraden g 
 und bilden eine gerade Punktreihe, die projektiv ist mit dem 
 Kegelschnittbuschel. Die drei incidenten Elemeute der beideu 
 projektiven Gebilde auf der Geraden g sind die drei Punkte 
 der Fundamentalkurve 6 1(3) auf dieser Geraden.
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 195 
 
 5. Wir erkenuen leicht, daB fur die Hessesche Kurve 
 die Punktepaare Dj und q u C 2 und q 2 , O 3 und q 3 
 konjugierte Punkte in deru friiheren Sinne sind ( 2, 5), denn 
 q t und | q 2 q 3 di | siud Pol und Polare fur das ganze Biischel 
 von Kegelschnitten, welches dem Netze angehort und aus 
 den konischen Polaren der Punkte von der Geraden p be- 
 steht: ferner geht die Polare von q t in Bezug auf den dem 
 Netze angehorenden Kegelschuitt q>, der in ein Linienpaar 
 mit dem Doppelpunkt Qj ausartet, auch durch den Punkt 
 G t , also sind q t und G t konjugierte Punkte fur drei nicht. 
 demselben Biischel angehorende Kegelschnitte des Netzes, 
 mithin fur samtliche Kegelschnitte desselben, d. h. konju- 
 gierte Punkte fiir die H (s \ Wir konnen also dem vorigen 
 dies neue Resultat hinzufugen: 
 
 Wenn fiir einen Punkt D x in der Ebene der (7 (3) 
 die konische Polare in ein Linienpaar mit dem 
 Doppelpunkt q t ausartet, so sind Cj und q r ein Paar 
 konjugierter Punkte der Hesseschen Kurve jH (3) , 
 welche von siimtlichen Punkten O, und qj erfiillt 
 wird. 
 
 Aus einem Paar koujugierter Punkte der JE/ (3) lassen 
 sich in bekannter Weise unendlich viele weitere Paare der- 
 selben ableiten. Fiir jedes solche Paar gilt nun auch der 
 umgekehrte Satz: 
 
 Jedes Paar konjugierter Punkte der H (3) besitzt 
 die Eigenschaft, daB der eine dieser Punkte zur 
 konischen Polare riicksichtlich der (7 (3) ein Linien- 
 paar hat, dessen Doppelpunkt der andere ist. 
 
 <>. Diejenigen besonderen Punkte der Kurve C (3 \ deren 
 konische Polaren in Linienpaare ausarten, miissen nach dem 
 Vorigen gleichzeitig auf der Kurve # (3) liegen, also die 
 Durchschnittspunkte der beiden Kurven C< 3) und H (3 sein, deren 
 Anzahl im allgemeinen neun ist. Diese Punkte haben eine 
 besondere Eigentiimlichkeit. Nennen wir 28 einen solchen 
 Punkt der C (S \ dessen konische Polare in ein Linienpaar 
 zerfallt, so mu6 die Tangente % der (3) im Punkte 2S, 
 weil sie auch die konische Polare in 2B beriihrt, entweder 
 
 1.3*
 
 196 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 ein Teil derselben sein, oder 28 muB der Doppelpunkt des 
 Linienpaares sein, in welches 223 (2) ausartet. Letzteres ist 
 aber nicht der Fall, denn jeder durch den Doppelpunkt des 
 Linienpaares gehende Strahl kann keinen weiteren Punkt 
 desselben enthalten. Durch 28 gehen aber offenbar unend- 
 lich viele Strahlen, welche noch andere Punkte von 28 (2) 
 enthalten; also umB fa ein Teil des Linienpaares sein, und 
 alle iibrigen Punkte von 2B (2) miissen auf dern andem Teil 
 des Linienpaares, d. h. auf einer Geraden liegen. Nennen 
 wir diese Gerade w, dann ist die konische Polare 
 
 SB< [fowl 
 
 Die Gerade w schneidet nun im allgemeinen die C (3) in 
 den drei Punkten tt^, tt) 2 , tt) 3 ; der Punkt 28 sendet aber im 
 allgemeinen ein Tangentenquadrupel an die C {S) , von dem 
 I 28tt), I, i 2Btt) 9 I, ! 2Btt) I drei Tangenten sind, die vierte muB 
 
 x I / i 31/1 o i o / 
 
 daher ihren Beruhrungspunkt auf fa, dem andern Teile des 
 Linienpaares haben; fa beriihrt C (3) selbst in 28; der dritte 
 Schnittpunkt von fa kann nicht von 28 verschieden sein, 
 denn sonst muBte, wenn er 225' ware, | 2828' | auch Tangente 
 in 28' sein, also fa Doppeltangente, was widersinnig ist; 
 es muB also 228' in 28 hineinfallen, folglich fa eine Wende- 
 tangente sein, welche die C (3) in drei zusammenfallenden 
 Punkten 28 schneidet, und 28 selbst ein Wendepunkt der C (3) . 
 ,Wir haben also dies Ergebnis: 
 
 Wenn fiir einen Punkt 28 der C (3 ~> die konische 
 Polare in ein Linienpaar ausarten soil, so muB 28 
 ein Wendepunkt der C (3) sein; seine konische Polare 
 zerfallt alsdann in zwei Gerade, von denen eine die 
 Wendetangente t& ist und die andere w die harmo- 
 nische Polare des Wendepunktes genannt wird, 
 namlich der Ort der vierten harmonischen Punkte 
 auf alien durch 28 gezogenen Strahlen zu 28 zu- 
 geordnet, rucksichtlich des iibrigen Paares von 
 Schnittpunkten mit der C (3) . 
 
 Aus dem vorigen Resultat folgt somit: 
 
 Eine gegebene Kurve C (S) wird von ihrer Hesse- 
 schen Kurve H (S) (d. h. dem Ort der Doppelpunkte
 
 23. Die konischen und die geraden Polaren etc. 197 
 
 aller in Linienpaare ausgearteten konischen Polaren 
 fur die C (3) ) in den Wendepunkten der (7< 3) durch- 
 schnitten. 
 
 Da filr den Wendepunkt 28 die konische Polare in das 
 Linieupaar zerfallt, dessen einer Teil % (die Wendetangente) 
 und dessen anderer Teil die Gerade w (die harmonische Po- 
 lare des Wendepunktes) ist, so wird der Schnittpunkt 
 
 (fc, w) = 28 X 
 
 der Doppelpunkt dieses Linienpaares sein, also auch ein 
 Puukt der H (3) sein, und zwar sind (nach 5.) 235 und 2B t 
 konjugierte Punkte fiir die H (3 \ Es muB also auch die 
 konische Polare von 28 1 in ein Linienpaar zerfallen, dessen 
 Doppelpunkt 28 ist. Die Verbindungslinie | 28 2B t | wird nun 
 die H (3) noch in einem dritten Punkte 28 2 schneiden, dessen 
 konische Polare riieksichtlich der C (3) in ein drittes Linien- 
 paar zerfallen muB. Die beiden Linienpaare fur 28 und SB^ 
 bestimmen aber ein vollstandiges Viereck, fiir dessen drittes 
 Linienpaar der Doppelpunkt der konjugierte Punkt beziig- 
 lich der H (3) zum Punkt 28 2 ist. Dieses vollstandige Vier- 
 eck artet selbst aus ? indem das dritte Linienpaar mit dem 
 Linienpaar, dessen Doppelpunkt 28 ist, zusamnaenfallt ; also 
 muB auch der konjugierte Punkt zu 28, d. h. der Punkt 2B t 
 mit 28 2 zusammenfallen; mithin ist die Gerade | 2828! | die 
 Tangente an der H &) im Punkte 28j, wie sie die Tangente 
 der C& im Punkte 28 ist. Fur die Kurve H ist mithin 
 der Punkt 28 gleichzeitig der Tangentialpunkt und der kon- 
 jugierte Punkt zu 2B r Wir haben nun in 7, 5 gesehen, 
 daB ein solcher Punkt einer Kurve dritter Ordnung, welcher 
 der Tangentialpunkt seines konjugierten Punktes ist, ein 
 Wendepunkt der Kurve sein muB. Hieraus folgt, daB der 
 Punkt 28 zugleich ein Wendepuukt fiir die Kurve H (3) sein 
 muB, wie er schon ein Wendepunkt fiir die C (3) ist; also: 
 
 Die gegebene <7 (3) und ihre Hessesche -H (3) schnei- 
 den sich in solchen neun Punkten, welche fiir jede 
 derselben die Wendepunkte sind. 
 
 Wir konnen die Hessesche Kurve H^ wieder als eine 
 gegebene C auffassen und dann von ihr die Hessesche Kurve
 
 198 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 suchen u. s. f., dann erhalten wir ein ganzes Biischel von 
 Kurven dritter Ordnung, die samtlich dieselben neun Grund- 
 punkte haben ( 11) und wir schlieBen hieraus: 
 
 Alle Kurven dritter Ordnung, welche durch die 
 neun Wendepunkte einer C (S) hindurchgehen, haben 
 diese Punkte selbst zu ihren Wendepunkten. 
 
 Wir kommen auf ein solches Biischel von Kurven dritter 
 Ordnung, welches ein syzygetisches Biischel genannt 
 wird, noch bei spaterer Gelegenheit zuriick. 
 
 24. Die Polokoniken von den Geraden in der Ebene 
 riicksichtlich der 
 
 1. Wir haben gesehen, daB zu jedem Punkte Q in der 
 Ebene nicht bloB eine konische Polare Q, (2) , also ein Kegel- 
 schnitt, sondern auch eine gerade Polare q, namlich die 
 Polare von Q nach sQ (:!) gehort. 
 
 Suchen wir jetzt zu alien Punkten C einer Geraden p 
 den von ihren geraden Polaren q umhtillten Ort auf. Da 
 die zu den Punkten C der Geraden p gehorigen konischen 
 Polaren O (!!) , wie wir wissen, ein Kegelschnittbiischel bilden, 
 welches projektiv ist mit der von Q, beschriebenen geraden 
 Punktreihe auf dem Trager p, so nehmen wir auf p die Punkte 
 
 DI, Q 2 , 3 , . . . 
 
 an, bestimmen die konischen Polaren derselben 
 
 D (2) n (2) n (2) 
 
 ^1 > ^2 > ^3 ' 
 
 welche einem Kegelschnittbtischel angehoren, und nennen 
 die Polare von D! nach O^ 2 ' die gerade Polare q^ 
 
 n r> (2) 
 
 >? )> *^ie ?). '*~ i -2 n n 27 
 
 Q n (2) a 
 
 r> ^S M x ^3 T> n 13 
 
 U. S. f. 
 
 Ferner wissen wir, daB die Polaren irgend eines Punktes 
 d in Bezug auf samtliche Kegelschnitte eines Biischels durch 
 einen festen Punkt q laufen und ein einfaches Strahlbiischel 
 beschreiben, projektiv mit dem Kegelschnittbiischel. Wir
 
 24. Die Polokoniken von den Geraden in der Ebene etc. 199 
 
 nennen q den konjugierten Punkt zu D rucksichtlich des 
 Kegelschnittbuschels, well D und q konjugierte Punkte fUr 
 samtliche Kegelschnitte des Biischels sind. Sei also 
 der zu O x rucksichtl. des Kegelschnittbuschels konjug. Punkt q u 
 
 77 77 ^2 7> 77 7' 77 77 "'27 
 
 77 77 **3 '7 7' 77 77 77 *13 
 
 u. s. f. 
 Nennen wir ferner den Pol der Geraden p 
 
 rucksichtlich des Kegelschnitts D* den Punkt p 1; 
 
 n (2) h 
 
 77 77 77 "*;} 77 77 T 2 7 
 
 SV 2) n 
 
 7? 77 77 ^S 77 77 r37 
 
 U. S. f., 
 
 dann erfullen die samtlichen Punkte q 1; q 2 , q s , ... und 
 Pi 7 Pa 7 37 einen und denselben Kegelschnitt 
 
 jiff) 
 
 den Polarkegelschnitt der Geraden p rucksichtlich des Kegel- 
 schnittbiischels der konischen Polaren. Denn nehmen wir 
 von irgend zwei festgehaltenen Punkten D ( und l* der Ge- 
 raden p die Polaren rucksichtlich aller Kegelschnitte des 
 Btischels, so erhalten wir zwei projektive Strahlbiischel mit 
 den Mittelpunkten q, und q^, weil beide Strahlbiischel mit 
 dem Kegelschnittbiischel projektiv sind. Der Schnittpunkt 
 zweier entsprechender Strahlen dieser beiden projektiven 
 Strahlbuschel ist aber ein Punkt p, der Pol von p = \ D;D* 
 in Bezug auf einen Kegelschnitt des Buschels; das Erzeugnis 
 der beiden projektiven Strahlbuschel, d. h. der Ort der Punkte 
 p ist ein Kegelschnitt p ( -\ welcher selbst durch q, und 
 q t . geht, also auch durch samtliche Punkte q 1? q 2 , q s , . . ., 
 wodurch die vorige Behauptung erwiesen ist. 
 
 2. Nehmen wir nun von einem beliebigen Punkte 1, 
 der Geraden p die Polare in Bezug auf O^, irgend einen 
 Kegelschnitt des Buschels der konischen Polaren, so muB 
 dieselbe durch p A gehen, weil D; auf p liegt; sie muB auch 
 durch q,- gehen, weil q,- der konjugierte Punkt zu D, ruck- 
 sichtlich aller Kegelschnitte des Buschels ist, also ist die
 
 200 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Polare von d ( - nach d* 2) die Verbindungslinie | q,- p t | , 
 und insbesondere ist die 
 
 Polare von d nach d t (2) die Verbindungslinie | q,-p.-|. 
 
 Da aber nach unserm Fundainentalsatze die Polare von 
 d/ nach i^ identisch ist mit der Polare von d* nach D ( W 
 so muB 
 
 h-p* -h*p/| 
 
 sein, und alle vier Punkte nmssen auf derselben Geraden 
 liegen; sie miissen aber auch, wie wir gesehen haben, alle 
 vier auf dem Kegelschnitt p (2) liegen, was nicht anders mog- 
 lich ist, als wenn 
 
 q.- = 
 
 q* = p* 
 
 ist (denn solange d/ und d* verschieden angenoniniene Punkte 
 sind, kann nicht q ( mit q t identisch sein, auch nicht p,- mit p*), 
 
 Dies ergiebt folgenden Satz: 
 
 Der Pol p,- der Geraden p in Bezug auf einen 
 Kegelschnitt D* des Buschels der konischen Po- 
 laren fallt zusammen mit demjenigen Punkt q,-, 
 welcher der konjugierte Punkt zu d,- ist riicksicht- 
 lich des Kegelschnittbiischels (wahrend O. die ko- 
 nische Polare zu Q, ist). 
 
 Da allgemein die Polare von D, nach O^ } immer die 
 Gerade | q,-^-| ist (oder q*p,-|), wo q ( - und p* beide auf dein 
 Kegelschnitt jp (2) liegeii, so wird, wenn wir D^ 2) in D ( . 
 iibergehen lassen, weil alsdann p,- mit q t - zusammenfallt, die 
 Gerade | p,- q t - | in die Tangente am Kegelschnitt p & iui 
 Punkte p,- oder q, iibergehen miissen, und wir gelangen zu 
 dem Resultat: 
 
 Die Polare g, eines beliebigen Punktes d,- der 
 Geraden p in Bezug auf die zugehorige konische 
 Polare df } ist die Tangente am Kegelschnitt p (Z) in 
 demjenigen Punkte q,, welcher dem Punkte d,- in 
 Bezug auf das Biischel der konischen Polaren kon- 
 jugiert ist und der zusammenfallt mit dem Pol der 
 Geraden p in Bezug auf den Kegelschnitt d| 2) .
 
 24. Die Polokoniken von den Geraden in der Ebene etc. 201 
 
 Wir schlieBen hieraus: 
 
 Die geraden Polaren von samtlichen Punkten 
 einer geraden Linie p umhiillen einen Kegelschnitt 
 pW, welcher identisch 1st mit dem Polarkegel- 
 schnitt der Geraden p riicksichtlich des Kegel- 
 schnittbiischels, gebildet von den konischen Polaren 
 der Punkte von p. 
 
 Diesen Kegelschnitt p {2} nennt man die Polokonik 
 der Geraden p, weil er alle Pole der Geraden p riicksicht- 
 lich des Biischels der konischen Polaren enthalt. Die Polo- 
 konik geht daher insbesondere durch die Ecken des gemein- 
 samen Polardreiecks fur alle Kegelschnitte des Biischels. 
 Sie geht ferner durch die beiden besonderen Punkte der 
 Geraden p, in welchen diese von zwei Kegelschnitten des 
 Biischels beriihrt wird. 
 
 3. Bezeichnen wir die beiden Punkte, in welchen die 
 Gerade p von ihrer Polokonik getroffen wird, durch 
 
 O. und DJ, 
 
 so muB unter den Kegelschnitten des Biischels von konischen 
 Polaren einer vorkornmen, fur den Q und p Pol und Polare 
 sind, und da diese incident sind, so muB er in 1 die p 
 beriihren; ein zweiter Kegelschnitt des Biischels wird in 
 DO die p beriihren. Die Polare von D in Bezug auf den 
 ersten Kegelschnitt ist p selbst, in Bezug auf den zweiten 
 Kegelschnitt muB sie durch den Beriihrungspunkt D<J gehen; 
 der Schnittpunkt beider ist also l' Q , d. h. D und D^ sind 
 konjugierte Punkte in Bezug auf das Biischel sanitlicher 
 konischen Polaren. Da nun nach dem in 2. bewiesenen 
 Satze der zu O konjugierte Punkt riicksichtlich des Biischels 
 (d. h. der Punkt D^) der Pol von p sein muB in Bezug auf 
 die konische Polare D^ 2) , welche zu Q gehort, so muB der 
 Kegelschnitt des Biischels, welcher p in D^ beriihrt, die 
 konische Polare O ' sein, also haben wir das Ergebnis: 
 
 Wenn die Gerade p von ihrer Polokonik p ( in 
 den beiden Punkten Q und O^ getroffen wird, so 
 beriihrt die konische Polare von D die Gerade p in
 
 202 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 DO und die konische Polare von O ( ' beriihrt die p 
 in G d . 
 
 Die Eigenschaft, welch e hier bei den beiden besonderen 
 Punkten Q und ^ der Polokonik hervortritt, namlich daB 
 ihre konischen Polaren die Gerade p beriihren, gilt, wie 
 leicht zu sehen ist, allgeniein ~von jedem Punkte der Polo- 
 konik. 
 
 Sei namlich q, ein beliebiger Punkt der Polokonik, nam- 
 lich der konjugierte Punkt zu O ( riicksichtlich des Buschels 
 konischer Polaren, so ist q, identisch mit p,, dem Pol von 
 p riicksichtlich der konischen Polare O| 2) und die Tangente 
 in q,-(EEp,-) ist die gerade Polare q, von Q/. 
 
 Um nun von dem Punkte q, die konische Polare 
 
 qf 
 
 zu ermitteln, bemerken wir, daB nach deni Fundamentalsatz 
 die Polare von D/ nach q* identisch sein muB mit der 
 Polare von q , nach Q ; nun ist aber q ,- = p , und die Polare 
 von p, nach D, 2) ist die Gerade p, also ist p auch die Polare 
 von D,- nach (\f\ Der Kegelschnitt q| 2) muB aber durch 
 D,- hindurchgehen, weil q, auf der geraden Polare g t - liegt 
 nach dem Satze in 23, l, folglich muB p die Tangente im Punkt 
 D; fur den Kegelschnitt q|. 2) sein, und wir erhalten den Satz: 
 
 Die konischen Polaren q^ 2) samtlicher Punkte q, 
 der Polokonik von p beriihren diese Gerade p in 
 denjenigen Punkten, welche zu q,- die konjugierten 
 sind rucksichtlich des Buschels konischer Polaren 
 Q/ 2) ? die zu den Punkten von p gehoren. 
 
 Wir konnen uns auch so ausdrucken: 
 
 Die Polokonik der Geraden p ist der Ort aller 
 derjenigen Punkte, deren konische Polaren die 
 Gerade p beriihren. 
 
 4. Schneidet die Gerade p die C (Z) in den drei Punkten 
 St, SB, (5, und sind die Tangenten der (7 (3) in diesen Punkten 
 tfffl, t%, ^G, so bilden diese ein Dreiseit ?I 2 S3.,(S 2 (21, l) S. 171, 
 welchem die Polokonik p' 2) einbeschrieben ist. Die drei 
 Beriihrungspunkte werden die konjugierten Punkte von
 
 24. Die Polokoniken von den Geraden in der Ebene etc. 203 
 
 $, S3, sein riicksichtlich des Bdschels der konischen Polaren 
 von p, also diejenigen Punkte, welche in 21, l mit a, b, C 
 bezeichnet wurden, d. h. die vierten harmonischen Punkte 
 zu SI, S3, zugeordnet riicksichtlich je zweier Ecken des 
 Dreiseits t^t^t^. 
 
 Insbesondere ist daher die Polokonik von g^ derjenige 
 Kegelschnitt, welcher die Seiten des von den drei Asym- 
 ptoten der (7 (3) gebildeten Dreiseits in ihren Mitten beruhrt. 
 
 Nehmen wir eine beliebige Gerade g in der Ebene und 
 ihre Polokonik g&\ auBerdem einen beliebigen Punkt 9$ und 
 seine konische Polare *$ (2 \ und moge die Gerade g den 
 Kegelschnitt SJ$ (2) in den Punkten 
 
 D und D' 
 
 treffen, so miissen nach 21, l die geraden Polaren q und 
 q' der Punkte D und D' durch den Punkt SJ5 gehen; diese 
 geraden Polaren sind aber Tangenten der Polokonik g { ' 2 \ 
 also sehen wir: 
 
 Das Tangentenpaar aus irgend einem Punkte ^5 
 an eine beliebige Polokonik g& } ist ein Paar von 
 geraden Polaren derjenigen beiden Punkte, in wel- 
 chen die Gerade g die konische Polare $P (2) schneidet. 
 
 Fallen insbesondere die beiden Punkte Q = D' zusammen, 
 so iniissen auch q = q' zusammenfallen, also sehen wir: 
 
 Beruhrt eine Gerade g irgend eine konische 
 Polare ^S (2) in X, so geht die Polokonik # (2) durch 
 den Punkt ^5, dessen konische Polare $JS (2) ist, und 
 die Tangente t der Polokonik in ^5 ist die gerade 
 Polare des Beriihrungspunktes X. 
 
 5. Zerfallt insbesondere die konische Polare O (2) eines 
 Punktes Q in ein Linienpaar [/?'] = O (2) , dessen Doppel- 
 punkt q sei, sodaB also D und q konjugierte Punkte der 
 Hesseschen Kurve H (3) sind ( 23,4,5), und nehmen wir 
 fur die vorhin g genannte Gerade eine der beiden ?, V, z. B. 
 I, so wird I eine Tangente der konischen Polare [II 1 ] = O (2) 
 sein, deren Beruhrungspunkt unbestimmt wird, namlich 
 jeder Punkt von I sein kann. Die Polokonik von I muB
 
 204 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 aber durch O gehen und die geraden Polaren aller Punkte 
 von I miissen in Q die Polokonik l (2) beruhren. Dies ist 
 nicht anders moglich, als wenn Z (2) selbst in ein Linienpaar 
 zerfallt, dessen Doppelpunkt 1 ist, also: 
 
 Wenn eine konische Polare O (2) in ein Linien- 
 paar Z?! ausartet, so sind die Polokoniken l (2 \ I 
 dieser beiden Geraden selbst Linienpaare mit dem 
 gemeinsamen Doppelpunkt D, dessen konische Po- 
 lare [Hi] ist. 
 
 Aber auch umgekehrt, wenn die Polokonik einer Ge- 
 raden / in ein Linienpaar ausartet, dessen Doppelpunkt 
 ist, so miissen die geraden Polaren aller Punkte von I Tan- 
 genten der Polokonik sein, also alle durch O gehen, folglich 
 inufi auch uach 23, 1 die konische Polare von O durch 
 alle Punkte von I gehen, d. h. selbst in ein Linienpaar zer- 
 fallen, dessen einer Teil I ist. Wir schlieBen also: 
 
 Alle in Linienpaare ausartenden Polokoniken 
 haben ihre Doppelpunkte auf der Hesseschen Kurve 
 H der gegebenen (7 (3) . 
 
 Wir bemerken schliefilich noch, daB die Polokonik 
 <7 (2) einer Geraden g, welche der (7 (3) in den Punkten 51, 95, 
 6 begegnet, durch die beiden Doppelpunkte O und DQ der- 
 jenigen Punktinvolution auf g hindurchgeht, welche durch 
 die Punktepaare 
 
 bestimmt wird ( 21, 3), die mit SI, 93, ein aquianharmo- 
 nisches System bilden (s. d.). Also sind d Oo konjugiert- 
 imaginar, sobald 21, 93, S alle drei reell sind, dagegen reell, 
 sobald einer der drei Punkte 51, S3, S reell ist und die beiden 
 andern konjugiert-imaginar sind. 
 
 25. Der die konische Polare begleitende 
 Kegelschnitt. 
 
 1. Wir haben in 22, 4 gesehen, daB aus einem Punkt 
 ty in der Ebene im allgemeinen sechs Tangenten an die 
 (7(3) gehen, deren Beruhrungspunkte auf einem Kegelschnitt, 
 der konischen Polare S$ (2) des Punktes ^5, liegen.
 
 25. Der die konische Polare begleitende Kegelechnitt. 205 
 
 Eine solche Tangente aus ?$, welche in X beruhrt, 
 muB der (7 (3) noch in einem dritten Punkte @ begegnen und 
 dieser dritte Schnittpunkt @ kann auf folgende Weise er- 
 mittelt werden: 
 
 Die konische Polare von @ muB bekanntlicli durch @ 
 und durch 5E gehen, weil auch | @X | in X die C (3) beriihrt. 
 Nennen wir diesen Kegelschnitt <S (2) , so niuB nach dem 
 Fundamentalsatze die Polare von ty nach <5 l2) identisch sein 
 mit der Polare von @ nach *J$( 2) ; nennen wir den Schnitt- 
 punkt dieser Polare mit dem Strahle | $] | den Punkt j, 
 so ist er durch die Bedingung bestimmt 
 
 da nun auch die Polare von @ nach ^5 (2) durch j gehen 
 muB und ^5 (2) durch X geht, auBerdem aber noch in einem 
 zweiten Punkt X' von dem Strahle | SJSSX | getrofien wird, 
 so muB auch 
 
 sein. Hieraus folgt aber 
 und da 
 so folgt 
 
 =-2, 
 also 
 
 Durch diese Bedingung ist der Punkt <S vollstandig 
 bestimmt, denn $ ist gegeben, X und X' sind die beiden 
 Schnittpunkte der konischen Polare ty mit dem Beruhrungs- 
 strahl | ^5X | und @ ist der dritte Schnittpunkt desselben 
 mit der G'< 3 >. 
 
 2. Der Punkt <S ist nichts anderes, als der zu X zu- 
 gehorige Tangentialpunkt. Nun gehen aus ty im allgemeinen 
 sechs Tangenten an die C (3) und ihre sechs Beruhrungs- 
 punkte SE haben daher auch sechs Tangentialpunkte @. 
 Wir konnen aber anstatt der sechs Beriihrungspunkte X 
 auf der konischen Polare S (i!) samtliche Punkte derselben
 
 206 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 ins Auge fassen und auf dem urn den festgehaltenen Puukt 
 ty gedrehten Strahle ^5X | allemal eirien zugehorigen Punkt 
 @ aus der obigen Bedingung konstruieren. Dann wird, da 
 der Strahl | $$ | noch einen zweiten Punkt ' der konischen 
 Polare enthalt, auf ihm auch noch ein zweiter Punkt @' 
 sich vorfinden, der durch die Bedingung bestimmt wird 
 
 oder 
 
 und der gesamte Ort der Punkte <3, @ ' wird offenbar die Eigen- 
 schaft haben, durch die sechs Tangentialpunkte der sechs 
 Beriihrungspunkte von den Tangenten aus ty an die C' A) 
 hindurchzugehen. Es wircl sich zeigen, daB dieser Ort ein 
 neuer Kegelschnitt ist, welcher der begleitende Kegel- 
 schnitt dei konischen Polare ^ (2) genannt wird und zu 
 diesem in naher Beziehung steht. 
 
 Aus den beiden Bedingungen, durch welche @ und ' 
 gefunden werden, ergiebt sich 
 
 daher bestimmen die beiden Punktepaare 
 
 und 
 
 eine Punktinvolution, von welcher $P ein Doppelpunkt sein 
 muB; der andere Doppelpunkt dieser hyperbolischen Punkt- 
 involution heiBe p und Hegt daher auf der Polare von ty 
 nach ty< 2 \ weil 
 
 = -1, 
 
 sein muB. Wenn daher der Ort der Punkte @, @', wie wir 
 sogleich sehen werden, ein Kegelschuitt ist, so mussen 
 fur ihn ty und p konjugierte Punkte sein, ebenso wie fur 
 die konische Polare ^3 (2) . Von dieser Bemerkung werden 
 wir spater Gebrauch machen. 
 
 3. Wir stehen also jetzt vor der Aufgabe: 
 Es sind ein Punkt ^ und ein Kegelschnitt ^5 (2) gegeben; 
 auf jedem durch ty gezogenen Strahle, welcher in X und
 
 25. Der die konische Polare begleitende Kegelschnitt. 207 
 
 ' dem Kegelschnitt begegnet, werden die Punkte @ und 
 <&' durch die Bedingungen 
 
 bestimiut; es soil der Ort der Punkte @, ' erniittelt 
 werden bei Drehung des Strahles um ty. 
 
 Zur Auflosung ziehen wir durch ^ einen festen Strahl, 
 welcher $p( 2) in den Punkten X , XQ, treffe, und bestimmen die 
 Punkte @ >J durch die Bedingungen 
 
 --, 
 
 dann mussen sich wegen der Gleichheit der Doppelverhaltnisse 
 
 1221 I %.'%.' I I @ @ I 
 I *'o * I > I *o * I j I w o w I 
 
 in einem Punkte schneiden, welcher offenbar auf der 
 Polare p des Punktes ^ riicksichtlich ^< 2) liegt. Mit der 
 von dem Punkte 
 
 S -( e X, **<) 
 
 beschriebenen geraden Punktreihe auf ^) liegt nun perspektiv 
 das Strahlbiischel, welches der Strahl | @ @ | bei der Drehung 
 um den festen Punkt @ beschreibt. 
 
 Aus der Gleichheit der Doppelverhaltnisse 
 
 folgt aber auch, daB sich die drei Strahlen 
 
 I ST'ST 2 ST' @'<S I 
 I ^o* 1 ? *o* > ^o^-^ I 
 
 in einem Punkte schneiden, und dieser Schnittpunkt 
 
 9 - (Xi*, X X') 
 
 beschreibt ebenfalls eine gerade Punktreihe auf derselben 
 Geraden p, der Polare von ^5 nach ^W. Mit dieser Punkt- 
 reihe liegt das von | <S^(S | beschriebene Strahlbiischel per- 
 spektiv bei der Drehung um den festen Punkt @^. 
 
 Die beiden von r. und I) auf demselben Trager p be- 
 schriebenen Punktreihen sind nun selbst projektiv (und 
 involutorisch liegend), weil r. und 1) konjugierte Punkte sind 
 riicksichtlich des Kegelscbnitts ^5 (2) und mit ty zusammen
 
 208 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 allemal ein Tripel konjugierter Punkte (Polardreieck) fur 
 $|3 (2) bilden; folglich sind auch die von den Strahlen 
 
 | @ <5 | und @i@ | 
 
 beschriebenen Strahlbiischel projektiv, und der Ort von 
 ist daher ein Kegelschnitt, welcher durch die Mittelpunkte 
 @ , @o der beiden erzeugenden Strahlbiischel selbst hindurch- 
 geht. In gleicher Weise sehen wir, daB auch 
 
 @'| und |@J@'| 
 
 zwei projektive Strahlbiischel beschreiben, also einen Kegel- 
 schnitt erzeugen, den der Punkt <3' durchlauft. Wir er- 
 kennen aber auch leicht ; daB diese beiden Kegelschnitte 
 identisch sind. Denn wegen der Gleichheit der Doppel- 
 verhaltnisse 
 
 " 
 
 liegt der Punkt J auch auf dem Strahle j @y@' |, und wegen 
 der Gleichheit 
 
 liegt der Punkt t) auch auf dem Strahle | @ @' |; da hiernach 
 
 (@ @, @i') - I, 
 
 (@i@, @ ') - 9 
 ist, so folgt 
 
 Wegen der involutorischen Lage der beiden von r. und 
 t) beschriebenen projektiven Punktreihen auf p sind die Punkte 
 j und ty vertauschbar, also sind die von @ und ' be- 
 schriebenen Orte identisch. 
 
 Dies ist denn auch von vornherein ersichtlich, weil aus 
 den beiden Bedingungen 
 
 folgt 
 
 (22'') - -}- 
 oder 
 
 (22'') = 9.
 
 25 Der die konische Polare begleitende Kegelschnitt. 209 
 
 Weil nun die beiden Punkte X, X' die Schnittpunkte 
 des durch ^5 gezogenen Strahles mit der konischen Polare 
 sind und durch Vertauschung derselben nur @ in @' iiber- 
 geht oder umgekehrt, miissen auch @ und <>' denselben 
 Kegelschnitt durchlaufen. 
 
 Fur diesen Kegelschnitt @ (2) ist das Dreieck ^$jt) ein 
 Polardreieck (selbstkonjugiertes Dreieck) ebenso wie fur den 
 Kegelschnitt $ (2) , und da und t) sich auf der festen Ge- 
 raden p bewegen und eine Punktinvolution beschreiben, die 
 beiden Kegelschnitten gemeinschaftlich zugehort, so sehen 
 wir, daB die beiden Kegelschnitte @ (2) und $( 2) eine 
 doppelte Beriihrung haben, indem fiir sie gleichzeitig ^ 
 und p Pol und Polare sind und die ihnen zugehorigen Punkt- 
 und Strahleninvolutionen zusammenfallen. Wir konnen so- 
 mit als Resultat der vorigen Untersuchung den Satz aus- 
 sprechen: 
 
 Aus einem Punkte ^ in der Ebene gehen im all- 
 genieinen sechs Tangenten an die C (S> , deren Be- 
 ruhrungspunkte auf einem Kegelschnitt ^S (2) ; der 
 konischen Polare von $P, liegen. Jede dieser sechs 
 Tangenten schiieidet die 6 Y(3) noch in einem dritten 
 Punkte; diese sechs dritten Punkte liegen auf einem 
 neuen Kegelschnitt @ (2) , welcher der begleitende 
 Kegelschnitt der konischen Polare heiBt. Die ko- 
 nische Polare ^ 2) und ihr begleitender Kegelschnitt 
 @ (2) haben eine doppelte Beruhrung, indem fiir beide 
 der Punkt ^5 und seine Polare p riicksichtlich ^ (2) 
 oder <3 (2) dieselben sind, sowie die den Tragern p 
 und ^5 zugehorigen Punkt- und Strahleninvolutionen 
 riicksichtlich beider Kegelschnitte zusammenfallen.* 
 
 Ist % ein Beriihrungspunkt einer aus ^ an die C (3) 
 gelegten Tangente und @ der Tangentialpunkt derselben, 
 
 * Andere Beweise dieses Satzes sind gegeben worden von 
 R. Slawyk: ,,Die Polareigenschaften der allgemeinen ebenen Kurve 
 
 dritter Ordnung." Inaug.-Diss. Breslau 1872. 
 A. Milinowski: ,,Zur Polarentheorie der Kurven und Flachen dritter 
 
 Ordnung." Borchardts Journ. f. Mathematik. Bd. 89 S. 136 flg. 
 
 SclirOter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordn. 14
 
 210 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 ferner ' der zweite Schnittpunkt des Strahles | ^5X | in it 
 der konischen Polare, so wird der Punkt @ durch die Be- 
 dingung gefunden 
 
 Der Strahl | ^$X | schneidet den begleitenden Kegel- 
 schnitt @ (2) noch in einem zweiten Punkt, und fur jeden 
 dureh ty gehenden Strahl behalt das Doppelverhaltnis 
 
 den von ^5 unabhangigeu konstanten Wert 9, welcher aus- 
 sagt, daB die Punkte $, $' niemals durch die Punkte @, 
 @' getrennt werden, weil jener Wert positiv ist, wie dies 
 auch aus der Natur zweier sich doppelt beruhrender Kegel- 
 schnitte hervorgeht. 
 
 Aus der Bedingung 
 
 folgt, daB wenn ^ ein solcher besonderer, der Hesseschen 
 Kurve H ( ^ angehorender Pimkt ist, daB seine konische Po- 
 lare ^5 (2) in ein Linienpaar ausartet, dann auch sein be- 
 gleitender Kegelschnitt @ (2) in ein Linienpaar ausarten wird, 
 welches mit dem vorigen denselben Doppelpunkt haben muB. 
 Diese beiden Linienpaare liefern ein Doppelverhaltnis, welches 
 den konstanten Wert 9 besitzt. 
 
 26. Metrische Beziehungen. 
 
 1. Wenn man durch einen Punkt ^5 in der Ebene der 
 C (3) eine Gerade g zieht, welche der Kurve in den Punkten 
 
 21, 93, 
 
 begegnet, so gehoren die konischen Polaren der vier Punkte 
 $, , 95, , namlich 
 
 einem Kegelschnittbiischel an, welches mit der von ty, 21, 
 99, gebildeten geraden Punktreihe auf dem Trager g pro- 
 jektiv ist ( 23, 3).
 
 26. Metrische Beziekungen. 211 
 
 Nach unserm Fundamentalsatz ist nun die Polare 
 von 9$ nach 5l (2) identisch mit der Polare von 51 nach ^S (2) , 
 
 nehmen wir noch die Polare von ty nach ^|S (2 > hinzu und 
 nennen die Durchschnittspunkte dieser vier Polaren mit der 
 Geraden g bez. 
 
 P7 7 ^7 , 
 
 so lassen sich dieselben in einfacher Weise ermitteln durch 
 die Doppelvernaltnisse 
 
 -!, ((!) = - 1, (<(,) --i, 
 ^a)- -i, (SS^B)- -i, (ce^O- -i, 
 
 und wir haben, weil die Polaren von 21, S3, (, ^ nach $P (2) 
 ein Strahlbiischel bilden, welches mit der Punktreihe 
 projektiv ist, 
 
 Aus den sechs vorigen harnionischen Beziehungen folgen 
 drei hyperbolische Involutionen mit den Punktepaaren 
 
 I. 
 
 5193, 
 
 und aus diesen die gleichen Doppelverhaltnisse 
 
 = (93 51 Cc), 
 und hieraus 
 
 ((S3a) = 
 
 Aus den beiden Gleichheiten 
 
 ergiebt sich 
 
 folglich gehoren die Punktepaare 
 
 14*
 
 212 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 HO, 93b, GC 
 
 einer Involution an, und well 
 
 ist, gehbrt auch das Punktepaar $Pp derselben an, also die 
 
 vier Punktepaare 
 
 5la, 23b, c, $p 
 
 gehbren einer und derselben Involution an. 
 
 [Es treten auch noch andere Involutionen hinzu, nain- 
 lich aus 
 
 (W93a) = (HS3c<) = (abc) = (bacS) 
 
 folgt, daB die drei Punktepaare 
 
 &, S3c, o 
 einer Involution angehbren; und aus 
 
 (6o) = (23(b2f) = (bco) - (cba) 
 folgt, daB die drei Punktepaare 
 
 tc, 23a, (5b 
 ebenfalls einer Punktinvolution angehbren.] 
 
 2. Ob die Involution, deren vier Punktepaare 
 
 Ha, S3b, <c, ^p 
 
 sind, eine hyperbolische oder elliptische ist, dariiber ent- 
 scheidet der positive oder negative Wert des Dopp elver- 
 haltnisses 
 
 welchen wir ermitteln wollen. 
 
 (0aC) - (e$S8) - . 
 folgt durch Multiplikation 
 
 und 
 
 der Ausdruck im Zahler rechts la(3t folgende Umforruung zu:
 
 26. Metrische Beziehungen. 213 
 
 3133 2 . (? 2 + (5133 + 33?) 
 51 S3 2 . (? 2 + 33? 2 . (31 . 33 + 33? . SI 93 . (51 . (33, 
 3133 2 . (? 2 + 33? 2 . (51 ((51 + 3133) + 33? . 5133 . (51 . (533, 
 TO 2 . (? 2 + (5l 2 . 33? 2 + 33? . (5( . 5133 (33? + (33), 
 3133 2 . (? 2 + S51 2 . 33? 2 + 33? . ? . (K . 5133, 
 (5(33 . ? + 51 . ?33) 2 - ?(5 . ?33 . 5133 . (51 
 oder, da identisch 
 
 5133 . ? + 33(5 . ?5l + (51 . ?33 = 0, 
 ist 
 
 dieser Ausdruck zu dem vorletzten hinzugefiigt und die 
 halbe Summe beider genommen erhalten wir 
 
 i (5t33 2 . ? 2 + 33S 2 . ?51 2 + 651 2 . ?33 2 ), 
 mithin wird der Wert des Doppelverhaltnisses der sym- 
 metrisehe Ausdruck 
 
 , 5I33 2 . ?^ 2 + 33( 2 . ?5I 2 + (5I 2 . ?33 2 
 
 und als Summe von lauter Quadraten ein positiver. Wir 
 erhalten in gleicher Weise 
 
 , . ?5I 2 + . 
 
 33 (5 2 . ?5l 2 
 
 l . ?33 2 + 5I33 2 . ?( 2 + 33< 2 . ?5I 2 
 
 woraus die Beziehung zwischen den drei Doppelverhaltnissen 
 entspringt 
 
 (3Iab33) + (33bc() + (Sca5l) == 2. 
 
 Das Resultat der Rechnung ist also, daB die Involution 
 deren Punktepaare 
 
 5lo, 33b, c, ?p 
 
 sind, eine hyperbolische ist. 
 
 Wir bemerken noch, weil, wie wir oben (1.) geseheu 
 haben, auch die Punktepaare 
 
 5tc, 33a, Sb 
 einer Involution angehoren, also
 
 214 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 1st und positiv sein muB, daB die Involution, deren Punkte- 
 paare 
 
 c, 33a, Gb 
 
 sind, ebenfalls eine hyperbolische ist; und aus der Gleichheit 
 
 folgt endlich, daB auch die Involution, deren Punktepaare 
 
 Hb, 33c, a 
 
 sind, eine hyperbolische sein muB. 
 Auch bemerken wir, weil 
 
 a) = (acb) 
 
 und 
 
 ist, daB 
 
 (abcp) = (ac! 
 sein muB, ebenso 
 
 (bcap) = (bacSB), 
 (cabp) - (cba(); 
 
 wir erhalten hieraus drei neue hyperbolische Involutionen, 
 deren Punktepaare sind 
 
 ao, be, p3l, 
 
 II. bb, ca, p23, 
 
 cc, ab, p (E, 
 
 welche den Involutionen 1. (in 1.) gegeniiberstehen. 
 
 3. Aus alien diesen Involutionen gehen nun eine Menge 
 metrischer Beziehungen hervor, zu denen wir gelangen aus 
 den bekannten metrischen Beziehuugen harmonischer Ele- 
 mente. 
 
 Es folgt zunachst aus den Involutionen I. in (1.) 
 21111 
 
 1) 
 
 ~i cw rr 
 
 5193 
 1 
 
 1 
 
 1 
 
 1 
 
 93 
 
 1 
 93 
 
 woraus durch Addition folgt
 
 26. Metriscbe Beziehungen. 
 1 1 1 
 
 215 
 
 2) 
 
 3) 
 
 rnultiplizieren wir die Gleichungen 1) der Reihe nach mit 
 und addiereu sie dann, so folgt 
 
 LJ.-A--.; L + i + J_ 
 
 2la 23b (c 
 
 oder 
 
 4) 
 
 4- 2- -4- --~ = 
 
 1^ <x\ < i^ rr u ) 
 
 bf C^S _ 
 
 r < r 1 rf ** 
 
 Aus den Involutionen II. in 2. ergiebt sich in gleicher 
 
 Weise 
 
 ( 1 1 1 1 
 
 6) 
 
 - + ~ = 
 ca cb c 
 
 woraus durch Addition folgt 
 1 1 1 
 
 woraus in Verbindung mit 3) sich die Beziehung ergiebt 
 
 ^jSSl $P$8 S ^S ap bp cp' 
 
 multiplizieren wir aber die Beziehungen 6) der Reihe nach 
 mit dp, bp, Cp und addieren sie dann, so folgt 
 
 dp bp Cp 
 
 aH b$8 c(' 
 oder 
 
 9) 
 10) 
 
 ?. 4. b l 4- i? - 
 ar ken""" ^IT > 
 
 _ 
 1 a ^ 8B- "*"
 
 216 Theorie der ebenen Kurven dritter Onlnung. 
 
 Multiplizieren wir die Gleichungen 1) bez mit 3(p, 93 p, 
 Sp, und addieren sie dann ; so folgt nach 10) 
 
 also auch 
 12) 
 
 multiplizieren wir dagegen die Gleichungen 6) bez. mit a 
 b$P, C^S und addieren sie, so folgt in gleicher Weise 
 
 13) S + ** + <*_o 
 
 ap H bp + cp 
 
 also 
 
 3 
 
 Da der Punkt p auf der Polare des Punktes ^3 riick- 
 sichtlich seiner konischen Polare ^5 (2) liegt, d. h. auf der 
 geraden Polare p des Punktes ^ riicksichtlich der (3) , so 
 konnen wir die Punkte der geraden Polare p von 9$ direkt 
 durch folgende metrische Beziehung bestimmen: 
 
 Dreht man um einen Punkt ty in der Ebene der 
 C (3) einen Strahl, welcher der C (3) in den drei Punkten 
 5( 7 35, ( begegnet und bestimnit auf diesem Strahle 
 allemal einen Punkt p durch die Bedingung 
 
 3111 
 
 fp ** fl + $" + $6* 
 
 so ist der Ort des Punktes p eine gerade Linie, 
 namlich die gerade Polare des Punktes ^3 riicksicht- 
 lich der C (3) , oder die gewohnliche Polare des Punktes 
 ty rucksichtlich seiner konischen Polare ^5 (2) . 
 
 4. Schneidet die konische Polare ^ (2) des Punktes ^8 
 rucksichtlich der C^ den Strahl g = | ^H93S | in den Punkten 
 
 D und Dj, 
 
 so gilt fiir den Schnittpunkt p der geraden Polare von ^ 
 nach $j$ (2 ' bekanntlich die harmonische Beziehung
 
 26. Metrische Beziehungen. 217 
 
 (von welcher die oben gefundene Beziehung eine unmittel- 
 bare Erweiterung fiir die C (Z) ist). 
 
 Wir haben nach dem vorigen Resultat 
 
 Wenn wir noch das Produkt 
 
 1 
 
 kennten, so hatten wir zwei GroBen (Summe und Produkt), 
 durch welche die Punkte D und Dj vermittelst einer quadra- 
 tischen Gleichung zu ermitteln waren. Da nun durch 
 
 ~ 
 
 der Punkt p bereits bekannt ist, so brauchen wir nur die 
 
 wo m die Mitte zwiscnen OO X bedeutet, zu ermitteln, um 
 auch das gesuchte Produkt zu erhalten. Der Punkt m kanu 
 aber auf folgende Weise gefunden werden: 
 Die vier konischen Polaren 
 
 schneiden die Gerade g in den Punktepaaren 
 
 und gehoren einem Kegelschnittbuschel an ; folglich diese 
 Punktepaare einer Punktinvolution. Nehmen wir von dem 
 unendlicn entfernten Punkte ^5^, die Polaren riicksichtlich 
 der vier Kegelschnitte 2l (2 >, S3 (2 >, 6< 8 >, ^P (2) , so schneiden die- 
 selben die Gerade g in den vier Mitten der Strecken SIS1 
 DO 1; und bezeichnen wir diese vier Punkte 
 die Mitte zwischen SIS1 
 
 m
 
 218 Theorie der ebenen Kurven. dritter Ordnung. 
 
 so miissen sie projektiv entsprechen den Punkten 51, $8, S- ; ^5 ; 
 
 dadurch wird m vollstandig bestimmt. 
 
 Wir haben also in den hyperbolischen Involutionen die 
 Punktepaare 
 
 ,,, m, sp.oo, 
 
 7 35,33,, <K, ^b , 
 6A, SB, ^c , 
 
 und diese Involutionen sind dieselben wie in (1.) S. 211. 
 Hieraus folgt die Gleicliheit der Doppelverhaltnisse 
 
 also 
 
 Aus den beiden Gleichheiten 
 (88(500) = 
 
 folgt durch Multiplikation 
 
 (5t33c a ) = 
 mithin gehoren die Punktepaare 
 
 einer Involution an, und in dieser Involution ist wegen der 
 Projektivitat 
 
 auch ^ und m ein Paar konjugierter Punkte. 
 
 Nennen wir in dieser Involution den dem unendlich 
 entfernten Punkte ^^ entsprechenden Punkt, d. h. den 
 Mittelpunkt dieser Involution D, so haben wir die funf 
 Punktepaare derselben 
 
 tto, 33 B , (c , $, ^m, 
 und nach bekannten involutorischen Eigenschaften
 
 26. Metrische Beziehungen. 
 Aus den Involutionen I. folgt 
 
 21 9 
 
 aus der letzten Involution aber 
 
 folglich ist auch 
 
 (a b c 0) - 
 
 mithin gehoren die drei Punktepaare 
 
 einer neuen hyperbolischen Involution an, und in gleicher 
 Weise finden wir die drei Punktepaare der drei Involutionen 
 
 II. 
 
 a a 07 b c c , Og, 
 6 b , c a , OSS, 
 cc 
 
 00 , 
 
 5. Ans diesen Involutionen I. und II. flieGen eine Menge 
 metrischer Beziehungen, namlich aus I. 
 
 1) 
 
 1 
 
 i 
 
 e g + s 95' 
 
 woraus durch Addition folgt 
 1 1 
 
 und wenn wir von den drei Gleichungen 1) die erste mit 
 210, die zweite mit 95 O, die dritte mit (SO multiplizieren 
 und addieren 
 
 3) ?J? + & _ 
 
 oder 
 
 Oa , Ob , Oco_ a
 
 220 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Aus den Involutionen II. folgt 
 
 ci O a 2l o b o c 
 _i_ i 
 
 t PS i c en t. ~ t ^ ' 
 
 = - + -^ 
 
 c 0o c b 
 
 woraus durch Addition folgt mit Riicksicht auf 2) 
 
 6) Oo + F + Dc = a 
 Wegen der Beziehungen 
 
 OH. 000 = 023. Ob = 0(.0c 
 ergiebt sich zugleich 
 
 7) 03l + 023 + O( = 0, 
 
 was nichts anderes aussagt, als daB O der Schwerpunkt der 
 drei gleich belastet gedachten Punkte 31, S3, ( ist, also fiir 
 jeden andern Punkt ^ der Geraden g die Bedingung, welche 
 aus der vorigen hervorgeht, erftillt wird 
 
 .8) 3.$O = ^5l + ^93 + $(L 
 
 (Nimmt man fiir ^ insbesondere ^5^,, so geht p in 
 iiber und man erhalt den speziellen Satz: Bestimmt man 
 auf einem System paralleler Sehnen einer C 1(3) zu den drei 
 Schnittpunkten auf jeder den Schwerpunkt, so ist der Ort 
 desselben eine gerade Linie, ein Durchmesser der (7 (3) ). 
 
 Multipliziert man die drei Beziehungen 5) bez. mit Oa , 
 Ob , Oc und addiert, so folgt die schon bekannte Be- 
 ziehung 4); multiplizieren wir dagegen die Beziehungen 5) 
 bez. mit OSl, OSS, OS und addieren, so folgt wegen 3) 
 
 Og OSB O(E = aa3 S3@ (% 
 Oa + O6 + Oc ~ a 6 + B c + c o 7 
 nun folgt aber aus den beiden Beziehungen 2) und 4) 
 
 Oa OQ O OQ O 
 + " 
 
 durch Abziehen
 
 26. Metrische Beziehungen. 221 
 
 Q ofro , M> _ A 
 
 + 
 
 Oder 
 
 O , p = 
 
 o b O O C G 
 ebenso 
 
 
 
 b c b a 
 
 o . o _ 
 c o c b 
 
 woraus durch Addition folgt 
 
 o-- o- - 
 
 U b a c J n iB c ^b o l n lc a C b 
 
 also nach 5) 
 
 woraus folgt 
 
 23b Sc _ 
 
 StD.SBD KD fi 
 a D + 670 + C D - 6 ' 
 
 mithin wird die vorige Beziehung 
 
 11) + + . 3 
 
 b c c a a b 
 
 Die Beziehung 10) Ia6t sich aber wegen der Gleichheit 
 
 auch so schreiben 
 
 12) O 5t 2 + D S3 2 + D e 2 = 6 . D^ . O m, 
 
 woraus folgt, daB die Involution, deren Punktepaare 
 
 %*, 99b , ^c 
 
 sind, eine hyperbolische ist, weil ihre Potenz als die 
 Summe dreier Quadrate einen positiven Wert hat. Dies 
 laBt sich auch in folgender'Weise direkt zeigen:
 
 222 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Aus der Gleichheit der Doppelverhaltnisse 
 
 (8<Eb ) -(*$)- |f > 
 
 folgt durch Multiplikation 
 also 
 
 21 S3 2 
 93 (P + CT 2 -(%.(% 
 
 SI S3 2 
 also 
 
 also positiv, mithin die Involution eine hyperbolische. 
 
 Wir bemerken noch die aus dem Werte dieses Doppel- 
 verhaltnisses hervorgehende Beziehung 
 
 (Sta b 93) + (S3b c (s;) + (c Q 2t) - 2. 
 
 Kehren wir aber zu der Beziehung 12) zuriick, so folgt, 
 weil nach 7) DSl + OS + ) = ist 
 
 13) DS3.D( + D(.DSl + )9l.>S3 = - 
 Die linke Seite lafit sich auch so schreiben 
 
 also ist 
 
 023.^6 + )(. $21 =-3. 0^5. Dm, 
 
 osr . ^e + D93 . ^a + o . ^93 - - 3 . o$ . Dm, 
 
 welcne Beziehungen in die Gestalt ubergefiihrt werden konnen 
 , 
 
 woraus endlich auch durch Addition nach 8) hervorgeht 
 16)
 
 26. Metrische Beziehungen. 223 
 
 Indem wir weitere metrische Beziehungen, die sich 
 hieraus ableiten lassen, iibergehen, betrachten wir allein die 
 Beziehungen 15), welche allein zwischen den Punkten 
 
 S(, S3, <, % und m 
 
 obwalten, da es uns vornehmlich darauf ankam, die Ab- 
 hangigkeit des Punktes in von den gegebenen Punkten 
 21, 23, (, $ zu ermitteln. Schreiben wir die Beziehungen 
 15) in der Gestalt: 
 
 in 21 in S3 m 
 
 i en re cvi on "T" 
 
 oder 
 
 " ' 
 
 so ergiebt sich die symmetrischere Gestalt 
 
 und da nach dem Frtiheren (S. 216) 
 
 1 J_ 1 3 
 
 I rf\ rn \^ 
 
 war, so folgt jetzt 
 
 Nun ist aber, wie wir oben (S. 217) gesehen haben, 
 
 1 
 
 folglich haben wir die beiden Beziehungen 
 
 T" 
 
 1 
 
 wo 0, und Dj die beiden Schnittpunkte des durch $ ge- 
 zogenen Strahles mit der konischen Polare $ (2) bedeuten. 
 Hierdurch sind die Punkte D, D x vermittelst einer quadrati- 
 schen Gleichung bestimmt, und indem wir einen verander- 
 lichen Strahl um den festen Punkt $ drehen, erhalten wir
 
 224 Theorie der ebeneii Kurven clritter Ordnung. 
 
 samtliche Punkteder konischen Polare ^5 (2) . Die syranietrische 
 Form der Ausdriicke rechts vom Gleichheitszeichen zeigt 
 uns, daB die Koeffizienten der quadratischen Gleichung auch 
 bekannt sind, sobald nicht alle drei Schnittpunkte 21, 93, (5 
 reell, sondern nur einer reell und die beiden andern kon- 
 jugiert-imaginar sind. 
 
 27. /u sain men hang der Hesseschen Kurve # (3) und 
 der Cayleyschen K I3) mit der gegebenen C (3) . 
 
 1. Wir haben in 23, 4., 5. gesehen, daB in dem Netz 
 von Kegelscbnitten ty (2 \ welcbes die konischen Polaren zu 
 saintlichen Punkten der Ebene riicksichtlich einer (7 (S) bil- 
 den, unendlich viele vorkommen, die in Linienpaare aus- 
 arten, daB die Doppelpunkte dieser Linienpaare eine neue 
 Kurve dritter Ordnung IH S \ die Hessesche der gegebenen 
 (7 (3) , erfiillen und daB ein Punkt O, dessen konische Polare 
 in ein Linienpaar mit dem Doppelpunkte q zerfallt, mit q 
 zusammen ein Paar konjugierter Punkte D und q, fur die 
 jT (3) bildet. Wir wissen ferner aus 6, daB fur eine Kurve 
 dritter Ordnung H (y) die Verbindungslinien | Oq | zweier 
 konjugierten Punkte eine Kurve dritter Klasse K (Z) unihullen, 
 welche die zu H& zugehorige Cayleysche Kurve heiBt; auch 
 ist der Zusamnienhang von H ( ' A) und K^ oben angegeben 
 worden; wir wollen nunmehr den Zusammenhang dieser 
 beiden Kurven mit der gegebenen C (3) , von der sie abhangen, 
 untersuchen. 
 
 Auf der Hesseschen Kurve H'^ giebt es unendlich 
 viele Paare von konjugierten Punkten Qq, welche die 
 Eigenschaft besitzen, daB jeder Punkt der Kurve Strahlen- 
 paare nach ihnen sendet, die eine ihm zugehorige Strahlen- 
 involution bilden. Die Doppelstrahlen derselben umhiillen 
 die K (Z) und sind solche Verbindungslinien Dq je eines 
 Paares konjugierter Punkte der H (3 \ Tn der zu q gehorigen 
 Strahleninvolution entspricht dem Strahle qD | die Tangente 
 in q an der H^' und diese beiden Strahlen durch q tren- 
 nen die Doppelstrahlen harmonisch. Diese Doppelstrahlen
 
 27. Zusammenhang der Hesseschen Kurve fl"' 8 ) etc. 225 
 
 bilden aber aucb, wie wir wissen ( 6), einen ausgearteten 
 Kegelsehnitt des Netzes, und zwar denjenigen, welcher die 
 koniscbe Polare von D 1st. 
 
 Die Tangente in q an H (3) wird von | qO durcb die 
 Doppelstrablen der Involution barmoniscb getrennt, ist also 
 die Polare von Q in Bezug auf das von den Doppelstrahlen 
 gebildete Linienpaar; sie ist mitbin die gerade Polare von Q 
 rucksicbtlicb der C (3 \ uud wir seblieBen den Satz: 
 
 Die geraden Polaren solcber Punkte O, welcbe 
 die H (3} erfiillen, rticksicbtlicb der C (3) sind Tangen- 
 ten der H^\ und zwar in dem jedesmaligen konju- 
 gierten Punkte q zu D, d. h. in dem Doppelpunkte 
 des Linienpaares, in welcbes D (2) ausartet. Bewegt 
 sicb also D auf der H\ so umblillt seine gerade Polare q 
 rucksicbtlicb der C (3) dieselbe Hessesche Kurve H^ und 
 beriibrt in dein jedesmaligen konjugierten Punkte q zu Q. 
 
 2. Wir baben in 23, 3. geseben, daB wenn eine Ge- 
 rade y der H (S] in den drei Punkten D 1; D 2 , O 3 begegnet, 
 deren koniscbe Polaren in Linienpaare ausarten mit den 
 Doppelpunkten q q 2 , q 3; die letzteren paarweise mit je einein 
 der ersteren auf den drei Geraden 
 
 liegen, also die drei Paare konjugierter Punkte D^, O 2 q. 2 , 
 O 3 q 3 die secbs Ecken eines der H^ einbescbriebenen voll- 
 standigen Vierseits bilden. Aus 24, 2. wissen wir, daB die 
 geraden Polaren q l} q 2} q s der Punkte D 1? l 2 , D 3 die Polo- 
 konik ^r (2) der Geraden g beriihren und zwar bez. in den- 
 jenigen drei Punkten q t , q 2 , q 3 , welcbe den Punkten D 1? 
 O 2 , O 3 konjugiert sind rucksicbtlicb der # (3) ; da nun nacb 
 dem vorigen Satze (1.) diese Tangenten q lf q 2 , g s aucb die 
 H (3) beriihren in denselben Punkten q u q 2 , q 3; so folgt 
 der Satz: 
 
 Die Polokonik g ( ' 2) einer Geraden g rucksicbt- 
 licb der C' (3) beriibrt die Hessescbe Kurve H^ in 
 denjenigen drei Punkten q 1; q 2 , q 3 , welcbe konjugiert 
 sind rucksicbtlicb derselben den drei Scbnitt- 
 punkten der Geraden g mit der C (3) . 
 
 Sehr&ter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordn. 15
 
 226 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Die Polokoniken aller Geraden g in der Ebene sind 
 also immer solche Kegelschnitte, welche die H^ im allge- 
 meinen in drei Punkten beriihren und zwar in drei Punkten 
 eines Tripels, wenn die H (3} als Tripelkurve aufgefaBt 
 wird ( 8). 
 
 Diejenigen Eigenschaften, welche wir friiher fiir Tripel- 
 punkte einer C f(3) gefunden haben, gelten also jetzt fiir die 
 Beriihrungspunkte einer Polokonik niit der # (3) . 
 
 3. Fallen insbesondere von den drei Schnittpunkten O 1; 
 D 2 , D 3 einer Geraden g niit der HW zwei zusammen, Qj= Q 2 , 
 so wird die Polokonik # (2) eine vierpunktige Beriihrung mit 
 H (z) haben in demjenigen Punkte q t = q 2 , welch er dem Punkte 
 D! = Q 2 konjugiert ist. 
 
 Die Polokoniken von alien Tangenten der H (5) haben 
 also eine vierpunktige Beruhrung mit dieser Kurve. 
 
 Fallen alle drei Schnittpunkte Qj = D 2 = O 3 zusanimen, 
 d. h. ist g eine Wendetangente der H ( *\ so wird die Polo- 
 konik # (2) riicksichtlich der (7 (3) eine sechspunktige Beruhrung 
 mit der H (3) haben und zwar in demjenigen Punkte der- 
 selben, welcher dem Wendepunkte konjugiert ist. 
 
 Aus dem in 24 7 5. bewiesenen Satze, daB fiir jede 
 der beiden Geraden /, L 1} in welche die konische Polare eines 
 Punktes D zerfallt, auch die Polokoniken / (2) und Z (2) in 
 zwei Linienpaare zerfallen miissen mit dem gemeinsamen 
 Doppelpunkte D, ergiebt sich jetzt, weil alle Polokoniken 
 die H {3 ~> beriihren, der Satz: 
 
 Das Tangentenquadrupel aus einem Punkte Q 
 der ^ (3) an dieselbe besteht aus den beiden Linien- 
 paaren, in welche die Polokoniken derjenigen beiden 
 Geraden ausarten, aus denen die in ein Linienpaar 
 ausartende konische Polare des Punktes D besteht. 
 
 Wir konnen dies Resultat auch so aussprechen: 
 
 Von samtlichen Tangenten der Cayleyschen Kurve 
 K (a) sind die Polokoniken riicksichtlich der (7 (3) Kegelschnitte, 
 welche in Linienpaare ausarten und die Hessesche Kurve 
 H (S) beriihren. Fiir zwei konjugierte Tangenten der K^ 
 (d. h. zwei solche, deren Beriihrungssehne wieder eine Tan-
 
 27. Zusammenhang der Hesseschen Kurve H(*1 etc. 227 
 
 gente der K^ ist) haben die beiden in Linienpaare aus- 
 artenden Polokoniken denselben Doppelpunkt, der auf H (3) 
 liegt und diese vier Strahlen als Tangenten an die H (S} 
 sendet. 
 
 4. Zu jeder Geraden y, welche im allgemeinen der (3) 
 in drei Punkten 21, 33, ( begegnet, gehort allemal eine 
 zweite sie begleitende Ge^rade y', auf welcher die drei 
 Tangentialpunkte 51', 23', (' liegen, in denen die Tangenten 
 an 51, S3, (5 der C zum dritten Male begegnen ( 8, 4 ), 
 ebenso wie zu jeder konischen Polare, welche der C (3) in 
 sechs Punkten begegnet, der sie begleitende Kegelschnitt 
 gehort, auf dem die sechs Tangentialpunkte von jenen liegen. 
 
 Wir haben nun in 25 gesehen, da6 wenn eine ko- 
 nische Polare zerfallt, auch der begleitende Kegelschnitt in 
 ein Linienpaar mit demselben Doppelpunkt ausartet, konnen 
 also jetzt sagen: 
 
 Die beiden Geraden, in welche eine konische 
 Polare ausartet, haben zwei begleitende Gerade, 
 deren Schnittpunkt auf der H (Z) liegt und der- 
 jenige Punkt ist, in welchem die ersteren beiden 
 sich schneiden. 
 
 Nennen wir den Punkt, in welcheni eine Gerade g von 
 der sie begleitenden Geraden g' getroffen wird, den be- 
 gleitenden Punkt der Geraden g, so konnen wir auch 
 sageu : 
 
 Die beiden Geraden, in welche die konische Po- 
 lare eines Punktes D der H (3) ausartet, haben beide 
 ihren begleitenden Punkt auf der J? (3) in demjenigen 
 Punkte q, welcher dem Punkte O konjugiert ist, 
 dessen konische Polare in das Linienpaar ausartet. 
 
 Da jede der beiden Geraden eines Linienpaares, in 
 welches eine konische Polare ausartet, Tangente der C ay- 
 ley schen Kurve X (3) ist, so konnen wir das vorige Resultat 
 auch so aussprechen: 
 
 Jede Tangente der Cayleyschen Kurve K^ hat 
 ihren begleitenden Punkt auf der Hesseschen Kurve 
 H (3 \ und dieser ist der dritte Schnittpunkt der Tan- 
 
 15*
 
 228 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 gente der Cayleyschen Kurve K (3 \ welche zwei kon- 
 jugierte Punkte der H (3) verbindet. 
 
 Umhiillt also eine Gerade die Cayleysche Kurve K&\ 
 so beschreibt der sie begleitende Punkt die Hessesche 
 Kurve H (Z \ oder was dasselbe sagt, die Hessesche Kurve 
 f (3) 1st der Ort der begleitenden Punkte fiir alle Tangenten 
 der Cayleyschen Kurve K (3) . 
 
 Hiernach kann zu einer Tangente der K (S) die sie be- 
 gleitende Gerade immer reell konstruiert werden, auch weun 
 die Schnittpunkte derselben mit der 6' (3) nicht immer alle 
 drei reell sind. Denn die Tangente t der K w verbindet 
 zwei konjugierte Punkte der H (3) und hat einen immer 
 reellen Schnittpunkt q mit derselben; sie hat ferner mit der 
 (3) mindestens einen reellen Schnittpunkt SI, dessen Tan- 
 gentialpunkt ST sei; dann ist | qSl'| = t' die begleitende Ge- 
 rade zu t. 
 
 5. Wahrend zu einer gegebenen (7 (3) nur eine einzige 
 bestimmte H (3) zugehort, namlich der Ort solcher Punkte, 
 deren konische Polaren in Linienpaare ausarten und zu- 
 gleich der Ort der Doppelpunkte dieser Linienpaare, findet 
 das Umgekehrte nicht statt. Nehmen wir eine H^ als ge- 
 gebene Kurve dritter Ordnung an, so giebt es nicht bloss 
 eine, sondern im allgemeinen drei verschiedene Fundamen- 
 talkurven C (3) , fur welche die gegebene H (y) die Hessesche 
 Kurve ist. Denn die gegebene H (3 *> hat im allgemeinen nicht 
 bloss ein, sondern drei verschiedene Systeme von Paaren 
 konjugierter Punkte ( 15). Da ein beliebiger Punkt SI der 
 jtf (3) im allgemeinen vier Tangenten an die Kurve sendet, 
 deren Beriihrungspunkte a l} 2 , a 3 , a 4 seien, die ein voll- 
 standiges Viereck mit den drei auf der C (3) liegenden Dia- 
 gonalpunkten. 
 
 (^02,030^ = 51', (OjOg, O 2 o 4 ) = SI", (0^4,0203) = SI'" 
 bilden, so erhalten wir die drei Systeme, in denen Paare 
 konjugierter Punkte sind 
 
 I. 0,02, * 3 o 4 , m> > %"%'", 
 
 II. 0,03, 020 4 , SISt", STST, 
 
 III. o t o 4 , 0203, StSl'", Sl'Sl".
 
 28. Die Wendepunkte der C. 229 
 
 Durch ein Paar konjugierter Punkte ist das ganze 
 System derselben vollstandig und eindeutig bestimmt. Jeder 
 Punkt der Kurve sendet nach den Paaren konjugierter Punkte 
 Strahlenpaare einer Involution. Die Doppelstrahlen derselben 
 bilden einen ausgearteten Kegelschnitt, welcher, wenn die 
 Kurve die Hessesche H (S) fur eine noch unbekannte Fun- 
 damentalkurve 6 1(8) sein soil, die konische Polare desjenigen 
 Punktes riicksichtlich der C (3) sein mu6, der dem Schnitt- 
 punkt des Linienpaares auf der H (3) konjugiert ist (1.). 
 
 Wir konnen also dem Punkte 31 entweder das Linien- 
 paar o^ ,, io 3 Q 4 | mit dem Doppelpunkte 51' als konische 
 Polare riicksichtlich der zu suchenden Fundamentalkurve 
 C (3) entsprechen lassen (System 1), oder das Linienpaar 
 a i a 3i? I a 2 a <il m it d em Doppelpunkt 51" (System II), oder 
 endlich das Linienpaar j 1 Q 4 |, Q 2 C1 3 | m it dem Doppelpunkt 
 3T" (System III). 
 
 Nehmen wir jetzt einen zweiten Punkt S3 der H (3) und 
 uiachen dieselbe Operation, so ist in jedem der drei 
 Systeme sein konjugierter Punkt S3' (oder S3" oder S3'") 
 eindeutig bestimmt und ebenso auch seine konische Polare 
 riicksichtlich der zu suchenden Fundamentalkurve ( 13 u.14). 
 Wir erhalten also den drei Systemen I, II, III entsprechend drei 
 bestimmte Netze von konischen Polaren. Zu jedem derselben 
 konneu wir nuninehr nach 24, 4. die Fundamentalkurve C (3) 
 herstellen, fiir welche das Netz das der konischen Polaren 
 ist. Wir schlieBen also das Resultat: 
 
 Zu einer gegebenen Kurve dritter Ordnung, als 
 Hessesche Kurve H (i) aufgefaBt, giebt es im allge- 
 meinen drei Fundamentalkurven C (3) , fiir welche die 
 gegebene die zugehorige Hessesche ist. 
 
 28. Die Wendepunkte der 0< 3 >. 
 
 1. Wir sind bereits von zwei verschiedenen Seiten zu 
 den Wendepunkten der C t3) gelangt; einmal sahen wir in 
 7, da6 die beiden Kurven C (3) und $ (3) (letztere umhullt 
 von den Doppelstrahlen aller den Punkten der C (8) zuge-
 
 230 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 horigen Strahleninvolutionen) sich in neun Punkten beriihren 
 und die zu diesen Beriihrungspunkten konjugierten Punkte 
 die Wendepunkte der (7 (3) sind; zweitens sahen wir in 23, 6., 
 daB eine (7 (3) und ihre Hessesche Kurve H (3} sich in den 
 Wendepunkten schneiden. Wir wollen nun den Zusammen- 
 hang der neun Wendepunkte unter einander aufsuchen 
 und dadurch zugleich die Frage nach der Realitat derselben 
 beantworten. 
 
 Nennen wir einen gemeinschaftlichen Punkt der beiden 
 Kurven (7 (8) und $ (3) den Punkt X 7 dann ist sein konju- 
 gierter Punkt X x = 28 ein Wendepunkt der (7< 3 > ( 7). Sei 
 ferner X' und 28' ein zweites derartiges Paar konjugierter 
 Punkte der G' ( % so folgt aus ihnen allemal ein drittes, wie 
 wir wissen, namlich 
 
 (ix 1 , 2828') = 28" 
 
 und 
 
 (X2B', X'28) = X". 
 
 Da aber 28 gleichzeitig der Tangeiitialpunkt von X ist 
 ( 7), d. h. die Tangente in X der C' (3) in dem dritten Punkt 
 3B begegnet, ebenso die Tangente in X' der C (3) in 3S' be- 
 gegnet, so mu6 auch die Tangente in dem dritten Schnitt- 
 punkte von | XX' | niit der C< d. h in 2B" der C i n 
 demjenigen Punkte begegnen, in welchem | 233S23' sie zuni 
 dritten Mai schneidet, d. h. in 223" selbst, also ist 3B" ein 
 dritter Wendepunkt der C (3) , weil seine Tangente drei zu- 
 sammenfallende Punkte mit derselben gemein hat. 
 
 Da ferner die Tangente in X der C (S) in 28 begegnet, 
 die Tangente in 28' der C (3) wieder in 28' begegnet, so muB 
 die Tangente in X" der C^ in dem dritten Schnittpunkte 
 von 28 28' | mit der C&\ d. h. in dem Punkte 28" begegnen; 
 ,also ist 28" der Tangentialpunkt zu X" und zugleich der 
 konjugierte Punkt, niithin X" einer der gemeinschaftlichen 
 Punkte von C (3) und (3) , in dem sich diese beiden Kurven 
 beruhren; mithin gilt der doppelte Satz: 
 
 Die Verbindungslinie zweier verschiedenen 
 Wendepunkte einer C (3) trifft dieselbe allemal in 
 einein dritten W T endepunkte derselben. Die Ver-
 
 28. Die Wendepunkte der CC 8 >. 231 
 
 bindungslinie zweier verschiedenen gemeinsamen 
 Punkte der C und < 3 > trifft die C^ allemal in 
 einem Wendepunkte derselben. 
 
 Wir konnen hiernach sowohl aus zwei Wendepunkten 
 der C (3) allemal einen dritten ableiten, als auch aus zwei 
 gemeinschaftlichen (Beriihrungs-) Punkten der (7 (3) und $ (3) 
 einen Wendepunkt derselben finden, oder auch als konju- 
 gierten Punkt zu letzterem einen dritten Beruhrungspunkt 
 der Kurven (7 (3) und $ (3) erinitteln. 
 
 2. Da die Wendepunkte der C (3) nach dem vorigen Satze 
 iinnier zu je dreien auf einer Geraden liegen, so konnen 
 durch einen Wendepunkt nicht mehr als vier solcher Ge- 
 raden gehen, deren jede auBer dem ersten noch zwei weitere 
 Wendepunkte der (7 {3) enthalt; denn es giebt nur neun Wende- 
 punkte, also auBer dem zuerst angenommenen nur noch acht. 
 
 Hiernach scheint es 9 . 4 == 36 solcher Geraden zu geben, 
 die je drei Wendepunkte enthalten; da aber jede Gerade 
 hierbei dreimal auftreten muB, namlich bei jedem der drei 
 Wendepunkte, welche sie enthalt, einmal, so reduziert sich 
 die vorige Anzahl auf zwolf, also: 
 
 Die neun Wendepunkte einer (7 (3) liegen zu je 
 dreien auf zwolf Geraden ( Wendepunktslinien), in 
 dem durch jeden Wendepunkt vier Wendepunkts- 
 linien gehen. 
 
 Gehen wir von einer Wendepunktslinie aus, auf welcher 
 die drei Wendepunkte 
 
 28 * 28 2 28 3 
 
 liegen niogen, so gehen durch 28} noch drei iibrige Wende- 
 punktslinien, deren jede zwei weitere Wendepunkte enthalt; 
 ebenso durch 28 \ und durch 28 3 ; wir haben also schon zehn 
 Wendepunktslinien und es bleiben also nur noch zwei ubrig, 
 die durch keinen der drei Wendepunkte 28}, 28 *, 28^ gehen 
 konnen; sei eine derselben diejenige, welche drei Wende- 
 punkte 
 
 * 
 
 2 7 
 
 enthalt, dann haben wir jetzt elf Wendepunktslinien, namlich 
 die beiden
 
 232 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 und die neun Verbindungslinien je eines der drei ersten mit 
 einem der drei letzten Punkte; es bleibt daher nur noch 
 eine einzige, zwolfte Wendepunktslinie ubrig, die durch keinen 
 der frtiheren sechs Wendepunkte gehen kann, folglich die 
 drei letzten Wendepunkte 
 
 2B 1 28 2 2B 3 
 enthalten muB. 
 
 Ein solches Dreiseit, welches von den drei Geraden 
 
 gebildet wird, wollen wir ein Wendepunktsdreiseit nennen 
 von der Beschaifenheit, daB jede Seite desselben drei ver- 
 schiedene Wendepunkte enthalt, also samtliche Wendepunkte 
 erschopft werden und zu je dreien in den Seiten des Drei- 
 seits liegen. 
 
 Aus diesem Wendepunktsdreiseit erhalten wir nun die 
 neun- noch fehlenden Wendepunktslinien auf folgende Art: 
 
 Die Verbindungslinie | 28 {282 | muB noch einen dritten 
 Wendepunkt enthalten, der auf der dritten Seite des Wende- 
 punktsdreiseits liegen muB; wir konnen ihn 28?, nennen; 
 ebenso wird die Verbindungslinie |2B 2 28rj| einen dritten 
 Wendepunkt enthalten, den wir 28* nennen und von dem 
 vorigen 28^ verschieden annehmen dtirfen; endlich wird 
 | 28 3 28 jj | noch einen dritten Wendepunkt enthalten, den 
 wir 2B 3 , nennen konnen; jetzt sind aber alle Wendepunkte 
 erschopft; ziehen wir also |2BJ2S.^| 7 so kann die Verbin- 
 dungslinie als dritten Wendepunkt weder 28 3 noch 28 jj ent- 
 halten, weil sonst vier Wendepunkte auf einer Geraden 
 liegen wiirden, was widersinnig ist; es muB also 28^28! | 
 den dritten Wendepunkt 28 jj enthalten; ebenso muB 
 | 2B}28 3 ! den dritten Wendepunkt 28*, 
 
 3 
 
 ' 8 1 
 
 1 I 2B 2 
 
 -2 \ n )) n ^ s > 
 
 2 ' 1
 
 28. Die Wendepunkte der CW. 233 
 
 enthalten. Wir erhalten hiernach folgende zwolf Wende- 
 
 punktslinien, welche wir gleichzeitig als vier Wendepunkts- 
 dreiseite ordnen 
 
 SJSBJSS; 
 
 jaB'SBJ 
 
 i 1 ^ 2 ^ 3 
 
 '3 *3 W 8 
 
 \**wi 
 
 i'SB'SBJ 
 
 (1993*9938 
 
 ' | 'W g /W O 
 
 jssmaflngi 
 
 ' i /W a 'VV Q 
 
 Saggiggs 
 'i '"'2 ' U3 3; 
 
 d. h.: 
 
 Die neun Wendepunkte einer (7 (3) liegen zu je 
 dreien auf zwolf Geraden, von denen immer vier 
 durch jeden der neun Wendepunkte gehen. Diese 
 zwolf Wendepunktslinien lassen sich auf vier Arten 
 zu je dreien so ordnen, da6 diese ein Wendepunkts- 
 dreiseit bilden, dessen drei Seiten je drei, also 
 samtliche neun Wendepunkte enthalten. Es giebt 
 also vier Wendepunktsdreiseite. Diese merkwiirdige Eon- 
 figuration von Punkten und Geraden in der Ebene ist leider 
 nicht vollst'andig reell, wie wir sogleich sehen werden. 
 
 3. Nennen wir die drei Seiten eines Wendepunkts- 
 dreiseits 
 
 '3 
 
 und die Ecken desselben 
 
 so befinden sich auf jeder Seite fiinf Punkte, namlich die 
 beiden Ecken des Wendepunktsdreiseits und die drei Wende- 
 punkte, welche diese Seite enthalt. 
 
 Projizieren wir diese funf Punkte der Seite S 2 
 
 9S 1 9B 2 2B 3 21 21 
 
 'S'W O 'W ., 'N-^r 7 Q ^^9 t J ^*~9 
 
 von den drei Wendepunkten 
 
 SBJ, 35^, SS 
 
 der Seite Sj aus auf die Seite s s , so erhalten wir auf der- 
 selben drei projektive Punktreihen desselben Tragers, die 
 so lauten
 
 234 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 T\ f^ft 2 ^ 1 2B 3 9 
 A {jx> 3 <&> 3 -u> o 
 
 die sich auch so schreiben lassen 
 
 Wir erkennen hieraus die cyklischen Projektivitaten 
 
 (2B 3 2 2 3 S;r) A (SB J SB S SB 5) 7\ (SBjaBSSB!), 
 deren Doppelpunkte 21 31 und 5I 32 sind; also bilden diese 
 fiinf Punkte auf der Geraden s 3 ein aquianharmonisches 
 System, wie wir in 21, 3. gesehen haben, und von deni 
 wir wissen, daB wenn die drei bestimmenden Punkte SS. 1 , , 
 3Sg, 2B 3 reell sind ; die beiden Doppelpunkte 51 317 21 3 , kon- 
 jugiert-imaginar sein niiissen; dagegen wenn von den drei 
 Punkten 28 J, SB?, SBg nur einer reell und die beiden andern 
 konjugiert-imaginar sind, die beiden Doppelpunkte S1 31 , 5( 32 
 reell sein miissen. Wir haben also das Ergebnis: 
 
 Auf jeder der drei Seiten eines Wendepunkts- 
 dreiseits bilden die drei in ikr liegenden Wende- 
 punkte und die beiden Ecken des Dreiseits ein 
 aquianharmoniscbes System von fiinf Punkten. Oder: 
 
 Bildet man aus den drei auf einer Wendepunkts- 
 linie liegenden Wendepunkten eine cyklische Pro- 
 jektivitat, so sind die Doppelpunkte derselben die 
 Scbnittpunkte der beiden iibrigen Wendepunkts- 
 linien, welcbe mit der ersteren ein Wendepunkts- 
 dreiseit bilden. 
 
 3. Aus der Natur eines aquianharnioniscken Systems, 
 welche wir in 21, 3. naber studiert haben, geht hervor, 
 daB mehr als drei Wendepunkte nicht reell sein konnen 
 und diese auf einer Geraden liegen miissen; denn waren drei 
 Wendepunkte reell, die nicht auf einer Geraden lagen, so 
 wiirden die drei Verbindungslinien je zweier drei neue reelle 
 Wendepunkte liefern, und diese mit den ersteren in der 
 einzig noch moglichen Weise verbunden, die drei letzten
 
 28. Die Wendepunkte der 
 
 235 
 
 Wendepunkte; es muBten also samtliche neun Wendepunkte 
 reell sein, mithin aucb samtliche vier Wendepunktsdreiseite 
 und deren Ecken; dann batten wir aber aquianharmonische 
 Systeme von fiinf reellen Elementen, was unmoglich ist, 
 also ist unsere Annahme unzutreffend, und es konnen 
 hochstens drei auf einer Geraden liegende Wende- 
 punkte reell sein. 
 
 Aus ahnlichen Griinden ka.nn auch hochstens nur ein 
 Wendepunktsdreiseit vollstandig reell sein. Denn waren zwei 
 Wendepunktsdreiseite vollstandig reell, so waren auch ihre 
 sechs Ecken reell; die drei Punkte, in welchen eine Seite 
 des zweiten den drei Seiten des ersten begegnet, sind aber 
 drei Wendepunkte; also batten wir auf derselben fiinf reelle 
 Elemente eines aquianharmonischen Systems, was wider- 
 sinnig ist; also es kann hochstens ein Wendepunkts- 
 dreiseit vollstandig reell sein; dann enthalt jede 
 Seite desselben nur einen reellen und zwei kon- 
 jugiert-imaginare Wendepunkte, und die drei reellen 
 Wendepunkte liegen auf einer Geraden; es kann also 
 hochstens nur vier reelle Wendepunktslinien geben, 
 von denen drei das reelle Wendepunktsdreiseit bilden. 
 
 4. DaB nun diese einzig nioglichen Falle wirklich ein- 
 treten, wollen wir unter der Voraussetzung, daB inindestens 
 ein Wendepunkt der C (3] immer reell sein muB, nachweisen. 
 Die Existenz mindestens eines reellen Wendepunktes wird 
 nachtraglich erwiesen werden. 
 
 Gruppieren wir, wie in 2. die neun Wendepunkte auf den 
 zwolf Wendepunktslinien, die wir jetzt besonders bezeichnen 
 wollen, um ihre Realitat zu erkennen, in folgender Weise 
 
 = So 
 
 = t 9 
 
 so folgt hieraus
 
 236 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 und hierdurch ist die gauze Konfiguration gegeben. Nehmen 
 wir nun an, daB wenigstens einer der neun Wendepunkte 
 reell sei, namlich x 
 
 dann gehen von ihm aus nach den Punkten 
 
 SB 1 SB 2 SB 3 
 die drei Strahlen 
 
 *i> u i> v i, 
 
 welche in cyklisch-projektive Beziehung gesetzt zwei Doppel- 
 strahlen liefern, von denen der eine s l sein muB und der 
 andere den Schnittpunkt (s 3 s 2 ) mit dem Punkte SB} ver- 
 bindet; diese wollen wir zur Abkiirzung 
 
 nennen. Die fimf Strahlen 
 
 i f 
 
 eines aquianharmonischen Strahlensystems mussen von der 
 Beschaffenheit sein, daB entweder t t , u^ , v l reell, s t , s[ konjugiert- 
 imaginar sind, oder s l} s[ reell und von t i} u lf v t nur einer reell 
 und die beiden andern konjugiert-imaginar sind. Die erstere 
 Annahme ist, wie wir jetzt sehen werden, unzulassig; denn 
 waren t l) u 1) v l alle drei reelle Strahlen, so konnte doch nur 
 einer derselben drei reelle Wendepunkte enthalten, die beiden 
 andern miiBten auGer dem reellen Wendepunkt SB} je zwei 
 konjugiert-imaginare Wendepunkte enthalten; seien diese 
 
 MI = | SBJiSBg | und v 1 =|SB 2 SB|!. 
 Die vier imaginaren Punkte SB 2 , SB 3 und SB!, SB* 
 liegen also auf einem reellen Linienpaar und bilden ein 
 imaginares vollstandiges Viereck, von dem bekanntlich die 
 drei Diagonalpunkte reell sein miissen und von dem ein 
 Seitenpaar reell ist, die beiden andern konjugiert-imaginiir 
 sind; die reellen Diagonalpunkte konnen in bekannter Weise 
 konstruiert werden, sie sind nun
 
 28. Die Wendepunkte der 0^. 237 
 
 (2B 2 2B 3 203 a 2B 3> > = fs <? ) 
 
 \ x >2 x> ->) 3 3' U3 3/ V 6 2 6 3^; 
 
 (28-2B- 2B 8 2B 3N > = (ft V 
 v^a^s* **i **f / v* *8/j 
 
 der Punkt (s 2 s 3 ) miiBte also reell sein, folglich auch der 
 Strahl s' l} mi thin auch der andere Doppelstrahl Sj der 
 cyklisch-projektiven Biischel, also alle fiinf Elemente des 
 aquianharmonischen Systems muBten reell sein, was wider - 
 sinnig ist. 
 
 In gleicher Weise wiirden wir auf einen Widerspruch 
 kommen, wenn wir annehmen, daB t t und v i oder ^ und 1 
 zwei reelle Strahlen waren, welche je zwei konjugiert- 
 imaginare Wendepunkte enthalten; es ist also die Annahme, 
 da.B alle drei Strahlen t lf u l} v l gleichzeitig reell sind, un- 
 zulassig und es bleibt nur die Moglichkeit iibrig, da6 einer 
 derselben reell, die beiden andern konjugiert-imaginar sind. 
 Dann miissen die beiden Doppelstrahlen Sj , s[ reell sein. 
 Da dies fur den reellen Wendepunkt SS} nachgewiesene 
 Resultat fiir jeden reellen Wendepunkt gelten muB, so konnen 
 wir den Satz aussprechen: 
 
 Durch einen reellen Wendepunkt der (7 (3) gehen 
 immer vier Wendepunktslinien, von denen zwei reell 
 und die beiden andern konjugiert-imaginar sein 
 miissen. 
 
 5. Wir schliefien weiter, indem wir von den drei Strahlen 
 ti> u i> V D ^ en ersten ^ als den reellen und die beiden andern 
 u lf v l als die konjugiert-imaginaren annehmen, und betrachten 
 das von den vier imaginaren Wendepunkten auf u l} v i 
 
 SS 2 2S 3 23S 3 2B 2 
 
 * M 2> I<M S) * M 2 > ***$ 
 
 gebildete vollstandige Viereck, welches durch ein imaginares 
 Linienpaar verbunden wird; dasselbe hat drei reelle Diagonal- 
 punkte <!K . 1 . , . 
 
 i-C%iX ( S 2 S 3 )> (^2^3); 
 
 in dem ersten kreuzt sich ein imaginares Seitenpaar dieses 
 vollstandigen Vierecks, folglich muB sich in dem zweiten 
 auch ein imaginares und in dem dritten ein reelles Seiten- 
 paar kreuzen, denn das dritte Seitenpaar ist immer eine 
 Folge der beiden ersten, und sind diese beiden konjugiert-
 
 238 Theorie der ebenen Kurren dritter Ordnung. 
 
 imaginar (vertreten durch zvvei elliptisehe Strahleninvolutionen), 
 so muB das dritte Seitenpaar reell sein, als Doppelstrahlen 
 einer in bekannter Weise zu konstruierenden hyperbolischen 
 Strahleninvolution. 
 
 Es muB also von den beiden Strahlenpaaren 
 
 s 2 und s 3 , / 2 und t s 
 
 das eine reell, das andere konjngiert- imaginar sein; nennen 
 wir das reelle s 2 und s 3 , dann niuB auch auf s 2 der dritte 
 Wenclepunkt 233 2 und auf s s der dritte Wendepunkt SOB* reell 
 sein und wir haben die reelle Wendepunktslinie 
 
 t = I SB 1 1 1 I 
 'i I ^i *a *&3 \t 
 
 also die vier reellen Wendepunktslinien 
 
 s \y s '2) S 3> h 
 
 von denen s lf s 2 , s 3 ein reelles Wendepunktsdreiseit bilden. 
 Von den neun Wendepunkten sind also nur die drei 
 
 j, K, 8B1 
 
 reell, welche auf der Wendepunktslinie ^ liegen, die iibrigen 
 sechs milssen paarweise konjugiert- imaginar sein, njimlich 
 
 2 2B 3 auf s 
 
 i *JJ I tllll oj 
 
 ^ 3 ^ 3 S 3 ' 
 
 Von den zwolf Wendepunktslinien sind die vier 
 
 S l) S 2) S 3> h 
 
 reell; die iibrigen miissen auch paarweise konjugiert -imaginiir 
 sein, namlich t 2 und t s haben nur den einen reellen Schnitt- 
 
 und es ist 
 
 (u v } 2B 1 (it r } 9B 1 (u v } = 2B 1 
 
 \1*lV t } "tw 17 V"2 t 2/ **?> l$S V fcJ ' CU 25 
 
 die elliptischen Strahleninvolutionen, cleren imaginare Doppel- 
 strahlen ti l v 1) 2 r 2 , t* 3 v 3 sind, lassen sich aber reell kon- 
 struieren. 
 
 Wir haben demgemaB unter der Voraussetzung, daB immer 
 mindestens einer (228 {) der neun Wendepunkte einer 6 1<3) 
 reell sei, was spater ( 30) nachgewiesen werden soil, fol- 
 gende Lage der Wendepunkte ermittelt:
 
 28. Die Wendepunkte der 0< s \ 239 
 
 Von den neun Wendepunkten sind drei reell 
 and liegen auf einer Geraden (Wendepunktslinie), 
 die iibrigen sechs sind paarweise konjugiert-ima- 
 ginar und liegen auf drei reellen Geraden, deren 
 jede durch einen der drei reellen Wendepunkte 
 geht und auBer diesem zwei weitere koujugiert- 
 imaginare Wendepunkte enthalt. Diese drei reellen 
 Wendepunktslinien bilden das einzige reelle Wende- 
 punktsdreiseit; es giebt also, indem wir zu ihnen 
 die erste Wendepunktslinie hinzufiigen, nur vier 
 reelle Wendepunktslinien, die iibrigen acht sind 
 paarweise konjugiert-imaginar, mimlich durch jeden 
 der drei reellen Wendepunkte gehen auBer den 
 beiden reellen Wendepunktslinien noch je zwei 
 konjugiert-imaginare Wendepunktslinien, was zu- 
 sammen sechs macht. Das letzte Paar zweier kon- 
 jugiert - imaginiirer Wendepunktslinien hat zum 
 reellen Doppelpunkt denjenigen gegeniiberliegenden 
 Eckpunkt eines Wendepunktsdreiseits, von welchem 
 nur eine Seite reell ist, auf der die drei reellen 
 Wendepunkte liegen, und die beiden andern Seiten 
 konjugiert-imaginar sind. 
 
 Da6 von den neun Wendepunkten einer C (3) mindestens 
 einer reell sein muB, folgt schon daraus, daB ihre Anzahl 
 eine ungerade ist und sie die Durchschnittspunkte der beiden 
 reellen Kurven (7 |3) und H^ sind; doch wird der strengere 
 Nachweis spater ( 30) geliefert warden.* 
 
 * Die hier gegebene Ableitung der gegenseitigen Lage der neun 
 Wendepunkte let aus einer Bemerkung von A. Clebsch entsprungen 
 in seiner Abhandlung: ,,t)ber einen Satz von Steiner und einige 
 Punkte der Theorie der Kurven dritter Ordnung" (Borchardts Journal 
 f. Math. Bd. 63 S. 120). Vergl. auch die neuerdings erschienene In- 
 augural-Dissertation von A. Witting: ,,t!Tber eine der Hesseschen 
 Konfiguration der ebenen Kurve dritter Ordnung analoge Konfiguration 
 im Eaume" (Dresden 1887).
 
 240 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten, den 
 
 Wendetangenten und den harmonischen Polaren der 
 
 Wendepunkte. 
 
 1. Wir haben in 10, 1. gesehen, da6 die neun Durch- 
 schnittspunkte zweier Kurven dritter Ordnung eine Gruppe 
 von neun associierten Punkten bilden, d. h. die Eigen- 
 schaft besitzen, dafi jede Kurve dritter Ordnung, welche 
 durch acht derselben geht, auch durch den neunten (not- 
 wendigen) Punkt hindurchgehen muB. Da nun die drei 
 Seiten des einen reellen Wendepunktsdreiseits ( 28, 5.) eine 
 spezielle Kurve dritter Ordnung bilden, die durch die Wende- 
 punkte der C^ hindurchgeht, so folgt: 
 
 Die neun Wendepunkte der C (3) bilden eine 
 Gruppe von neun associierten Punkten. (S. 198.) 
 
 Wir haben ferner in 23, 6. gesehen, da6 fur einen 
 Wendepunkt 293 einer (7 (3) seine konische Polare in ein 
 Linienpaar ausartet, dessen einer Teil die Tangente t& im 
 Wendepunkt und dessen anderer Teil eine bestimmte Gerade 
 w, die harmonische Polare des Wendepunkts 1st, der Ort 
 der vierten harmonischen Punkte auf alien durch 28 ge- 
 zogenen Strahlen, welche von 28 harmonisch getremit werden 
 durch jedes Paar von den beiden iibrigen Schnittpunkten 
 des Strahles mit der C (8) . (Diese vierten harmonischen 
 Punkte sind immer reell, sobald 28 reell ist, auch wenn 
 die beiden iibrigen Schnittpunkte des Strahles mit der (7 (3; 
 konjugiert-imaginar sind.) Auch gilt das Umgekehrte: 
 Wenn fur einen Punkt 28 der C r(3) die konische Polare in 
 ein Linienpaar ausartet, so ist 28 ein Wendepunkt, und das 
 Linienpaar die Wendetangente tw und die harmonische 
 Polare w. 
 
 Da nun in dem Biischel von Kurven dritter Ordnung, 
 dessen neun Grundpunkte die Wendepunkte der (7 (3) sind, 
 durch jeden Wendepunkt 28 vier Wendepunktslinien gehen, 
 welche in je zwei weiteren Wendepunkten der C< 3) begegnen, 
 so liegen die zugeordneten vierten harmonischen Punkte auf 
 der harmonischen Polare w. Fur jede andere Kurve dritten
 
 29. Beziekungen zwischen den Wendepunkten etc. 241 
 
 Grades, die dera Biischel angehort, bleibt also die harmonische 
 Polare w ungeandert, folglich muB auch fiir diese der Punkt 
 2B ein Wendepunkt sein, weil seine konische Polare in ein 
 Linienpaar ausartet, also: 
 
 Fiir jede Kurve dritter Ordnung des Biischels, 
 dessen Grundpunkte die neun Wendepunkte einer 
 C (3) sind, sind diese Punkte gleichzeitig die Wende- 
 punkte derselben. 
 
 Unter den Kurven dieses Biischels , welches ein syzy- 
 getisches genannt wird, kommen insbesondere vier Linien- 
 tripel vor, die Seiten der vier Wendepunktsdreiseite, sowie 
 auch die Hessesche Kurve H&> ( 23,6.). 
 
 2. Die harmonische Polare w eines Wendepunktes 2B 
 enthalt, wie wir wissen, die Beriihrungspunkte der drei 
 iibrigen Tangenten (auBer der Wendetangente gg selbst), 
 welche sich von 28 an die C^ legen lassen. Ziehen wir 
 nun durch 28 zwei beliebige Strahlen, welche in ao t und 
 bb : der (7 (3) noch begegnen mogen, dann wird die har- 
 nionische Polare w dadurch zu finden sein, daB wir die 
 beiden Punkte 
 
 (ab, a^J und (ab 1? OjB) 
 
 ermitteln, deren Verbindungslinie bekanntlich durch die 
 vierten harmonischen Punkte zu CN^ und Bb 17 dem 2B zu- 
 geordnet, gehen muB, also die harmonische Polare w ist. 
 
 Lassen wir aber dem Strahle ! dC^ | den Strahl | bb x | 
 unendlich nahe riicken, so geht ab | in die Tangente fiir 0, 
 | a^ | in die Tangente fiir c^ an der C iS) iiber, der Schnitt- 
 punkt beider Tangenten liegt also auf der harmonischen 
 Polare , und es gilt der Satz: 
 
 Zieht man durch einen Wendepunkt 2B der C {3) 
 einen veranderlichen Strahl und in den beiden 
 tibrigen Schnittpunkten desselben mit der (8) die 
 beiden Tangenten, so bewegt sich der Schnittpunkt 
 derselben auf einer Geraden, der harmonischen 
 Polare des Wendepunktes 2B. 
 
 Rucksichtlich eines Wendepunktes besitzt also die C (y> 
 dieselbe Eigenschaft, wie der Kegelschnitt rucksichtlich 
 
 Sohr3ter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordn. 16
 
 242 Theorie der ebenen KuiTen dritter Ordnung. 
 
 jedes Punktes der Ebene und der ihm zugehorigen 
 Polare. 
 
 Zieht man insbesondere durch SB eine Wendepunktslinie, 
 welch e also zwei weitere Wendepunkte der (7 (3) enthalt, so 
 miissen die Wendetangenten derselben sich auf der har- 
 monischen Polare des ersten Wendepunkts schneiden, also: 
 
 Der Schnittpunkt zweier Wendetangenten liegt 
 auf der harmonischen Polare des dritten Wende- 
 punkts, in welchem die Verbindungslinie der beiden 
 ersten Wendepunkte der C (3) begegnet. 
 
 Zieht man durch einen Wendepunkt SB der C< 3) drei 
 beliebige Sekanten 
 
 so konnen diese als eine ausgeartete Kurve dritter Ordnung 
 aufgefaBt werden; die neun Durchschnittspunkte derselben mit 
 der C (3) haben nun die drei Punkte SB, SB, SB (zusammen- 
 fallend) auf einer Geraden, folglich miissen die sechs iibrigen 
 auf einem Kegelscnnitt liegen, also: 
 
 Zieht man durch einen Wendepunkt einer C (3 ' 
 drei beliebige Sekanten 
 
 2821231, ISBUMB'!, |2B2l"93"!, 
 
 so liegen die sechs iibrigen Durchschnittspunkte 
 derselben mit der 6 r(3) auf einem Kegelschnitt ; 
 dessen Polare von dem Punkte SB die harmonische 
 Polare des Wendepunkts 233 ist. 
 
 Liegen insbesondere S(, 51 ', 21" auf einer Geraden, so 
 miissen auch 33, S3', 93" auf einer Geraden liegen. Hieraus 
 ergiebt sich der Satz: 
 
 Schneidet eine beliebige Gerade die C (3) in den 
 drei Punkten $ ; 2l f , 21" und werden dieselben mit 
 einem Wendepunkt SB durch drei Strahlen ver- 
 bunden, so liegen deren dritte Schnittpunkte auf 
 einer zweiten Geraden, und der Schnittpunkt dieser 
 beiden Geraden ist ein Punkt der harmonischen 
 Polare des Wendepunkts SB. 
 
 3. Ist SB ein Wendepunkt der C (8) und w seine har- 
 monische Polare, so wird fur einen durch SB gezogenen
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten etc. 243 
 
 Strahl | $321$ die Tangente in 21 die Gerade w in dem- 
 selben Punkte 9$ treffen, wie die Tangente in 93, wie wir 
 in 2. gesehen haben; also wird auch umgekehrt, wenn von 
 einem Punkte ty der Geraden w eine Tangente | $P31 | an 
 die G T|3) geht, noch eine zweite Tangente | $$93 | an dieselbe 
 gehen miissen, so daB die Beriihrungssehne | 3193 | durch 3B 
 geht. Geht aus 9$ noch eine andere Tangente |^52l f | an 
 die C (3) , so wird auch noch eine weitere Tangente | SJS93' 
 an die C (3) gehen, sodaB | 2('93' ebenfalls durch S93 geht, 
 und geht endlich aus 9$ noch eine dritte Tangente | SJS31" | 
 an die (,' (y) , so wird noch eine andere Tangente | ^593"| an 
 dieselbe gehen, sodaB |3I"93"| auch durch 223 geht. Die 
 sechs Tangenten, welche sich im allgemeineu aus einem 
 Punkte ty der Geraden w an die 6'< 3) legen lassen, zerfallen 
 also in drei Paare 
 
 ||3l 'und | $8, |$'|und ^JB'|, |^"| und |$93"|, 
 und die drei Beriihrungssehnen 
 
 !3I$ , 3l'93'|, |3("93 r '| 
 gehen durch denselben Puukt 925. 
 
 Da nun, wie wir wissen, die sechs Punkte 31, 93, 31', 93', 
 31", 53" auf einem Kegelschnitt liegen miissen (2.), der die 
 konische Polare ^S (2) des Punktes ty ist, so bilden die vorigen 
 drei Strahlenpaare eine Strahlenin volution, deren Doppel- 
 strahlen die beiden Geraden | $J$2B | und w sind. Fur diesen 
 Kegelschnitt sind also 393 und w Pol und Polare. Wir 
 konnen also den Satz aussprechen: 
 
 Fur alle Punkte 9$ der harmonischeu Polare w 
 eines Wendepuiikts 923 bilden die konischen Polaren 
 ^ (2) ein Kegelschnittbiischel, welches 993 und iv ge- 
 meinsam zu Pol und Polare hat. Die geraden Po- 
 laren fur alle Punkte ^5 von iv laufen daher sarnt- 
 lich durch den Wendepunkt 203. 
 
 4. Aus der Konfiguration der Wendepunkte, Wende- 
 punktslinien und Wendepunktsdreiseite, wie wir sie in 
 28, 4. zusammengestellt haben, lassen sich nun auch die 
 harmonischen Polaren der neun Wendepunkte herstellen 
 
 16*
 
 244 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 vermittelst der Eigenscbaften des vollstandigen Vierecks. 
 Da namlicb durcb 28} die beiden Strablen 
 
 geben, so miissen in dem vollstandigen Viereck 
 
 die beiden Diagonalpunkte 
 
 verbunden die harmonische Polare des Wendepunkts 28} 
 geben, weil sie zwei Punkte von demOrte aller vierten harmo- 
 niscben Punkte auf den durcb 25} gezogenen Strablen sind. 
 Diese Punkte (w. ? tO, (v 9 v) sind aber gleicbzeitig zwei 
 
 \ 6 O/ / \ S Os O 
 
 Ecken von Wendepunktsdreiseiten, deren wir die vier haben 
 
 Bezeichnen wir daher die zwolf Ecken dieser vier 
 Wendepunktsdreiseite 
 
 so werden sicb aus diesen zwolf Punkten zu je vieren die 
 harmoniscben Polaren 
 
 * 
 
 der Wendepunkte 28 ; " zusammeusetzen lassen, wie folgt 
 
 ^,3 = j ^Xgllg^., , 
 
 ^3 = , (g^gll^! 
 
 Hieraus geben aber wieder die zwolf Punkte @,, 
 U,-. S3 i in der Weise bervor
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten etc. 245 
 
 l> / 1 8 2 \ 
 
 \5 l = (W^ M'g Z/3 ) , 
 
 Dies laBt sich in Worten folgendermaBen aussprechen: 
 
 Die neun harruonischen Polaren der Wende- 
 punkte einer G'' 3) gehen zu je dreien durch die zwolf 
 Ecken der vier Wendepunktsdreiseite, sodaB jede 
 harmonische Polare vier von den Ecken der Wende- 
 punktsdreiseite enthalt. Die harmonischen Polaren 
 solcher drei Wendepunkte, welche auf einer Geraden 
 (Wendepunktslinie) liegen, schneiden sich allemal 
 in einem Punkte, namlich in der Gegenecke des- 
 jenigen Wendepunktsdreiseits, von welcheni jene 
 Gerade eine Seite ist. Die neun harmonischen Po- 
 laren bilden eine ganz analoge Konfiguration, wie 
 die Wendepunkte selbst, indem nur die eine der 
 andern dual gegeniibersteht. Der Zusammenhang 
 beider Konfigurationen ist derartig, daB die Wende- 
 punktsdreiseite der urspriinglichen Konfiguration 
 identisch zusanimenfallen mit den analogen Drei- 
 ecken der dual gegenuberstehenden, indeni die 
 Ecken dieser vier Dreiecke die Gegenecken jener 
 vier Dreiseite sind. 
 
 Hieraus folgt denn auch, daB die neun harmonischen 
 Polaren hinsichtlich ihrer Realitat und gegenseitigen Lage 
 sich genau ebenso verhalten, wie die Wendepunkte selbst, 
 also z. B.: 
 
 Die drei harmonischen Polaren, welche durch 
 eine Ecke eines Wendepunktsdreiseits gehen, bil- 
 den mit den beiden Seiten des Dreiseits in dieser 
 Ecke ein aquianharmonisches System von fiinf 
 Strahlen, indem die drei ersteren die cyklisch-pro- 
 jektiven Elemente und die beiden letzteren die 
 Doppelelemente des Systems sind. 
 
 5. Betrachten wir ein Wendepunktsdreiseit und eine der 
 iibrigen Wendepunktslinien, z. B.
 
 246 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Sj, s 2; S 3 und t lf 
 
 so bilden dieselben ein vollstandiges Vierseit, dessen drei 
 Paar Gegenecken sind 
 
 @ t und SB}, 
 
 <S 2B 1 
 
 ^2 '" 3 >. ) 
 
 gftti. 
 3 n *$) 
 
 die Strahlenpaare, welche von X L nach diesen drei Paar 
 Gegenecken gehen, bilden bekanntlich eine Strahleninvolution, 
 deren Strahlenpaare sind 
 
 w\ und 
 
 die G erade ^ = 2B } SB !, SS * | wird also von den drei har- 
 monischen Polaren w[ } tvl, w% in solchen drei Punkten ge- 
 troffen, welche konjugiert sind den Punkten SB{, 2Bi, SBg 
 und mit diesen drei Punktepaare eine Punktinvolutioii 
 bilden, also: 
 
 Eine Wendepunktslinie, welche drei Wende- 
 punkte enthalt, wird von den drei harmonischen 
 Polaren derselben in drei neuen. Punkten getroffen; 
 die drei Punktepaare gehoren einer Involution an. 
 
 Diejenigen neun Punkte, in welchen die Tangenten der 
 Wendepunkte (Wendetangenten) von den ihnen zugehorigen 
 harmonischen Polaren getroffen werden, liegen bekanntlich auf 
 der Hesseschen Kurve H (3 \ weil sie die Doppelpunkte 
 solcher Linienpaare sind, in welche die konischen Polaren 
 der Wendepunkte ausarten; und es sind imrner ein Wende- 
 punkt 2S und der Schnittpunkt (%, w) ein Paar konjugierte 
 Punkte fur die H. 
 
 Wir haben aber gesehen, daB die Wendepunkte der C' (3) 
 gleichzeitig Wendepuukte der H^ sind und daB ein Wende- 
 punkt der H (3) ein solcher Punkt ist, welcher gleichzeitig 
 Tangentialpunkt fur seinen konjugierten Punkt ist. Hieraus 
 folgt, daB der Weuclepunkt 2B Tangentialpunkt sein niuB 
 zu dem Schnittpunkte (%, ui) . filr die H\ also niuB die
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten etc. 247 
 
 Tangente fo$ die Hessesche Kurve _H (3) . in diesem Schnitt- 
 punkte (/SB, iv) beruhren. * Daher erhalten wir den Satz: 
 
 Die Wendetangenten der (3) beruhren ihre H (S) 
 in denjenigen Punkten, in welchen jede Wende- 
 tangente von der harmonischen Polare ihres Wende- 
 punkts getroffen wird. 
 
 Die Hessesche Kurve f (3) und die Cayleysche Kurve 
 K^ } stehen in derselben Beziehung zueinander, wie die 
 friiher von uns betrachtete urspriingliche Kurve (7 (3) und 
 die zu ihr gehorige $ (3) ( 1, 5.). 
 
 Die Kurven H^ und K*- 3) beruhren sich also- in 
 den neun Punkten, in welchen sie sich begegnen, 
 niimlich in den konjugierten Punkten zu den Wende- 
 punkten der H (3 \ welche zugleich die Wendepunkte 
 der C< 3) sind. 
 
 Die zu den gemeinschaftlichen Tangenten der 7? (3) und 
 K { " >} in ihren neun Beriihrungspunkten konjugierten Tan- 
 genten sind, wie wir wissen ; die Riickkehrtangenten der 
 -E" (3) . Da nun die Wendetangenten der (7 (3) in denjenigen 
 Punkten berahren, in denen sich H (sy und K (y) begegnen, 
 und die konjugierten Tangenten zu den Wendepunkten der 
 (7 (3) fur die K ( ' A) die harmonischen Polaren iv der Wende- 
 punkte 28 sind, so schlieBen wir: 
 
 Die harmonischen Polaren w der Wendepunkte 
 28 einer C (y> sind die Riickkehrtangenten der Cay- 
 leyschen Kurve K (3 \ und die Beriihrungspunkte 
 (Riickkehrpunkte der .ff( 3) ) derselben sind diejenigen 
 neun Punkte, in welchen die Wendetangenten % der 
 O (3) von den harmonischen Polaren ihrer Wende- 
 punkte getroffen werden. 
 
 Hieraus folgt auch eine Bestatigung der schon vorhin 
 (4.) gemachten Bemerkung, da6 die neun harmonischen Po- 
 laren eine analoge, nur dual gegeniiberstehende Konfiguration 
 bilden, wie die neun Wendepunkte selbst, weil die beiden 
 Kurven Zf (;i) und 7 (3) einander dual gegeniiberstehen und 
 den Wendepunkten der H (3) die Riickkehrtangenten der K (y) 
 gegeniiberstehen.
 
 248 Theorie der cbenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 6. Nehmen wir einen beliebigen Wendepunkt der 6 r(3) 
 
 und moge seine harmonische Polare die Wendetangente fiir 
 
 233 in dem Punkte mi! 
 
 Vi 
 
 schneiden, dann sind SB. und ty. nicht allein ein Paar kon- 
 jugierter Punkte der Hesseschen Kurve H (3} , sondern es ist 
 auch SB. der Tangentialpunkt zu ty r Da man nun durch 
 zwei solcher Paare konjugierter Punkte allemal ein drittes 
 Paar konjugierter Punkte ableitet, so gelangt man zu einem 
 innigen Zusammenhange zwischen den Punkten SB ; und ^$ . 
 (if k = 1, 2, 3), z. B. aus SB{ und SB 2 , deren konjugierte 
 $} und %* sind, folgt 
 
 woraus hervorgeht, da6 je drei Punkte 
 
 auf einer Geraden liegen miissen. 
 
 Wir erhalten hierdurch im ganzen 36 Gerade, deren 
 jede zwei Punkte ^5 und einen Wendepunkt SB enth'alt, was 
 aus folgendem Schema hervorgeht: 
 
 ongsogsqgs 
 
 *^ 1 T* 2 -T 3 .> 
 
 i ; 
 
 !*;*;, 
 
 a :>
 
 29. Beziehungen zwischen den Wendepunkten etc. 249 
 
 von diesen 36 Geraden gehen durch jeden der neun Wende- 
 punkte vier, dagegen durch jeden der neun Punkte ty* acht 
 Gerade, namlich seine Verbindungslinien mit den acht tibrigen 
 ^5.; die 36 Geraden sind daher die "'., = 36 Verbindungs- 
 linien je zweier der neun Punkte ty . , und wir konnen sagen : 
 Jede Verbindungslinie zweier Punkte ^ k auf 
 der H (3} trifft dieselbe zum dritten Mai in einem 
 Wendepunkte derselben, welcher zugleich ein Wende- 
 punkt der Fundamentalkurve (7 (3) ist. Diese 36 Ver- 
 bindungslinien schneiden sich zu je vier in den 
 neun Wendepunkten der C (3) . 
 
 Wir konnen demgemaB das vorige Tableau auch kiirzer 
 so darstellen: 
 
 wo die Verbindungslinie zweier ^3. aus einer beliebigen 
 Horizontal- und Vertikalreihe genommen den betreffenden 
 Wendepunkt SS* aufweist, der auf dieser Geraden liegt. 
 
 1. Ferner wissen wir, da6 wenn drei Punkte einer Kurve 
 dritten Grades H (3) auf einer Geraden liegen, ihre drei kon- 
 jugierten Punkte derartig beschaffen sind, daB in ihnen ein 
 Kegelschnitt die H ( * } dreimal beriihren kaim, oder anders 
 ausgedriickty daB sie ein Tripel von Punkten der H {3) bildeu; 
 aus der Lage der Wendepunkte S&* schlieBen wir also auf
 
 250 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 die Lage der Punkte $*' (i, Jc = 1, 2, 3), welch e sicli so zu 
 zwolf Tripeln orduen 
 
 Da die sechs Punkte zweier beliebigen Tripel allemal 
 auf einem Kegelschnitt liegen, so liegen die neun Puukte 
 ty. 66mal (= 1 ' g ) zu je sechs auf einem Kegelschnitt. 
 
 Es bilden auch noch auf andere Weise, nainlich iininer 
 zwei Wendepunkte und der zu dem dritten auf ihrer Ver- 
 bindungsliuie liegenden Wendepunkt konjugierte Punkt ein 
 Tripel, z. B. 
 
 " 
 
 u. s. f. 
 
 Wir erhalten also auf diese Weise 12.3 = 36 neue 
 Tripel, und wenn wir diese untereinander oder niit den 
 vorigeu zu je zweien verbinden, so erhalten wir Kegel- 
 schnitte, welche entweder vier Wendepunkte und zwei Punkte 
 98* oder zwei Wendepunkte und gewisse vier Punkte 5)3* 
 enthalten, woraus eine groOe Menge neuer Kegelschnitte 
 hervorgeht. 
 
 30. t)ber den Zusammenhang der Punkte einor C (3) 
 mit ihren zugehorigen Tangentialpunkten. 
 
 1. Wir haben uns iiber die Lage und Realitat der 
 Wendepunkte einer C (3) ( 28 und 29) orientiert unter der 
 Voraussetzung, da6 die Kurve niindestens eiueii reellen 
 Wendepunkt habe. Der Nachweis hierfiir soil jetzt nach- 
 traglich geliefert werden durch die Untersuchung des Zu- 
 sammenhanges zwischen den Punkten der f (3) und ihren 
 zugehorigen Tangentialpunkten.
 
 30. Uber den Zusammenhang cler Punkte einer C7 (3) etc. 251 
 
 Aus den allgemeinen Betrachtungen in 16 geht her- 
 vor, daB zunachst bei der einziigigen 6' (3) , wenn wir in 
 einem Punkte C derselben die Tangente tz ziehen, welche 
 zum dritten Mai in )', dem zu 5 gehorigen Tangential- 
 punkte, der C (3) begegnet, bei der Veranderung von O langs 
 des ganzen kontinuierlich zusammenhungenden Zuges, auch 
 der Punkt )' langs desselben sich fortbewegen wird. 
 
 Der Punkt C' durchlauft aber den Zug zweimal, wah- 
 rend O ihn einmal durchlauft, weil aus jedem Punkte des 
 Zuges zwei und nur zwei reelle Tangenten an denselben 
 gehen. Halten wir namlich einen Punkt )' der C (3) fest 
 und legen aus ihm die beiden reellen Tangenten an dieselbe, 
 welche in ) l und D 2 beriihren, so teilen die beiden Punkte 
 Cj und D 2 den ganzen kontinuierlich zusammenhangenden 
 Zug in zwei Gebiete; wahrend der Punkt O das eine der- 
 selben durchlauft von D : bis Oj,, wird der zugehorige Tan- 
 gentialpunkt von C^ ausgehend wieder nach 5^ zuriick- 
 kehren, indeni er den ganzen Zug durchlauft, und wenn O 
 das andere Gebiet von 2 nach O x durchlauft, wird der 
 zugehorige Tangential punkt O' nochmals von D^ ausgehend 
 den ganzen Zug durchlaufen und wieder nach O^ zuriick- 
 kehren. 
 
 Um diese Behauptung zu rechtfertigen, wollen wir das 
 eine Gebiet des Zuges zwischen > 1 und D 2 das Gebiet (^4) 
 und das iibrige von D 2 bis D x das Gebiet (J5) nennen. 
 
 Wenn nun ein veranderlicher Punkt 36 auf dem Zuge 
 das eine Gebiet (A) von D x nach D 2 kontinuierlich durch- 
 lauft, so muB der zugehorige Tangentialpunkt 36' von OQ 
 ausgehend wieder nach D,' zuriickkehren, also entweder den 
 ganzen Zug kontinuierlich durchlaufen oder nur einen Teil 
 desselben und dann wieder umkehren, um nach D<J zuruck- 
 gelangen zu konnen; wenn aber K f etwa nur bis 3^ gelaugte 
 und dann wieder umkehrte, so wiirde er die von ihm durch- 
 laufen en Punkte des Zuges zweimal erreichen, die iibrigen 
 gar nicht, d. h. aus jenen Punkten des Zuges gingen zwei 
 reelle Tangenten an denselben, aus diesen keine; lassen wir 
 dann den veranderlichen Punkt das iibrige Gebiet (B)
 
 252 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 durchlaufen, so konnen wiederurn zwei Falle eintreten, der 
 zugehorige Tangentialpunkt ' durchlauft entweder von D^ 
 ausgehend den ganzen Zug, was nicht moglich ware, weil 
 er dann auch das friihere Stuck nochmals durchlaufen rniiBte, 
 welches alle Punkte enthielte, aus denen drei Tangenten an 
 die (7 (8) gingen, . oder zweitens der Punkt 3' lauft von >' Q 
 ausgehend nur ein Stiick auf dem noch freien Teile des Zuges 
 und kame umkehrend wieder nach D,J zuriick. Dies ist aber 
 auch nicht moglich; denn sonst blieben offenbar auf dem 
 Zuge Punkte iibrig, die keinmal von ' erreicht wiirden, 
 aus denen also keine reelle Tangente an den Zug ginge. 
 Hieraus folgt, da6 die friihere Annahme unzutreffend ist; 
 vielmehr wird in der That, wahrend 3 das Gebiet (^4) 
 kontinuierlich durchlauft, der zugehorige Tangentialpunkt 
 3' den ganzen Zug kontinuierlich durchlaufen, ohne seine 
 Bewegungsrichtung umzukehren, von D^ ausgehend und nach 
 Dp wieder zuruckkehrend; und wahrend 36 das tibrige Ge- 
 biet (.B) durchlauft, wird sein Tangentialpunkt 3c f dieselbe 
 Bewegung zum zweiten Mai ausfiihren. 
 
 2. Nun liegt der den beiden Punkten Oj und D 2 ge- 
 nieinschaftliche Tangentialpunkt D^ entweder in dem Ge- 
 biete (.4) oder in dem Gebiete (I?) des Zuges. Liegt der 
 Punkt DO in dern Gebiete (J5), so mu6, wenn 3c das Ge- 
 biet (A) durchlauft, der Tangentialpunkt 3' um von D'^ aus- 
 gehend und ohne seine Bewegungsrichtung andern zu konnen, 
 nach DO zuruckkehrend notwendig das ganze Gebiet (A~) 
 durchstreifen, mi thin auch mindestens einmal mit 36 zu- 
 sammentreffen auf diesem Gebiete. Wenn ein Punkt der 
 C (3) mit seinem zugehorigen Tangentialpunkt zusammentrifft, 
 so wird er offenbar ein Wendepunkt der Kurve. 
 
 Liegt also D^ auf dem Gebiete (-B), so enthalt das Ge- 
 biet (A) mindestens einen reellen Wendepunkt, und liegt 
 umgekehrt DJ auf dem Gebiete (^4), so enthalt notwendig 
 das Gebiet (i?) mindestens einen reellen Wendepunkt der 
 Kurve. 
 
 Unter alien Umstanden enthalt also der ganze Zug der 
 einziigigen C (3) mindestens einen reellen Wendepunkt;
 
 30. tiber den Zusammenhang der Punkte einer C' s ' etc. 253 
 
 daraus folgt aber, wie wir in 28 gesehen, die Realitat 
 dreier und alles Ubrige. Ein Wendepunkt der (7 ty) hat die 
 charakteristische Eigenschaft, drei unendlich nahe aufeinan- 
 der folgende Punkte 1, 2, 3 der Kurve und die Wende- 
 tangente in demselben, zwei aufeinander folgende unendlicb 
 nahe Tangenten 1 2 | und | 2 3 | zu vereinigen. Fur die 
 Tangente | 12 | ist 3 der zugehorige Tangentialpunkt, fur 
 die Tangente 2 3 wird 1 der zugehorige Tangentialpunkt. 
 Jndem beim Durchgange durch den Wendepunkt Beruhrungs- 
 punkt und Tangentialpunkt zusainmenfallen, wird also, wenn 
 der Beriihrungspunkt die Bewegungsrichtung von 1 durch 2 
 nach 3 einschlagt, der. zugehorige Tangentialpunkt die Be- 
 wegungsrichtung von 3 durch 2 nach 1, d. h. die entgegen- 
 gesetzte Bewegungsrichtung einschlagen mussen. Da nun, 
 wie wir gesehen haben, bei der Bewegung eines Punktes 
 langs des ganzen kontinuierlichen (im Unendlichen zusammen- 
 hangenden) Zuges in einer bestimmten Bewegungsrichtung 
 mit seiner Tangente, auch der zugehorige Tangentialpunkt 
 eine bestimmte Bewegungsrichtung einschlagt und dieselbe 
 nicht umkehren kann, so wird tiberhaupt, wie ( dies beim 
 Durchgange durch den Wendepunkt der Fall ist, bei kon- 
 tinuierlicher Bewegung der Tangente langs des Zuges, der 
 Tangentialpunkt die entgegengesetzte Bewegungsrichtung 
 haben, wie der Beriihrungspunkt. 
 
 Da nun die Punkte \ und O 2 , welche denselben Tan- 
 gentialpunkt 0,J haben, den ganzen Zug in die beiden Ge- 
 biete (A) und (-B) zerlegen, so wird, falls der Punkt DJ auf 
 dem Gebiete (B) liegt, wenn der Punkt X das Gebiet (A) 
 von D t nach 2 durchlauft, der Tangentialpunkt 36' in ent- 
 gegengesetzter Bewegungsrichtung das Gebiet von D 2 nach 
 D! durchlaufen, also nur einmal mit dem Punkte 3 zu- 
 sammentreffen kbnnen; das Gebiet (2?) dagegen wird durch 
 den Punkt C^ in zwei Teile zerlegt, zwischen C^ und ) l 
 und zwischen C^ und ) 2 ; in jedem der beiden Teile mu6 
 der Punkt X seinem in entgegengesetzter Richtung laufenden 
 Tangentialpunkte 3t' einmal begegnen. Es liegen also auf 
 dem Gebiete (J5) zwei Wendepunkte, auf dem Gebiete (A)
 
 254 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 ein Wendepunkt, und dies sind die drei einzig reellen 
 Wendepunkte (welche in gerader Lime liegen). In dem 
 andern Falle, wenn D,', auf dein Gebiete (A} liegt, ist es 
 gerade umgekehrt. 
 
 Die Punkte D t und D 2 sind konjugierte Punkte der 
 einziigigen C {3) , weil sie denselben Tangentialpunkt haben, 
 und zwar des einzigen Systems, welches auf ihr reell 
 existiert. Wir schlieBen also: 
 
 Zwei konjugierte Punkte der einzugigen (7 (3) zer- 
 legen den ganzen kontinuierlichen (im Unendlichen 
 zusammenhangenden) Zug derselben in zwei Ge- 
 biete, deren eines den gemeinsarnen Tangential- 
 punkt enthalt. Auf dem Gebiete, das diesen nicht 
 enthalt, liegt allemal nur ein reeller Wendepunkt 
 der 6" 3 >5 das andere Gebiet wird durch den Tangen- 
 tialpunkt in zwei Teile zerlegt, deren jeder einen 
 reellen Wendepunkt enthalt. Dies sind die drei 
 einzig reellen Wendepunkte der einzugigen C (3 >. 
 
 Wir bemerken noch, daB bei der einzugigen 6' (3) wah- 
 rend der Bewegung einer Tangente langs des kontinuier- 
 lichen Zuges Beriihrungspunkt und Tangentialpunkt immer 
 entgegengesetzte Bewegungsrichtung haben, wie wir ge- 
 sehen haben; dagegen haben zwei konjugierte Punkte immer 
 dieselbe Bewegungsrichtung auf dem Zuge. Denn mit 
 einem Punkte, der sich kontinuierlich auf dem Zuge in 
 einer bestimmten Bewegungsrichtung fortbewegt, wird sich 
 auch der konjugierte Punkt in bestimmter Bewegungsrichtung 
 kontinuierlich fortbewegen, ohne dieselbe umkehren zu 
 konnen. 
 
 Wenn diese beiden Bewegungsrichtungen entgegenge- 
 setzt waren, so rnuBten sich daher notwendig die beiden 
 konjugierten Punkte einmal begegnen, also zusammenfallen, 
 was bei einer C (3) ohne Doppelpunkt, wie wir sie voraus- 
 setzen, nicht moglich ist. Teilt also einmal ein Paar kon- 
 jugierter Punkte D 1? D 2 den Zug in die Gebiete (A) und (B} } 
 so hat jeder Punkt auf dem Gebiete (A) seinen konjugierten 
 Punkt auf dem Gebiete (B} und umgekehrt.
 
 30. tfber den Zusammenhang der Punkte einer C( 3 > etc. 255 
 
 3. Bei der zweiziigigen C (3) , welche aus einem paaren 
 Zuge (Oval) und einem unpaaren Zuge (Serpentine) besteht, 
 wird jede Tangente des paaren Zuges ihren Tangentialpunkt 
 auf dem unpaaren Zuge haben; es kann also niemals ein 
 Beriihrungspunkt auf einer Tangente des paaren Zuges mit 
 seinem Tangentialpunkt zusammenfallen, und daher auch 
 niemals ein Wendepunkt auf dem paaren Zuge liegen. Da- 
 gegen hat jeder Punkt des unpaaren Zuges seinen Tangen- 
 tialpunkt wieder auf dem unpaaren Zuge; die reellen Wende- 
 punkte der zweiziigigen C (S) konnen also nur auf dem un- 
 paaren Zuge liegen. Da nun durch jeden Punkt des un- 
 paaren Zuges zwei reelle Tangenten an den paaren Zug 
 gehen, welche hier nicht in Betracht kommen, und zwei 
 reelle Tangenten an den unpaaren Zug gehen ( 16), wie 
 bei der einziigigen (7 (3) , so findet hier fur den un- 
 paareu Zug der zweiziigigen (7 (3) genau dasselbe Verhaltnis 
 statt wie vorhin bei der einziigigen, nur mit dem Unter- 
 schiede, daB die Beriihrungspunkte des aus einem Punkte 
 des unpaaren Zuges an denselben gehenden Tangentenpaares 
 nur in einem der drei Systeme konjugierter Punkte auf der 
 zweiziigigen 6 r(3) enthalten sind. Das Ergebnis der Unter- 
 suchung riicksichtlich der Ermittelung der drei reellen 
 Wendepunkte bleibt aber bestehen, namlich: 
 
 Eine zweiziigige (7 (3) hat ihre drei reellen Wende- 
 punkte nur auf dem unpaaren Zuge; aus einem be- 
 liebigen Punkte D desselben gehen zwei reelle 
 Tangenten an ihn, welche in D x und D 2 beriihren 
 und den Zug in zwei Gebiete zerlegen, deren eines 
 den Punkt O enthalt; dasjenige, welches ihn nicht 
 enthalt, hat einen reellen Wendepunkt, das andere 
 zwei reelle Wendepunkte, deren einer auf dem 
 Teile zwischen und Dj, der andere auf dem Teile 
 zwischen und O 2 liegt.* 
 
 * Vergl. H. Durege: ,,Uber die Formen der Kurven dritter 
 Ordnung", Borchardta Journal f. Math. Bd. 76, S. 153.
 
 256 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 31. Das Steinersche Schliefsungsprobleni 
 fiir die C&. 
 
 1. In einer am 27. November 1845 in der Akademie 
 der Wissenschaften zu Berlin gehaltenen Vorlesung stellte 
 Steiner* einige Satze tiber die Kurve dritter Ordnung auf, 
 welche wenig Beachtung fanden, bis sie durch Clebsch** 
 eine ebenso elegante, wie durch. die angewendeten Prinzipieii 
 bedeutungsvolle analytische Losung erhielten. Eine rein 
 geometrische Behandlung und Erweiterung wurde ihnen erst 
 zu Teil durch Kiipper*** und Schoute ', endlich eine Uber- 
 tragung auf die raumliche C (4) durch Eberhard. 1 ' Der 
 wohl zuerst durch Kiipper aufgedeckte einfache geome- 
 trische Ursprung dieser Satze schliefit sich so naturgeniaB 
 an die hier entwickelten Fundamentaleigenschaften der G' l3) 
 an, daB wir auf ihre Darstellung nicht verzichten diirfen. 
 
 Gehen wir von zwei festen Fundamentalpunkten ty 
 und D der C (y> aus und beginnen ein Polygon, 2n-Eck, der 
 C (3) einzubeschreiben, dessen Seiten abwechselnd durch ty 
 und D gehen, so konstruieren wir folgendermaBen: 
 
 Von eineni beliebigen Anfangspunkte 5t x der C (5) ziehen 
 wir | K!^ |, welche Gerade die Kurve zum dritten Mai in 
 33 X trifft, dann ziehen wir die Gerade | 23jD |, welche in $1 2 
 die (7< 3> triffb, weiter : St^ |, die in S3 2 triffb, | S3 2 O , die 
 
 * J. Steiner: ,,Geometrische Lehrsatze", Crelles Journal f. Math. 
 Bd. XXXII, S. 182. 
 
 ** A, Clebsch: ,,t)ber einen Satz von Steiner und einige Punkte 
 der Theorie der Kurven dritter Ordnung", Borchardts Journal f. Math. 
 Bd. LXIII, S. 94. 
 
 *** K. Kiipper: ,,t)ber die Steinerschen Polygone auf einer Kurve 
 dritter Ordnung und damit zusammenhangende Satze aus der Geometrie 
 der Lage", Klein u. Mayer, Math. Ann. Bd. XXIV, S. 1. 
 
 f P. H. Schoute: ,,Die Steinerschen Polygone", Kroneckers 
 Journal f. Math. Bd. XCV, S. 105. 
 
 ft V. Eberhard: ,,Die Raumkurven vierter Ordnung erster und 
 zweiter Species in ihrem Zusammenhang mit den Steinerschen Schliefi- 
 ungsproblemen bei den ebenen Kurven dritter Ordnung", Schlomilcha 
 Zeitschr. f. Math. u. Phys. Bd. XXXII, S. 65.
 
 31. Das Steinersche SchlieBungsproblem fur die (7 (S) . 257 
 
 in 9JC 3 trifft u. s. f., bis | 2l n $ | in 23,, und | S3 W Q | in 2I,, 41 
 der (7( 3) begegnet. Dann wird im allgemeinen bei beliebiger 
 Wahl der Fundamentalpunkte ^3, O und des willkiirlichen 
 Anfangspunktes der letzte Punkt 5t + i niit dem ersten Sl x 
 nicht zusammenf alien; der Steinersche Satz sagt aber 
 aus, daB weun dies einnial stattfindet, es immer 
 stattfinden niuB, wo man aucli den Anfangspunkt 
 Slj auf der C (3) wahlen mag bei festgehaltenen Fun- 
 damentalpunkten ty, O. Das 2w-Eck 
 
 91 j>R 91 2ft 91 9i $W 
 
 vv^ -vJ^ <V^ ">-'2 **3 **re *W<| 
 
 schliefit sich also immer , wenn es sich einmal schlieBt. 
 
 2. Der Beweis dieses schonen Satzes ist eine unmittel- 
 bare Folge des bekannten Satzes (S. 56): 
 
 ,,Schneidet eine Gerade die (7 (3) in den drei Punkten 
 9J(, ^P, S3 und eine zweite in SI', D, 93', so treffen die drei 
 Verbindungslinien | SttC' , ^5D , S3S3'! die C& i n drei 
 neuen Punkten einer Geraden." 
 
 Konstruieren wir namlich ebenso wie vorhin das 2w-Eck 
 9T flft 9T ga 9jf 35 
 
 **! '^1 2 2 '' ^n' < -'7 
 
 indem wir von 5lj ausgingen, ein zweites 2w-Eck 
 
 ;a;ajj... aii, 
 
 indem wir von einem andern Punkte Sl{ ausgehen, und 
 nehmen wir an, daB das erste 2w-Eck sich schlieBt, also 
 2( nfl = 2l 1 wird, so zeigt sich, daB auch das zweite sich 
 schlieBen niuB und zwar mit gleicher Anzahl der Ecken. 
 
 Denn wir haben nach der angegebenen Konstruktion 
 immer folgende je drei Punkte der C (3) auf einer Geraden 
 
 83,D9I 4 
 t+i 
 
 Schr5ter, Theorie der ebenen Kurven 8. Ordn. 17
 
 258 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 Jetzt folgt aus den beiden Geraden 
 
 nach dein obigen Satze, daB die dritten Schnittpunkte der 
 Geraden iSI^i, $G , j S^SJ mit der <> auf einer 
 neuen Geraden liegen mussen, und ebenso aus den beiden 
 Geraden 
 
 daB die dritten Schnittpunkte der Geraden 5l 2 2l{; ; 
 i SBjSSj' j mit der C^ auf einer neuen Geraden liegen miissen; 
 diese ist aber mit der vorigen identisch, weil sie zwei 
 Punkte mit ihr gemein hat; ihr dritter Schnittpunkt mit 
 der C (3) muB also sowohl auf ^^'2,, als auch auf j %%%[ . 
 liegen, folglich muB der Schnittpunkt 
 
 (2,2i 2 2i;) = or 
 
 ein Punkt der C (3) sein. 
 
 In gleicher Weise folgern wir, daB der Schnittpunkt 
 
 (W, .i) - ^ 
 
 ein Punkt der C' (3) sein muB. 
 Aus den Geraden 
 
 91 D 21' I I 91 D 2['l 
 
 **l x -'l w |> I ^3 ^2^1? 
 
 I 9I'O 9t I I 2t'D 21 I 
 
 f **'$*-' *-8 I > I a i~ J l a 2l 
 
 folgern wir in gleicher Weise, daB auch der Schnittpunkt 
 
 [!;,,;)->. 
 
 ein Punkt der C (3) sein muB. Ferner sehen wir, wie vor- 
 
 tin, daB (.;, a 4 aj)-o 4 
 
 ein Punkt der (7 (3) sein muB und schlieBen aus den Geraden 
 21 O 21' ! 21 O 21' 
 
 *4 ^3 *4 J ^4 ^4 ^0 ? 
 
 I 2I'D 2t ! Sf'D 21 I 
 
 I ^^^S 1? I W l ^3^3 I? 
 
 daB auch der Schnittpunkt 
 
 (,!, 4 a/) 
 
 ein Punkt der (7 (3) sein muB. Indem wir auf diese Weise 
 zu schlieBen fortfahren, erkennen wir endlich, dass der 
 Schnittpunkt
 
 31. Das Steinersche Schliefhmgsproblem fur die C&. 259 
 
 ein Punkt der C' (3) sein muB. Wenn nun das erste 2w-Eck 
 sich schlieBt, also 
 
 , + ! = ! 
 
 wird, so kann die Gerade | O^+i^ | nur noch in eineni 
 einzigen dritten Punkte der (3) begegnen, es muB also 
 
 ai+i - 2t; 
 
 sein, d. h. auch das zweite Polygon muB sich mit gleicher 
 Seitenzahl 2w schlieBen, und da der neue Anfangspunkt *&.[ 
 ganz willkiirlieh auf der (7 (3) angenommen war, so schlieBt 
 sich jedes in der angegebenen Weise konstruierte 2n-Eck, 
 sobald sich nur einmal ein solches schlieBt, wodurch der 
 Steinersche Satz bewiesen ist. 
 
 3. Fur zwei beliebig auf der C (3) gewahlte Fundamental- 
 punkte ty, ), wird offenbar ein SchlieBen des Steinerschen 
 2-Ecks nicht stattfinden, sondern die Punkte ^, D sind 
 einer gewissen Bedingimg unterworfen, damit ein SchlieBen 
 stattfinde, welches dann unabhangig ist von der Wahl des 
 Anfangspunktes fur das 2w-Eck. Wir konnen aber, wenn 
 wir einmal ein Punktepaar ty, O von der verlangten Eigen- 
 schaft haben, unendlich viele andere Paare von gleicher 
 Eigenschaft ableiten, indem wir irgend einen Punkt <S der 
 C (3) nehmen, ihn mit ^ und O verbinden und die dritten 
 Schnittpunkte ty 1 und D f aufsuchen. Liegen namlich je drei 
 Punkte 
 
 auf einer Geraden, und bilden wir von einem Anfangspunkte 
 ^ aus riicksichtlich des Punktepaares ^SD das Steiner- 
 sche 2w-Eck, welches sich schliessen soil, und von einem 
 beliebigen andern Anfangspunkte SI A ' aus riicksichtlich des 
 Punktepaares 'p'Q' nach gleicher Vorschrift ein Polygon, 
 so niuB, wie wir sofort sehen, auch dieses sich schlieBen 
 und ein 2w-Eck sein. 
 
 Wir haben namlich gemaB der vorgeschriebenen Kon- 
 struktion je drei Punkte auf einer Geraden 
 
 17*
 
 260 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 +l 
 
 Dann folgt aus den Paaren von Geraden 
 
 I 21 n SB ! 
 
 U W 
 
 weil S|5$'j und ! DO' denselben dritteu Schnittpunkt S 
 auf der 6 r(3) liaben sollen, daB auch der Punkt 
 (21 21' 21 21'") = D 
 
 ^<4.j <4.j j <tj, Cig / ~-' 
 
 auf der (7 (3) liegen inuB; in gleicher Weise folgt, daS auch 
 der Schnittpunkt 
 
 (2t 2 2t_:, 8 o 
 
 auf der C (3) liegen muB, also derselbe Punkt D sein wild, 
 weil I 2T 2 ^2 I nur nocn i n einem dritten Punkte die (7 (3) 
 schneiden kann, und indem wir so fortfahren, erkennen wir, 
 daB auoh der Schnittpunkt 
 
 ( t a;, a. f ii+0 
 
 derselbe Punkt D der C r(3J sein muB; wenn nun das erste 
 2w-Eck sich schlieBt, also 
 
 -+i a t 
 
 wird, so uiuB, weil die Verbiudungslinie jenes Punktes mit 
 $! nur noch in einem dritten Punkte der (3) begegnen 
 kann, auch r , 
 
 in, also muB auch das zweite Polygon fur das Paar von 
 Fundamentalpunkten ^5'O' sich schlieBen; mithin haben 
 ^5', D' die gleiche Eigenschaft wie $$, D, also gilt 
 der Satz: 
 
 Wenn ein Punktepaar ^50 der C^ die Eigen- 
 schaft besitzt, ein Steinersches 2-Eck zu liefern, 
 welches sich schlieBt gemaB der vorgeschriebenen 
 Konstruktion, wie auch sein Anfangspunkt ge- 
 wahlt werde, und man projiciert das Punktepaar
 
 31. Dae Steinersche SchlieOungsproblem fur die (7< 3 >. 261 
 
 von einem beliebigen Punkte @ der C (3) aus in 
 ein neues Punktepaar $P'Q', so besitzt dieses die 
 gleiche Eigenschaft wie ^SD. 
 
 Man kann also aus einem Punktepaar $)3D unendlich 
 viele andere ableiten. Gleichzeitig ersehen wir, daB die 
 Punkte $]3 und D eines Paares miteinander vertauschbar 
 sind; denn schneidet die Verbindungslinie j $j$D die G' t3) 
 zum dritten Mai in @, und projizieren wir von @ aus den 
 Punkt ty auf die C <(3) , so erhalten wir den Punkt O; pro- 
 jizieren \vir aber d, so erhalten wir $, also geht das Paar 
 ^3O in das neue Paar d^S iiber, was auch selbstverstandlich 
 ist, weil fiir 5l w +i = S^ bei Vertauschung von ^ und O das 
 2?z-Eck nur in entgegengesetztem Sinne durchlaufen wird. 
 
 Wir sehen ferner aus unserm Schema 
 
 weil s $ und O von 93! aus in die Punkte < $i l und S( 2 pro- 
 jiziert werden, daB auch 31^2 ein Steinersches Punkte- 
 paar in dem friiheren Sinne ist, ebenso 2I 2 und 51 3 , 2( 3 und 
 .H,, u. s. f., 3I rt und STjj ferner weil ^8 und O von 51 2 aus in 
 die Punkte 93j und 93., projiziert werden, so sind auch 9^ 
 und 93 2 , ebenso 93., und 93 3 u. s. f., 93 n und 93 t Steinersche 
 Punktepaare, wie die urspriinglichen ^ und O. Aus der 
 vorigen Herleitung ergiebt sich noch ein weiteres Resultat, 
 welches einen gewissen Zusamnienhang liefert zwischen 
 zwei beliebigen in der geforderten Art konstruierien 2n- 
 
 Ecken 
 
 21 99 21 SB 91 !sB 
 
 <A.j -<Jj -2 <J 2 . . . -<\ n <Jn 
 
 und 
 
 von denen das erste aus dem Steinerschen Punktepaar 
 
 das zweite aus ty'i' hervorgeht, wo $j$', C' durch Pro- 
 
 jektion von <3 aus gefunden sind, indem je drei Kurvenpunkte
 
 262 Theorie der ebenen Kin-yen dritter Ordnung. 
 
 auf einer Geraden liegen. Sind die Anfangspunkte 5l t und 
 Sl{ willkiirlicli auf der G'( 3) gewahlt, so sclmeiden sich. alle 
 Verbindungsl inien 
 
 ! 91 91' 1 ! 91 91' ! j 91 91' ' 9f 9I f 
 
 I *4**1 b : ^2 <*2 7 ^3^3 iJ '? "n'^/i 
 
 in einem und demselben Punkte 5( der Kurve; und ebenso 
 auch alle Verbindungslinien 
 
 I SB 9V ' SB 2V ' ! HR 9V 5 9V 
 
 I * y l*'l !> I " < - J 2' <J 2 1 \ ^3 ^3 t ) "UnOn 
 
 in einem und demselben Punkte 93 der Kurve, und die drei 
 Punkte 51 , 93 , @ liegen auf einer Geraden, denn aus den 
 vorigen Paaren von Geraden 
 
 folgt, daB der dritte Schnittpunkt der Verbindungslinie 
 | 31 @ |, den wir S3 nennen wollen, auf SSjSj ! liegen muB; 
 in gle.icher Weise aber auch auf 93 2 S3J , | S3 3 S3.; u. s. f. 
 
 Die, ungeradstelligen Ecken beider 2n-Ecke bilden also 
 fur sich zwei w-Ecke, welche perspektiv liegen riicksicht- 
 lich eines gewissen Punktes der C^ und die geradstelligen 
 ebenfalls zwei perspektiv liegende w-Ecke. 
 
 4. Aus der eigentiimlichen Lage eines soldi en 2w-Ecks, 
 wie wir es vernaittelst zweier Fundamentalpunkte ty, O kon- 
 struiert haben . 
 
 ergiebt sich ein weiterer Zusammenhang 2wischen den 
 geradstelligen und ungeradstelligen Ecken; denn wir haben 
 allgemein je drei Kurvenpunkte auf einer Geraden: 
 
 woraus folgt, daB der Schnittpunkt
 
 31. Das Steinersche SchlieBungsproblem fur die 
 
 263 
 
 1) (< 
 
 auf der 6 T(3) liegen muB; ebenso folgt aus den Geraden 
 
 da 8 der Schnittpunkt 
 
 2) 
 
 (/*+!, **+l) 
 
 ebenfalls ein Punkt der C (3) sein muB; und endlich folgt 
 aus den Geraden 
 
 , |* +1 D*|, 
 daB der Schnittpunkt 
 
 3) (8,x, S3 ,-+ !* + !) 
 
 ebenfalls auf der C (3) liegen muB, wie auch die Indices 
 i, k innerhalb der Zahlenreihe 1 ; 2, 3, . .., n gewahlt werden 
 inogen. 
 
 Aus 1) folgt fur /; = / + 1, daB der dritte Schnittpunkt 
 der Verbindungslinie St,-S( I -+ 2 ; der Tangentialpunkt zu 
 51, + 1 sein muB 7 aus 2), daB in gleicher Weise der Schnitt- 
 punkt von '. 35 ,-95 ,-+2 der Tangentialpunkt zu SB ,4.1 sein 
 muB. Aus 3) folgt, daB die Verbindungslinien 
 
 samtlich durch einen und denselben festen Punkt der C l(3) 
 gehen miissen. 
 
 5. Fur ein willkiirlich gewahltes Punktepaar ^O auf 
 der C* <8) wird sich im allgemeinen ein nach der vor- 
 geschriebenen Art konstruiertes Stein ersches 2n-Eck nicht 
 schlieBen. Die Bedingung dafiir, daB es sich einmal, also 
 inimer schlieBt, wo auch der Anfangspunkt gewahlt werden 
 mag, geht aus der Konstruktion selbst hervor; in dem ein- 
 fachsten Falle fiir n , = 2, also fur ein Viereck haben wir 
 das Punktepaar die Seiten des Vierecks
 
 264 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Da es sich immer schlieBt, wo wir auch den Anfangs- 
 punkt wahlen mogen, so wollen wir den Anfangspunkt tyi t 
 nach ^5 verlegen, dann wird Sj :z ^ der Tangentialpunkt 
 zu $$; wegen : SSjOSlg ! schneidet ^D | in $ 2 , und 
 wegen I^D^J schneidet ; ^SO : in $8 2 . Da also die 
 beiden Geraden 
 
 die C (3) in je drei Punkten durchschneiden, der dritte Schnitt- 
 punkt von j 3J 2 33 2 aber ^ ist , der dritte Schnittpunkt von 
 i tyity ebenfalls ty ist, so muB die Verbindungslinie | OO | 
 in ^ schneiden, also ^ auch der Tangentialpunkt O 1 fur 
 D sein; mithin ^ = O 1? also ^ und Q. miissen denselben 
 Tangentialpunkt haben. Dies ist die Bedingung fiir das 
 Punktepaar ^8D, damit ein Steinersches Viereck moglich 
 sei; und umgekehrt: Wenn $|3 und Q denselben Tan- 
 gentialpunkt haben (oder wie wir uns friiher ausgedriickt 
 haben, ein Paar konjugierter Punkte der (7 (3) sind), dann 
 ist fiir dieselben immer ein Steinersches Viereck 
 moglich. 
 
 Fiir das Sechseck haben wir 
 
 das Punktepaar die Seiten des Seehsecks 
 
 &DW.I 
 
 Verlegen wir auch hier den willkiirlich zu wahlenden 
 Anfangspunkt ^ nach $J$, also 2l x z^ ^5, dann folgt Si ^8 1? 
 Tangentialpunkt zu ^5; und aus ^DSSg! folgt 23 3 als der 
 dritte Schnittpunkt von [ ^50 , also haben wir die beiden 
 Geraden 
 
 Nennen wir also Oj den Tangentialpunkt zu O und 
 @ den dritten Schnittpunkt von S1 2 93 3 j, so folgt, da6 
 ^P, Oj, @ auf einer Geraden liegen miissen. Nun wissen wir 
 aber aus 4., daG die drei Geraden
 
 31. Das Steinersche SchlieBungsproblem fur die (7 (S) . 265 
 
 sich in demselben Punkte der C' (3) schneiden miissen, 
 also liegen 
 
 auf je einer Geraden; da aber j ^@ | in D A schneidet, so muB 
 
 ^ = 0, 
 
 sein, und da | $P93 2 ' in $1 2 schneidet, so muB 
 
 sein, und da ^@ EE & 21 2 1 EE | 93 t S( 2 ! in D schneidet, 
 so muB _ _ 
 
 sein; folglich miissen sich ^D und | ^5O 1 1 in > auf der 
 C^ 3 * schneiden, und dies ist die gesuchte Bedingung fur das 
 Punktepaar ^D: 
 
 Sind fiir ^ und O die zugehorigen Tangential- 
 punkte ^ und D n und liegt der Schnittpunkt 
 
 auf der C' (3) , so sind ^5O die Fundamentalpunkte 
 fiir ein Steinersches Sechseck. 
 
 Wir sehen, wie sich diese Betrachtung fortsetzen laBt 
 und sich die von St einer noch fur das Zehneck angegebene 
 Bedingung in analoger Weise ergiebt. 
 
 6. Zwischen den Fundamentalpunkten ^5, O fiir ein 
 2n-Eck und fiir ein 4n-Eck besteht ein sehr einfacher Zu- 
 sammenhang, sodaB sich aus einem solchen Paar das andere 
 und umgekehrt ableiten laBt, wie wir jetzt sehen wollen. 
 
 Ist ^ der Tangentialpunkt zu *>$ und Dj der Tan- 
 gentialpunkt zu O, und ziehen wir die folgenden Ver- 
 bindungslinien, deren jedesmaligen dritten Schnittpunkt mit 
 der C (3 ) wir aufsuchen 
 
 so folgt, da wir uoch die Geraden
 
 266 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 !$$$! und 
 haben, aus den beiden Geraden 
 
 die dritte Gerade 
 
 I @ $ 
 
 wo @ den dritten Schnittpunkt von ^i \ bezeichnet. 
 Aus den beiden Geraden 
 
 folgt die dritte Gerade 
 
 also mu6 9l t (5 a durch Q, gehen, oder Si D durch lj , 
 was dasselbe sagt; mithin muB 
 
 $=E&1 
 
 sein, und wir haben fblgende beiden Reihenfolgen von 
 Geraden 
 
 i) -la^Bi , A^, 
 
 2) ^D^ ,'(^^1, i^D,!, (g^^.; 
 beide fiihren von 21 1 nach 51 2 , die erste durch das Paar 
 von Fundamentalpunkten ^iDt, indem jeder nur eimnal 
 verwendet wird, die zweite durch das Paar von Fundamental- 
 punkten ^8D 7 indem jeder zweimal in der vorgeschriebenen 
 Weise verwendet wird. 
 
 Wenn wir also auf diese Art fortgehen von 21 2 zu 31 3 , 
 S1 4 , . . ., 3l n und wir gelangen wieder zu 5^ zuriick, so er- 
 halten wir fur das Paar von Fundamentalpunkten ^Dj ein 
 Steinersches 2w-Eck und fur das Paar von Fundamental- 
 punkten Q^jS ein Steinersches 4^-Eck. In diesen diirfen 
 wir aber die Punkte 9$ und O miteinander vertauschen, 
 wodurch nur das geschlossene Polygon in umgekehrter 
 Richtung durchlaufen wird; also erhalten wir den Satz: 
 
 Sind $PJ und Oj die Tangentialpunkte zu ^8 und 
 D, und ist fur erstere ein Steinersches 2-Eck 
 moglich, so sind letztere die Fundamentalpunkte 
 fiir ein Steinersches 4-Eck ; und umgekehrt.
 
 31. Das Steinersche SchlieDungsproblem fiir die C^>. 267 
 
 Da < $ l und & L die Tangentialpunkte zu ty und O sind, 
 so wird die Gerade | ^3D j die C (3> in einem dritten Punkte 
 9? schneiden, dessen Tangentialpunkt 91 1 mit < ^ 1 und Q x auf 
 derselben Geraden liegen muB. Projizieren wir das Punkte- 
 paar ty und !Q von ^5 aus, so erhalten wir ein neues Punkte- 
 paar ^ und 91 von gleicher Beschaffenheit; 'Si ist aber der 
 Beriihrungspunkt einer aus 9^ an die f' (3) gelegten Tangente, 
 also konnen wir auch sagen: Sind ^Q! ein Paar von Fun- 
 damentalpunkten fiir ein 2-Eck, schneidet l^jGj] in 91,, 
 wird endlich aus 9^ eine Tangente an die C r(3) gelegt, welche 
 in 91 beriihrt, so sincl ^3 X und 91 ein Punktepaar fiir ein 
 Steinersches 4w-Eck ; ebenso O 1 und 91. In dieser Form 
 hat St einer das Theorem ausgesprochen, die obige mehr 
 symmetrische riihrt von Schoute her. 
 
 7. Das Steinersche SchlieBungsproblem laBt sich er- 
 weitern, wenn wir statt zweier Fundamentalpunkte ^$, O 
 mehrere annehmen und ein der C' (3) einbeschriebenes Polygon 
 bilden, dessen Seiten der Reihe iiach durch die gegebenen 
 Fundamentalpunkte hindurchgehen. Nehmen wir zunachst 
 drei Fundamentalpunkte 
 
 $1, &, ?3 
 
 und beginnen mit einem beliebigen Punkte 5l : der (7 (3) als 
 erster Ecke eiiies Polygons die Seiten desselben zu konstruieren 
 
 wo X der letzte Punkt ist, dann zeigt sich aus den Geraden 
 910 und 
 
 daB der dritte Schnittpunkt derjenigen Geraden, welche die 
 beiden Schnittpunkte von ^^2 1 un( ^ ! ^2 ^ i ,vereinigt, 
 sowohl auf 1^5(^1, als auch auf 2t 3 H 4 liegen muB; da 
 aber der dritte Schnittpunkt von | 51 3 5I 4 ! der Punkt ^5 3 ist, 
 so miissen 
 
 auf einer Geraden liegen, also 5t 6 ^3 ! mu ^ durch Slj gehen; 
 folglich ist
 
 268 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 V 9t 
 * a i J 
 
 und wir erhalten ein Sechseck, welches sich in $lj schliefit 
 
 ^fct^iwk 
 
 wo auch der Anfangspunkt 5lj gewahlt sein mag, also gilt 
 der Satz: 
 
 Nehmen wir drei beliebige Fundamentalpunkte 
 ^,^27^3 au f der G T(3) und beginnen mit einem belie- 
 bigenPunkte^ einPolygon der (7 (3) einzubeschreiben, 
 dessen Seiten der Reihe nach durch ^5 n ^5 2 , ty 3 gehen ? 
 so schlieBt sich dasselbe nach zweimaligem Durch- 
 gange durch die drei Fundamentalpunkte und bildet 
 also immereingeschlossenesder C T(3) einbeschriebenes 
 Sechseck. 
 
 Dieser Satz laOt eine Erweiterung zu fur eine beliebige 
 ungerade Anzahl von Fundamentalpunkten 
 
 *Pi> ^2> ^3> -, %* ( m ungerade). 
 
 Beginnen wir namlich mit einem beliebig auf der 6 r(3) 
 
 gewahlten Anfangspunkt 5l x das Polygon in der vor- 
 
 geschriebenen Weise zu konstruieren, so sind seine Seiten 
 
 3t9B2Iil2I9B3M ! 2I9S2I! 
 
 *4 "T I a 2 j 7 I ^2 -T2 a 3 1 1 I ^3 "T3 ^4 1 
 
 dann folgt aus den beiden Geraden 
 
 weil i ^ 2 ^s I durch den festen Punkt ^]S 2 geht, wenn wir 
 den dritten Schnittpunkt von | ^^3 mit der C (3) durch S3 X 
 bezeichnen, da6 S^SIJ durch den dritten Schnittpunkt der 
 Geraden | S5j ^5 2 i hindurchgehen muB. Dieser Punkt hangt 
 aber nur ab von den drei festen Punkten ^ , ^ 2 , ^5 3 ; es wird 
 namlich der dritte Schnittpunkt von j ^ ^ 3 1 niit dem Punkt 
 ?$ 2 verbunden und auf dieser Verbindungslinie der dritte 
 Schnittpunkt Oj ermittelt; dann geht j^^j notwendig 
 durch diesen festen Punkt Oj, wie auch der Anfangspunkt 
 5l t gewahlt werde auf der C (3) , wobei natiirlich auch der 
 Endpunkt ?1 4 sich verandert.
 
 31. Das Steinersche SchlieDungsproblem fur die C^. 269 
 Ferner folgt aus den beiden Geraden 
 
 well 31 4 9( 5 durch den festen Punkt ^ 4 geht, und der dritte 
 Schnittpunkt von j D!^! auch ein fester 95 2 1st, daB durch 
 den dritten Schnittpunkt von | S3 2 ^ 4 1 ; welcher ein fester 
 Punkt sein wird, die veranderliche Sehne j ^Slg hindurch- 
 gehen muB, wie wir auch den Anfangspunkt 9^ wahlen 
 mogen. Fahren wir in dieser Weise zn schlieBen fort, so 
 sehen wir, daB auch | f^^Cg j u. s. f. durch feste und nur von 
 den ^5 abhangige Punkte laufen, unabhangig von der Wahl 
 des Anfangspunktes 3l r 
 
 1st nun m eine ungerade Zahl, so muB auch | ^^+1] 
 durch einen festen Punkt D laufen, weil (m + 1) gerade ist. 
 
 Beginnen wir jetzt die Reihe von neuem und kon- 
 struieren anstatt von 5lj auszugehen, von 5l m +i aus in 
 gleicher Weise das Polygon 
 
 so wird die Verbindungslinie J ^Sim+i^m+i durch denselben 
 festen Punkt gehen miissen, der vorhin gefunden wurde 
 und nur allein von den in bestimmter Reihenfolge zu ver- 
 wendenden Punkten ^5 abhing, also ist der Schnittpunkt 
 
 ein Punkt der (3) . Da aber die Gerade D5l m +i nur noch 
 in einem einzigen dritten Punkte der (7 (3) begegnen kann, 
 so folgt 
 
 <Jl2m + l = !, 
 
 und wir haben ein geschlossenes 2w-Eck 
 
 Wir haben also folgenden Satz gewonnen: 
 Nehmen wir eine ungerade Anzahl vonFundamen- 
 talpunkten ^ 1} ^ 2 , ^8 3 , ..., ty m und beginnen mit einem 
 beliebigen SKnfangspunkte 5lj ein Polygon der (7 (8) 
 einzubeschreiben, dessen Seiten der Reihe nach 
 durch ^, ^5 2 , ^5 3 ,... ; ^S m gehen, indem wir nach Er-
 
 270 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 schopfung dieser Reihe dieselbe noch einmal in 
 gleicher Reihenfolge verwenden, so schlieBt sich 
 das Polygon nach zweimaligem Durchgange durch 
 die Fundanientalpunkte und bildet also immer ein 
 geschlossenes, der C (3) einbeschriebenes 2w-Eck. 
 
 Verlangt man dagegen, es solle schon 5l m -|_i rnit ^ 
 koinzidieren, so miiBte der allein von den Fundamental- 
 punkten ^5 abhangige Punkt D der Tangentialpunkt zu 2l x 
 sein; da aber im allgemeinen aus D vier Tangenten an die 
 C (3) gehen, so giebt es auch nur vier Lagen fiir den Punkt 
 3lj, damit schon ein von ihm ausgehendes, in der vorge- 
 scbriebenen Weise zu konstruierendes w-Eck sicb schlieBe 
 nach einmaligem Durchlaufen der Fundanientalpunkte. 
 
 8. Nehmen wir andererseits m gerade an, so folgt aus 
 dem Vorigen (7.), daft bei beliebiger Wahl des Anfangs- 
 punktes Slj die Verbindungslinie > Sl^mi durch einen festen r 
 nur von den Fundamentalpunkten ^ , $J$ 2 , . . ., ^ m abhangigen 
 Punkt gehen niuB. Verlangen wir jetzt, daB schon 
 5l m +i Mi werden, also das w-Eck sich schlieBen soil, 
 dann miifite der feste, allein von den ^ abhangige Punkt 
 O, durch welchen j Slj^Ui gehen muB, mit ^ TO koinzidieren; 
 es wiirde also dadurch eine Bedingung zwischen den Fun- 
 damentalpunkten $P 1; ^5 2; . . ., tym gegeben sein. 1st dieselbe 
 einmal erfiillt, dann wird das m-Eck sich unabhangig von 
 der Wahl seines Anfangspunktes immer schlieBen, im all- 
 gemeinen bei willkiirlicher Wahl der Fundanientalpunkte 
 auf der (3) aber nicht. 
 
 Die Bedingung dafiir, daB ein SchlieBen stattfinde, konnen 
 wir aus der Konstruktion der festen Punkte D selbst ab- 
 leiten; dieselben wurden namlich so konstruiert (S. 268, 269) 
 
 Bil 
 
 Dj | ... | 21^4 geht durch Dj, 
 
 ibi 
 
 n I 21 21 D 
 
 4 ^2 I : ^1 ^6 ! )) ^-2) 
 
 3 | 
 MB iB O .1 21 21 ) 
 
 I ""a 'Pe -^3 I "i * 1 n n ^z 
 u. s. f., also fiir ein gerades m
 
 32. Kegelschnitte, welche die C (S) mehrpunktig beriihren. 271 
 
 | 93,,, $_! | ... I 3l x 3I m j geht durch D* 
 v- y- if- 1 ' 
 
 also niiiBte sein 
 
 Hinsichtlich der umfangreichen weiteren Untersuchun- 
 gen, welche sich an das Steinersche SchlieBungsproblem 
 anschlieBen, miissen wir auf die oben angegebenen Quellen 
 verweisen. 
 
 32. Kegelschnitte, welch e die (7 (3) mehrpunktig 
 beriihren (oskulieren). 
 
 1. Durch fiinf Punkte ist ein Kegelschnitt im allge- 
 meinen bestimmt; legen wir nun durch fiinf Punkte 31 1? 31 2 , 
 3( 3 , 31 4 , 51 3 einer (7 (3) einen Kegelschnitt, so begegnet der- 
 selbe noch in eineni sechsten Punkte 93 der Kurve, welcher 
 in verschiedener Weise gefunden werden kann; zieht man 
 ! 5LSL L welche Gerade in 3(' zum dritten Mai die C (3) treffen 
 
 X B I / 
 
 moge, 51 3 51 4 , welche in W' treffen moge, 5l'3l"|, welche 
 in 31'" treffe, dann muB 31 5 SI'" ! in 95, dem gesuchten 
 Punkte treffen; denn weil die drei Geraden 
 
 I 91 21 21' I 
 
 I **i **-2 ** I 
 
 neun associierte Punkte (Grundpunkte eines Kurvenbuschels 
 dritter Ordnung, 10, 2.) ausschneiden und ', 31", 31'" auf 
 einer Geraden liegen, so miissen die iibrigen sechs 31^ 3t 2 , 31 8 , 
 3t 4 , 31 5 , 99 auf einem Kegelschnitt liegen. 
 
 Wir konnen nun die fiinf Punkte 3l t , 31 2 , 3t 3 , 31 4 , 31 5 
 einander unendlich nahe riicken d. h. zusammenfallen lassen, 
 also einen Kegelschnitt bestimmen, welcher in eineni Punkte 
 31 die C (3) ftinfpunktig beriihrt; dann wird die Konstruktion 
 des sechsten Schnittpunktes folgende: 
 
 Da 3t u 3( 2 zusammenfallen in 3t, so wird 31' der Tan- 
 gen tialpunkt zu 31; da auch 3l s , 31 4 nach 31 hineinfallen, so 
 wird auch 31" der Tangentialpunkt zu 3t; also 31' und 31" 
 fallen zusammen, mithin wird 31'" der Tangentialpunkt zu
 
 272 Theorie der ebenen Kuryen dritter Ordnung. 
 
 2T, und jetzt schneidet j 2151'" in dem gesuchten Punkte 
 93, also: 
 
 Eine Kurve (7 (3) kann im allgemeinen in jedem 
 ihrer Punkte 21 fiinfpunktig von einem Kegelschnitt 
 beriihrt werden; der sechste Schnittpunkt 93 des 
 Kegelschnitts mit der C' (3) wird dann so gefunden: 
 Man bestimme zu 21 den Tangentialpunkt 2I U zu 2t t 
 den Tangentialpunkt 21 2 , und ziehe j 2121 2 , welche 
 Gerade in dem gesuchten Punkte 93 der (3) begeg- 
 nen wird.* 
 
 Hierdurch wird jedem Punkte 21 der C (S) ein bestimmter 
 Punkt 93 zugeordnet. Nehmen wir drei Punkte 
 
 21, 21', 21" 
 
 der C (3) , konstruieren in jedern derselben den fiinfpunktig 
 beriihrenden Kegelschnitt und nennen den jedesmaligen 
 sechsten Schnittpunkt 
 
 93, 93', 93", 
 
 so haben wir, um diese Punkte zu ermitteln, die drei Tan- 
 gentialpunkte von 21, 21', 21" aufzusuchen 
 
 21 21' 21" 
 
 cij, -a 1 , ^ , 
 yon diesen wieder die drei Tangentialpunkte 
 
 9T 9[' 9T" 
 ^2> -^2? ^2 
 
 und auf den drei Verbindungslinien I 2t2l 2 j, j 2l'2l^ |, | 2T2l';j 
 die dritten Schnittpunkte 93, 93' 93". 
 
 Werden 21, 21', 21" auf der C (3 > so gewahlt, daB sie in 
 gerader Linie liegen, so miissen bekanntlich auch 2l t , 2l{, 2({' 
 auf einer Geraden liogen, und folglich auch 2t 2 , 21^, 21 "j 
 aus den beiden Geraden 
 
 212T2T 
 
 |2T 2 ^21 2 ' 
 folgt aber die dritte 
 
 9393'93" 
 also: 
 
 * J Steiner: ,,Satze fiber Kurven zweiter und dritter Ordnung", 
 Crelles Journal f. Math. Bd. XXXII, S. 301.
 
 32. Kegelschnitte, welche die C (3) mehrpunktig beriihren. 273 
 
 Konstruiert man in drei auf einer Geraden lie- 
 genden Punkten der (3) die fiinfpunktig beriihren- 
 den Kegelschnitte, so liegen ihre drei sechsten 
 Schnittpurikte wieder auf einer Geraden. 
 
 Werden 21, 21', 21" so gewahlt auf der C&\ daB in 
 ihnen ein Kegelschnitt dreimal die Kurve zweipunktig be- 
 riihrt, d. h. bilden 21, 2T, 21" ein Tripel von Punkten der 
 T'(3) ( g ? 3 ^ so Hegen ebenfalls die drei Tangentialpunkte 
 2l t , 2l{, 21" auf einer Geraden, denn die drei Geraden 
 
 21212^ j, !''! , !"";'< 
 
 schneiden die 6^ 3 > in einer Gruppe von neun associierten 
 Punkten, folglich miissen, da SI, St, SI', SI', 21", SI" auf einem 
 Kegelschnitt liegen, die drei iibrigen 2^, 2l{, 21" auf einer 
 Geraden liegen; hieraus folgt, daB auch 21 2 , 2^, ^" un( ^ en ^" 
 lich auch 93, 53', 93" auf einer Geraden liegen, also: 
 
 Beriihrt ein Kegelschnitt die C^ in drei ver- 
 schiedenen Punkten, und konstruiert man in jedem 
 derselben den fiinfpunktig beriihrenden Kegel- 
 schnitt, so liegen die drei sechsten Schnittpunkte 
 dieser drei Kegelschnitte auf einer Geraden. 
 
 2. Suchen wir nunmehr auf der (7 (3) einen solchen be- 
 sonderen Punkt 21 auf, daB fur den in SI fiinfpunktig be- 
 riihrenden Kegelschnitt auch noch der sechste Schnittpunkt 
 93 nach H hineinfallt. Dann miiBte nach unserer Kon- 
 struktion 21 2 der Tangentialpunkt von 21 werden, weil 
 219321 2 in einer Geraden liegen. 
 
 Der Tangentialpunkt von 21 ist aber 21 17 also miifite 
 2l t mit 2t 2 zusammenfallen, und da 21 2 auch der Tangential- 
 punkt von 2-ti ist, so miiBte 2l t mit seinem Tangentialpunkte 
 zusammenfallen, folglich miiBte 2l x = SS ein Wendepunkt 
 der C (3) sein, und der gesuchte Punkt 21 der Beriihrungs- 
 punkt einer aus dem Wendepunkte 28 an die (3) gelegten 
 Tangente; auch umgekehrt zeigt sich, daB, wenn dies der 
 Fall ist, in dem so gefundenen Punkte 21 ein Kegelschnitt 
 die C (3) sechspunktig beriihren muB. Da aus jedem Wende- 
 punkte der C (3) im allgemeinen drei Tangenten an die C (3) 
 gehen und es neun Wendepunkte giebt, so schlieBen wir: 
 
 Sohriiter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordn. 18
 
 274 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Es giebt 27 Punkte auf der C (3) , in welchen 
 Kegelschnitte dieselbe sechspunktig beriihren. Dies 
 sind diejenigen Punkte, in welchen die neun har- 
 monischen Polaren der Wendepunkte die C (3) schnei- 
 den, oder, was dasselbe sagt, diejenigen Punkte, welche die 
 konjugierten sind zu den neun Wendepunkten in jedem der 
 drei Systeme von konjugierten Punktepaaren auf der G' (3) . 
 
 Da von den neun Wendepunkten nur drei reell und 
 sechs imaginar sind, die drei reellen Wendepunkte aber auf 
 dem unpaaren Zuge der G' (3) liegen, ferner aus jedem Punkte 
 dieses unpaaren Zuges vier reelle Tangenten an die Kurve 
 gehen, so schlieBen wir, im Falle dieser Punkt ein reeller 
 Wendepunkt ist, also eine der vier reellen Tangenten in die 
 Wendetangente hineinfallt, daB die drei tibrigen Tangenten 
 aus ihm reell sind, und zwar eine derselben an den un- 
 paaren, die andern beiden an den paaren Zug gehen; im 
 Falle der zweiziigigen C (3) sind also von den obigen 27 
 Punkten 9 reell und 18 imaginar.* 
 
 Zwischen den 27 Punkten, in welchen Kegelschnitte 
 die C' (3) sechspunktig bertihren, bestehen infolge der Lage 
 der neun Wendepunkte mehrfache Beziehungen. Legen wir 
 namlich aus einem Wendepunkte 28 der (7 (3) eine Tangente 
 an dieselbe rait dem Beriihrungspunkt 21, so miissen, weil 
 $8 und 21 denselben Tangentialpunkt 28 haben, diese ein 
 Paar konjugierter Punkte fur die C r(3) sein; durch ein solches 
 Paar ist ein ganzes System unendlich vieler Paare konju- 
 gierter Punkte eindeutig bestimmt und wird erhalten, indem 
 man einen beliebigen Kurvenpunkt mit dem ersten Paare 
 verbindet und als dritte Schnittpunkte dieser beiden Ver- 
 bindungsstrahlen ein neues Paar konjugierter Punkte des- 
 selben Systems findet. 
 
 Nun giebt es aber drei solcher Systeme konjugierter 
 Punktepaare auf der 6 1(3) ( 15). Gehen also aus 28 die 
 drei iibrigen Tangenten 2821 , j 2895 , ; 203 j an die <7< 3 >, 
 
 * J. Steiner: ,,Satze fiber Kurven z welter und dritter Ordnung", 
 Crelles Journal Bd. XXXII, S. 300.
 
 32. Kegelschnitte, welche die C& mehrpunktig bervihren. 275 
 
 so bestimmt das Punktepaar SB und 21 das eine System, 
 SB und 93 das zweite System, 203 und das dritte System 
 von Paaren konjugierter Punkte auf der C (3) . Was von dem 
 Wendepunkte SB gilt, gilt von jedem der neun Wendepunkte 
 3B ( . (i, Ic = 1, 2, 3) ( 28). Gehen daher aus einem zweiten 
 Wendepunkte SB' die drei Tangenten 2B'2T , SB'93' , 
 | SB''! an die C, so gehoren SB' und 2T als ein Paar 
 konjugierter Punkte einem ganz bestimmten der drei Systeme 
 an, ebenso SB' und S3', SB' und ', und es ist keine Frei- 
 heit mehr in der Zuordnung der konjugierten Punkte ge- 
 stattet, sobald von dem ersten Wendepunkt aus die drei 
 Systeme konjugierter Punktepaare bereits festgelegt sind. 
 
 Wir wissen aber aus 15, daB aus zwei Paaren kon- 
 jugierter Punkte desselben Systems allemal ein drittes Paar 
 dieses Systems abgeleitet werden kann durch doppeltes kreuz- 
 weises Verbinden der Punkte; gehoren namlich SB und 51, 
 SB' und 2T als Paare konjugierter Punkte demselben System 
 an, so werden die Schnittpunkte 
 
 (SB2T, 21SB') = 51" 
 
 ein drittes Paar konjugierter Punkte SB" und 21" dieses 
 Systems sein. 
 
 Ferner wissen wir, daB aus zwei Paaren konjugierter 
 Punkte, deren eines dem ersten, das andere dem zweiten 
 Systeme angehort, allemal ein neues Paar konjugierter Punkte, 
 welches dem dritten Systeme angehoren muB, gefunden wird 
 (S. 118); gehoren namlich SB und 21 dem ersten, SB' und 
 93' dem zweiten System an, so schneiden 
 
 3BSB' und 2193' 
 die C (8) in einem neuen Paare konjugierter Punkte 
 
 SB" und (", 
 welches dem dritten Systeme angehort. 
 
 Aus diesen beiden Eigenschaften ergiebt sich der Zu- 
 sammenhang zwischen den 27 Punkten, in welchen Kegel- 
 schnitte die C^ sechspunktig beruhren. Diese Punkte 
 paaren sich namlich mit den neun Wendepunkten zu je 
 
 18*
 
 276 Theprie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 neun Paaren konjugierter Punkte in den drei Systemen der- 
 selben. 
 
 Aus dem ersten Satze folgt, da die Verbindungslinie 
 
 zweier Wendepunkte 2828'i bekanntlich die C (3) inimer in 
 
 einem dritten Wendepunkte 28" treffen mufi, da8 auch die 
 
 Yerbindungslinie I 5151' j durch den Wendepunkt 28", ebenso 
 
 5131" durch 28', : 5l'5l": durch 28 gehen muB, also: 
 
 Verbindet man von den 27 Punkten, in welchen 
 Kegelschnitte die (7 (3) sechspunktig beriihren, zwei 
 solche, deren Tangentialpunkte zugleich ihre kon- 
 jugierten Punkte sind (d. h. ist zu 51 der Wende- 
 punkt 28, zu 5T der Wendepunkt 28' der konju- 
 gierte, gehoren also 5128, 51'28' demselben Systeine 
 an), so geht diese Verbindungslinie allemal durch 
 einen dritten Wendepunkt. Solcher Geraden giebt es 
 also im allgerneinen 3 . -~'^ = 108. 
 
 Aus dem zweiten Satze folgt, da 2828' die r (3) in 
 dem dritten Wendepunkte 28" schneidet, daB auch die Ver- 
 bindungslinie 5133'j in einem Punkte (" schneiden muB, 
 welcher mit 2S" ein Paar konjugierter Punkte des dritten 
 Systems bildet, wenn 51 und 28 dem ersten, 39' und 28' 
 dem zweiten System angehoren, also: 
 
 Die 27 Punkte, in welchen Kegelschnitte die 
 C (3) sechspunktig beriihren, liegen zu je dreien auf 
 geraden Linien, namlich immer ein Punkt 51, welcher 
 mit seinem Tangentialpunkt 28 dem einen System, 
 ein Punkt S3', welcher mit seinem Tangentialpunkt 
 28' dem zweiten System, und ein Punkt (", welcher 
 mit seinem Tangentialpunkt 28" dem dritten System 
 konjugierter Punkte angehort, wobei 28, 225' 28" drei 
 in gerader Linie liegende Wendepunkte der (7 (3) sind. 
 Solcher Geraden giebt es im allgemeinen 81. 
 
 Zu ihnen gehoren auch die neun harmonischen Polaren 
 der Wendepunkte. Die iibrigen 72 entspringen aus den 12 
 Wendepunktslinien, deren jede drei Wendepunkte 2B, 28', 28" 
 enthalt; sind namlich aus jedem derselben die drei iibrigen 
 Tangenten gelegt, deren Beriihrungspunkte seien 51 33 S,
 
 32. Kegelschnitte, welche die (7 (8) mehrpunktig beruhren. 277 
 
 21 '$'(', 2i"23"(", so konnen wir nur SI mit S3' oder 21 mit 
 (' verbinden, denn die Verbindungslinie 2(21' j geht durcb 
 einen Wendepunkt; die Verbindungslinie j 5193' : mu8 aber 
 einen bestimmten Punkt C" enthalten ; ! 2l(' ! den bestimni- 
 ten Punkt 23"; ebenso ; W2T , 332t'(" |, 
 (83'$";, also giebt es fur die Wendepunktslinie 
 nur secbs solcher Linien j 2123& , mithin im ganzen nur 
 12.6 = 72, zu denen die neun barmonischen Polaren binzu- 
 treten. 
 
 Aus dem in 9, 8. bewiesenen Satze, daB wenn secbs 
 Punkte einer C (S} auf einem Kegelschnitt liegen, auch ibre 
 secbs konjugierten Punkte in einem der drei Systeme allemal 
 auf einem Kegelscbnitt liegen miissen, folgt eine weitere 
 Beziebung zwiscben unsern 27 Punkten ; welcbe in den drei 
 Systemen den neun Wendepunkten konjugiert sind. Die 
 Wendepunkte liegen namlicb zu dreien auf den zwolf Wende- 
 punktsgeraden ( 28), und diese lassen sicb paarweise als 
 ausgeartete Kegelscbnitte auffassen, was -j-^- == 66 Linieu- 
 paare giebt, also: 
 
 Von den 27 Punkten, in welcben Kegelscbnitte 
 die C (Z> secbspunktig berubren, liegen imnier ge- 
 wisse secbs auf einem Kegelscbnitte, namlicb 
 solcbe secbs, deren Tangentialpunkte gleicbzeitig 
 die konjugierten Punkte in einem und demselben 
 Systeme auf der C (3) sind und zwar secbs Wende- 
 punkte, die zu je dreien auf zwei Wendepunkts- 
 linien liegen. Solcber Kegelscbnitte giebt es im allge- 
 meinen 66. 
 
 Hieraus folgt, daB solcbe neun Punkte, welcbe die 
 konjugierten Punkte der neun Wendepunkte sind in einem 
 der drei Systeme von konjugierten Punktepaaren auf der C f < 3) , 
 menials eine Gruppe von neun associierten Punkten bilden; 
 denn in diesem Falle miiBten, da secbs von ibnen auf einem 
 Kegelscbnitt liegen, die drei ubrigen auf einer Geraden 
 liegen. Dies ist aber nicbt der Fall, denn die Verbindungs- 
 linie zweier gebt immer durcb einen W T endepunkt, kann also 
 keinen vierten Punkt inebr enthalten.
 
 278 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 3. Wahrend in jedem Punkte die 6 1(3) von einem Kegel- 
 schnitt fiinfpunktig beriihrt werden kann und nur in aus- 
 gezeichneten (27) Punkten Kegelschnitte dieselbe sechspunktig 
 beriihren, giebt es unendlich viele Kegelschnitte, welche in 
 einem gegebenen Punkte ty dieselbe vierpunktig beriihren. 
 Durch vier Punkte der (7' 3) als Grundpunkte eines Biischels 
 gehen iiberhaupt unendlich viele Kegelschnitte, welche noch 
 in je zwei iibrigen Punkten der C (3) begegnen, deren Ver- 
 bindungslinien samtlich durch einen festen Punkt der (7 (3) 
 laufen ( 9, i.), den Gegenpunkt zu den Grundpunkten des 
 Buschels. 
 
 LaBt man die vier Grundpunkte des Biischels einander 
 unendlich nahe riicken, sodaB sie in einen einzigen Punkt 
 ty der (3) zusammenf alien, so nimmt das Kegelschnittbiischel 
 einen besonderen Charakter an und besteht aus samtlichen 
 Kegelschnitten, welche die 6 y(3) in $)3 vierpunktig beriihren. 
 Der Gegenpunkt Q, durch welchen alle von den Kegel- 
 schnitte'n ausgeschnittenen Sehnen (Verbindungslinien der 
 beiden iibrigen Schnittpunkte der C (S> mit einem in ^8 vier- 
 punktig beriihrenden Kegelschnitt) laufen, wird gefunden 
 durch den besonderen Kegelschnitt, welcher aus der doppelt 
 zu zahlenden Tangente in ^5 besteht; schneidet diese Tan- 
 gente in dem Tangentialpunkt ^5 17 so fallen in ^ zwei 
 Punkte zusammen, die eins der vorigen Paare bilden; die 
 Tangente in ^ schneide zum dritten Mai in O, dann ist 
 offenbar D der gesuchte Gegenpunkt. 
 
 Da durch O auBer der Tangente | D^ j im allgemeinen 
 noch drei andere Tangenten an die 6 T(3) gehen, so folgt: 
 
 Soil in einem Punkte ^5 der (7 (3) ein Kegelschnitt 
 dieselbe vierpunktig beriihren, so giebt es unter 
 alien diesen Kegelschnitten im allgemeinen drei, 
 welche auBerdem noch in einem andern Punkte die 
 O (3) zweipunktig beriihren. Die Beriihrungspunkte 
 dieser drei Kegelschnitte werden gefunden, indem 
 man in ^5 die Tangente zieht, ihren Tangential- 
 punkt ^ aufsucht, in < $ l aufs neue die Tangente 
 zieht, deren Tangentialpunkt D sei, und aus O die
 
 32. Kegelschnitte, welche die C& mehrpunktig beriihren. 279 
 
 drei noch iibrigen Tangenten an die (7 (3) legt, deren 
 Beriihrungspunkte die drei gesuchten sind. 
 
 Man kann die drei Beriihrungspunkte auch noch in 
 anderer Weise finden; geht uamlich eine Tangeute aus O 
 an die (7 (3) , welche in X beriihre, und zieht man $PX , 
 welche in 9ft zum dritten Mai der C (3) begegnet, so wird, 
 weil zu ty der Tangentialpunkt $|3 17 zu X der Tangential- 
 punkt d ist, auch der Tangentialpunkt zu 91 auf '>, D^ 
 liegen miissen; der dritte Schnittpunkt von D^ ist aber 
 $P,, folglich muB ^ auch der Tangentialpunkt zu 91 sein. 
 Hieraus folgt: 
 
 Legt man aus dem Tangentialpunkt ^ fur den ge- 
 gebenen Punkt ^ die drei noch ubrigen Tangenten an die 
 r (:!) und verbindet die drei Beriihrungspunkte derselben mit 
 ^S, so schneiden diese drei Geraden die C^ 3) in den drei 
 neuen Punkten X, X', X", welche die gesuchten Beriihrungs- 
 punkte der drei Kegelschnitte sind, die in ^5 vierpunktig 
 und in X (bez. X' ; X") zweipunktig die (7 (3) beriihren. 
 
 Die Aufgabe: ,,in einem gegebenen Punkte ^3 der C (8) 
 einen vierpunktig beriihrenden Kegelschnitt zu legen, der 
 noch in einem andern Punkte die Kurve zweipunktig be- 
 riihrt", hat also im allgemeinen drei Losungen. 
 
 Will man umgekehrt in einem Punkte X einen zwei- 
 punktig beriihrenden Kegelschnitt konstruieren, der noch in 
 eineni andern Punkte ^5 vierpunktig beriihren soil, so nehme 
 man zu X den Tangentialpunkt Q, lege aus Q eine Tan- 
 gente an die C (3) , welche in ^ beriihrt (deren es nur noch 
 drei giebt), und ziehe aus dem Beriihrungspunkt ^ eine 
 Tangente an die C (3) , welche in ty beriihrt (deren es vier 
 giebt), dann ist ^5 der gesuchte Punkt. 
 
 Die Aufgabe: ,,in eineni gegebenen Punkte X der (7 (3) 
 einen zweipunktig beriihrenden Kegelschnitt zu legen, welcher 
 noch in einem andern Punkte die Kurve vierpunktig beriihrt", 
 hat also im allgemeinen zwolf Losungen. 
 
 Will man durch zwei Punkte 91 und S3 einer f' (3) einen 
 Kegelschnitt legen, welcher auBerdem die Kurve in einem 
 dritten Punkte ^ vierpunktig beriihren soil, so ziehe man
 
 280 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 2193 und ermittele ihren dritten Schnittpunkt D, lege aus 
 C eine Tangente an die 6 T(:il , welche in ^ beriihre (deren 
 es vier giebt), und aus ^ eine neue Tangente an die G' (3) , 
 welche in 9$ beriihrt (deren es ebenfalls vier giebt), dann 
 ist ein solcher Punkt ^? der gesuchte; diese Aufgabe hat 
 also im allgemeinen sechszehn Losungen. 
 
 4. In einem Punkte 21 der C' (3) kann man doppelt un- 
 endlich viele dreipunktig beriihrende Kegelschnitte legen, 
 welche auBerdem im allgemeinen noch in drei iibrigen 
 Punkten ^5, Q, 3ft die C (3) schneiden. Verlangt man, daB 
 auch die drei iibrigen Punkte ^$, Q, 9ft in einen einzigen 93 
 zusammenriicken sollen, also ein Kegelschnitt die G' (3) in 
 zwei verschiedenen Punkten 21 und 93 dreipunktig beriihren 
 soil, so sind die Punkte 21 und 93 einer Bedingung unter- 
 worfen, die so gefunden werden kann. Denkt man sich drei 
 benachbarte Gerade 21SS93 |, 2t'2B'93' , 81" SB" S3" |, deren 
 neun Schnittpunkte mit der C'( 3) eine Gruppe von neun as- 
 sociierten Punkten bilden, und laBt man sodann die drei 
 Geraden zusammenf alien, sodaB 21 = 21' = 21" und 93 =93' =93" 
 die beiden Beriihrungspunkte eines zweimal dreipunktig be- 
 riihrenden Kegelschnitts werden, dann mussen die drei Punkte 
 2B, SK', 28" auf einer Geraden liegen, also der dritte Schnitt- 
 punkt von | 2193 mit der (3) muB ein Wendepunkt 3S der 
 ^-' (3) sein, und auch umgekehrt, also: 
 
 Zieht man durch einen Wendepunkt 223 der C^ 
 eine beliebige Gerade, welche in den beiden Punkten 
 21 und 93 der G' (3) tegegnet, so giebt es allemal einen 
 Kegelschnitt, welcher gleichzeitig sowohl in 21 wie 
 in 93 die Kurve dreipunktig beriihrt. 
 
 Ist 21 gegeben, so findet man also, da es neuii Wende- 
 punkte giebt, neun Kegelschnitte, welche auBer in 21 noch 
 in einem zweiten Punkte 93 die Kurve dreipunktig beriihren. 
 (Von diesen sind drei reell und sechs imaginar.) 
 
 Nimmt man drei Wendepunkte SSj, SS 2 , SS 3 , welche auf 
 einer Geraden (Wendepunktslinie) liegen, und projiciert die- 
 selben von einem Punkte ^5 der C (3) aus in die drei Punkte 
 21, 93, 6, sodaB
 
 32. Kegelschnitte, welche die (7 (3 > mehrpunktig beriihren. 281 
 
 auf je einer Geraden liegen, so giebt es drei Kegelschnitte, 
 von denen der eine in ty und 5t, der andere in ty und S3, 
 der dritte in ^5 und ( die Kurve zweimal dreipunktig be- 
 ruhrt. Die drei Punkte 51, 93, ( stehen dann in einer eigen- 
 tiinilichen Verbindung mit einander; da namlich die neun 
 Durchschnittspunkte der drei Geraden 
 
 eine Gruppe von neun associierten Punkten bilden, und die 
 drei Punkte 2S 1; 28 2 , 28 3 auf einer Geraden liegen, so miissen 
 die sechs iibrigen auf einem Kegelschnitt liegen; es giebt 
 also einen Kegelschnitt, welcher in ty die 6 r(3) dreipunktig 
 beruhrt und auBerdem durch die drei Punkte 2(, S3, S geht. 
 Aus den beiden in je sechs Punkten schneidenden Kegel- 
 
 folgt, daB der Gegenpunkt fiir das Kegelschnittbiischel mit 
 den vier Grundpunkten ^3, ^5, ^S, ^(, sowohl der Tangential- 
 punkt 5l : zu 21, als auch der dritte Schnittpunkt von S3S 
 mit der C (3) sein muB, also liegen 
 
 S3, <, ^ 
 und ebenso 
 
 (, 31, S3 t 
 
 a, SB, e, 
 
 auf einer Geraden, wenn St u 93 U S x die Tangentialpunkte fiir 
 $(, S3, bedeuten. 
 
 Die drei Punkfce 51, S3, ( haben also eine solche 
 Lage, daB die Verbindungslinie zweier in dem Tan- 
 gentialpunkt des dritten der Kurve begegnet. 
 
 Haben die drei Punkte 21, S3, eine solche eigentuni- 
 liche Lage, so haben die drei neuen Punkte 51 17 S3 U (S u ihre 
 Tangentialpunkte, eine gleiche Lage, denn aus den beiden 
 Geraden 
 
 folgt, weil 93 ( in 5^ schneidet und die Tangente 5151 
 auch in 5t u daB der Tangentialpunkt 51 2 des Punktes 1 
 auf der Geraden SSjC^ | liegen muB| es liegen also
 
 282 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 und ebenso 
 
 *i i 
 
 D -^u ^2 
 
 auf je einer Geraden; es sind also auch fur die drei Punkte 
 21 1; 23 1; i die Schnittpunkte von den Verbindungslinien je 
 zweier die Tangentialpunkte des dritten. Wir konnen soniit 
 aus einer solchen Gruppe von drei Punkten 21, 23, immer 
 eine neue von gleicher Beschaffenheit ableiten u. s. f. Auch 
 umgekehrt zeigt sich, daB wenn drei Punkte 21, 23, S der CW 
 die angegebene Eigenschaft besitzen, sie die Projektionen 
 dreier in gerader Linie liegenden Wendepunkte von einem 
 beliebigen Kurvenpunkte aus sein miissen. 
 
 Durch einen willkiirlich auf der C (8) zu wahlenden 
 Punkt 21 sind die beiden iibrigen der Gruppe 2123 schon 
 bestirnmt, aber mehrdeutig. Verbinden wir namlich 21 mit 
 deni Wendepunkt 28 1; nennen den dritten Schnittpunkt 
 ^ und nehmen die Wendepunktslinie | 2Bi2B 2 SS 3 1, so be- 
 stimmen | ^28., j und j^SBsl die beiden iibrigen Punkte 
 23, der Gruppe. 
 
 Wir konnen aber auch 21 init 2B 2 verbinden und er- 
 halten dann den Projektionspunkt ^S 2 ; da wir nun die vier 
 Geraden haben 
 
 so folgt aus den beiden Geraden 
 
 die dritte Gerade I sju 5m i 
 
 I 'W 1 .w J I, 
 
 und da SS^ ein Wendepunkt ist, also | 2B 1 2B 1 SB 1 j auf der- 
 selben Geraden liegen, daB | ^3 2 S | durch 28 1 gehen muB; 
 wir haben also die neue Gerade 
 
 ferner folgt aus den beiden Geraden 
 
 die Gerade
 
 32. Kegelschnitte, welche die CK) mehrpunktig beriihren. 283 
 
 ziehen wir endlich die Verbindungslinie | 51 28 3 j , welche in 
 1j$ 3 der Kurve begegneu mag, also 
 
 so folgen in gleicher Weise die beiden neuen Geraden 
 
 und 
 
 Wir haben also folgende eigentumliche Konfiguration 
 von neun Geraden 
 
 woraus hervorgeht, daB dieselben Punkte SI, S3, Q von 
 drei verschiedeneii Punkten ^S 1; $P 2 , ^5 3 aus als die 
 Projektionen der drei in gerader Linie liegenden 
 Wendepunkte auf die Kurve erscheinen, und zwar in 
 cykliacher Reihenfolge; auch bilden die Projektions- 
 centra ty 1} ^5. 2 , ^ a eine neue Gruppe von gleicher Be- 
 schaffenheit, weil sie als die Projektionen derselben 
 Wendepunkte von 51, oder von $8, oder von ( aus 
 erscheinen. 
 
 Aus den drei Geraden 
 
 geht zugleich hervor, weil ^SBgSBg auf einer Geraden 
 liegen, daB die sechs Punkte der beiden voneinander ab- 
 hangigen Gruppen Vt, S3, ( und ^ l} ^S 2 , ^5 3 auf einem Kegel- 
 schnitt liegen miissen.* 
 
 Die sechs Punkte St, 33, S, ^5 U p a , ^5 3 liegen der- 
 artig auf dem Kegelschnitt, daB die drei Sechsecke 
 
 * Diese Satze stammen nach einer Mitteilung von Herrn Durege, 
 ,,Die ebenen Kurven dritter Ordnung", S. 288, vou Herrn Ku'pper her.
 
 284 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 eine und dieselbe Pascalsclie Linie haben, welche 
 dieselben drei Durchschnittspunkte der Gegenseiten 
 enthalt. 
 
 5. Wir gingen von einer beliebigen Wendepunktslinie 
 | SBj 28 2 28 3 1 dreier in einer Geraden liegenden Wendepunkte 
 aus und fanden durch Projektion derselben von einem be- 
 liebigen Kurvenpunkte ty aus die Gruppe 51 S3 (, wobei sich 
 zeigte, dafi dieselbe Gruppe auftrat nicht bio 6 von dem 
 einzigen Punkte ty aus, sondern von drei verschiedenen 
 Punkten $&, $ 2 , $ s aus. 
 
 Dieselbe Gruppe 3133& tritt aber auch auf fur neue 
 Projektionscentra, wenn wir zwei andere Wendepunktslinien 
 an Stelle der ersten setzen. 
 
 Aus dem Zusammenhange zwischen den Wendepunkten 
 223)" (*/&=!, 2, 3) ergeben sich namlich ( 28) fur die 
 Wendepunktslinie 
 
 I}*|H 
 
 und den Projektionspunkt ty[ 
 
 drei Gerade mit je drei Punkten. Yerbinden wir nun SI 
 rnit einem der iibrigen sechs Wendepunkte, z. B. 225^, und 
 nennen den dritten Schnittpunkt ty^ , so haben wir die Gerade 
 
 I *?*!!. 
 
 Aus den beiden Geraden 
 
 folgt 
 
 \%$IWI$&1\. 
 
 Da nun SS^28^2B^ auf einer Geraden und auch 28{3B!|2 
 auf einer Geraden liegen, so miissen 
 
 ?;ssjffl 
 
 auf einer Geraden liegen. Ebenso folgt aus den Geraden
 
 32. Kegelschnitte, welche die C&) mehrpnnktig beriihren. 285 
 
 S 6 
 
 I SB J SB* SB* 
 daB 
 
 auf einer Geraden liegen mussen. Mithin geht die Gruppe 
 51 S3 & aus den drei in einer Geraden liegenden Wendepunkten 
 28 1, 28!, SB 3 hervor durch Projektion von ^ aus. 
 
 Zu den beiden Wendepunktslinien ISBJSBgSBgi und 
 | 28 I 28 2 28 y gehort als dritte Seite eines Wendepunkts- 
 dreiseits diejenige Gerade, auf welcher die drei iibrigeu 
 Wendepunkte liegen 
 
 3 
 
 a ? 
 
 und wir erkennen in gleicher Weise, wie vorhin, daB die- 
 selbe Gruppe SIS9S aucn hervorgeht durch Projektion dieser 
 drei Wendepunkte von einem Punkte ^5f aus, indem je drei 
 Punkte auf der Geraden liegen 
 
 I*;B;I, i!aB;i, I ??;( i; 
 
 wir haben also den Satz: 
 
 Dieselbe Gruppe von Punkten 5(, S3, laBt sich 
 aus drei verscbiedenen Wendepunktslinien, welche 
 die Seiten eines Wendepunktsdreiseits bilden, als 
 die Projektion der drei in einer dieser Geraden lie- 
 genden Wendepunkte von einem Kurvenpunkte aus 
 ableiten. 
 
 Die drei Projektionscentra ^S \ , ^ , ty I bilden selbst wieder 
 eine Gruppe von gleicher Beschaffenheit, wie 5133(5, weil 
 sie als die Projektionen der drei in gerader Linie liegenden 
 Wendepunkte SB}, 28^, 2Bj von SI aus erscheinen. 
 
 Nun haben wir aber fur jede dieser Wendepunktslinien 
 nicht nur ein sondern drei Projektionscentra gefunden (4.), 
 sodaB wir im ganzen neun Projektionscentra haben, die wir 
 entsprechend bezeichnen konnen 
 
 $Pi$5$Pi, $?$;$;, **;$;$s. 
 
 Diese sind nichts anderes, als die Projektionen der neun 
 Wendepunkte von 51 aus auf die C (8) , oder auch von S3 aus,
 
 286 
 
 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 oder von aus, aber in cyklischer Folge, sodaB wir die 
 Geraden haben 
 
 orggiqgi' 2128 1 9B 1 SISS 1 ^ 1 
 
 t xv } 3? ] , a.^u 2 43 2 , *^w 3 4? 3 
 
 '3 If 
 
 SBj*s!, ;<&8Bj<pj 
 KJBglKLi 
 
 aas;?; 
 
 ass;? 
 
 3 I 
 3 l> 
 
 **IWIi 
 
 Die neun Projektionscentra 5)3* (i, A; = 1, 2, 3), fur deren 
 jedes die Gruppe von Punkten 21, S3, als die Projektionen 
 von drei in gerader Linie liegenden Wendepunkten erscheint, 
 bilden selbst wieder unter sich Gruppen zu je dreien von 
 gleicher Beschaifenheit, und zwar gehort jeder dieser Punkte 
 vier solchen Gruppen an, z. B. 
 
 die ubrigen Gruppen sind, wie sich unmittelbar aus der 
 Lage der Wendepunkte ( 28) ergiebt, der analog sie zu 
 bilden sind, folgende 
 
 6. Das gewonnene Resultat sagt aus, daB wenn wir die 
 neun Wendepunkte 28* von einem Punkte 21 der Kurve aus 
 auf dieselbe projicieren, die dadurch erhaltenen neun Punkte 
 ^B. sich auf zwolf Arten zu je dreien einer Gruppe ver- 
 einigen, welche dieselbe Eigenschaft besitzt, wie die ur- 
 spriingliche Gruppe 21S3S, da6 immer vier solche Gruppen 
 einen Punkt gemein haben und daG dieselben Punkte $. 
 hervorgehen, wenn wir von 33 oder aus die Wendepunkte 
 auf die Kurve projicieren. 
 
 Wir konnen jetzt auch unigekehrt, anstatt von SI aus- 
 zugehen, von ^5} ausgehen und finden dann nicht nur die
 
 32. Kegelschnitte , welche die C (3) mebrpunktig beriihren. 287 
 
 eine Gruppe 21S5S, sondern dazu noch zwei andere, also im 
 ganzen neun Punkte, die sich wiederum wie die ty zu je 
 dreien in zwolf Gruppen ordnen, von denen immer vier einen 
 Punkt gemein haben; fuhren wir zur deutlicheren Uber- 
 sicht eine etwas veranderte Bezeichnung ein, indem wir 
 
 statt 2t . . . 21* 
 
 statt S3 ... 21*, 
 
 statt ( ... 21* 
 
 setzen und die iibrigen sechs Punkte als dritte Schnittpunkte 
 der Verbindungslinien erhalten 
 
 so Ia6t sich erkennen, durch welche von den Wendepunkten 
 die 81 Verbindungslinien der Punkte 
 
 3P und $* (m, n = 1, 2, 3; i, k = 1, 2, 3) 
 hindurehgehen miissen aus folgender Tabelle 
 
 SB! 
 
 Um den Wendepunkt zu ermitteln, durch welchen die 
 Verbindungslinie von SJ5* mit 21 " t hindurchgeht, suchen wir 
 den in der Vertikalreihe SjS* und in der Horizontalreihe 21 ? " 
 stehenden Buchstaben auf. In jeder Vertikalreihe und in 
 jeder Horizontalreihe stehen samtliche Wendepunkte, nur in 
 anderer Anordnung; die 81 Verbindungslinien |$|3*2l^| 
 schneiden sich also zu je neun in den neun Wendepunkten.
 
 288 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Nimmt man von den samtlichen in einer beliebigen 
 Vertikalreihe stehenden Wendepunkten drei solche heraus, 
 welche in einer Geraden (Wendepunktslinie) liegen und pro- 
 jiciert sie von dem iiber der Vertikalreihe stehenden Punkte 
 ^5 aus, so erhalt man die drei vor den entsprechenden 
 Horizontalreihen stehenden Punkte 51 , welche eine Gruppe 
 bilden von der Beschaffenheit, wie die besprochene Gruppe 
 51236. Durch einen der neun Punkte 51* sind die iibrigen 
 ach^ vollstandig und eindeutig bestimmt. 
 
 7. Die drei Punkte 51, 23, 6 einer Gruppe, welehe als 
 die Projektionen dreier in gerader Linie liegenden Wende- 
 punkte von einem Kurvenpunkte aus erscheinen, und welche 
 gleichzeitig, wie wir gesehen haben (4.), die Eigenschaft 
 besitzen, daB der Tangentialpunkt zu 51 auf | 236 ', der Tan- 
 gentialpunkt zu 23 auf 651 und der Tangentialpunkt zu 
 6 auf 5123 | liegt, besitzen noch eine weitere Eigenschaft. 
 Schneidet nainlich irgend ein in 51 dreipunktig beruhrender 
 Kegelschnitt die (7 (3) auBerdem in den drei Punkten ^5, Q, 
 91, so wird das Kegelschnittbuschel [5l^$Q$R] zum Gegen- 
 punkt den Tangentialpunkt 5l t zu 51 haben, weil die sechs Punkte 
 [51, ^5, Q, 91, 51, 51] auf einem Kegelschnitt liegen. Da aber 
 5lj auch auf J 236 liegt, so miissen 51, 23, 6, *$, D, 91 auf einem 
 Kegelschnitt liegen; das Kegelschnittbuschel [23$)3l$R] wird 
 also zum Gegenpunkt den dritten Schnittpunkt von 516) mit 
 der Kurve haben, d. h. den Punkt 23 n welcher Tangential- 
 punkt zu^ 23 ist. Hieraus folgt, daB auch die sechs Punkte 
 23, ^S, d, 9ft, 23, 23 auf einem Kegelschnitt liegen miissen, 
 oder was dasselbe sagt, daB es einen zweiten Kegelschnitt 
 durch ^5, Q, 91 giebt, welcher in 23 dreipunktig beruhrt, und 
 einen dritten, welcher in 6 dreipunktig beruhrt, also: 
 
 Bilden die Punkte 51, 23, 6 eine solche Gruppe 
 von Punkten auf der C |3) , welche als die Projektionen 
 dreier in gerader Linie liegenden Wendepunkte von 
 einem Kurvenpunkte aus erscheinen, und legt man 
 durch 21 einen dreipunktig beriihrenden Kegelschnitt, 
 welcher auBerdem in ^5, D, 9t der C (S) begegnet, dann 
 giebt es durch $P, O, 91 noch einen zweiten Kegel-
 
 32. Kegelschnitte , welche die C^ 3 ' mehrpunktig beruhren. 289 
 
 schnitt, welcher in S3, und einen dritten, welcher in 
 ( die Kurve dreipunktig beriihrt. 
 
 Wir konnen jetzt die Frage umkehren und durch drei 
 gegebene Punkte $)B, G, 9ft einen solchen Kegelschnitt zu legen 
 versuchen, welcher auBerdem die C (3) noch in einem andern 
 Punkte dreipunktig beruhrt. Hatten wir einen solchen 
 Punkt 51 gefunden, welcher die Eigenschaft besaBe, da6 ein 
 durch $|$, D, 9ft gelegter Kegelschnitt in $ die Kurve drei- 
 punktig beriihrte, so konnten wir aus 51 noch andere Punkte 
 von gleicher Beschaffenheit ermitteln; denn ware S3 ein ge- 
 suchter zweiter Punkt von derselben Beschaffenheit, so miiBte 
 wegen des Kegelschnitts [ty D 9ft SI 51 51] zu dem Kegelschnitt- 
 biischel mit den Grundpunkten [$pQ9ft5l] der Gegenpunkt 
 5t x der Tangentialpunkt zu 51 sein, und ebenso zu dem Kegel- 
 schnittbuschel mit den vier Grundpunkten [^3 D 9ft 23] der 
 Gegenpunkt ^& 1 der Tangentialpunkt zu S3 sein. Legt man 
 aber den beiden Biischeln angehorigen Kegelschnitt durch 
 die fiinf Punkte ^5, Q, 9ft, 51, S3, welcher noch in einem 
 sechsten Punkte der Kurve begegnet, so muBte [ S3 | 
 durch 5l x und | 51 (S j durch S^ geheii. Hieraus folgt aber, 
 wenn S x der Tangentialpunkt zu ist, daB auch (^ auf 
 | 51 S3 | liegen ruuB; denn aus den vier Geraden 
 
 J23CT! |, 515151,, 51SS3! , S3S3S3 X 
 folgt, wenn wir die beiden zusaaimenstellen 
 
 | 51 5l x 51 | 
 S3, S3 S3 | 
 
 !.,( ( S, |, 
 
 d. h. wenn (S t der Tangentialpunkt zu ( ist, so muB S t auf 
 5133 | liegen. Die drei Punkte 51, S3, S besitzen also die 
 Eigenschaft, daB der Tangentialpunkt eines jeden von ihnen 
 auf der Verbindungslinie der beiden iibrigen liegt; sie bil- 
 den daher eine solche Gruppe, welche als Projektionen 
 dreier in gerader Linie liegenden Wendepunkte von einem 
 Kurvenpunkte aus erscheinen. Da nun 51 die Eigenschaft 
 besitzt, daB ein durch ^5, l. 9ft gehender Kegelschnitt die 
 
 Schroter, Theorie der ebenen Kurven 3. Ordu.
 
 290 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 Kurve in ?l dreipunktig beriihrt, so miissen nach dem 
 vorigen Satze auch 23 und ( die gleiche Eigenschaft be- 
 sitzen. 
 
 Die vorgelegte Frage lauft jetzt also darauf hinaus, wie 
 viele solcher Paare von Punkten 23 und ( es giebt, die mit 
 51 zusammen eine Gruppe SIS3S von der angegebenen Eigen- 
 schaft bilden. Diese Frage beantwortet aber die Tabelle 
 in 6., denn sie zeigt, daB es mit dem gemeinsamen Punkt 
 91* vier solche Gruppen giebt 
 
 3) 
 
 [1 2(2513 
 
 mithin im Ganzen neun solcher Punkte, wir schlieBen also: 
 
 Durch drei willkiirlich zu wahlende Punkte ^S, 
 <Q, 9ft einer C (3 ~> giebt es im allgemeinen neun Kegel- 
 schnitte, welche die C (3) auBerdem noch in je einem 
 Punkte dreipunktig beriihren. Die neun Beruhrungs- 
 punkte dieser Kegelschnitte erscheinen als die Pro- 
 jektionen der neun Wendepunkte der (7 (3) von einem 
 gewissen Kurvenpunkte 9$. aus, und es giebt neun 
 solcher Kurvenpunkte, welche dieselben neun Be- 
 ruhrungspunkte liefern. Durch einen dieser Beruh- 
 rungspunkte siud die iibrigen acht vollstandig be- 
 stimmt. 
 
 (Da von den neun Wendepunkten drei reell und sechs 
 imaginar sind, so sind auch von den neun Kegelschnitten 
 drei reell und sechs imaginar.) 
 
 Da wir oben gesehen haben, dass die drei gegebenen 
 Punkte $P, C, 9ft allemal mit den drei Punkten 91, S3, einer 
 Gruppe auf einem Kegelschnitte liegen, und da sich die 
 neun Beruhrungspunkte 51 1 . in zwolf solcher Gruppen, ent- 
 sprechend den zwolf Wendepunktslinien ordnen lassen (ebenso 
 wie oben 5. die neun Punkte ^5.), so folgt: 
 
 Die neun Beruhrungspunkte der vorigen neun 
 Kegelschnitte liegen zu je dreien mit den gegebenen 
 Punkten $P, Q, 9ft auf zwolf Kegelschnitten, und
 
 32. Kegelschnitte, welche die C^ mehrpunktig beruhren. 291 
 
 diese gruppieren sicli auf vier verschiedene Arten 
 zu je drei Kegelschnitten, welche zusammen alle 
 neun Beriihrungspunkte enthalten. 
 
 Dies entspricht den vier Wendepunktsdreiseiten, deren 
 jedes alle neun Wendepunkte enthalt; auch zeigt sich, well 
 von den zwolf Wendepunktslinien vier reell und acht ima- 
 ginar sind, daB von den letzten zwolf Kegelschnitten vier 
 reell und acht imaginar sein werden. 
 
 1st 3t der Beriihrungspunkt eines durch ^G3R gehenden 
 und in $1 dreipunktig beriihrenden Kegelschnitts, so miissen 
 offenbar die drei Geraden | W$ ', j 91D |, | HSR | die C i n 
 drei neuen Punkten treffen, welche auf einer Geraden liegen, 
 weil die sechs Punkte ty, Q, SR, 31, 31, ?l auf einein Kegel- 
 schnitt sich befinden. Die vorliegende Aufgabe laBt sich 
 also auch so fassen: 
 
 ,,Drei auf der C (3) gegebene Punkte ^5, O, 91 von 
 eiuem gesuchten Punkte der Kurve aus so auf die- 
 selbe zu projicieren 7 daB die drei erhaltenen Punkte 
 auf einer Geraden liegen." 
 
 Diese Aufgabe hat also die neun Losungen 31 f , welche 
 wir vorhin ermittelt haben. 
 
 8. VVenn wir von den neun Losungen 3l ( A des Problems 
 drei solche herausnehmen, welche eine Gruppe 3193S bilden, 
 d. h. als die drei Projektionen dreier in gerader Linie lie- 
 genden Wendepunkte von einein Kurvenpunkte aus erschei- 
 nen, so liegen, wie wir gesehen haben 7 die sechs Punkte 
 , &, 91, ?t, ^8, auf eineni Kegelschnitt. Da das Kegel- 
 schnittbuschel [^ISSS^S] zum Gegenpunkt den dritten Schnitt- 
 punkt von | QSR | mit der C (3) hat, welcher ^, genannt 
 werde, so muB auch, wenn wir durch ^ eine beliebige 
 andere Gerade | SjJj Q.J Sftj | ziehen, ein Kegelschnitt des Bii- 
 schels durch L I und 91, gehen; also die sechs Punkte 
 
 a, s, ,^, G U m, 
 
 miissen auf eineni Kegelschnitt liegen. 
 
 Hieraus folgt wieder, daB das Kegelschnittbiischel 
 j^tJ zum Gegenpunkt den dritten Schnittpunkt von 
 mit der Kurve haben muB. Dieser dritte Schnitt-
 
 292 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 punkt ist aber 3t 1; der Tangentialpunkt zu SI, well 
 eine Gruppe von der oben angegebenen Art bilden, also 
 mu6 es aucli einen Kegelschnitt des letzten Biischels geben, 
 welcher in SI dreipunktig beriihrt, und daher, wie oben 
 nachgewiesen 1st, auch einen, der in 23, und einen dritten, 
 der in ( dreipunktig beriihrt. 
 
 Dies heiBt aber nichts anderes als: Wenn wir an- 
 statt von den drei Punkten $P, l, 9ft, wie es anfanglich 
 geschah, auszugehen, von den drei Punkten ^3, Q 1? 9ft 1 
 ausgegangen waren, wodurch ein neues Problem gleicher 
 Art gestellt ware, so waren wir zu denselben neun 
 Losungen SL gekommen, denn es giebt zu jeden drei an- 
 genommenen Punkten $|$, Q, 9ft nur ein solches System von 
 Losungen und durch eine derselben 51 sind die iibrigen acnt 
 vollstandig und eindeutig bestimmt (6.). Hieraus folgt, da 6 
 es unendlich viele Tripel von Punkten ^5, D, 9ft giebt, 
 fur die das vorgelegte Problem zu demselben System 
 von neun Losungen fiihrt. Um aus einem solcnen 
 ^5 9ft ein neues zu erhalten, brauchen wir uns nur zwei 
 dieser Punkte d und 9ft zu verbinden und durch den dritten 
 Schnittpunkt < ^ i von O9ft eine beliebige Gerade zu ziehen, 
 welche in Oj und 9ft x der C T(3) begegnet; dann sind ^5, Oj, 
 9ft x ein neues derartiges Tripel. Dies kann auf drei Arten 
 ausgefiihrt werden; aus diesen kann man wieder neue Tripel 
 ableiten u. s. f. 
 
 Man sieht hieraus, da6 um ein neues Tripel zu er- 
 halten, welchem die gleiche Eigenschaft zukommt, wie 
 deni urspriinglichen ^5, O, 9ft, man zwei Punkte, etwa ^3 2 
 und D n willkurlich auf der C^ annehmen und dann den 
 dritten zugehorigen Punkt 9ft 2 wie folgt konstruieren kann: 
 Die Gerade ; O9ft ! schneide in ^ zum dritten Mai; man 
 ziehe O^!,, welche Gerade in 9ft! schneide; dann ist 
 ^P Oj 9ft : ein neues Tripe! ; man ziehe $ 9ftj ; , welche Gerade 
 in O 2 treffe, und j D 2 ^8 2 ', die in 9ft 2 treffe, dann ist 
 
 .Oifc* 
 
 ein neues Tripel, von welchem die beiden Punkte D x und 1$ 2 
 willkurlich auf der C'( 3) gewahlt sind.
 
 32. Kegelschnitte, welche die <7 (S) mehrpunktig beruhren. 293 
 
 9. Nachdem wir Kegelschnitte aufgesucht haben, welche 
 die C {3) sechspunktig, fiinfpunktig , vierpunktig oder drei- 
 punktig beruhren, bleibt nur noch iibrig, solche Kegelschnitte 
 zu betrachten, welche die Kurve zweipunktig beruhren, und 
 dadurch kehren wir zu dem Ausgangspunkte zuriick, von 
 dem aus wir die Untersuchung der C< 3) begonnen haben. 
 
 Nehmen wir zwei beliebige Punkte 9$ und d der C^ 
 und ziehen die beiden Tangenten der Kurve in diesen Punkten, 
 so giebt es ein ganzes Biischel von Kegelschnitten, welche 
 die Kurve in ^ und 'O zweipunktig beruhren. In diesem 
 besonderen Kegelschnittbusehel [^^5OD] mit vier Grund- 
 punkten, die paarweise zusammenf alien, kommt insbesondere 
 auch der Kegelschnitt vor, welcher aus der doppelt zu zah- 
 lenden Geraden $|3D j besteht; schneidet dieselbe also die 
 (7 (3) zum dritten Mai in 9ft 1; so wird die Tangente in 9ft x die 
 Verbindungslinie der beiden ubrigen Schnittpunkte dieses 
 Kegelschnitts mit der C^ sein. Die Tangente in 9ftj moge 
 in X zum dritten Mai schneiden, dann ist X der Gegen- 
 punkt des Biischels [ty ty DO], indem alle Kegelschnitte dieses 
 Biischels aus der (3) Punktepaare ausschneiden, deren Ver- 
 bindungslinien durch X gehen. Da X der Tangentialpunkt 
 fur Sftj ist, so gehen von X im allgemeinen noch drei weitere 
 Tangenten an die C (3 \ also giebt es unter alien Kegel- 
 schnitten, welche eine C (3) in zwei verschiedenen 
 Punkten ^ und O (zweipunktig) beruhren, im all- 
 gemeinen drei, welche dieselbe noch in eineni dritten 
 Punkte (zweipunktig) beruhren. 
 
 Sei eine der drei noch ubrigen Tangenten aus X an die 
 Kurve X9ft | mit dem Beriihrungspunkt 9ft, sodaB 9ft und 9ft t 
 denselben Tangentialpunkt haben, dann haben wir die sechs 
 Punkte eines Kegelschnitts 
 
 $, $, O, O, W, 9ft. 
 
 Da nun | ^5O in 9ft : schneidet, so werden, wenn die Gerade 
 | $p9ft i in D! und die Gerade O9ft in ^ schneidet, die 
 drei Geraden
 
 294 Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung. 
 
 neun associierte Punkte aus der C^ ausschneiden, und da 
 die seeks Punkte ty, ty, D, D 7 9ft, 9ft auf einem Kegelschnitt 
 liegen, so mussen die drei iibrigen $J5 n O 1; 9ft x auf einer Ge- 
 raden sich befinden; also wenn ein Kegelschnitt die 
 C (3) in drei verschiedenen Punkten (zweipunktig) 
 beriihrt, so hat das von denselben gebildete Drei- 
 eck drei Seiten, welche auBerdem der Kurve in drei 
 Punkten begegnen, die auf einer Geraden liegen. 
 
 ^3$P U DG I7 9ft 9ft} sind also die drei Paar Gegenecken 
 eines vollstandigen Vierseits, welches ganz der C ( ^ ein- 
 beschrieben ist. 
 
 Aus den beiden Geraden 
 
 folgt aber, daB der Tangentialpunkt von D mit dem Tan- 
 gentialpunkt von Oj identisch ist, und aus den beiden 
 Geraden 
 
 folgt in gleicher Weise, da6 der Tangentialpunkt von ty 
 mit dem Tangentialpunkt von ^ identisch ist. Die drei 
 Punktepaare ^S und ^ 1? O und d n 9t und 9^ sind also 
 konjugierte Punkte der C (3) in dem alten Sinne ( 2), indem 
 zwei konjugierte Punkte allemal denselben Tangentialpunkt 
 haben. 
 
 Aus eineni Paar konjugierter Punkte ty, ^ konnen wir 
 aber unendlich viele weitere Paare ableiten; verbinden wir 
 namlich einen beliebigen Kurvenpunkt 36 mit ^3 und ^5 1 durch 
 Strahlen, welche der C' (3) zum dritten Mai in @ und @, 
 begegnen, so folgt aus den Geradenpaaren 
 
 (wo X den gemeinschaftlichen Tangentialpunkt fiir ^5 und ^ 
 bezeichnet), daG der dritte Schnittpunkt von ^ | mit dem
 
 32. Kegelschnitte, welche die C (3) mehrpunktig beriihren. 295 
 
 dritten Schnittpunkt von ^ | koinzidieren muB; nennen 
 wir ihn 9 1; so sitid wiederum 33 1? $P^Pi> @@ t die drei 
 Paar Gegenecken eines der C (3) einbeschriebenen vollstandigen 
 Vierseits, folglich miissen, da ^3^! ein Paar konjugierter 
 Punkte sind, auch @ < B i ein solches Paar sein ; sowie %!. 
 Hieraus ergiebt sich ein ganzes System von Paaren 
 konjugierter Punkte auf der C (3 \ Wir ernalten aber im 
 allgemeinen drei solcher Systeme, wenn wir statt einer alle 
 drei Tangenten beriicksichtigen, die sich, wie oben fur eine 
 geschehen ist, aus dem Gegenpunkt des Biischels [^S^DD-J 
 an die Kurve legen lassen. Damit sind wir aber zu unserem 
 Ausgangspunkte zuriickgelangt.
 
 Seite 9 Zeile 8 v. u. 
 
 15 7 u. 
 
 20 4 u. 
 
 28 1 o. 
 
 38 1 o. 
 
 45 10 u. 
 
 48 16 o. 
 
 50 15 u. 
 
 62 12 u. 
 
 100 3 u. 
 
 123 5 u. 
 
 124 10 0. 
 
 142 10 u. 
 
 167 5 0. 
 
 167 13 u. 
 
 183 7 0. 
 
 225 1 u. 
 
 246 
 271 
 
 16 o. 
 1 o. 
 
 Verbesserungen. 
 
 Das Wort n noch" ist zu streichen. 
 
 Statt n Stahlenpaar" lies n Strahlenpaar". 
 
 Statt nXSj" lies J&. 
 
 Das Wort w schnitte" ist zu streichen. 
 
 Statt % t lies '. 
 
 Statt z lies j. 
 
 Statt % l lies %. 
 
 Statt JBj ; lies S^. 
 
 Die Silbe B un-" ist zu streichen. 
 
 Statt 33 lies SB. 
 
 Statt r posititiv u lies n positiv". 
 
 Statt a 1 lies a. 
 
 Hinter n reellen" erganze r unendlich entfernten' 
 
 Statt lies | . 
 
 Statt w entpricht" lies fl entspricht a . 
 
 Erganze 2. 
 
 Statt (70) lies HW. 
 
 Statt n eine u lies n einer". 
 
 Statt 38m -i lies 5B-2.
 
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